Gesundheit heute
Krisenintervention
Die Krisenintervention (psychodynamische Kurztherapie, Fokaltherapie) ist die am häufigsten eingesetzte Form der Psychotherapie. Oft findet auch eine akute Krisenintervention statt.
Wie läuft die Therapie ab? In der Krisenintervention sitzen sich Therapeut und Patient gegenüber, wobei der Therapeut als Erstes versucht, das Kernproblem des Patienten herauszufinden. Der Patient spricht seine Gefühle und Gedanken direkt zu diesem Kernproblem aus, wobei das Verhalten des Patienten gegenüber dem Therapeuten der wichtigste Ansatzpunkt zur Deutung des seelischen Konflikts darstellt.
Was ist das Therapieziel? Ziel ist die Überwindung einer akuten Krise, es werden (nur) der aktuelle Hauptkonflikt und damit zusammenhängende vordringliche Probleme und Gefühle bearbeitet.
Für wen geeignet? Geeignet vor allem für Patienten nach akuten Krisen oder für Patienten mit aktuellen Konflikten (wie Trennung vom Partner, Tod naher Angehöriger oder schwere Erkrankungen), die relativ rasche psychotherapeutische Hilfe benötigen. Gut geeignet auch für Patienten, die längere Therapien ablehnen.
Wie lange dauert die Therapie? Die Therapie umfasst zirka 25 Sitzungen.
Wenn Antidepressiva zu abrupt abgesetzt werden, können die Depressionen schnell wiederkommen.
Kann man Antidepressiva absetzen?
Wieder bessere Stimmung
Beschwerden weg, Medikament absetzen? So einfach ist das bei Depressionen leider nicht. Die Rückfallquote ohne Einnahme von Antidepressiva ist hoch. Allerdings hängt sie davon ab, welche Strategie dabei gefahren wird.
Depressionen sind oft wiederkehrend
Die meisten Menschen mit Depressionen leiden an der remittierenden Form der Erkrankung. Das bedeutet, dass es depressive Episoden gibt, die sich spontan oder durch Behandlung zurückbilden. Dann sind die Patient*innen beschwerdefrei, können aber erneut eine depressive Phase entwickeln.
Im Stadium der Remission – also der Beschwerdefreiheit – möchten Betroffene ihre Antidepressiva oft absetzen. Das allerdings erhöht die Gefahr, dass die Depression wieder auftritt. Das Risiko für eine erneute depressive Episode hängt von der Art des Absetzens ab. Eine italienische Arbeitsgruppe hat nun untersucht, welche Strategie dafür am besten ist.
Von abruptem Absetzen bis Weitergabe
Analysiert wurden 76 Studien mit über 17000 Teilnehmer*innen. Zwei Drittel von ihnen waren weiblich, das Durchschnittsalter betrug 45 Jahre. Verglichen wurden fünf Szenarien, jeweils mit und ohne psychologische Unterstützung der Patient*innen:
- abruptes Absetzen
- schnelle schrittweise Reduktion innerhalb von vier Wochen
- langsame schrittweise Reduktion über mehr als vier Wochen
- Fortsetzen der Einnahme mit weniger als 50% der minimal wirksamen Dosis
- Fortsetzen der normalen Dosis (also kein Absetzen)
Die wenigsten Rückfälle traten erwartungsgemäß ohne Absetzen der Medikamente auf, die häufigsten beim abrupten Absetzen ohne psychologische Begleitung. Hohe Rückfallraten hatte auch das abrupte Absetzen/die schnelle schrittweise Reduktion mit psychologischer Unterstützung.
Langsam und mit psychologischer Unterstützung
Die Studienautor*innen schließen aus diesen Ergebnissen, dass sich zum Absetzen von Antidepressiva die schrittweise langsame Reduktion mit einer psychologischen Unterstützung am besten eignet. Das bedeutet allerdings nicht, dass dies immer klappt, kommentieren Expert*innen. Denn auch wenn es langsam geschieht, erhöht das Absetzen des Antidepressivums bei Menschen mit remittierender Depression das Rezidivrisiko. Das heißt, die Gefahr, dass die Beschwerden erneut auftreten, ist größer als wenn das Medikament weiter eingenommen wird.
Ganz wichtig bei der Frage „Absetzen oder nicht“: In keinem Fall darf dies in Eigenregie geschehen. Der Wunsch nach Änderung der Dosierung muss immer mit der behandelnden Ärzt*in besprochen und dann gemeinsam darüber entschieden werden.
Quelle: Ärztezeitung

