Gesundheit heute

Scharlach

Scharlach (Scarlatina): eine unter Kindergarten- und Grundschulkindern häufige Sonderform der Streptokokken-Angina (Eitrige Mandelentzündung) durch β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A, die Blut auflösen können (sog. ß-Hämolyse).

Sie zeigt sich v. a. durch eine Hals- und Mandelentzündung und einen charakteristischen Hautausschlag. Diese Streptokokken-A-Infektion gehört weltweit immer noch zu den zehn häufigsten Todesursachen bei Infektionskrankheiten, insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen. Hierzulande verläuft die Erkrankung in aller Regel gutartig, selten treten Spätfolgen durch eine Reaktion des Immunsystems auf.

Symptome und Leitbeschwerden

Scharlach unterscheidet sich weder im Verlauf noch den Leitbeschwerden und Komplikationen von der "normalen" Mandelentzündung (Streptokokken-Angina). Zusätzlich zu den bei der eitrigen Mandelentzündung typischen Halsbeschwerden und dem allgemeinen Krankheitsgefühl treten beim Scharlach jedoch Haut- und Schleimhauterscheinungen sowie weitere Beschwerden auf:

  • Plötzlich schnell steigendes Fieber (um die 40 °C)
  • Hochroter Rachen und hochrotes Zäpfchen, eitrige Beläge auf den Mandeln und geschwollene Halslymphknoten
  • Zunächst gelb-weißlicher Belag auf der Zunge, ab dem 3. bis 4. Tag auffällig rote Zunge mit vielen kleinen Erhebungen (Himbeerzunge)
  • Süßlicher, übler Mundgeruch
  • Sandpapierartiger, dicht stehender und kleinfleckiger Hautausschlag ab dem 2. bis 3. Tag. Er beginnt in der Achsel- oder Leistenregion und breitet sich über den gesamten Körper aus
  • Gerötetes Gesicht und v. a. Wangen, um den Mund herum blasse Haut.

Inkubationszeit. Normalerweise 1–3 Tage.

Zeitraum der Ansteckung. 1 Tag vor Krankheitsausbruch bis zu 24 Stunden nach dem Beginn der Antibiotikatherapie; ohne Behandlung bis zu 3 Wochen.

Wann zum Kinderarzt

Heute noch, wenn

  • Ihr Kind innerhalb weniger Stunden hohes Fieber und Halsschmerzen bekommt.
  • es Ihrem Kind auch am 3. Tag der Antibiotikagabe nicht besser geht.

Sofort, wenn

  • Ihr Kind zunehmend teilnahmslos wird.

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung und Übertragung

Anders als bei einer "normalen" Angina wird Scharlach durch Streptokokken-Bakterien der Gruppe A hervorgerufen, die meist über den Nasen-Rachen-Raum eindringen.

Im Gegensatz zu anderen Streptokokken-Typen produzieren diese Toxine (= Giftstoffe), die den typischen Hautausschlag hervorrufen. Die Erreger werden über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, indem sie beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Luft geschleudert werden. Auch durch den direkten Kontakt mit dem Kranken beim Händeschütteln, Küssen oder bei der Benutzung desselben Essbestecks oder Geschirrs besteht die Gefahr, dass sich der Gesunde ansteckt. Ebenso ist die Infektion durch verseuchtes Wasser oder belastete Lebensmittel möglich.

Verlauf

Durch die vom Streptokokken-Bakterium produzierten Toxine leidet das Kind plötzlich an Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, Erbrechen und oft hohem Fieber. Später zeigt es die typischen Haut- und Schleimhautveränderungen mit einem feuerroten Rachen, fleckig gefärbter Mundschleimhaut, fleckig gefärbten Mandeln und weißem Belag auf der Zunge. Dieser wird nach 3–4 Tagen abgestoßen.

Zwischen dem 2. und 4. Tag beginnt der feinfleckige Ausschlag zunächst in der Leistengegend und an den Innenseiten der Oberschenkel und breitet sich dann über den gesamten Körper aus, nur das Mund-Kinn-Dreieck bleibt ausgespart. Der nicht juckende Ausschlag unterscheidet sich deutlich von den Ausschlägen bei Masern oder Röteln. Unter dem Druck eines Holzspatels verblasst er zeitweise. Nach 1–3 Wochen schält sich die Haut, v. a. an den Handinnenflächen und den Fußsohlen.

Bei anderen Kindern verläuft die Krankheit milder, z. T. ohne die typischen Symptome.

Komplikationen

Im Allgemeinen verläuft die Erkrankung bei entsprechender Behandlung ohne Komplikationen. Dennoch ist neben der stark eitrigen Mandelentzündung auch eine eitrige Mittelohrentzündung (Otitis media) möglich, die ohne Behandlung der Grunderkrankung zu Schwerhörigkeit führt. Sowohl Mandel- als auch Mittelohrentzündung werden mit Antibiotika erfolgreich behandelt.

