Gesundheit heute
Trichterbrust
Trichterbrust (Pectus excavatum): Verformung des vorderen Brustkorbs mit trichterförmiger Eindellung des Brustbeins, bedingt durch eine Wachstumsstörung der Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippen. Eines von 400 Kindern ist von der angeborenen Störung betroffen, Jungen dreimal häufiger als Mädchen. Körperliche Beeinträchtigungen sind sehr selten, im Vordergrund steht die psychische Belastung.
Liegen keine körperlichen Beschwerden vor, besteht die Therapie aus Haltungstraining und Krankengymnastik, neuerdings kommen auch Saugglocken als nichtoperative Behandlungsverfahren zum Einsatz. Eine Trichterbrust lässt sich auch operativ gut korrigieren. Erforderlich ist der Eingriff, wenn die Fehlbildung Herz oder Lunge beeinträchtigt. Weitaus häufiger wird die Trichterbrust jedoch aus kosmetischen Gründen operiert.
Symptome und Leitbeschwerden
- Symmetrische oder asymmetrische Verformung des Brustkorbs mit eingesunkenem Brustbein
- Häufig Fehlhaltung mit Rundrücken, nach vorne geneigten Schultern, Hohlkreuz mit ballonartig hervortretendem Bauch
- Bei Kindern meist keine körperlichen Beschwerden
- Selten Engegefühl, Sodbrennen, vermehrter Schluckauf
- Später manchmal Schmerzen beim tiefen Atmen und Rückenschmerzen, vor allem durch fehlhaltungsbedingte Muskelverspannungen und -verkürzungen
- Bei körperlicher Belastung manchmal Herzjagen oder Atemnot durch Beeinträchtigung von Herz- und/oder Lungenfunktion.
Wann zum Arzt
Beim Kleinkind, wenn
- eine Fehlstellung des Brustbeins auffällt.
Vor der Pubertät, wenn
- der kosmetische Aspekt zum Problem wird.
Die Erkrankung
Die erste bis siebte Rippe ist mit dem Brustbein über den Rippenknorpel verbunden. Kommt es an dieser Stelle zu einem Fehlwachstum, kann eine Trichterbrust entstehen. Die Ursache ist unklar, in 30 % ist die Fehlbildung wahrscheinlich erblich bedingt. Gelegentlich tritt eine Trichterbrust in Kombination mit einem Marfan-Syndrom auf, einer genetisch bedingten Anomalie des Bindegewebes. Meist fällt die Trichterbrust bereits im Säuglingsalter auf, wobei die Verformung bis zum Abschluss des Wachstums noch zunimmt.
Körperliche Beschwerden finden sich bei den betroffenen Kindern nur selten, auch starke Einengungen des Brustraums haben in der Regel keine Funktionsstörung von Herz oder Lunge zur Folge. Wenn es doch zu Störungen kommt, äußern sich diese in Kurzatmigkeit und Herzklopfen bei körperlicher Betätigung, z. B. beim Sport. Manche Betroffenen berichten auch über ein Engegefühl in der Brust, vermehrtes Sodbrennen und häufigen Schluckauf. Inwieweit das veränderte Aussehen zu psychischen Problemen führt, hängt sowohl von der Stärke der Fehlstellung als auch von der Persönlichkeit des Betroffenen ab.
Im Erwachsenenalter beginnen die Beschwerden oder nehmen tendenziell zu, da die Trichterbrust meist verbunden ist mit Fehlhaltungen, Muskelverspannungen und Muskelverkürzungen. Diese verursachen wiederum Rückenschmerzen oder Schmerzen beim tiefen Atmen.
Diagnosesicherung
Die Trichterbrust ist eine sogenannte Blickdiagnose – d.h., der Arzt erkennt sie auf einen Blick. Er dokumentiert und objektiviert sie durch seitliche und frontale Fotografien, Röntgenbilder und Messungen des Brustumfangs an verschiedenen Stellen. Ist die Trichterbrust stark ausgeprägt, erfolgt eine Untersuchung von Herz und Lunge, z. B. anhand eines Elektrokardiogramms des Herzens (EKG) in Ruhe und unter Belastung sowie einer Lungenfunktionsprüfung. Ebenso wichtig ist es für den Arzt, den Leidensdruck des Betroffenen zu erfassen. Von den Ergebnissen dieser Untersuchungen hängt die Entscheidung für oder gegen eine operative Behandlung ab. Ist eine Operation geplant, ergänzt der Arzt die Diagnose durch eine dreidimensionale CT-Darstellung des Brustkorbs.
