Gesundheit heute
Übergewicht und Adipositas bei Kindern
Übergewicht: Zu hohes Körpergewicht im Vergleich zur Körpergröße (über der 90-%-Perzentilenkurve gleichgeschlechtlicher Altersgenossen; das entspricht einem BMI von ≥ 25). Heute sind in Deutschland bereits 18 % der Schulanfänger*innen zu dick, bis zur Pubertät steigt dieser Anteil auf etwa 28 %. Jungen haben ein höheres Risiko, Übergewicht zu entwickeln.
Adipositas (krankhaftes Übergewicht, Fettleibigkeit, Fettsucht): Eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes (über der 97-%-Perzentilenkurve gleichgeschlechtlicher Altersgenossen; das entspricht einem BMI von ≥ 30). Derzeit sind in Deutschland laut Schätzungen etwa 6 % adipös – und haben über kurz oder lang mit gesundheitlichen Problemen zu rechnen.
Symptome und Leitbeschwerden
Zunächst verursacht Übergewicht keine Beschwerden. Kinder gewöhnen sich an die zusätzlichen Pfunde.
Wann in die Kinderarztpraxis
In den nächsten Wochen, wenn
- Ihnen Ihr Kind zu „mollig“ erscheint oder über den Normalbereich der entsprechenden Wachstumskurven liegt.
In den nächsten Tagen, wenn
- Ihr Kind verhältnismäßig rasch zunimmt und zusätzlich weitere Beschwerden wie Antriebslosigkeit oder Kurzatmigkeit bei Anstrengung bestehen.
Die Erkrankung
Die Entwicklung des Fettkörpers bei Kindern
Kinder starten ihr Leben mit einer Fettmasse von etwa 11 % des Körpergewichts, die sich bis Ende des 1. Jahres auf 25 % erhöht (Babyspeck). Diese Fettzunahme ist genetisch programmiert.
Ebenso programmiert ist die danach folgende Phase der Rückbildung des Fettgewebes, bis ins Alter von etwa 5 ½ Jahren. Am Ende der Kindergartenzeit hat der BMI sein Minimum erreicht – in diesem Alter sollten Kinder schlank sein. Erst mit dem Ende des 6. Lebensjahres steigt die Fettmasse wieder langsam an (sogenannter adiposity rebound) und nimmt dann mit der Pubertät – v. a. bei Mädchen – stark zu.
Ursache
Übergewicht entsteht – auch bei Kindern –, wenn auf Dauer die Energiebilanz positiv ist. Das heißt, das Kind nimmt Tag für Tag im Mittel mehr Energie zu sich, als es verbraucht.
Da reichen kleine Unterschiede: Isst oder trinkt es täglich zusätzliche 100 Kalorien mehr, das sind gerade mal 100 g Joghurt, schlägt sich dieses Zuviel in einem Jahr in zusätzlichen 10 kg Körpergewicht nieder. Aber wodurch entsteht diese positive Energiebilanz?
Risikofaktoren für Übergewicht
Bei den meisten übergewichtigen Kindern kommen wohl verschiedene ungünstige Umstände zusammen, sog. Risikofaktoren. Dazu zählen:
Vererbung. Ein hohes Risiko für Übergewicht haben Kinder, deren Eltern ebenfalls übergewichtig sind. Dabei wirken nicht nur die „Gene“, sondern in der Regel auch soziale Faktoren, die über die Eltern auf das Kind einwirken.
Frühe Prägungen. Zum Teil lässt sich das Übergewicht von Kindern auf frühe Prägungen zurückführen. Schon im Mutterleib werden möglicherweise die ersten Weichen für späteres Übergewicht gestellt:
- So dürfte die vorgeburtliche Programmierung des Stoffwechsels eine Rolle spielen: Im Mutterleib unterversorgte Kinder stellen ihren Stoffwechsel langfristig auf „Sparbetrieb“ um. Aufgrund dieses sparsamen Kalorienverbrauches sind sie im Mutterleib häufiger übergewichtig.
