Gesundheit heute
Wirkungsvermittler Haut
Viele Reiztherapien wirken über die Haut – sei es, indem sie die Hautdurchblutung anregen oder indem sie die vielen Berührungs-, Druck- und Vibrationssensoren der Haut stimulieren. Und das hat nachhaltige Wirkungen auf den ganzen Körper: Das größte Organ des menschlichen Körpers ist nämlich beileibe nicht nur eine Schutzhülle, sondern spielt eine aktive, vermittelnde Rolle zwischen der Umwelt und den Körperfunktionen. So steht die Haut etwa mit dem Immunsystem in Kontakt: Berührungen setzen Botenstoffe (wie etwa Interleukin 10) frei, die regulierend in das Immungeschehen und in Entzündungsprozesse eingreifen. Die Stimulierung der Haut hat zudem günstige Einflüsse auf Stressreaktionen – durch Massage und Berührungen wird die Ausschüttung von Kortisol reduziert.
Die Haut beeinflusst nicht nur die seelische Balance, sie fördert auch – zumindest bei denen, die noch wachsen – die Entwicklung: Werden Rattenbabys nicht mehr abgeleckt, hören sie auf zu wachsen, sie stellen die Produktion von Wachstumshormonen ein. Wie Experimente zeigen, ist dieser Effekt auf den Menschen übertragbar: Frühgeborene, die regelmäßig massiert werden, nehmen um 47 % schneller zu als eine nicht massierte Kontrollgruppe, sie weinen seltener und schlafen besser. Ähnliche Studien an Erwachsenen zeigen: Der belebende Effekt von Berührung hält ein Leben lang an. Auch der Volksmund weiß um die Verbindung von Haut und Seele: So mancher „Eindruck“ berührt uns tief. Kein Wunder also, dass Reiztherapien unter die Haut gehen!
Vor allem bei Bauchkrämpfen werden Wärmflaschen häufig eingesetzt.
Wärmflaschen richtig benutzen
Achtung, Verbrühungs-Gefahr
Wärmflaschen sind bei vielen Gelegenheiten hilfreich. Sie haben allerdings auch ihre Tücken – im schlimmsten Fall kann man sich damit verbrühen. Damit das nicht passiert, gibt es hier ein paar praktische Tipps.
Gummiwärmflasche gibt es seit hundert Jahren
Das Prinzip „Wärmespender“ am Körper gibt es schon lange. Im Mittelalter füllte man Zinnflaschen mit heißem Wasser, um sich damit im Bett zu wärmen oder Bauchkrämpfe zu lindern. Davor nahm man dafür heiße Steine oder Ziegel. Die bekannte Gummiflasche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erfunden und ist seitdem aus der Hausapotheke kaum mehr wegzudenken.
Poröses Material kann gefährlich werden
Wärmflaschen haben allerdings auch ihre Tücken. Das liegt am Material, aus dem sie hergestellt sind – nämlich aus Gummi oder Kunststoff. Beides kann mit der Zeit porös werden, und das ist gefährlich. Es kann heißes Wasser austreten und zu Verbrühungen führen. Im schlimmsten Fall platzt eine mit heißem Wasser gefüllte Wärmeflasche sogar.
Damit das nicht passiert, sollten Wärmflaschen regelmäßig auf Risse oder Brüche kontrolliert werden. Hilfreich ist auch das Herstellungsdatum das – meist am Einfüllstutzen – auf dem Gummi zu finden ist. In der Mitte eines Kreises steht eine Jahreszahl, darum herum sind 12 Felder angeordnet. Damit werden Jahr und Monat der Herstellung angegeben. Wird die Wärmflasche kaum verwendet, sollte man sie alle 5 Jahre austauschen. Bei regelmäßigem Einsatz wird eine Nutzungsdauer von etwa drei Jahren empfohlen.
Richtig füllen, richtig trocknen
Um das Material zu schonen und keine Unfälle zu riskieren, ist es zudem hilfreich, die Wärmflasche gut zu behandeln.
- Das eingefüllte Wasser sollte maximal 60° C warm sein, bei Kindern reichen auch 40° C.
- Wärmflasche nur zu zwei Dritteln mit Wasser füllen, und die verbliebene Luft herausstreichen. Das verhindert Überdruck, der die Wärmeflasche zum Platzen bringen könnte.
- Wärmflasche nicht unter Sonneneinstrahlung lagern oder trocknen lassen, das schadet dem Material.
- Wärmflasche nicht mit aggressiven Reinigern säubern und auch nicht falten - beides kann den Alterungsprozess des Materials beschleunigen.
- Nach dem Benutzen leeren und verkehrt herum aufhängen, um die Ablagerung von Kalk zu verhindern.
Körnerkissen als Alternative
Wer sich mit all dem nicht beschäftigen möchte, kann auch zu alternativen Wärmequellen greifen. Dazu gehören z. B. Wärmepflaster aus der Apotheke, die bei Rücken- oder Nackenverspannungen hilfreich sind. Auch das Körnerkissen, das man in der Mikrowelle aufwärmt, tut gute Wärmedienste – ganz ohne heißes Wasser und der Gefahr des Verbrühens.
Quelle: ptaheute