Behandlung
Konservative Behandlung
Bei Kindern und Jugendlichen ohne Beschwerden empfiehlt der Arzt vor allem Atemübungen, um einer möglichen Kurzatmigkeit vorzubeugen. Zusätzliche Muskelaufbauübungen können bei einer leichten Trichterbrust die Fehlstellung vermindern, dazu sind allerdings ein regelmäßiges Training und sehr viel Geduld erforderlich. Außerdem ist es hilfreich, begleitende Fehlhaltungen, z. B. Rundrücken, hängende Schultern oder Hohlkreuz, ebenfalls durch Krankengymnastik zu korrigieren. Der Aufbau einer natürlichen Haltung nimmt der Trichterbrust viel Belastendes, stärkt das Selbstvertrauen des Betroffenen und verbessert zusätzlich die Atemfunktion.
Eine neue, nicht operative Behandlungsmethode setzt auf Saugglocken aus Silikon, um durch leichten Unterdruck das Brustbein langsam zu heben. Die Saugglocke muss zweimal täglich für etwa eine halbe Stunde auf die Brust aufgesetzt werden. Bei regelmäßiger Anwendung beträgt die Behandlungsdauer je nach Tiefe des Trichters mehrere Monate bis Jahre, im Durchschnitt etwa 6 bis 9 Monate. Den Berichten nach profitieren Kinder ab 4 Jahren ebenso wie Erwachsene im mittleren Lebensalter von dieser Methode; Langzeitergebnisse stehen aber noch aus.
Operative Behandlung
Zur operativen Behandlung der Trichterbrust kommen minimal-invasive oder offene Verfahren zum Einsatz.
Beim minimalinvasiven Verfahren nach Nuss, der Regenschirmmethode, führt der Operateur über kleine Schnitte einen Metallbügel ein und hebt damit das Brustbein an. Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Nach 2–4 Jahren wird der Bügel über Schnitte an der gleichen Stelle wieder entfernt. Mit dieser Methode lassen sich bei Patienten unter 30 Jahren gute kosmetische Ergebnisse erzielen.
Stark asymmetrische Fehlstellungen erfordern meist eine offene Operation, am häufigsten nach dem Verfahren von Ravitch. Dabei durchtrennt der Operateur Brustbein und Rippenknorpel und vernäht sie anschließend in korrigierter Stellung. Auch dieses Verfahren führt zu guten Resultaten. Eine rein kosmetische Operation ist das Einpflanzen eines extra angefertigten Silikonimplantats, das in die eingesunkene Stelle des Brustbeins eingelegt wird und so optisch die Delle ausgleicht. Statt eines Silikonimplantats kann der Operateur den "Trichter" auch mit Muskelgewebe oder Fett auffüllen. Ein Implantat ist jedoch nur bei geringgradig ausgeprägter Trichterbrust geeignet und muss – weil rein kosmetische Korrektur – vom Betroffenen selbst bezahlt werden.
Prognose
Eine leichte Trichterbrust ist eher ein kosmetisches als ein gesundheitliches Problem. Durch Muskelaufbau, Haltungs- und Atemübungen lässt sich späteren Folgen gut vorbeugen.
Wird eine Trichterbrust aus kosmetischen Gründen oder aufgrund von Beschwerden operiert, sind die Ergebnisse sowohl bei der minimal-invasiven als auch bei der offenen Operation in der Regel gut.
Ihr Apotheker empfiehlt
Was Sie selbst tun können
Bauchatmung. Versuchen Sie, möglichst viel tief in den Bauch zu atmen. Bei einer Trichterbrust fällt dies zunächst häufig schwer und muss trainiert werden, zudem verkrampft sich oft das Zwerchfell. Bewusstes Atmen in den Bauch bessert aber die Lungenfunktion und entspannt das Zwerchfell.
Atemübungen. Legen Sie sich auf den Rücken, atmen Sie 3 Sekunden lang so tief wie möglich ein, halten Sie 3 Sekunden die Luft an und atmen Sie diese dann langsam über 6 Sekunden aus. Wiederholen Sie diese Atmung mehrere Male.