- Ebenso erhöht das mütterliche Rauchen während der Schwangerschaft das spätere Adipositas-Risiko deutlich.
Säuglingsnahrung. Es gibt Hinweise, dass die Fütterung mit Säuglingsmilchnahrungen Übergewicht begünstigt: So ist das Körpergewicht von „Flaschenkindern“ im Vergleich zu gestillten Kindern am Ende des 1. Lebensjahres bis 650 g höher. Das wird dadurch erklärt, dass nicht oder nur teilweise gestillte Kinder im Vergleich zu voll gestillten Kindern 20 % mehr Kalorien zu sich nehmen. Gestillte Kinder haben nicht nur ein insgesamt geringeres Risiko für späteres Übergewicht im Kindesalter, sondern sind auch weniger anfällig für Allergien.
Wie eine US-amerikanische Studie belegt, fördert jedoch nicht jede Säuglingsnahrung das Dicksein. Gewichtsprobleme hängen vielmehr davon ab, ob die Babys Nahrung aus getrockneter Kuhmilch erhalten oder aus Hydrolysaten, d. h. aus zerkleinerten Eiweißen. Hydrolysatmilch bekommen vor allem Säuglinge mit einer Milchzuckerunverträglichkeit gefüttert. Sie eignet sich aber auch für alle anderen Babys, da sie einer übermäßigen Gewichtszunahme und damit Übergewicht vorbeugt. Der Grund: Der Darm verwertet Hydrolysate besser als Kuhmilcheiweiße und sorgt so für ein frühzeitigeres Sättigungsgefühl. Dadurch nahmen in der Studie die Säuglinge, die mit Hydrolysatmilch gefüttert wurden, auch viel langsamer zu als die mit Kuhmilch gefütterten Babys.
Bewegungsmangel. Der zunehmende Bewegungsmangel bei Kindern schlägt sich in Fitnessuntersuchungen deutlich nieder: Konnten 1995 Berliner Schülerinnen mit 11 Jahren durchschnittlich noch 3,10 m weit springen, so waren es 4 Jahre später nur noch 2,78 m. Die Jungen stehen nicht nach: 10-Jährige, die 1970 im Schnitt bei einem 6-Minuten-Sprint noch 1150 m weit kamen, schafften es 2008 nicht einmal mehr bis zur 900-m-Marke. Nach neueren Untersuchungen beginnt der Bewegungsmangel schon sehr früh im Kleinkindalter.
Essverhalten. Im Vergleich zu Erwachsenen spielt beim Entstehen von Übergewicht bei Kindern Bewegungsmangel eine größere Rolle als Überernährung, aber diese Aussage ist wissenschaftlich nur schwer zu sichern. Tatsache ist, dass die Portionsgrößen beim kommerziellen Nahrungsangebot stark zugenommen haben und dass über die Hälfte der Kleinkinder regelmäßig zu kaloriendichte und zu süße Kindernahrung (z. B. Fruchtquark oder Schokopudding) konsumiert. Wird vor allem Fastfood außer Haus verzehrt, steigt das Risiko, übergewichtig zu werden, deutlicher an als in einem Haushalt, in dem regelmäßig ausgewogen gegessen wird. Sehr häufig spiegelt diese Esskultur aber die Beziehungskultur in der Familie wider – was den deutlichen Einfluss des sozialen Hintergrundes mit erklärt.
Soziale Ursachen. Bei der Frage, warum sich Kinder heute weniger bewegen, schwingt immer die implizite Schuldfrage mit. Dabei hat Bewegungsmangel oft nichts mit bewussten Entscheidungen zu tun, sondern geht zumindest teilweise auf Änderungen der Lebenswelt zurück. Tatsache ist, dass die Lebenswelt von Kindern heute stärker vereinzelt (weniger Spielpartner in unmittelbarer Nähe), verinselt (Freund*innen sind nicht zu Fuß zu erreichen) und entstraßlicht ist (die Straße als Spielraum entfällt). Zudem entfallen wichtige Bewegungsroutinen für Kinder (z. B. der Schulweg). Gleichzeitig stehen attraktive, aber bewegungsarme Freizeitbeschäftigungen wie Fernsehen, Handy sowie Computerspiele zur Verfügung.
