Gesundheit heute

Homozystein (Homocystein)

Homozystein ist eine Aminosäure, die innerhalb des Eiweißstoffwechsels entsteht, aber relativ giftig ist und deshalb beim Gesunden sofort durch Enzyme gebunden oder umgebaut (metabolisiert) wird. Erhöhte Homocysteinspiegel (Hyperhomocysteinämie) fördern nach heutigem Kenntnisstand die Arteriosklerose und werden auch als Risikofaktor für Alzheimer- und vaskuläre Demenz diskutiert.

3607_GTV_Blutroehrchen.jpg|Viele Analysen im medizinisch-technischen Labor verlaufen heute hochautomatisiert und quasi von selbst; auf der anderen Seite sind gerade dadurch neue Risiken entstanden. Das größte Problem ist in der Praxis die fehlende Zuordnungsmöglichkeit einer Probe, oder schlimmer noch, die Verwechslung von Probematerial. Um dies konsequent zu verhindern, muss jedes einzelne Probengefäß (im Bild vier Blutröhrchen), einzeln und komplett beschriftet werden, am besten mit einem maschinenlesbaren Etikett. Die hier gezeigte handschriftliche Beschriftung wird nur noch bei Notfällen praktiziert, wenn für einen neuen Patienten (noch) keine Computeretiketten vorliegen. Parallel dazu wird für jede Untersuchungsanforderung ein Begleitschein ausgefüllt (im Hintergrund zu sehen).|[GTV 3607]|Beschriftete Blutproben auf einem Labor-Anforderungszettel

Normalbereich (Blut) [TLD]

< 10–12 µmol/l

Indikation

  • Einschätzung des Arterioskleroserisikos
  • Verdacht auf Homocysteinurie.

Ursachen erhöhter Werte

  • Vitaminmangel, v. a. Mangel an Folsäure und Vitamin B12
  • Schwere Erkrankungen, insbesondere Nierenversagen
  • Genvarianten
  • Homozystinurie: Dies ist eine seltene angeborene Stoffwechselkrankheit mit starker Erhöhungen des Homozysteins, die neben schweren und viel zu frühen Erkrankungen von Herz und Gefäßen auch geistige Behinderung, Augen- und Skelettveränderungen zur Folge hat.

Hinweise

Die Blutabnahme muss nüchtern vor dem Frühstück erfolgen.

Von: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
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Mittelmeerküche bei Nierenkrankheit?

Blutwerte regelmäßig prüfen lassen

Die Mittelmeerküche gilt als besonders ausgewogen und gesund. Doch wie sieht es bei nierenkranken Menschen aus? Was Experten ihnen raten.

Vor- und Nachteile der Mittelmeerküche für Nierenpatienten

Eine mediterrane Ernährung empfiehlt sich insbesondere für Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden – schließlich ist sie fleischarm und dafür reich an Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen und hochwertigen Ölen. Auch gesunde Menschen profitieren von einer solchen Ernährungsweise.
In einer aktuellen Veröffentlichung der Arbeitsgruppe „European Renal Nutrition“ werden die Vor- und Nachteile einer mediterranen Diät für Nierenpatienten diskutiert. Ihr Fazit ist überwiegend positiv: Die Diät reduziert Entzündungen, hält den Blutzuckerspiegel relativ konstant, enthält in etwa die für Nierenpatienten empfohlene Proteinmenge und führt zu einer geringeren Salz- und Phosphat-Aufnahme als viele andere Ernährungsweisen. Potenziell nachteilig sei hingegen die erhöhte Kalium-Zufuhr durch viel Obst und Gemüse: Hier droht eine Überversorgung (Hyperkaliämie). Nierenkranke Patienten sollten daher bei einer entsprechenden Ernährung regelmäßig ihren Serumkaliumwert überprüfen lassen.

Mittelmeerküche bei normalen Kalium-Werten empfehlenswert

„Solange die Kalium-Werte im Normalbereich liegen, spricht vieles dafür, dass Nierenpatienten im Hinblick auf ihr kardiovaskuläres Risiko und auch im Hinblick auf nierenspezifische Problematiken von der mediterranen Diät profitieren“, meint Dr. Jan C. Galle, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Für eine einseitige Ernährung aus Pizza und Pasta gelte das aber natürlich nicht.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V.

Von: Leonard Olberts