Gesundheit heute
Aufbau und Funktion der Hautdrüsen
Die Talgdrüsen (Glandulae sebaceae) finden sich in der Lederhaut der gesamten Körperoberfläche mit Ausnahme der Handinnenflächen und Fußsohlen. Meist treten sie in Kombination mit einem Haarbalg auf, in dessen Kanal ihre Ausführungsgänge münden. Nur an Augen, Augenlidern, Lippen, Penis und kleinen Schamlippen finden sich Talgdrüsen, die keine Verbindung zu Haaren haben. Das Drüsenprodukt Talg besteht aus Fett, Eiweiß, Cholesterin und Elektrolyten und hält Haut und Haare glatt und geschmeidig. Der Talg sorgt für ein ebenmäßiges Hautbild und eine ausreichende Widerstandsfähigkeit der Haut. Auch das Ohrenschmalz im Gehörgang wird von Talgdrüsen produziert.
In der Lederhaut findet man etwa zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen, deren Ausführungsgänge sich zur Hautoberfläche schlängeln und in den Hautporen enden. Besonders zahlreich kommen sie an den Handinnenflächen, den Fußsohlen und den Achselhöhlen vor. Normalerweise sondert der Körper ungefähr 0,5–1 l Schweiß pro 24 Stunden ab. Dieser erzeugt an der Hautoberfläche Verdunstungskälte. Auf diese Weise dient die Schweißproduktion der Thermoregulation des Körpers. Die im Schweiß enthaltenen Säuren bilden mit einem pH-Wert von 5–6 den Säureschutzmantel der Haut und tragen zum geschmeidigen Aussehen der Haut bei. Emotionale Reize (z. B. Stress, Angst) oder Extremsituationen (z. B. Sport oder hohes Fieber) führen zu einer vermehrten Schweißproduktion.
Duftdrüsen, befinden sich v. a. in den Achselhöhlen, im Bereich der Brustwarzen und der Schamregion. Ihr Duft prägt zusammen mit dem Schweißgeruch und der bakteriellen Hautflora den persönlichen Körpergeruch eines Menschen.
Ein Pflaster über der Dellwarze senkt die Ansteckungsgefahr.
Dellwarzen den Garaus machen
Nicht immer nur kosmetisch störend
Dellwarzen sind klein und relativ unscheinbar – und verschwinden früher oder später von selbst wieder. In manchen Fällen sollten sie jedoch behandelt werden. Je nachdem, wo sie sitzen, ist das auch als Selbsttherapie möglich.
Vor allem Kinder betroffen
Bei Dellwarzen handelt es sich um kleine, feste, stecknadelkopfgroße Hautknötchen. Ihr Charakteristikum ist eine kleine Delle in der Mitte. Sie kommen einzeln oder in kleinen Gruppen insbesondere bei Kindern vor. Dort sitzen sie meist an Armen und Beinen. Auslöser ist das Molluscum-contagiosum-Virus. Es wird z. B. beim Spielen durch direkten Kontakt übertragen und dringt dann über winzige Verletzungen in die Haut ein. Manchmal stecken sich die Kinder auch im Schwimmbad an – weshalb Dellwarzen auch Wasserwarzen genannt werden. Teenager und junge Erwachsen infizieren sich dagegen meist durch sexuellen Kontakt. Bei ihnen findet man Dellwarzen deshalb oft am Genitalbereich oder innen an den Oberschenkeln.
Abkleben verhindert Ansteckung
Normalerweise heilen Dellwarzen innerhalb von bis zu sechs Monaten von alleine wieder ab. Nur ganz selten bleibt dabei eine Narbe zurück. Den Heilungsprozess kann man unterstützen, indem man nicht an den Knötchen kratzt. Dadurch verhindert man außerdem, dass der infektiöse Inhalt freigesetzt wird und bei sich selbst oder anderen Menschen Warzen auslöst. Um die Ansteckungsgefahr weiter zu reduzieren, klebt man Dellwarzen am besten mit einem Pflaster ab.
Ärzt*innen greifen zum scharfen Löffel
Sitzen die Dellwarzen an ungünstigen Stellen (z. B. im Genitalbereich) oder sind sie sehr zahlreich, sollten sie ärztlich behandelt werden. Das gilt auch, wenn sie bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auftreten. Ärzt*innen entfernen die Dellwarzen mit einem scharfen Löffel (Kürettage) oder durch Vereisung. Eine weitere Möglichkeit ist das Auftragen von rezeptpflichtigem Podophyllotoxin. In Einzelfallberichten waren – vor allem bei Immungeschwächten – auch Cremes mit dem Wirkstoff Imiquimod erfolgreich.
In den USA wurde jetzt der Wirkstoff Cantharidin zur Behandlung von Dellwarzen zugelassen. Es wird im Abstand von drei Wochen zweimal auf die Warze aufgetragen – unter ärztlicher Aufsicht. Zu Recht, denn das Mittel birgt einige Gefahren: Eine orale Aufnahme des Wirkstoffs kann tödlich sein, zudem ist der getrocknete Wirkstoff entflammbar. Lokal aufgetragen kann Cantharidin zu Blasen, Schmerzen, starkem Juckreiz und Hautschäden auslösen. Die europäische Leitlinie rät deshalb von der Verwendung Cantharidins im Genital- und Perianalbereich explizit ab.
Wann Selbsttherapie möglich ist
Kosmetisch störende Dellwarzen außerhalb des Genitalbereichs können auch in Eigenregie angegangen werden. Dazu gibt es eine Reihe von Lösungen oder Salben, z.B. Kaliumhydroxid und Salicylsäure. Die Wirkstoffe lösen eine Entzündung aus und sollen das Abheilen der Dellwarze beschleunigen. Leider gelingt dies nicht immer.
Wichtig bei der Selbsttherapie: Die Präparate immer aus der Apotheke beziehen! Im Internet werden viele Mittel zur Behandlung von Dellwarzen angeboten. Diese sind aber häufig nicht wirksam – oder sie führen zu einer so starken Entzündung, dass sie der Haut dauerhaft schaden können. Außerdem hat die Apotheke ein weiteres Plus: Dort gibt es die Beratung zur Behandlung gratis dazu.
Quelle: DAZ online