Krafttraining. Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten beraten, welches Krafttraining gut gegen Trichterbrust ist. In der Regel sind dies Übungen, die auf Schultern, Brust und oberen Rücken zielen. Manche Übungen müssen gemieden werden, weil sie die Trichterbrust verstärken. Dazu gehören z. B. bestimmte Brustübungen wie der klassische "Butterfly".
Blasmusik. Lernen Sie ein Blasinstrument spielen! Ob Trompete oder Querflöte, das Erlernen und regelmäßige Spielen eines Blasinstruments verbessert Koordination und Funktion der Atemmuskulatur. Private Internetseite eines Betroffenen aus Herdwangen-Schönach: Mit nützlichen und übersichtlichen Informationen.
Auch Tofu und Brokkoli gehören zu den Lebensmitteln, die wichtige Nährstoffen für den Knochen bereithalten.
So hält man Osteoporose fern
Knochenfreundlich ernähren
Osteoporose gehört zu den Volkskrankheiten. Doch wer sich gesund ernährt und eventuelle Mängel ausgleicht, kann die Knochen schützen. Dabei müssen nicht nur die nötigen Nährstoffe und Mineralien zugeführt werden. Vor allem in puncto Kalzium gilt es, auch die in vielen Produkten enthaltenen Kalziumräuber zu beachten.
Knochen lebenslang im Umbau
Knochen ist kein totes Gewebe: Im Gegenteil, er wird das ganze Leben lang umgebaut. Dieser Prozess dient dazu, kleine Schäden im Knochen zu reparieren oder den Knochen auf verstärkte Belastungen anzupassen. Insgesamt überwiegt bis zum 30. Lebensjahr der Aufbau. Danach befindet sich der Knochen etwa zehn Jahre lang im Gleichgewicht, und ab Mitte 40 nimmt der Knochenabbau allmählich zu. Für seine Stoffwechsel benötigt der Knochen einiges an Mineralien, Vitaminen und Nährstoffen. Werden diese nicht ausreichend zugeführt, leidet die Knochenqualität und es droht Knochenschwund (Osteoporose). Eine knochenfreundliche Ernährung kann vor dieser folgenschweren Erkrankung schützen. Und wer gleichzeitig etwas für seinen Knorpel und gegen Entzündungen tut, beugt auch gegen Arthrose vor.
Hinweis: Knochengewebe ist sehr fleißig: Innerhalb von etwa 8–10 Jahren hat sich das gesamte Skelett einmal „komplett“ ausgetauscht, weil alter Knochen abgebaut und durch neuen ersetzt wird.
Kalziumhaushalt bildet die Basis
Der wichtigste Grundstoff für den Knochen ist Kalzium. Es wirkt wie Zement im Mauerwerk und sorgt dadurch dafür, dass der Knochen fest, stabil und belastbar ist. 99% des Kalziums stecken in den Knochen und den Zähnen, wobei der Knochen auch als Kalziumvorrat dient. Denn das wertvolle Mineral wird auch außerhalb des Knochens gebraucht, z. B. bei der Muskelkontraktion, bei der Weiterleitung von Nervenreizen und bei der Blutgerinnung. Ist der Kalziumgehalt im Blut zu niedrig, kann es der Körper aus dem Knochen freisetzen – wobei die Kalziumvorräte aber unverzüglich wieder aufgefüllt werden müssen, damit der Knochen nicht leidet.
Kalzium wird im Darm aus der Nahrung aufgenommen, Allerdings schwankt die Aufnahme mit 20 bis 60% der zugeführten Kalziummenge stark. Um ausreichend viel Kalzium aufzunehmen, empfehlen Expert*innen die tägliche Zufuhr von mindestens 1000 mg. Damit sieht es allerdings mau aus in Deutschland: nur etwa die Hälfte der Erwachsenen erreicht diese Menge. Gedeckt wird der Bedarf von 1000 mg zum Beispiel durch
- 125 mg Edamer
- 2,9 l Gerolsteiner Mineralwasser,
- 0,8 l Milch,
- 830 g Joghurt oder
- 540 g Tofu.
