Gesundheit heute

Portiokappe und Lea Contraceptivum

Die Portiokappe ist eine Kunststoffkappe, die direkt über den Muttermund (Portio) gestülpt wird, sich dort festsaugt und so das Eindringen von Spermien verhindert. Zusätzlich wird das Innere der Kappe mit Spermizid bestrichen. Der Hauptunterschied zum Diaphragma ist, dass die Portiokappe bis zur nächsten Monatsblutung auf dem Muttermund belassen werden kann. Da so aber Sekrete aus der Gebärmutter nicht abfließen können, erhöht sich das Risiko einer Scheideninfektion. Nachteil der Portiokappe ist die schwierige Anwendung, die viel Übung verlangt. Die wenigsten Frauen sind in der Lage, ihren Muttermund so zu ertasten, dass das Überstülpen und Festsaugen der Portiokappe problemlos möglich ist.

Ähnlich funktioniert das Lea Contraceptivum, eine Weiterentwicklung der Portiokappe. Es ist aus Silikon und hat als Neuerung ein Abflussventil, durch das Gebärmutterflüssigkeit und Menstruationsblut abfließen können. Wegen des Abflussventils kann es bis zu 48 Stunden in der Scheide gelassen werden und ermöglicht somit etwas mehr sexuelle Spontaneität als das Diaphragma. Es ist auch etwas leichter einzuführen, vor allem aber viel leichter wieder aus der Scheide zu entfernen, weil es eine Kontrollschleife hat. Der Pearl-Index beträgt ~ 2,5, die in Kombination mit einem Spermizid noch erhöht werden kann.

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Von: Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler

Auch Väter können Geburtsdefekte auf ihren Nachwuchs übertragungen.

Fehlbildungen durch Diabetesmittel?

Nur Jungs betroffen

Die Einnahme von Tabletten gegen Diabetes könnte einer aktuellen Studie zufolge die Fehlbildungsrate bei Jungen erhöhen. Allerdings nur, wenn der Vater die Diabetesmedikamente in den letzten drei Monaten vor der Zeugung einnimmt.

Veränderungen am Genitale

Manche Arzneimittel führen zu Geburtsfehlern beim Nachwuchs. Dabei ist es nicht nur gefährlich, wenn die Mutter diese Medikamente einnimmt. Auch Arzneimittel, die der werdende Vater vor der Zeugung schluckt, können dem Ungeborenen schaden.

Dänische Forscher*innen haben nun herausgefunden, dass womöglich Diabetesmedikamente riskant sind. Sie untersuchten die Daten von 1,1 Million Neugeborenen und Eltern. Das Ergebnis: Hatte der Vater in den drei Monaten vor der Zeugung den Wirkstoff Metformin eingenommen, erhöhte sich das Risiko für Geburtsfehler um das Dreifache. Die Vergleichsgruppe waren Kinder, deren Väter dieses Medikament nicht eingenommen hatten. Betroffen waren dabei nur die Jungen, wobei sich die meisten Fehlbildungen in ihrem Genitalbereich befanden. Geschwister, die der Vater zu einer Metformin-freien Zeit gezeugt hatte, waren ohne Geburtsdefekte.

Insulin war ohne Einfluss

In dieser Untersuchung steigerte auch das Diabetesmittel Sulfonylharnstoff das Fehlbildungsrisiko. Eine antidiabetische Behandlung mit Insulin hatte dagegen keinen Einfluss auf die Rate an Geburtsfehlern.

Metformin hat womöglich einen Einfluss auf die Entwicklung der Spermien. Im Tierexperiment führte der Wirkstoff zu gestörten Stammzellen im Rattenhoden. Noch ist unklar, ob sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, meint Prof. Dr. Wolfgang Rathmann vom Deutschen Diabetes Zentrum der Leibniz Universität Düsseldorf.

Noch kein Grund zu Therapieänderung

Anhand dieser einen Studie die Therapieempfehlung zu ändern, hält der Experte für verfrüht. Sollten sich die Ergebnisse allerdings durch andere Untersuchungen bestätigen, wäre bei Vätern mit Diabetes und Kinderwunsch die Insulinbehandlung eine Alternative.

Quelle: Ärzteblatt

12.05.2022 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Addictive Stock/imago-images.de