Gesundheit heute
Hitzekollaps und Hitzschlag
Hitzekollaps (Hitzeerschöpfung): Tritt infolge starker körperlicher Belastung bei hoher Umgebungstemperatur, großem Schweißverlust und behinderter Wärmeabgabe auf, z. B. durch zu warme Kleidung. Manchmal genügt es schon, wenn es feuchtheiß ist. Gefährdet sind Kinder im Auto bei längeren Fahrstrecken im Sommer, oder wenn sie im geschlossenen Fahrzeug längere Zeit warten müssen. Zum Hitzschlag kommt es durch extreme Wärmezufuhr von außen bei gleichzeitig behinderter Wärmeabgabe, sodass die Schweißproduktion völlig eingestellt wird und die Wärmeregulation entgleist. Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich.
Anzeichen und Beschwerden
In beiden Fällen klagt der Betroffene über starken Durst und Mundtrockenheit sowie über Schwindel, Kopfschmerzen und Sehstörungen.
Maßnahmen
Soweit zumutbar, halten Sie den Kopf oder den Körper des Betroffenen unter kaltes oder lauwarmes fließendes Wasser (auch bei Kleinkindern wirkungsvoll). Feuchte Umschläge (T-Shirt oder Hose nass machen) oder Baden in flachem Wasser ist – etwa im Urlaub – genauso wirksam. Bringen Sie den Betroffenen an einen kühlen und schattigen Ort und lagern Sie ihn flach, sobald die Beschwerden abklingen, dann in eine für ihn angenehme Position. Öffnen bzw. entfernen Sie beengende Kleidungsstücke und geben Sie dem Betroffenen ausreichend zu trinken, am besten Mineralwasser oder Wasser mit ein wenig Salz. Bei Schockzeichen wie Blässe, Kaltschweißigkeit oder schnellem Puls bringen Sie den Betroffenen in Schocklage und rufen sofort den Notarzt.
Vorsorge. Viel zu trinken ist bei hohen Temperaturen die beste Vorsorgemaßnahme gegen Hitzekollaps und Hitzschlag.
Der Adrenalinpen kann beim allergischen Schock Leben retten.
7 Lebensretter bei allergischem Schock
Gefahr durch Milch oder Erdnuss?
Für Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie kann ein Besuch im Schnellimbiss oder Restaurant lebensgefährlich werden. Um für einen allergischen Schock gewappnet zu sein, haben Betroffene meist einen Adrenalinpen dabei. Folgende sieben Tipps helfen, den Notfall zu beherrschen.
Versteckte Allergene
Wer unter einer Lebensmittelallergie leidet, weiß meist um die Gefahr und versucht, das entsprechende Allergen zu vermeiden. Leider gelingt dies nicht immer. Das zeigen die Fälle, bei denen es durch – meist unbeabsichtigten – Genuss des allergenhaltigen Lebensmittels zu Symptomen kommt.
Oft bleibt es bei leichten Beschwerden. Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein allergischer Schock, der mit einem tödlichen Kreislaufversagen enden kann. So auch bei einer 16-Jährigen: Sie hatte in einer Imbissbude einen Burger bestellt – mit Hinweis auf ihre Milchallergie. Als sie den servierten Burger aß, bekam sie einen schweren allergischen Schock und verstarb. Der Burger war in Buttermilch zubereitet worden.
Erst spritzen, dann Notruf absetzen
Missverständnisse dieser Art lassen sich wahrscheinlich nicht hundertprozentig vermeiden, schreiben Forscher*innen aus Australien und Großbritannien. Stattdessen müssen Betroffene und Angehörige auf solche Vorkommnisse vorbereitet sein. Dazu gehört, immer ein Notfallset inklusive Adrenalin-Autoinjektor (Adrenalinpen) dabeizuhaben und genauestens über dessen Handhabung Bescheid zu wissen.
Um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen die Expert*innen außerdem sieben Regeln:
- Schon beim geringsten Anzeichen einer allergischen Reaktion (Kribbeln, Hitzegefühl), bei Atembeschwerden oder bei Bewusstseinsstörungen als allererstes den Adrenalin-Autoinjektor einsetzen. Erst danach den Notruf wählen (es sei denn, es sind mehrere Helfer*innen vor Ort).
- Beim Notruf immer sofort melden, dass es sich um einen anaphylaktischen Notfall handelt und die Situation lebensbedrohlich ist.
- Auch in Zweifelsfällen Adrenalin spritzen. Die Dosierung in den Pens ist so gering, dass sie auch bei falschem Alarm nicht schadet.
- Wenn die allergische Reaktion innerhalb von fünf Minuten nach der Spritze nicht deutlich nachlässt, einen zweites Mal spritzen. Deshalb sollte man auch immer zwei Adrenalinpens dabei haben!
- Die Betroffene soll liegen. Ein leichtes Anheben der Beine stellt sicher, dass das Herz durchblutet wird. Eine aufrechte Position führt dagegen dazu, dass der Blutdruck zusätzlich sinkt.
- Vorsicht mit Aktivitäten, auch wenn sich die Beschwerden bessern. Alkohol und Rauschmittel können die Situation erneut aufflackern lassen. Außerdem sollte man nicht in öffentliche Verkehrsmittel oder in ein Flugzeug steigen.
- Auch wenn man sich besser fühlt: immer Hilfe holen! Weil es auch nach Einsatz des Adrenalinpens zu einer Spätreaktion kommen kann, sollten Betroffene entweder in eine Notaufnahme gebracht oder der Rettungsdienst gerufen werden.
Quelle: SpringerMedizin