Obst und Gemüse enthalten ebenfalls Kalzium. Um auf 1000 mg täglich zu kommen, müssen allerdings auch hier sehr große Mengen von 470 g Grünkohl, 2,6 kg Kiwi oder 15 kg Bananen verzehrt werden. Auch Haferdrinks als Milchersatz sind oft mit Calcium angereichert und enthalten dann so viel Calcium wie Kuhmilch.
Hinweis: Die Aufnahme des Kalziums hängt nicht nur von der angebotenen Menge ab, sondern auch von Vitamin D. Bei starkem Vitamin-D-Mangel sinkt die Kalziumaufnahme im Darm unter 10%.
Kalziumräuber am Werk!
Eine knochenfreundliche Ernährung benötigt allerdings nicht nur ausreichend Kalzium. Es muss auch auf die Kalziumräuber in der Nahrung geachtet werden. Dies sind Lebensmittel, die bei übermäßigem Verzehr dazu führen können, dass dem Körper das angebotene Kalzium nicht ausreichend zur Verfügung steht.
- Phosphat. Die wichtigste Rolle spielt dabei Phosphat. Zwar fördert Phosphat gemeinsam mit Kalzium die Knochenstabilität. Wird es allerdings im Übermaß aufgenommen, behindert es die Kalziumresorption im Darm und fördert somit den Knochenabbau. Phosphat muss also keinesfalls gemieden, sondern nur ein Überschuss verhindert werden. Das gelingt, in dem man besonders phosphathaltige Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Cola sowie stark verarbeitete Produkte nur in Maßen konsumiert.
- Oxalsäure und Phytinsäure. Auch Oxalsäure kann Kalzium im Darm abfangen und auf diese Weise die Aufnahme ins Blut verhindern. Empfohlen wird deshalb, oxalreiche Nahrungsmittel wie Spinat, Rhabarber, Kakao, Schokolade und Mangold nicht in übergroßen Mengen zu verzehren. Gleiches gilt für die Phytinsäure, die ebenfalls das Kalzium im Darm bindet. Besonders reich an Phytin sind Sojabohnen, Erdnüsse sowie Müsli aus frischem Getreide sowie Vollkornbreie.
- Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee. Koffein im Übermaß kann dem Knochen auf zwei Arten schaden: Es hemmt die Kalziumaufnahme aus dem Darm und fördert die Kalziumausscheidung über die Niere. Alkohol hemmt die Kalziumaufnahme und schadet der Leber, wodurch der dort stattfindende Vitamin-Stoffwechsel gestört wird.
Hinweis: Kochsalz fördert die Osteoporose, indem es die Kalziumausscheidung über die Niere ankurbelt. Es ist ratsam, sparsam zu salzen und statt auf Kochsalz auf Gewürze zu setzen. Das tut nicht nur dem Knochen gut, sondern auch dem Blutdruck.
Unabdingbar: Vitamin D
Ohne die ausreichende Zufuhr von Vitamin D kann der Knochen das mit der Nahrung aufgenommene Kalzium nicht richtig nutzen. Denn Vitamin D verbessert nicht nur die Aufnahme des Mineralstoffs über die Darmschleimhaut. Es fördert auch seinen Einbau in den Knochen und hemmt den Knochenabbau. 10 bis 20% des Vitamins wird über die Nahrung aufgenommen, 80 bis 90% unter Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Von April bis September reicht für die Vitamin-D-Versorgung ein täglicher Aufenthalt von 30 Minuten im Freien, wobei Arme und Gesicht unbedeckt sein müssen.
Der Tagesbedarf an Vitamin D beträgt etwa 800 Internationale Einheiten (IE). Etwa 80% der Männer und 91% der Frauen erreichen diese Werte nicht. Auf einen Mangel weisen diffuse Knochen- und Muskelschmerzen hin. Bei Verdacht sollte die Ärzt*in die Blutspiegel messen und der Mangel ausgeglichen werden. Dafür sind häufig Vitamin-D-Tabletten nötig. Denn die Auswahl an Vitamin-D-reichen Lebensmitteln ist gering und nicht nach jedermanns Geschmack. Dazu zählen Lebertran, Seefisch (Hering, Makrele,Lachs), Leber und Eigelb. Bei Vitamin-D-Mangel werden zum Ausgleich meist Tagesdosen von 1000 IE Vitamin D empfohlen. Diese Menge steckt z. B. in
- 80 g Hering, 160 g Lachs oder 190 g Aal sowie in
- 670 g Kalbfleisch oder
- 830 g Steinpilzen.