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Breiten sich die Streptokokken über die Mandelregion hinaus aus, entzünden sich die Nasennebenhöhlen. Diese relativ häufige Komplikation lässt sich durch Antibiotika meist problemlos behandeln.

Rheumatisches Fieber. Die Streptokokken führen im Körper zu Abwehrreaktionen – eine im Prinzip sinnvolle Reaktion. Da die Streptokokken jedoch bestimmte Erkennungsmerkmale besitzen, die sich auch auf körpereigenen Zellen befinden, richten sich die Abwehrreaktionen gelegentlich auch gegen den eigenen Körper und führen nach 2–4 Wochen zum heute seltenen rheumatischen Fieber. Als Folge droht eine Herzbeteiligung, die sich schleichend (über Monate bis Jahre) zu teils schweren Herzklappenschäden entwickelt. Auch eine Nierenentzündung (Glomerulonephritis) ist als Folge des rheumatischen Fiebers möglich. Bei entsprechendem Verdacht untersucht der Arzt die Nieren- und Herzfunktion, sobald die Scharlach-Erkrankung abgeklungen ist. Eine Urinuntersuchung zeigt eine eventuell entstandene Nierenentzündung.

Blutvergiftung. Dringen die Erreger in großer Zahl in die Blutbahn, verursachen sie den sogenannten Wundscharlach, wodurch eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) droht. Sie beginnt mit hohem Fieber, Erbrechen, Durchfall, Haut- und Schleimhautblutungen, Bewusstseinstrübung, schwerer Herzschädigung und einem Schock. Diese Komplikation ist sehr selten, endet in 30 % der Fälle jedoch tödlich. Hier sind eine rasche Diagnose und eine intensivmedizinische Behandlung überlebensnotwendig.

Abszess der Gaumenmandeln (Peritonsillarabszess). Eine abgekapselte Eiterhöhle (Abszess) in der Mandelregion kommt heutzutage selten vor. Dennoch: Schlägt die Therapie nicht an, klagt das Kind über starke Halsschmerzen und hat Probleme beim Öffnen des Mundes, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. In diesem Fall muss das Kind in ein Krankenhaus, um dort intravenös Antibiotika zu bekommen. Unter Umständen muss der Abszess chirurgisch geöffnet werden.

Lungenentzündung (Pneumonie). Eine Lungenentzündung kommt heute nur noch selten als Folge einer Scharlacherkrankung vor.

Neuropsychiatrische Erkrankungen. Diskutiert wird, ob beispielsweise das Tourette-Syndrom eine Folge der Streptokokken-Infektion ist.

Diagnosesicherung

Inspektion. Oft sind Hautausschlag und Rachenentzündung so charakteristisch, dass der Arzt keine ergänzenden Untersuchungen durchführt (sog. Blickdiagnose).

Abstrich. Bei leichten oder untypischen Verläufen sowie bei Unsicherheit wird ein Abstrich aus dem Rachenraum genommen. Ein anschließender Schnelltest zeigt innerhalb weniger Minuten, ob Streptokokken die Ursache der Erkrankung sind.

Ärztliche Behandlung

Um Folgekomplikationen zu vermeiden und die Schwere der Erkrankung zu mildern, muss Scharlach behandelt werden. Beim klassischen Scharlachverlauf ist eine Antibiotikabehandlung mit Penicillin (z. B. Ampicillin) indiziert, um die Bakterien abzutöten. Die Behandlung dauert immer 10 Tage. Alternativ kommt das breiter wirkende Cefuroxim oder Loracarbef über 5 Tage in Betracht. Auch wenn sich das Kind nach wenigen Tagen schon wieder wohler fühlt, muss es zur Vorbeugung der Streptokokken-Spätfolgen das Antibiotikum über den ganzen Zeitraum einnehmen. Besteht eine Allergie gegen Penicillin, werden andere Antibiotika verschrieben. Bei sehr leichten Verlaufsformen sollte die Antibiotikabehandlung abgewogen werden.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie als Eltern tun können

Bettruhe und Schonung. Solange das Kind Fieber hat, empfiehlt sich Bettruhe. Nach Abklingen des Fiebers sollte sich das Kind noch ein paar Tage schonen.

Essen und Trinken. Grundsätzlich sollen kranke Kinder bei Fieber viel trinken. Damit das Kind das Essen besser schlucken kann, sollte auf feste Nahrung verzichtet werden. Empfehlenswert sind stattdessen Suppen, Brühe, Grießbrei, Pudding oder auch Getränke.

