Gesundheit heute

Schräg- und Querlage

Schräg- und Querlage des Ungeborenen: Selten liegt das Kind nicht längs in der Gebärmutter, sondern schräg oder gar quer. Dies kann passieren, wenn das Kind zu viel oder aber zu wenig Bewegungsfreiheit in der Gebärmutter hatte.

Die Querlage kann die Durchblutung des Mutterkuchens verringern und damit die Versorgung des Kindes einschränken. Ist die Fruchtblase noch nicht gesprungen, kann – unter Bereitschaft für einen Kaiserschnitt – versucht werden, das Kind in die richtige Lage zu drehen. Ansonsten wird 2–3 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ein Kaiserschnitt nötig.

Von: Dr. med. Katja Flieger, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
Zurück
Vitamin-K-Prophylaxe für Babys

In Deutschland bekommen Neugeborene in den ersten Lebenswochen drei Mal Vitamin K in den Mund verabreicht.

Vitamin-K-Prophylaxe für Babys

Verzicht bedeutet Gefahr

Die Vitamin-K-Gabe nach der Geburt schützt Babys vor Gehirnblutungen. Wie wichtig diese Prophylaxe ist, unterstreicht eine schwedische Untersuchung.

Babys haben zu wenig Vitamin K

Vitamin K ist nötig für die Blutgerinnung. Ein Mangel kann Blutungen begünstigen, darunter auch schwere Blutungen im Gehirn. Aufgenommen wird das Vitamin vor allem durch grünes Gemüse, Eigelb, Käse oder Leber. Bei normaler Mischkost kommt es selten zu einem Vitaminmangel.

Bei Neugeborenen sieht das anders aus. Das Vitamin geht in der Schwangerschaft begrenzt vom mütterlichen Blut ins Blut des Kindes über. Deshalb haben Babys bei der Geburt nur wenig Reserven. Zudem enthält auch die Muttermilch nur geringe Mengen an Vitamin K. Deshalb gibt es seit Jahrzehnten die Vitamin-K-Prophylaxe: In Deutschland bekommen Neugeborene drei Mal im Verlauf der ersten Lebenswochen das Vitamin als Tropfen verabreicht, in anderen Ländern wird es intramuskulär gespritzt.

Gefahr für Hirnblutungen drei Mal höher

Welche Auswirkungen eine nicht durchgeführte Prophylaxe hat, wurde in Schweden untersucht. Darin analysierten Forschende die Daten von mehr als zwei Millionen Kindern. Der Anteil der Babys, die keine Vitamin-K-Prophylaxe erhalten hatten, stieg von 1,32 Prozent im Jahr 2003 auf 1,5 Prozent im Jahr 2021 an.

Das spiegelte sich in der Zahl der Blutungen in den ersten sechs Lebensmonaten: 2003 waren 0,22 Prozent der Kinder davon betroffen, 2021 0,53 Prozent. Die Forschenden errechneten: Ohne die Vitamin-K-Gabe steigerte sich das generelle Risiko für Blutungen um 50%, die Gefahr für Gehirnblutungen verdreifachte sich sogar.

Eltern besser aufklären 

Warum die Kinder keine Vitamin-K-Prophylaxe erhalten hatten, war aus den Daten nicht zu erkennen. Da es dafür kaum medizinische Gründe gibt, liegt die wahrscheinlichste Ursache in der Weigerung der Eltern, schreiben die Forschenden. Deshalb sei Aufklärung wichtig. Eltern, die die Vitamin-K-Prophylaxe ablehnen, sollten die gefährlichen Folgen kennen.

Quelle: SpringerMedizin

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / BSIP / Astier