Hinweis: Vitamin D darf nicht überdosiert werden. Wer mehr als 4000 IE pro Tag aufnimmt, drohen Nierensteine und Herzrhythmusstörungen. Im Zweifel sollte man seine Ärzt*in dazu befragen und evtl. die Blutspiegel des Vitamins messen lassen.
Ohne Eiweiß geht es nicht
Ein weiterer wichtiger Baustein in der knochenfreundlichen Ernährung ist Eiweiß. Eiweiß bildet das Kollagengerüst im Knochen, in das Kalzium und die anderen Mineralien eingelagert werden. Mangelt es an Eiweiß, wird der Knochenaufbau behindert und das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche steigt.
Pflanzliches Eiweiß scheint dabei etwas vorteilhafter zu sein als tierisches Eiweiß. Expert*innen empfehlen eine Kombination pflanzlicher und tierischer Eiweiße, bei Letzteren sind Milch, Eier und mageres Fleisch zu bevorzugen. Der Tagesbedarf für Männer und Frauen bis 65 Jahre beträgt 0,8g/kg Körpergewicht, der für Menschen über 65 Jahre 1,0 g/kgKG. Ein 70-jährigr Mensch mit einem Gewicht von 70 kg braucht also 70 g Eiweiß/Tag. Diese stecken zum Beispiel in
- 240 g Emmentaler oder 270 g Gouda,
- 270 g Erdnüssen
- 310 g Rindfleisch, 310 g Huhn oder 310 g Schweinefleisch
- 390 g Fisch
- 540 g Tofu oder
- 580 g Linsen.
Um den Eiweißbedarf von 70 g mit Getreide oder Kartoffeln zu decken, müsste man täglich 900 g Weizenbrot oder 3,5 kg Kartoffeln verzehren.
Hinweis: Wer eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, muss etwas vorsichtig mit Eiweiß sein. Eine überhöhte Zufuhr belastet die Nieren, weil dadurch mehr Harnstoff und Säure entsteht. Menschen mit Nierenproblemen sollten bezüglich der Eiweißzufuhr immer Rücksprache mit ihrer Ärzt*in halten.
Vitamine, Magnesium und Spurenelemente
Für den gesunden Knochen sind viele weitere Nährstoffe erforderlich.
- Magnesium. Davon sollen etwa 300 bis 350 mg aufgenommen werden. Es steckt insbesondere in Mineralwässern, aber auch in Vollkornprodukten und Naturreis. Etwa ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland erreicht die empfohlene tägliche Zufuhr nicht. Reicht eine Nahrungsumstellung nicht aus, können Supplemente zugeführt werden. 250 mg Magnesium stecken z. B. in 3,2 l Gerolsteiner Mineralwasser, 220 g Erdnüssen, 270 g Haferflocken und 320 g Naturreis.
- Vitamin K. Vitamin K fördert den Einbau von Kalzium in den Knochen, es gibt auch Hinweise, dass es die Kalziumausscheidung über die Niere hemmt. In Deutschland wird für Männer und Frauen über 51 Jahren eine tägliche Zufuhr von 65 Mikrogramm bzw. 80 Mikrogramm empfohlen. Vitamin K ist hitzestabil, wodurch beim Kochen kaum Verluste auftreten. 80 Mikrogramm Vitamin K sind enthalten in 12 g Grünkohl, 25 g Spinat, 200 g Spargel oder 320 g Rotkraut.
- Vitamin C. Vitamin C stimuliert die knochenbildenden Zellen, das für das Knochengerüst nötige Kollagen zu bilden. Etwa ein Drittel der Erwachsenen unterschreitet die erforderliche tägliche Zufuhr (95 mg für Frauen, 110 mg für Männer). Rauchen gilt als Vitamin-C-Killer, weshalb Rauchende einen höheren Bedarf haben (135 bzw. 155 mg). 110 mg Vitamin C finden sich in 70 g Petersilie, 100 g Paprika, 220 g Spinat, 250 g Kiwi oder 9 g Hagebutte. Wer den Bedarf mit Äpfeln oder Birnen decken möchte, muss davon täglich 920 g bzw. 2,4 kg zu sich nehmen.