Kühle Halswickel. Ein kühler Halswickel mit Zitrone oder Quark empfiehlt sich bei akuten Halsschmerzen, einem "feurigen" Gefühl im Hals, bei akuten Schluckbeschwerden oder geschwollenen Lymphknoten. Für den Zitronenwickel schneiden Sie eine ungespritzte Zitrone in Scheiben, schlagen diese in ein Baumwolltuch ein und drücken die Scheiben leicht an. Legen Sie den Wickel um den Hals und befestigen ihn mit einem Tuch. Der Wickel sollte eine ½ bis 1 Stunde aufliegen. Falls der Zitronensaft die Haut reizt, nimmt man stattdessen einen Quarkwickel. Dafür streicht man 150–250 g Magerquark auf die Mitte eines Küchenhandtuchs, faltet die Tuchseiten darüber und legt den Wickel dann möglichst faltenfrei um den Hals. Mit einem Außentuch abdecken. Der Quark kann entweder zimmerwarm oder gekühlt (dann eher dünn aufstreichen) angewendet werden. Lassen Sie den Quarkwickel 2–3 Stunden wirken und entfernen Sie ihn, bevor der Quark trocken ist. Falls Sie weder Quark noch Zitronen vorrätig haben, hilft auch ein Wickel mit kühlem Wasser. Tauchen Sie dazu ein mehrfach in Längsrichtung zusammengefaltetes Leinentuch in kaltes (etwa 18 °C) Wasser, wringen es aus und legen es glatt gestrichen um den Hals, der vom Unterkiefer bis zu den Ohren bedeckt sein soll. Mit einem Handtuch umwickeln. Nach etwa 20–30 Minuten – spätestens aber, wenn der Wickel sich erwärmt hat – wird der Wickel abgenommen und durch ein trockenes Seiden- oder Baumwollhalstuch ersetzt.

Warme Wickel. Ein warmer Kartoffel- oder Zwiebelwickel wird zur Schleimlösung bei länger anhaltenden Halsschmerzen angewendet. Legen Sie für den Kartoffelwickel ein bis zwei ungeschälte heiße Pellkartoffeln in ein längs gefaltetes Küchentuch und zerdrücken diese. So warm wie möglich um den Hals legen (vorher Temperatur an der Innenseite des eigenen Unterarms prüfen) und mit einem Handtuch umwickeln. 2–3 Stunden (bzw. so lange, bis der Wickel abgekühlt ist) liegen lassen. Für den Zwiebelwickel benötigen Sie zwei bis drei fein geschnittene Zwiebeln, die Sie auf ein gefaltetes Küchentuch geben. Eine Pfanne halbvoll mit Wasser füllen und erhitzen, mit einem Deckel abdecken und die "Zwiebelpackung" darauf beidseitig erwärmen. Auch hier gilt: So warm wie möglich um den Hals legen, aber vorher die Temperatur an der Innenseite des eigenen Unterarms prüfen. Lassen Sie den Wickel so lange aufliegen, bis er abgekühlt ist.

Geeignete Medikamente

Zur Linderung von Schmerzen und Fieber dienen Ibuprofen oder Paracetamol. Die passende Dosierung richtet sich streng nach dem Gewicht des Kindes. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker!

Komplementärmedizin

Homöopathie. Klassisches Mittel der Homöopathie bei Scharlach ist je nach Zustand des Kindes Belladonna D4, 5-mal täglich 5 Tropfen; dieses Mittel sollte jedoch nie die Antibiotikatherapie ersetzen.

Prävention

Eine Impfung gegen Scharlach gibt es zurzeit nicht. Zwar gab es in der Vergangenheit Impfstoffe, deren Entwicklung jedoch nicht weiter verfolgt wurde, da die Scharlacherreger gut auf eine Antibiotikatherapie ansprechen.

Auch wenn die Ansteckungsgefahr mäßig ist: Nur ca. 20 % der mit einem erkrankten Kind spielenden Kinder stecken sich an. Dennoch sind allgemeingültige Maßnahmen wie bei anderen Erkältungs- und Atemwegserkrankungen sinnvoll: regelmäßiges Händewaschen und möglichst kein enger Kontakt mit Erkrankten, die noch ansteckend sind. Das heißt, dass Scharlach-Kinder von anderen ferngehalten werden. Auch noch gesunde Geschwister sollten Gemeinschaftseinrichtungen wie Schule oder Kindergarten erst dann wieder besuchen, wenn es der Arzt erlaubt.

