Gesundheit heute

Erkrankungen der Nebenniere

Die Nebennieren sind paarig angelegte Organe, die den beiden Nieren an deren Oberseite kappenförmig anliegen. Ihre Größe beträgt ungefähr 2,5 x 5 cm. Schneidet man die Nebennieren in der Mitte durch, so kann man von außen nach innen die Nebennierenrinde (NNR) und das Nebennierenmark (NNM) unterscheiden. Letzteres ist insbesondere für die Bildung von Adrenalin, Kortisol und anderen Stresshormonen verantwortlich.

2014_ASM_Kortisol_Regelkreis_Hypothalamus.png|Kortisol-Regelkreis: Der Hypothalamus schüttet in einem charakteristischen Tag-Nacht-Rhythmus das Releasinghormon CRH (Corticotropin Releasinghormon) aus, das die Hypophyse dazu auffordert, ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) auszuschütten. ACTH wiederum bewirkt die Ausschüttung von Kortisol in den hormonproduzierenden Drüsenzellen der Nebennierenrinde. Hypothalamus und Hypophyse sind mit Rezeptoren ausgestattet, die wie Sensoren den Kortisolspiegel im Blut registrieren. Sobald zuviel Kortisol vorhanden ist, wird die Hormonproduktion von CRH und ACTH eingestellt (negative Rückkopplung). |[ASM 2014]|Schematische Darstellung des Regelkreises von Kortisol

Die Nebennierenrinde bildet drei Arten von Hormonen:

  • Kortisol (das körpereigene Kortison)
  • Aldosteron
  • In geringer Menge Sexualhormone, vor allem die männlichen Androgene, die die Produktion der Sexualhormone von Hoden bzw. Eierstöcken ergänzen.

Die Regelung der Nebenniere erfolgt durch Releasinghormone des Hypothalamus, der Kommandozentrale aller Hormondrüsen, und durch Steuerhormone der Hypophyse.

Von: Kristine Raether-Buscham, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
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Diabetes erhöht Krebsrisiko

Für Menschen mit Diabetes ist die Krebsvorsorge besonders wichtig.

Diabetes erhöht Krebsrisiko

Auf zur Vorsorge!

Beim Typ-2-Diabetes drohen etliche Folgeschäden. Dabei gilt es nicht nur, auf Nieren, Augen und Nerven zu achten. Menschen mit Typ-2-Diabetes haben auch ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten.

Diabetes richtet sehr viel Schaden an

Der Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, die erhebliche Auswirkungen auf den Körper haben kann. Das liegt daran, dass dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte Blutgefäße und Nerven schädigen und so die Versorgung wichtiger Organe beeinträchtigen. Vor allem die Augen und die Nieren sind dabei in Gefahr und müssen regelmäßig kontrolliert werden.

Vor allem Darmkrebsrisiko erhöht

Weniger bekannt ist jedoch, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes auch häufiger an bestimmten Krebsarten erkranken. Besonders betroffen sind Tumoren des Magen-Darm-Trakts sowie gynäkologische und urologische Krebserkrankungen. Bereits beim Prädiabetes ist dieses Risiko erhöht, und zwar insbesondere für Darmkrebs.

Umso wichtiger ist eine regelmäßige Krebsfrüherkennung. Fachleute gehen davon aus, dass ein großer Teil der Krebserkrankungen und krebsbedingten Todesfälle bei Menschen mit Diabetes durch konsequente Vorsorge verhindert werden könnte. Trotzdem nehmen Betroffene seltener an den empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen teil als Menschen ohne Diabetes.

Blutzucker gut einstellen und gesund leben

Neben der Vorsorge spielt aber auch die Behandlung des Diabetes selbst eine wichtige Rolle. Entscheidend ist, den Blutzucker langfristig gut im Griff zu haben. Gelingt dies, sinkt auch das zuckerbedingte Krebsrisiko deutlich, wie Studien zeigen konnten.

Auch Rauchen und Alkohol verstärken den Effekt

Aktuellen Untersuchungen zufolge gibt es noch weitere Faktoren, die das Krebsrisiko für Menschen mit Diabetes zusätzlich erhöhen. An erster Stelle stehen dabei das Rauchen und ein hoher Alkoholkonsum, aber auch chronische Infektionen – etwa mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren.

Expert*innen empfehlen deshalb Menschen mit Diabetes, möglichst auf Tabak zu verzichten, Alkohol nur in kleinen Mengen zu trinken und sich bei Bedarf auf chronische Hepatitis untersuchen zu lassen. Gleichzeitig tragen ein gesundes Körpergewicht, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung dazu bei, das Krebsrisiko noch weiter zu reduzieren.

Quelle: Ärztezeitung

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Convisum24