Gesundheit heute

Suche nach Verletzungen

Verletzungen können sichtbar sein, sie können aber auch von der Kleidung verdeckt sein. So ist z. B. der geschlossene Knochenbruch von außen oft nur an der Fehlstellung der betroffenen Gliedmaßen oder an einer Schwellung über dem Bruch zu erkennen. Bei der Suche nach Verletzungen muss der ganze Körper sorgfältig inspiziert und die Kleidung vorsichtig entfernt werden.

Vorsicht beim Abbinden eines Körperteils! Das Abbinden eines Arms oder Beins ist nur in Ausnahmefällen erlaubt. Es führt zu einer zusätzlichen Blutleere unterhalb der Blutsperre, die ihrerseits zu Gewebe- und Nervenschädigungen führen kann; auch kann die Blockierung des venösen Rückstroms Thrombosen auslösen.

Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster; Dr. med. Arne Schäffler
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7 Lebensretter bei allergischem Schock

Der Adrenalinpen kann beim allergischen Schock Leben retten.

7 Lebensretter bei allergischem Schock

Gefahr durch Milch oder Erdnuss?

Für Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie kann ein Besuch im Schnellimbiss oder Restaurant lebensgefährlich werden. Um für einen allergischen Schock gewappnet zu sein, haben Betroffene meist einen Adrenalinpen dabei. Folgende sieben Tipps helfen, den Notfall zu beherrschen.

Versteckte Allergene

Wer unter einer Lebensmittelallergie leidet, weiß meist um die Gefahr und versucht, das entsprechende Allergen zu vermeiden. Leider gelingt dies nicht immer. Das zeigen die Fälle, bei denen es durch – meist unbeabsichtigten – Genuss des allergenhaltigen Lebensmittels zu Symptomen kommt.

Oft bleibt es bei leichten Beschwerden. Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein allergischer Schock, der mit einem tödlichen Kreislaufversagen enden kann. So auch bei einer 16-Jährigen: Sie hatte in einer Imbissbude einen Burger bestellt – mit Hinweis auf ihre Milchallergie. Als sie den servierten Burger aß, bekam sie einen schweren allergischen Schock und verstarb. Der Burger war in Buttermilch zubereitet worden.

Erst spritzen, dann Notruf absetzen

Missverständnisse dieser Art lassen sich wahrscheinlich nicht hundertprozentig vermeiden, schreiben Forscher*innen aus Australien und Großbritannien. Stattdessen müssen Betroffene und Angehörige auf solche Vorkommnisse vorbereitet sein. Dazu gehört, immer ein Notfallset inklusive Adrenalin-Autoinjektor (Adrenalinpen) dabeizuhaben und genauestens über dessen Handhabung Bescheid zu wissen.

Um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen die Expert*innen außerdem sieben Regeln:

  1. Schon beim geringsten Anzeichen einer allergischen Reaktion (Kribbeln, Hitzegefühl), bei Atembeschwerden oder bei Bewusstseinsstörungen als allererstes den Adrenalin-Autoinjektor einsetzen. Erst danach den Notruf wählen (es sei denn, es sind mehrere Helfer*innen vor Ort).
  2. Beim Notruf immer sofort melden, dass es sich um einen anaphylaktischen Notfall handelt und die Situation lebensbedrohlich ist.
  3. Auch in Zweifelsfällen Adrenalin spritzen. Die Dosierung in den Pens ist so gering, dass sie auch bei falschem Alarm nicht schadet.
  4. Wenn die allergische Reaktion innerhalb von fünf Minuten nach der Spritze nicht deutlich nachlässt, einen zweites Mal spritzen. Deshalb sollte man auch immer zwei Adrenalinpens dabei haben!
  5. Die Betroffene soll liegen. Ein leichtes Anheben der Beine stellt sicher, dass das Herz durchblutet wird. Eine aufrechte Position führt dagegen dazu, dass der Blutdruck zusätzlich sinkt.
  6. Vorsicht mit Aktivitäten, auch wenn sich die Beschwerden bessern. Alkohol und Rauschmittel können die Situation erneut aufflackern lassen. Außerdem sollte man nicht in öffentliche Verkehrsmittel oder in ein Flugzeug steigen.
  7. Auch wenn man sich besser fühlt: immer Hilfe holen! Weil es auch nach Einsatz des Adrenalinpens zu einer Spätreaktion kommen kann, sollten Betroffene entweder in eine Notaufnahme gebracht oder der Rettungsdienst gerufen werden.

Quelle: SpringerMedizin

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images/Atgof.co/Alamy/Alamy Stock Photos