Anders als bei vielen anderen Kinderkrankheiten bedeutet eine überstandene Scharlacherkrankung nicht, dass das Kind ein Leben lang gegen die Streptokokken-Bakterien immun ist. Erkrankt es mehr als zwei- bis dreimal in einer "Saison" oder kurz hintereinander, so besteht der Verdacht, dass es sich immer wieder an einer Person in seiner Umgebung ansteckt, die selbst nicht erkrankt ist, den Erreger jedoch im Rachenraum beherbergt. Kann dieser Träger eindeutig ermittelt werden, wird der Arzt einen Rachenabstrich nehmen und ihm 5 Tage Penicillin verordnen.

Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung der Sektionen „Beschreibung“, „Symptome und Beschwerden“, „Wann zum Kinderarzt“, „Die Erkrankung“, „Ihre Apotheke empfiehlt“, „Ärztliche Behandlung“ und „Prävention“: Dagmar Fernholz
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Diese Impfungen müssen sein

Eine der für Säuglinge empfohlenen Impfungen ist die gegen Rotaviren. Sie wird als Schluckimpfung verabreicht.

Diese Impfungen müssen sein

Kindergesundheit im Blick

Impfen ist wichtig: Es schützt Säuglinge und Kleinkinder vor schweren Erkrankungen und deren lebenslangen Folgen. Inzwischen werden für Kinder und Jugendliche 13 Impfungen empfohlen. Nicht alle erhalten sie – denn manche Eltern lassen sich durch falsche Behauptungen von Impfgegner*innen verunsichern. Doch die Impfungen sind nachgewiesen sicher und höchst effektiv – sowohl für das geimpfte Kind als auch für die Allgemeinheit. Eltern sollten deshalb diese Chance nutzen.

Schon über 150 Millionen Leben gerettet

Impfungen und Impfstoffe gehören zu den wichtigsten Errungenschaften der Medizin. Durch sie wurden allein in den letzten 50 Jahren 154 Millionen Leben gerettet und die globale Lebenserwartung deutlich gesteigert. Die erste Impfung war die Ende des 18. Jahrhunderts eingeführte Pockenimpfung. Im 19. Jahrhundert kamen Impfstoffe gegen Tetanus und Milzbrand dazu, und inzwischen schützen Impfstoffe gegen mehr als 30 schwere oder folgenreiche Infektionen.

Die Ergebnisse der Impfmedizin können sich sehen lassen. So gelten die Pocken inzwischen als ausgerottet, und die Kinderlähmung steht mit jährlich etwa 100 Fällen weltweit kurz davor. Diphtherie und Keuchhusten sind in industrialisierten Ländern fast verschwunden, und neueste Impfungen wie gegen HPV können sogar die Entwicklung von Krebs verhindern.

Impfungen dienen vor allem dem Schutz von Kindern. Ihr Immunsystem ist noch unreif, was sie anfälliger für ansteckende Krankheiten macht. Das bedeutet aber nicht nur, dass sie leichter infiziert werden. Kommt es zu einer Infektion, verläuft die Erkrankung bei ihnen oft besonders schwer. So können Masern, Keuchhusten und Rotavirus-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern bleibende Schäden zurücklassen oder sogar tödlich sein. Diese Kinderkrankheiten sind also keinesfalls harmlos – auch wenn ihr Name das vielleicht nahelegt.

Mit rechtzeitigen Impfungen lassen sich viele gefährlichen Erkrankungen ganz verhindern oder zumindest schwere Verläufe abmildern. Denn Impfungen trainieren das Immunsystem, ohne die Krankheit auszulösen: Indem man harmlose Anteile eines Erregers verabreicht, lernen die Immunzellen, mit der Infektion umzugehen. Es werden dann nicht nur spezifische Antikörper zur Abwehr gegen den Erreger entwickelt. Das Immunsystem bildet auch sogenannte Gedächtniszellen, die sich die Abwehr merken. Kommt es nach der Impfung zum Kontakt mit dem echten Erreger, erkennen sie diesen schneller und können innerhalb kürzester Zeit die passenden Antikörper produzieren.

Impfungen nützen nicht nur dem geimpften Kind. Sie wirken auch indirekt schützend auf die gesamte Gemeinschaft – das nennt man Herdenschutz. Das liegt daran, dass geimpfte Kinder die Weitergabe von kursierenden Erregern vermindern. Sind über 95% gegen eine Erkrankung geimpft, bricht die Übertragungskette ab. Dadurch werden Ausbrüche eingedämmt und die Krankheitslast in Kitas und Schulen deutlich verringert.

Doch nicht nur andere Kinder profitieren von der Impfung. Durch die verringerte Weitergabe von Erregern schützt man auch Erwachsene vor einer Infektion. Besonders wichtig ist dies für diejenigen, die ein geschwächtes Immunsystem haben. So z. B. alte Menschen, chronisch Kranke oder solche, die immununterdrückende Medikamente einnehmen.