Adipositas betrifft in erster Linie eine Risikogruppe von Kindern aus sozial benachteiligten Familien sowie Immigrantenfamilien. Studien haben ergeben, dass Jungen und Mädchen aus sozial benachteiligten Familien dreimal so häufig adipös sind wie solche mit hohem Sozialstatus. Interessanterweise hat auch das (Über-)Gewicht älterer Geschwister einen messbaren Einfluss auf das Dickwerden.
Schlaf. Auch zu wenig Schlaf wird in Verbindung gebracht mit Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen: Jede zusätzliche Stunde täglicher Schlaf soll den BMI um 0,48 sinken lassen.
Körperliche Ursachen. Sehr selten beruht das Übergewicht bei Kindern auf körperlichen Ursachen wie:
- Hormonstörungen. Hierzu zählen die Verlangsamung des Stoffwechsels durch eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder die Nebennierenrindenüberfunktion, bei der zu viel Kortisol gebildet wird, das die Fetteinlagerung v. a. am Körperstamm fördert.
- Erblich bedingte Erkrankungen. Vereinzelt führen auch Erkrankungen wie Trisomie 21 oder Prader-Willi-Syndrom und/oder Medikamente wie Neuroleptika, Antidepressiva und Insulin) zu einer Gewichtszunahme.
Diagnosesicherung
Messen und Wiegen. Ob eine Person übergewichtig ist oder nicht, wird auf verschiedene Art und Weise beurteilt. Allerdings ist das bei Kindern schwerer zu bestimmen als bei Erwachsenen. Die einfache Rechnung mit Gewicht und Körpergröße (sogenannter Body-Mass-Index, BMI) wie bei Erwachsenen eignet sich nur bedingt. Da Kinder diverse Entwicklungsphasen durchlaufen, in denen eine körperliche Fülle normal ist (Babyspeck), müssen neben der Körpergröße und dem Gewicht auch das Alter und das Geschlecht berücksichtigt werden. Aus diesem Grund werden häufig spezielle Kurven (Perzentilenkurven) herangezogen, die sowohl Größe und Gewicht, aber zusätzlich auch das Alter des Kindes einbeziehen.
Wie bei Erwachsenen mit Adipositas schließt die Kinderärzt*in zunächst Krankheiten als mögliche Ursachen aus und untersucht das Kind auf bereits vorhandene Schäden.
Untersuchung von Blut, Blutfetten, Blutdruck- und Blutzuckerwerten. Steht die Diagnose „Übergewicht“ oder „Adipositas“ fest, werden regelmäßig Blutdruck und einige Blutwerte nüchtern kontrolliert (Cholesterin, HDL-/LDL-Cholesterin, Triglyzeride, Glucose und Leberenzym), um Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen.
Behandlung
Ab wann einem adipösen Kind eine Therapie anzuraten ist, ist derzeit nicht zu beantworten. Langfristige, d. h. über 3–5 Jahre anhaltende Erfolge, sind bisher nicht sicher nachgewiesen. Ob die Therapie nur nichts nutzt oder vielleicht sogar schadet, ist ebenfalls nicht bekannt – mögliche Nachteile der fast immer scheiternden Gewichtsreduktion auf die emotionale Entwicklung des Kindes sind nicht ausgeschlossen. Die Krankenkassen erstatten die Kosten einer Therapie derzeit nur in extremen Fällen sowie bei zusätzlichen Risikofaktoren oder Krankheiten.
Therapieziele. Bei Kindern hilft es wenig, eine Diät zu verordnen oder bestimmte Lebensmittel zu streichen. Meist reicht es bei noch wachsenden Kindern aus, das Körpergewicht zu halten, das Bewegungsverhalten und die Ernährung zu verbessern und Komplikationen von Übergewicht und Adipositas vorzubeugen.
