Gesundheit heute
Milien
Milien (Hautzysten, Hautgries): Stecknadelkopfgroße weißliche oder hautfarbene, kugelige Knötchen, die häufig in Gruppen im Gesicht auftreten. Dermatologisch handelt es sich um horngefüllte Zysten, die sich an den Ausführungsgängen von Talgdrüsen bilden. Milien sind harmlos, aber kosmetisch störend. Mit einem Milienmesser oder dem Laser lassen sie sich meist folgenlos entfernen.
Symptome und Leitbeschwerden
- Gelblich-weiße kugelige, oberflächlich in der Haut gelegene Knötchen
- Vor allem im Gesicht (Wangen, um die Augen herum, Schläfen).
Wann zum Arzt
In den nächsten Tagen oder Wochen, bei
- Milien, wenn diese kosmetisch stören und entfernt werden sollen.
Die Erkrankung
Milien sind horngefüllte Zysten, die sich spontan an den Ausführungsgängen von Talgdrüsen bilden. Sie erreichen einen Durchmesser von etwa 1–3 mm und sind härter als die umgebenden Hautpartien. Milien kommen einzeln oder in Gruppen vor und sitzen besonders gerne an den Wangen, den Schläfen und im Bereich um das Auge herum.
Ursachen
Warum Milien entstehen, ist noch unklar. Vermutlich gibt es eine erbliche Veranlagung dazu, da Milien oft bei Menschen auftreten, deren Verwandte ebenfalls davon betroffen sind. Andererseits wachsen Milien bevorzugt auf der Haut von jungen Frauen – deshalb vermuten Experten, dass auch die Hormone eine Rolle spielen.
Diese spontan entstehenden Milien werden auch primäre Milien genannt. Sie kommen in jedem Alter vor, am häufigsten jedoch bei jungen Erwachsenen und etwas seltener bei Säuglingen.
Manche Milien entwickeln sich auch nach einem Sonnenbrand, einer Hautverletzung oder nach einer Hauterkrankung wie beispielsweise den Pemphigoiden. Dann spricht man von sekundären Milien. Sie können überall sitzen weil sie dort entstehen, wo die Haut geschädigt worden ist.
Diagnosesicherung
Milien erkennt der Hautarzt an ihrem typischen Aussehen. Bei sekundären Milien ist die vorangegangene Hautverletzung oder -erkrankung ein zusätzlicher Hinweis.
Differenzialdiagnosen. (Selten) verwechselt werden können Milien mit Xanthelasmen, Warzen und Hitzepickeln (Miliaria), bei Neugeborenen auch mit der Neugeborenenakne.
Behandlung
Eine Behandlung ist aus medizinischer Sicht nicht nötig. Wenn die Milien kosmetisch stören, hat der Hautarzt mehrere Möglichkeiten, sie zu entfernen (die Kosten übernehmen die Kassen nicht, da es sich nicht um ein medizinisches, sondern um ein kosmetisches Problem handelt):
- Anritzen mit einer spitzen Kanüle oder einem Milienmesser und vorsichtiges Ausdrücken des Inhalts
- Abtragung mit dem Laser.
Prognose
Milien sind harmlos. Vor allem sekundäre Milien bilden sich häufig spontan zurück, ebenso wie Milien von Neugeborenen und Säuglingen.
Ihr Apotheker empfiehlt
Auch wenn es einfach scheint, die Milien selbst anzuritzen und den Inhalt herauszuquetschen – lassen Sie den kleinen Eingriff besser von einem Hautarzt durchführen. Das gilt vor allem für Milien im Bereich der Augen, bei großen Milien wegen der Gefahr der Narbenbildung und bei Milien, die in großer Anzahl auftreten.
Babyboomer haben ein besonders hohes Hautkrebsrisiko und sollten regelmäßig zum Hautkrebs-Screening gehen.
Babyboomer von Hautkrebs bedroht
Sonnenfreude rächt sich
Babyboomer hatten und haben es nicht leicht. Weil es von ihnen so viele gibt, mussten sie um Studien- oder Ausbildungsplätze kämpfen, und heute fürchten sie um ihre Rente. Doch nicht nur das: Sie sind auch im Vergleich zu nachfolgenden Generationen stärker von Hautkrebs bedroht.
Sonniges Wirtschaftswunder
Babyboomer sind die Generation, die während des wirtschaftlichen Aufschwungs das Licht der Welt erblickt haben. In Deutschland war das insbesondere die Zeit Ende der 50er- bis Mitte der 60er-Jahre. Der wachsende Wohlstand und die positive Zukunftsperspektive führten zu einer hohen Geburtenrate.
Das gute Leben in den 1960er-Jahren hat allerdings auch seine Schattenseiten. Insbesondere, was die Haut betrifft: Denn damals war man in puncto UV-Strahlen recht sorglos. Im Gegenteil, es galt als gesund, sich in der Sonne aufzuhalten und braun zu werden.
Die Haut vergisst nichts
Sonnenschutz war dagegen eher verpönt und Sonnenbrände an der Tagesordnung. Dass mit jedem Sonnenbrand das Risiko für Hautkrebs steigt, wussten nur wenige. Dafür erhalten die Babyboomer heute die Quittung: Im Vergleich zu 2005 hat sich 2023 die Anzahl der Menschen mit der Diagnose schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) mehr als verdoppelt. Zählte man 2005 noch 188.600 Hautkrebsfälle, kam man 2023 schon auf 417.400. Auch der weiße Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) nimmt zu. Hier haben sich die Zahlen sogar von 680 000 im Jahr 2005 auf 1,8 Millionen 2023 verdreifacht. Besonders betroffen sind die Jahrgänge ab Ende der 1950er-Jahre, zeigt der Barmer Arztreport 2025.
Später Geborene weniger gefährdet
Doch damit ist die Spitze noch nicht erreicht, sagen Expert*innen. Denn auch für die 1970er Jahrgänge war das Braunwerden noch schick. Zudem kamen Ende der 70er die ersten Solarien auf. Erst ab den 1980ern wurden die Risiken durch UV-Strahlen von breiten Teilen der Bevölkerung ernst genommen. Sonnenschutz wurde populärer und Solarienbesuche seltener. Das Hautkrebsrisiko ist für diese Generationen stetig gesunken, für 1995 Geborene liegt es wieder unter dem der Jahrgänge aus 1955.
Regelmäßig Haut screenen lassen!
Für die Babyboomer und die in den 70er-Jahren Geborenen ist es entscheidend, regelmäßig zum Hautkrebs-Screening zu gehen. Seit 2008 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Versicherte über 35 Jahren können sich alle zwei Jahre von Hautärzt*innen mit entsprechender Qualifikation unter die Lupe nehmen lassen. Bei Privatkassen sollte man sich vorher erkundigen, welche Leistungen übernommen werden.
Quelle: Ärzteblatt, Barmer Arztreport