Hinweis: Allein die Masernimpfung ist hocheffektiv, wie die WHO berechnet hat. Bis 2024 hat sie rund 58 Millionen Leben gerettet – und zwar vor allem das von Kindern.

Nur Impfen schützt

Damit Impfungen schützen können, gibt es nur eins: Impfen. Denn die Erreger sind (bis auf die Pocken) nicht verschwunden. Überall dort, wo sich Menschen aufhalten, sind auch Viren und Bakterien zu finden. Darunter tummeln sich nicht nur harmlose Erkältungsviren, sondern potenziell auch all die Erreger, die Kindern gefährlich werden können.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) ist ein unabhängiges Expert*innenteam, das die Wirkung und die Sicherheit von Impfungen wissenschaftlich prüft und Empfehlungen dazu herausgibt. Jedes Jahr wird ein Impfkalender veröffentlicht, indem diese Empfehlungen aktualisiert werden. Darin finden sich die Zeitpläne, wann Kinder, Jugendliche und Erwachsene gegen welche Erkrankung geimpft werden sollten.

Die meisten Eltern lassen ihre Kinder gemäß der STIKO-Empfehlungen impfen. Noch liegen die Impfquoten auf recht hohem Niveau. So sind über 90% der Säuglinge und Kleinkinder gegen Diphtherie, Polio und Tetanus geimpft. Allerdings werden inzwischen immer häufiger die nötigen Auffrischimpfungen unterlassen. Auch bei Impfungen, die erst für Jugendliche empfohlen werden, ist noch viel Luft nach oben. Die gegen Krebs schützende HPV-Impfung haben bei den 15-Jährigen 55% der Mädchen und 36% der Jungen erhalten.

Hinweis: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in Deutschland alle von der STIKO empfohlenen Impfungen für Kinder und Jugendliche als Kassenleistung. Voraussetzung ist, dass diese in die Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aufgenommen wurden.

Warum Eltern sich sorgen

Manche Eltern sorgen sich jedoch, dass eine Impfung ihrem Kind schaden könnte. Sie fürchten schwere Nebenwirkungen wie z. B. akute Herzmuskelentzündungen oder Langzeitfolgen. Solche Ängste werden von einigen Randgruppen geschürt, vor allem geschieht dies in sozialen Medien. So wurde die Masernimpfung angeschuldigt, Autismus auszulösen, der HPV-Impfung sagten Impfgegner*innen nach, sie führe zur Unfruchtbarkeit. Beides ist wissenschaftlich widerlegt und wird trotzdem immer wieder verbreitet. Auch die Impfdebatte um Corona hat die Skepsis bei einigen Menschen verstärkt. Deshalb ist es wichtig, sich unabhängige, neutrale Informationen zu besorgen. Gute Adressen dafür sind die STIKO und natürlich die Haus- oder Kinderärzt*in.

Ein häufig gehörtes Argument gegen Impfungen ist, dass Impfungen das Immunsystem der Kinder überlasten. Doch das kindliche Immunsystem ist unglaublich leistungsstark, es verarbeitet täglich tausende Antigene aus der Umwelt und der Nahrung. Die Standard-Sechsfachimpfung für Säuglinge nutzt nur etwa 0,1% dieser Immunkapazität. Impfungen stören auch die sonstige Abwehr nicht: Dass frisch geimpfte Kinder gleichzeitig nicht mehr Infektionen bekommen, haben zahlreiche Studien nachgewiesen.

Auch die Nebenwirkungen werden von Impfgegner*innen ins Feld geführt. Leichte Impfreaktionen wie Rötungen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder leichtes Fieber zeigen, dass der Körper auf die Impfung reagiert. Sie können bei allen von der STIKO empfohlenen Impfungen auftreten und sind in der Regel unbedenklich und nur von kurzer Dauer. Schwere Nebenwirkungen sind dagegen überaus selten. Forschende haben berechnet, dass es bei einer von 1 Million verabreichten Impfdosen zu einer Anaphylaxie (einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion) kommt. Viel gefährlicher als Impfungen sind die entsprechenden Krankheiten: Masern führen in 30% der Fälle zu schweren Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündung. Und von 100-200 Polio-Infizierten behalten etwa ein bis zwei eine Lähmung der Beine zurück.

Hinweis: Impfstoffe werden nicht nur vor ihrer Zulassung umfassend hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und ihrer Sicherheit von den entsprechenden Behörden geprüft. Auch nach Einführung der Impfung werden sie weiter kontrolliert und jahrzehntelang Daten gesammelt und analysiert, um etwaige Langzeitprobleme zu erkennen.

