Gesundheit heute

Herdinfektion

Aus der ganzheitlichen Medizin stammt das Konzept der Herdinfektion (Herdgeschehen). Der eigentliche Entzündungsherd zeigt dabei keine oder kaum Symptome, wogegen an Stellen fernab des Entzündungsherds Schmerzen oder andere Beschwerden auftreten. Man vermutet, dass abgestorbene und nicht behandelte Zähne die Ursache für Entzündungen oder Schmerzen sein können, die sich nicht eindeutig orten lassen. Die Suche nach dem auslösenden Zahn (Fokussuche) beginnt oft, wenn eine Blutuntersuchung Anzeichen für eine Entzündung liefert und sonst im Körper nichts erkrankt ist. Andere Warnsignale für eine versteckte Entzündung sind Schmerzen und Druckgefühle beim Vorbeugen des Kopfes sowie häufige Abgeschlagenheit auch nach ausreichend Schlaf oder einem Urlaub.

Während der Fokussuche testet der Zahnarzt mit gezielten Reizen, welche Zähne nicht mehr leben (Sensibilitätsprüfung). In Zweifelsfällen fertigt er auch Röntgenbilder an. Nur wenn der Befund völlig unauffällig ist, kann ein Herd im Kiefer ausgeschlossen werden. Findet er Zähne, die unklar reagieren oder sogar vereitert sind, so wird er in Absprache mit dem Patienten eine Behandlung vornehmen. Das Spektrum der möglichen Behandlung reicht von der Entfernung tiefer Karies über eine Wurzelbehandlung bis hin zur Entfernung von abgestorbenen Zähnen, wenn keine Wurzelfüllung mehr möglich ist.

Von: Dr. med. dent. Gisbert Hennessen, Thilo Machotta, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
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Sparsam mit CT bei Kindern!

Die Strahlenbelastung im CT ist höher als bei einer konventionellen Röntgenaufnahme.

Sparsam mit CT bei Kindern!

Weil Blutkrebs droht

Bei Kindern sollte man es sich besonders gut überlegen, ob eine CT-Untersuchung wirklich notwendig ist. Neue Daten zeigen, dass jede Computertomographie das Risiko für Blutkrebs erhöht.

Höhere Strahlenbelastung als normales Röntgen

CT-Untersuchungen sind mit einer höheren Strahlenbelastung verbunden als konventionelle Röntgenaufnahmen. Das liegt daran, dass meist eine Serie von Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln gemacht wird, um detaillierte Querschnittsbilder zu erhalten.

Radioaktive Strahlung kann jedoch zu hämatologischen Krebserkrankungen führen. Vermutet wird schon lange, dass es einen Zusammenhang zwischen CT-Untersuchungen im Kindesalter und der späteren Entwicklung von Blutkrebs gibt. Bisherige Studien hatten allerdings etliche Schwächen. So war in ihnen häufig die genaue Strahlendosis nicht dokumentiert. Oder es war nicht klar, ob ein erhöhte Krebsrisiko auf eine andere Ursache zurückging.

Große internationale Studie mit fast 900 000

Teilnehmenden Aussagekräftigere Daten liefert jetzt eine aktuelle internationale Studie mit fast 900 000 Teilnehmenden. Sie hatten mindestens eine CT-Untersuchungen vor dem 22. Lebensjahr erhalten, 70% von ihnen sogar vor dem 15. Geburtstag. Die Strahlendosen waren jeweils genau dokumentiert und andere krebserregende Ursachen ausgeschlossen worden.

Während der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 7,8 Jahren entwickelten 790 Teilnehmende einen Blutkrebs. Dabei handelte es sich vor allem um maligne Lymphome, myeloische Neoplasien und akute Leukämien.

Ein bis zwei Kinder von 10 000 bestrahlten Kindern bekommen Krebs

Das Risiko für Kinder und Jugendliche, bis zum 18. Lebensjahr eine Leukämie oder ein Lymphom zu entwickeln, beträgt etwa 0,15 %. Bei der Analyse der Daten zeigte sich, dass jede CT-Untersuchung dieses Risiko für Blutkrebs um weitere 16% erhöhte, berichtet das Forscherteam. In absoluten Zahlen bedeutet dies Folgendes: Von 10 000 Kindern, die sich einer typischen CT-Untersuchung mit 8 mGy unterziehen, werden in den folgenden zwölf Jahren ein bis zwei Kinder an Blutkrebs erkranken.

Quelle: Nature Medicine

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Dmitriy Shironosov / Alamy / Alamy Stock Photos