Therapieformen
- Von den etwa 1.000.000 adipösen Kindern in Deutschland werden derzeit etwa 1,2 % in ambulanten Therapieprogrammen behandelt. Für Kinder unter 6 Jahren stehen derartige Therapieprogramme bisher nicht zur Verfügung.
- Vor Diäten muss gewarnt werden; sie versagen schon bei den meisten Erwachsenen. Zudem ist wissenschaftlich bewiesen, dass Kinder, die ihr Übergewicht immer wieder mit Diäten bekämpfen, häufiger Essstörungen bekommen wie Bulimie oder Magersucht und insgesamt deutlich mehr an Gewicht zunehmen
[201] . - Medikamente und Formeldiäten spielen bisher keine Rolle in der Therapie des kindlichen Übergewichts.
- Operative Therapie: Dass die Übergewichtschirurgie auch bei Jugendlichen wirksam ist, ist nachgewiesen; allerdings sind Komplikationen nicht auszuschließen. Ein Banding des Magens (Magenband) kommt nur bei älteren Jugendlichen mit schwerer Adipositas infrage und setzt zudem voraus, dass die anderen Behandlungsansätze erfolglos waren. Das Magenband schränkt die Magenfüllkapazität erheblich ein; es tritt schneller ein Sättigungsgefühl auf. Hierzulande kommt als OP-Methode vor allem der Magenbypass, eine Magenverkleinerung, zum Einsatz. Im Vergleich zum Magenband wird hierbei eine höhere Gewichtsreduktion ermöglicht, und eine Nachoperation ist seltener erforderlich.
Prognose
Übergewichtige Kinder bleiben meist auch als Erwachsene übergewichtig. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 75 % aller Kinder, die im Alter von 10–11 Jahren einen BMI > 23 haben, im Erwachsenenalter sogar adipös sind.
Übergewicht und Adipositas haben bei Kindern langfristig die gleichen Folgen wie Adipositas bei Erwachsenen, manche Schäden treten schon im Kindesalter auf. Je früher die Adipositas beginnt, desto schwerwiegender sind die späteren Folgekrankheiten:
Diabetes mellitus. Bei immerhin einem Drittel der adipösen Kinder lassen sich Störungen des Zuckerstoffwechsels nachweisen, 1 % hat bereits einen Typ-2-Diabetes.
Psychosoziale Belastungen. Auch psychische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten wie Essstörungen (Anorexia nervosa und Bulimie), Depressionen und geringes Selbstwertgefühl sind bei übergewichtigen Kindern häufiger (der ursächliche Zusammenhang ist allerdings wie bei Erwachsenen nicht gesichert).
Störungen im Hormonhaushalt. Die erste Regelblutung tritt wegen der vermehrten Östrogenproduktion im Fettgewebe früher ein, Zyklusstörungen sind häufig. Auch beschleunigt sich das Längenwachstum bei adipösen Kindern oft stark (da es aber früher zum Stillstand kommt, ist die Endgröße in etwa gleich).
Verschleißschäden am Stütz- und Bewegungsapparat. Am Skelett drohen früh Überlastungserscheinungen, v. a. eine Ablösung der Wachstumsfuge des Oberschenkelkopfs (Wachstumsfuge) sowie eine Wachstumsstörung der Schienbeine mit Bildung von O-Beinen. Zusätzlich leiden Übergewichtige eher unter Rückenschmerzen sowie Senk-, Spreiz- und Plattfüßen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Übergewicht verstärkt kardiovaskuläre Risikofaktoren und erhöht damit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Verengungen der Blutgefäße (Arteriosklerose) im Erwachsenenalter.
Entzündungen. Bei stark Übergewichtigen entwickeln sich zwischen den Hautfalten leicht Entzündungen (nässende Ekzeme).
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom. Das Risiko für Atemaussetzer im Schlaf (Apnoe) ist bei übergewichtigen Teenagern erhöht.