Die einzelnen Impfungen im Kindesalter – das sollte man wissen

Welche Impfungen die STIKO im Einzelnen empfiehlt, richtet sich nach dem Lebensalter. Zur von der STIKO empfohlenen Grundimmunisierung gehören Impfungen gegen folgende Infektionen: 

  • Rotavirus-Infektion 
  • Tetanus 
  • Diphtherie
  • Poliomyelitis
  • Keuchhusten (Pertussis) 
  • Hämophilus-influenza-Infektion (Hib)
  • Hepatitis B 
  • Pneumokokkeninfektion 
  • Meningokokkeninfektion

Im Alter von sechs Wochen geht es mit der Impfung gegen Rotaviren los, ab Woche acht kommen bis zu acht weitere Impfungen hinzu. In den meisten Fällen handelt es sich um Impfungen, die in drei Dosen verabreicht werden, z. B. im zweiten, im vierten und im elften (bis zwölften) Lebensmonat. Sie alle können an einem Tag gegeben werden. Als Sechsfach-Impfung in einer Spritze gibt es z. B. Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio (Kinderlähmung), Hib und Hepatitis B. Die Impfstoffe gegen Meningokokken B und Pneumokokken werden einzeln geimpft. Je nach Impfstoff sind weitere Auffrischimpfungen im sechsten Lebensjahr und im Alter von 9 bis 16 Jahren nötig.

  • Rotaviren-Infektion. Rotaviren treten gehäuft zwischen Februar und April auf. Fast alle Säuglinge und Kleinkinder stecken sich damit an, insbesondere in den ersten zwei Lebensjahren. Pro Jahr erkranken etwa 40-60 000 Kinder daran. Die Erkrankung löst wässrigen Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen aus. Vor allem Säuglinge können viel Flüssigkeit und Mineralien verlieren und austrocknen, es kann sogar zu Todesfällen kommen. Bei der Impfung handelt es sich um eine Schluckimpfung, die je nach Präparat aus 2 bis 3 Dosen besteht. Die erste Dosis soll mit sechs Wochen verabreicht werden. Als Nebenwirkung ist die Darminvagination bekannt, bei der sich ein Teil des Darms in einen anderen hineinschiebt. Das natürliche Invaginationsrisiko bei Säuglingen beträgt 60 bis 100 auf 100 000 Kinder pro Jahr. Nach der ersten Dosis der Rotaviren-Impfung steigt das Risiko minimal an, und zwar auf 1 bis 5 zusätzliche Fälle pro 100 000 geimpften Säuglingen. Der Nutzen der Impfung überwiegt damit das Risiko erheblich, weshalb die Impfung auch von der STIKO empfohlen wird.
  • Diphtherie wird durch Bakterien übertragen und führt zu Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber und Heiserkeit. Früher sind viele Kinder an der Diphtherie erstickt, weltweit sterben heute etwa 5 bis 10% der Erkrankten an Herz- und Nierenschäden. In Deutschland kommt die Diphtherie kaum noch vor. In anderen Ländern ist die Erkrankung noch verbreitet, bei unvollständigem Impfschutz kann sie deshalb auch in Deutschland wieder Fuß fassen. Geimpft wird im Rahmen der Grundimmunisierung, meist mit dem sogenannten Sechsfachimpfstoff.
  • Tetanus. Tetanusbakterien finden sich in Gartenerde, Straßenstaub oder im Sandkasten, Kinder sind damit also ständig konfrontiert. Über kleinste Verletzungen können sie in den Körper eindringen und Wundstarrkrampf hervorrufen. Selbst wenn die Erkrankung behandelt wird, sterben etwa 10 bis 20 % der betroffenen an Atemnot oder Herzversagen. Aufgrund der Impfung (in der Regel im Sechsfachimpfstoff) ist Wundstarrkrampf in Deutschland sehr selten. 
  • Keuchhusten (Pertussis). Die Keuchhustenerkrankung wird durch Bakterien übertragen und kann vor allem bei Säuglingen gefährlich Atemstillstände auslösen. In seltenen Fällen schädigen Sauerstoffmangel und Krampfanfälle das Gehirn, es drohen u. a. Lähmungen, Seh- und Hörstörungen. Geimpft wird im Rahmen der Sechsfach-Impfung.
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis). Polioviren sind überaus ansteckend, sie verbreiten sich über Husten und Niesen und über den Stuhl (Schmierinfektion). Bei den allermeisten Infizierten verläuft die Erkrankung unbemerkt. 4 bis 8% entwickeln jedoch grippeähnliche Symptome, bei bis zu 1 % von ihnen kommt es zu Lähmungen, die lebenslang anhalten können. Polio ist in Deutschland selten, kann aber durch Reisende ins Land gebracht werden. Umso wichtiger ist ein guter Impfschutz. Geimpft wird im Rahmen der Grundimmunisierung, bei Säuglingen meist mit der Sechsfach-Impfung.
  • Hämophilus influenzae Typ B (Hib). Hib-Bakterien werden durch Husten und Niesen übertragen und infizieren vor allem den Nasenrachenraum inklusive Mittelohr und Nebenhöhlen. Bei schweren Verläufen kann der Kehldeckel anschwellen und zu Atemnot führen, auch Hirnhautentzündungen sind möglich. Säuglinge und Kleinkinder können innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich erkranken. Die STIKO empfiehlt die Hib-Impfung ab einem Alter von 2 Monaten, sie ist in entsprechenden Sechsfach-Impfstoffen enthalten. 
  • Hepatitis B. Infektionen mit dem Hepatitis-B-Virus gefährden die Leber. Die Viren werden über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen, insbesondere beim Geschlechtsverkehr. Die STIKO rät zu einer frühen Impfung im Rahmen der Grundimmunisierung. Dadurch werden Jugendliche rechtzeitig vor Beginn ihrer sexuellen Aktivität vor der Erkrankung geschützt. Die Hepatitis-B-Impfung kann gemeinsam im Sechsfach-Impfstoff verabreicht werden.

