Gesundheit heute
Aufbau und Funktion von Ellenbogen und Unterarm
Das Ellenbogengelenk wird von drei Armknochen gebildet: Hier treffen sich der Oberarmknochen und die beiden Unterarmknochen, Elle (Ulna) und Speiche (Radius). Zwischen Ober- und Unterarmknochen findet bei Beugung und Streckung des Ellenbogens eine scharnierartige Bewegung statt. Zusätzlich dreht sich bei der Umwendbewegung der Hand das Speichenköpfchen im Ellenbogengelenk um seine Längsachse, und die Speiche klappt samt Handgelenk und Hand um die Elle herum. Zeigt die Handfläche nach vorn/oben, stehen beide Unterarmknochen parallel, zeigt die Handfläche nach hinten/unten, überkreuzen sie sich. Bei der Drehbewegung wird das Speichenköpfchen vom Ringband (Ligamentum anulare) gehalten, das einen Teil der Gelenkkapsel darstellt. Es besitzt eine überknorpelte Innenfläche und ermöglicht damit eine reibungslose Drehung des Speichenköpfchens.
Der Muskelmantel des Unterarms wird von den Streck- und Beugemuskeln für das Handgelenk und die Finger gebildet. Erkrankungen und Verletzungen von Ellenbogen und Unterarm haben deshalb oft Auswirkungen auf die Beweglichkeit der Hand. Die Steuerung der Muskulatur erfolgt über die drei Hauptnerven des Arms, den Speichennerv (Radialisnerv, Nervus radialis), der dem Oberarmknochen im Schaftbereich eng anliegt, den Mittelnerv (Medianusnerv, Nervus medianus) und den Ellennerv (Ulnarisnerv, Nervus ulnaris), der an der Streckseite des Ellenbogens in einer Rinne des Oberarmknochens verläuft.
Sie passieren auf ihrem Weg vom Oberarm zu Hand und Fingern mehrere anatomische Engstellen. Geraten sie an diesen Engstellen infolge von entzündlichen Schwellungen unter Druck, sind Funktionsstörungen mit Schmerzen, Gefühlsstörungen und manchmal sogar Lähmungserscheinungen die Folge. Sie werden von Ärzten als Nervenkompressions- oder Nervenengpasssyndrome bezeichnet.
Wer X-Beine und eine Kniegelenksarthrose hat, sollte vor dem Laufen seine Ärzt*in um Rat fragen.
Gehen lindert Kniegelenksarthrose
Nur mit geraden oder O-Beinen
Sportliches Gehen kann die Kniegelenksarthrose aufhalten. Das trifft allerdings nicht auf Menschen zu, die mit X-Beinen durch die Welt laufen.
Leichtes Walking oder Wandern
Zur konservativen Therapie der Kniegelenksarthrose gehört Bewegung. Vor allem leichtes Wandern und Walking wird den Betroffenen angeraten. Dass solch sportliches Gehen dem Arthroseknie langfristig tatsächlich nützt, hat jetzt eine aktuelle Studie unterstrichen.
Analysiert wurden dabei die Daten von mehr als 1000 Männern und Frauen über 50 Jahren. Alle hatten eine röntgenologisch nachgewiesene Kniegelenksarthrose. Ein Drittel von ihnen berichtete zu Studienbeginn über Knieschmerzen, bei zwei Dritteln war im Röntgenbild der Gelenkspalt verschmälert – ein typisches Anzeichen für die Kniegelenksarthrose. 73% der Teilnehmer*innen gaben an, zumindest gelegentlich sportlich zu gehen - entweder in der Natur oder auf dem Laufband.
Deutlich seltener neue Knieschmerzen
Nach vier Jahren berichteten in der Gruppe der Gehenden 40% weniger Patient*innen über neu aufgetretene Knieschmerzen als in der Gruppe der Nicht-Gehenden. Bei den Gehenden war die Kniegelenksarthrose auch laut Röntgenbild weniger stark vorangeschritten.
Die positiven Effekte auf die Arthrose hingen offenbar von der Beinstellung ab. Besonders großen Nutzen durch das Gehen hatten die Arthrosepatient*innen mit O-Beinen. Noch besser schnitten diejenigen ohne Beinfehlstellung ab. Sie entwickelten nicht nur selten neue Knieschmerzen, ihre schon bestehenden Beschwerden besserten sich durch das Gehen sogar häufig.
Vorsicht bei X-Beinen
Patient*innen mit X-Beinen profitierten dagegen nicht vom Wandern, Walken oder Laufbandtraining. Im Gegenteil, bei ihnen war das Gehen mit einer Verschlechterung der Kniegelenksarthrose verbunden.
Sportliches Gehen ist deshalb für viele Arthrosepatient*innen empfehlenswert, resümieren die Autor*innen der Studie. Es eignet sich vor allem dazu, die Entwicklung der Arthrose aufzuhalten. Bei ausgeprägten X-Beinen kann das Gehen jedoch schädlich sein. Im Zweifel sollten Patient*innen mit Kniegelenksarthrose vor der Aufnahme von sportlicher Betätigung Rücksprache mit der behandelnden Orthopäd*in halten.
Quelle: Springer Medizin