Ihr Apotheker empfiehlt
Was Sie als Eltern tun können
Vorbild. Maßnahmen gegen Übergewicht sollten möglichst schon vor und während der Schwangerschaft und im Säuglingsalter erfolgen, spätestens jedoch im Kindergartenalter. Denn Kinder lernen in erster Linie von ihren Eltern und sehen genau, was diese machen! Das heißt: Eltern müssen mit gutem Beispiel vorangehen, denn sie bestimmen die Regeln im Alltag, mit denen die Kinder groß werden. Hierzu gehören beispielsweise die ausgewogene Zusammensetzung des Speiseplans, das Einhalten von gemeinsamen Mahlzeiten mit der Familie – in Ruhe und ohne Störung von Handy, PC oder laufendem Fernseher! – , die Häufigkeit und Art von Zwischenmahlzeiten, aber auch ein gesundheitsförderndes Bewegungsverhalten. Es gilt, einen gesunden Lebensstil attraktiv zu machen und den Kindern einen natürlichen Umgang mit Nahrung sowie ihrem eigenen Körper zu vermitteln. Die Eltern und älteren Geschwister sind dabei ein wichtiges Vorbild.
Akzeptieren. Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist die Wahrnehmung der Eltern: Während die Gesellschaft kindliches Übergewicht immer stärker zum Thema macht, scheinen die Eltern in einer Art Wahrnehmungsfalle zu sitzen und nehmen das Übergewicht bei ihren Kindern nicht wahr. So unterschätzen nur 10 % der Mütter in Studien ihr eigenes Gewicht – dagegen unterschätzen fast 30 % das ihrer Kinder
Lebensstil. Soll sich am Gewicht Ihres Kindes etwas ändern, müssen alle in der Familie an dem Prozess teilnehmen, das heißt, Ihr Kind muss nicht allein seinen Lebensstil ändern. Schließlich profitieren alle von der gesünderen Lebensweise.
Bewegung. Helfen Sie Ihrem Kind, sich regelmäßig und viel zu bewegen. Viele Randbedingungen haben Sie dabei in der Hand:
- Hat Ihr Kind ein Fahrrad in geeigneter Größe? Wenn nicht, überlegen Sie, eines anzuschaffen. Falls der Preis ein Problem ist: Fast überall gibt es preiswerte gebrauchte Kinderäder.
- Könnte Ihr Kind mit dem Fahrrad in die Schule und in die Jugendgruppe fahren – nimmt aber lieber den Bus? Dann erklären Sie, dass bei gutem Wetter das Fahrrad „dran“ ist, aber wenn es regnet oder friert, Sie weiterhin den Bus bezahlen.
- Wie verbringen Sie den Urlaub? Urlaube mit eingebauter Bewegung, egal ob in den Bergen, mit den Rädern oder auf dem Bauernhof sind gut – die Flugreise mit Badeurlaub eher ungünstig.
- Bieten Sie Aktivitäten und kleine Abenteuer: für Kindergartenkinder etwa im Winter das Schneemannbauen, im Frühjahr das Blumenpflücken, im Sommer das Radeln zum Freibad und im Herbst das Sammeln bunter Blätter. Bei größeren Kindern ist das „wilde“ Zelten in unbekannter Umgebung immer ein Volltreffer.
- Mit Aktivität und Abenteuer lassen sich auch Kindergeburtstage gestalten: Statt gemeinsamer Mediennutzung etwa sind Schnitzeljagden bis zum Ende der 3. oder 4. Klasse immer ein „Hit“ – und gewährleisten zufriedene Kindergesichter.
Weiterführende Informationen
- https://adipositas-gesellschaft.de/aga/ – Eine Übersicht über die derzeitigen ambulanten Therapieprogramme gibt die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter der Universität Witten-Herdecke.
- https://essstoerungen.bioeg.de/– Informationsportal des Bundesinstituts für öffentliche GEsundheit (BiÖG, Köln): Mit BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche.