  • Pneumokokken. Pneumokokken sind Bakterien, die durch Husten und Niesen übertragen werden und schwere Infektionen in Mittelohr, Lunge, und Nasennebenhöhlen verursachen. Auch Blutvergiftung (Sepsis) und Hirnhautentzündungen gehen auf ihr Konto. Die Infektion variiert stark. Es gibt Keimträger*innen, die völlig krankheitsfrei sind, bei anderen kommt es zu schweren Verläufen, von denen jede zehnte tödlich endet. Die Pneumokokkenimpfung wird zu den gleichen Zeitpunkten verabreicht wie die anderen Grundimmunisierungen, allerdings in einer separaten Spritze.

  • Meningokokken B. Von diesen Bakterien, die zu Hirnhautentzündung und Blutvergiftung führen können, gibt es verschiedene Typen. Sie alle werden durch Tröpfchen übertragen. Eine von zwölf Erkrankungen mit Meningokokken Typ B verläuft tödlich. Bei den Überlebenden sind Langzeitfolgen wie Hörverlust oder Nierenschäden möglich. Die STIKO empfiehlt die Meningokokken-B-Impfung im Rahmen der Grundimmunisierung. Ebenso wie die Pneumokokkenimpfung erfolgt sie in einer separaten Spritze.

Masern, Mumps, Röteln und Windpocken

Auch Masern, Mumps und Röteln sind alles andere als harmlos, weshalb Kinder dagegen geimpft werden sollten. Im Gegensatz zu Impfstoffen der Grundimmunisierung handelt es sich um Lebendimpfstoffe. Sie enthalten abgeschwächte Erreger, die sich nur leicht vermehren und keine volle Krankheit auslösen. Milde Beschwerden wie leichter Ausschlag, erhöhte Temperatur, Gelenkbeschwerden oder leichte Durchfälle treten bei 2 bis 10 % der Geimpften auf und klingen nach wenigen Tagen wieder ab. Lebendimpfstoffe sollen erst ab dem 11. Monat geimpft werden, da das kindliche Immunsystem erst ab diesem Zeitpunkt reif dafür ist. Meist werden Masern, Mumps und Röteln zusammen in einem Kombiimpfstoff (MMR-Impfung) geimpft. Die richtigen Zeitpunkte dafür sind das Alter von 11 sowie von 15 Monaten.

  • Masern. Masernviren sind extrem ansteckend, sie rufen grippeähnliche Symptome und Hautausschlag hervor. Eine von 1000 Erkrankten entwickelt eine Gehirnentzündung, die in bis zu 20% tödlich verläuft. Bei einem Drittel der Betroffenen mit Gehirnentzündung bleiben Schäden zurück. Bei 30 bis 60 von 100 000 erkrankten Kindern unter 5 Jahren kommt es zu einer schwerwiegenden Spätfolge, der subakuten sklerosierenden Panenzephalitis. Dabei handelt es sich um einen schleichenden Zerfall des Gehirns bis zum Tod. Um diese schweren Folgen zu verhindern, wird gegen Masern geimpft. Gemäß Masernschutzgesetz müssen alle Kinder beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten eine Impfung oder eine Masernimmunität nachweisen. Da ein Lebendimpfstoff verwendet wird, kann es zu milden Symptomen kommen (siehe oben). Die Wahrscheinlichkeit für eine Gehirnentzündung ist entgegen der Propaganda von Impfgegner*innen verschwindend gering, sie beträgt weniger als 1 Fall pro 1 Million Geimpften (im Vergleich 1:1000 bei Masernerkrankung).
  • Mumps. Mumpsviren werden durch Tröpfchen oder Speichel übertragen und lösen bei zwei Drittel der Infizierten Fieber, Kopf- und Ohrenschmerzen aus. Oft schwellen beide Ohrspeicheldrüsen an. In einem von 100 Erkrankungsfällen kann es zu einer Gehirnentzündung kommen, ältere an Mumps erkrankte Jungen entwickeln öfter eine Hoden- oder Nebenhodenentzündung. Auch Entzündungen der Hörnerven können auftreten und zu bleibenden Hörschäden führen. Gegen Mumps wird wie gegen Masern zweimal geimpft, meist mit dem MMR-Kombiimpfstoff.
  • Röteln. Rötelnviren werden ebenfalls durch Tröpfchen übertragen und lösen eine erkältungsähnliche Erkrankung mit Hautausschlag und Fieber aus. Komplikationen sind selten, sie treffen die Atemwege, das Mittelohr, die Hirnhäute und das Herz. Besonders gefährlich sind Röteln, wenn sich eine ungeschützte Schwangere ansteckt. Dann droht dem Kind die Röteln-Embryopathie mit schweren Fehlbildungen an Ohr, Auge, Herz und Gehirn. Zum eigenen Schutz, aber auch um die Verbreitung zu verringern, sollten Kinder im Alter von 11 und 15 Monaten gegen Röteln geimpft werden.

Hinweis. Eine weitere Impfung ab 11 bis 12 Monate ist die gegen Windpocken (zwei Impfungen). Die bisher empfohlene Impfung gegen Meningokokken C entfällt, stattdessen soll im Jugendalter ein zweites Mal gegen Meningokokken geimpft werden.

Impfungen für Kinder ab 9 Jahren

Seit 2007 empfiehlt die STIKO die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) für Mädchen, seit 2018 auch für Jungen. HPV werden beim Geschlechtsverkehr übertragen und können Krebs verursachen, vor allem am Gebärmutterhals, aber auch am After, am Penis und im Rachen. Besonders gefährlich sind HPV 16 und 18. Gegen eine Ansteckung mit diesen beiden (je nach Präparat auch weiteren) Typen schützt die HPV-Impfung. Geimpft wird im Zeitraum zwischen 9 und 14 Jahren. Für den besten Schutz ist es wichtig, dass die Impfung vor dem ersten Sexualkontakt erfolgt. Seit ihrer Einführung hat sich gezeigt, dass die Impfung sicher und effektiv ist. In Schweden ist das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs bei geimpften Frauen um 90% gesunken.

Seit 2025 sollen laut STIKO 12- bis 14-Jährige eine weitere Impfung erhalten: die Meningokokkenimpfung gegen die Typen A, C, W und Y, die sogenannte MenACWY-Impfung. Die STIKO verfolgt dadurch zwei Strategien. Jugendliche sind die Altersgruppe, deren Rachenbereich am stärksten mit Meningokokken besiedelt ist (wobei die meisten Träger keine Symptome zeigen). Durch Partys, Schule und Gruppenaktivitäten werden die Bakterien leicht verbreitet. Die Impfung schützt nicht nur die Jugendlichen selbst vor einer schweren Erkrankung. Sie reduziert auch die Anzahl an Übertragenden und senkt dadurch die Infektionsrate insgesamt.

Hinweis: Im Jugendalter ist es wichtig, auch an die Auffrischimpfung der Grundimmunisierung zu denken. Dazu gehören die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Poliomyelitis (DTP-M-Impfung). Ein guter Termin dafür ist die U11 oder die J1. Die DTP-M-Auffrischung kann beim gleichen Termin wie die MMR-Impfung verabreicht werden, sie stören sich gegenseitig nicht.

Wie sieht es mit Grippe und Corona aus?

Eine Impfung gegen Corona oder die Influenza (Grippe) wird von der STIKO für Kinder derzeit (2025) nicht standardmäßig empfohlen. Möglich sind beide Impfungen ab dem Alter von sechs Monaten. Ratsam ist die Grippeimpfung bei chronisch kranken Kindern, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Das sind z. B. Kinder mit 

  • chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma
  • Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Diabetes 
  • neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder 
  • angeborenen bzw. erworbenen Immuninfekten oder einer HIV-Infektion.

Kinder mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und Abwehrschwäche sollten zudem gegen Coronaviren geimpft werden. Gleiches gilt für Kinder und Jugendliche, die in Pflegeeinrichtungen betreut werden – denn dort haben sie ein erhöhtes Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren. Die Basisimmunität gegen Coronaviren ist bei drei Kontakten mit dem Virus oder seinen Bestandteilen (Impfung) erreicht.

Quellen: STIKO, DKFZ, Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Westend61 / Mareen Fischinger