- www.adipositas-gesellschaft.de – Website der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e. V., Hamburg: Hier finden Sie u.a. die Leitlinie zur Vorbeugung und Behandlung der Adipositas im Kindes- und Jugendalter.
Weiterlesen:
Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen
Ursachen von Übergewicht
Übergewicht - ein Bilanzproblem
Klassisches Babyschwimmen ist eine gute Sache. Vom Trend Survival-Training für Babys raten Fachleute dagegen ab.
Kein Survival-Schwimmen für Babys!
Gefährlich statt lebensrettend
Videos von Babys, die scheinbar mühelos im Wasser treiben oder sich selbst retten, gehen in den sozialen Medien millionenfach viral. Doch steckt hinter dem sogenannten Survival-Schwimmen wirklich ein Sicherheitsgewinn – oder birgt der Trend sogar Risiken?
Baby soll sich selbst retten
Ein wenige Monate altes Baby fällt ins Wasser, dreht sich selbstständig auf den Rücken und treibt ruhig an der Oberfläche. Solche Videos sorgen in sozialen Netzwerken nicht nur für Staunen. Sie vermitteln vielen Eltern den Eindruck, dass sich Säuglinge durch ein spezielles Training vor dem Ertrinken schützen lassen.
Kein Wunder, dass immer häufiger entsprechende Kurse angeboten werden oder einige Eltern dies sogar in Eigenregie üben wollen. Die Säuglinge und Kleinkinder sollen dabei lernen, sich nach einem Sturz ins Wasser eigenständig in eine Rückenlage zu drehen und dort zu treiben, bis Hilfe eintrifft. Mit dieser Technik sollen schon die Kleinsten sicher vor dem Ertrinken geschützt sein.
Fake-Videos täuschen
Genau das ist jedoch ein gefährlicher Irrtum. Fachleute betonen: Kein Schwimmkurs kann ein Baby oder Kleinkind „wassersicher“ machen. Selbst Kinder, die entsprechende Übungen beherrschen, können in einer realen Notsituation anders reagieren – etwa durch Panik, Erschöpfung oder ungünstige Strömungsverhältnisse.
Zudem sind die genannten Videos offenbar Fake; Sie zeigen trainierte Kinder, geschnittene Sequenzen und kontrollierte Situationen, die sich nicht auf reale Unfälle übertragen lassen. Eltern sollten sich davon nicht verunsichern lassen, sage Expert*innen und raten vom sogenannten Survival-Schwimmen ab.
Babyschwimmen hat andere Ziele
Ganz anders sieht das mit dem klassischen Babyschwimmen aus: Hier stehen nicht Schwimmtechniken oder Selbstrettung im Vordergrund, sondern die gemeinsame Zeit im Wasser. Die Kurse fördern die Eltern-Kind-Bindung, ermöglichen erste positive Erfahrungen mit Wasser und unterstützen spielerisch die motorische Entwicklung. Leistungsdruck oder Angst haben dabei keinen Platz.
Der beste Schutz vor Ertrinken
Kinderärzt*innen und Wasserrettungsorganisationen sind sich einig: Die wichtigste Maßnahme gegen Badeunfälle ist die lückenlose Aufsicht. Schon wenige Zentimeter Wasser können lebensgefährlich werden – im Planschbecken, Gartenteich oder in der Badewanne. In solch flachen Wasseransammlungen ertrinken die meisten Kinder. Das größte Risiko haben dabei nicht Säuglinge und Babys, sondern Kleinkinder von ein bis drei Jahren. Eltern sollten deshalb:
- Kinder am und im Wasser niemals unbeaufsichtigt lassen,
- immer in Griffweite bleiben, wenn kleine Kinder baden,
- Pools und Gartenteiche sichern,
- Schwimmhilfen nur als Unterstützung, nicht als Sicherheitsgarantie betrachten und
- Kinder frühzeitig an Wasser gewöhnen und später altersgerecht schwimmen lernen lassen.
Quelle: ptaheute