- Zink. Zink fördert die Bildung des Knochengerüsts und trägt damit zum Knochenaufbau bei. Bei Mangelernährung und veganer Ernährung kann es zu Zinkmangel kommen. Etwa 30% der Männer und 20% der Frauen erreichen die erforderliche Tageszufuhr von 11-16 mg (Männer) und 7-10 mg (Frauen) nicht. Ein hoher Konsum von Vollkornprodukten oder unfermentierten Hülsenfrüchten kann zudem die Zinkaufnahme stören. 10 mg Zink sind enthalten in 45 g Austern, 200 g Rinderleber, 200 g Edamer, 280 g Rindfleisch und 300 g Erdnüssen.
Hinweis: Vitamin K hebt die gerinnungshemmende Wirkung von Marcumar auf. Bei Einnahme dieses Blutverdünners sollte man mit Vitamin-K-reichen Produkten vorsichtig sein und im Zweifel die Ärzt*in dazu befragen.
Was gibt es gegen Arthrose?
Mit einer guten Ernährung lässt sich einiges für den Knochen tun. Davon profitieren auch die Gelenke. Speziell für die Gesundheit der Gelenke gibt es weniger Möglichkeiten. Die meisten Empfehlungen sind nicht ausreichend durch Studien belegt oder haben nur einen geringen Effekt.
- Omega-3-Fettsäuren. Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) wirken entzündungshemmend. Besonders reichlich sind sie in Lachs und Hering enthalten. Als wichtigste pflanzliche Quellen gelten Raps-, Walnuss- und Leinöl. Distel- und Sonnenblumenöl sind ungünstig, weil sie mehr entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren enthalten.
- Selen. Ein zu niedriger Selen-Spiegel kann möglicherweise eine Arthrose begünstigen. Die Ergebnisse aus Studien sind hier aber teils sehr widersprüchlich. Deutsche Böden sind eher selenarm, weshalb die empfohlenen Tagesdosen häufig nicht erreicht werden. Diese beträgt für Männer 70 Mikrogramm/Tag, für Frauen 60 Mikrogramm.
- Chondroitin und Glukosamin. Diese Knorpelbaustoffe sollen den Knorpelstoffwechsel fördern und den Bedarf für Schmerzmittel bei Arthrose reduzieren. Die Datenlage dazu ist allerdings nicht klar und mögliche Effekte auf Schmerzen und Funktionalität sehr gering. Chondroitin wird aus Knorpelgewebe von Schweinen, Rindern, Walen und Haifischen gewonnen, die empfohlene Tagesdosis sind 800 bis 1200 mg. Glukosamin stammt aus Krabben und Garnelen, die übliche tägliche Dosierung beträgt 800 bis 1500 mg pro Tag.
Antientzündlich hilft rheumatischen Gelenken
Für Menschen mit rheumatischen Gelenkbeschwerden ist eine antientzündliche Kost günstig. Dabei ist vor allem die Zufuhr von Arachidonsäure einzuschränken. Sie wird im Körper zu entzündungsfördernden Eicosanoiden umgewandelt, die Schübe auslösen können. Arachidonsäure ist vor allem in tierischen Produkten wie rotem Fleisch, Wurst und fettreichen Milchprodukten vorhanden, diese sollten deshalb in Maßen verzehrt werden. Günstig sind dagegen Lebensmittel mit reichlich Omega-3-Fettsäuren, denn die Fettsäuren vermindern den Abbau der Arachidonsäure zu den entzündungsfördernden Eicosanoiden.
Auch Antioxidanzien wie Vitamin C und E sowie Polyphenole und Carotinoide helfen gegen Entzündungen. Sie fangen freie Radikale ab und reduzieren damit den entzündlichen Kreislauf. Gute Quellen für Antioxidanzien sind Paprika, Johannisbeeren, Brokkoli, Nüsse, Oliven- und Rapsöl, Grünkohl, Knoblauch und Karotten. Die DGE empfiehlt eine Aufnahme von 95 bis 110 mg Vitamin C und 12 bis 15 mg Vitamin E. 3 bis 4 Esslöffel Beeren und eine Handvoll Nüsse decken diesen Bedarf in etwa ab.
Hinweis: Häufig wird eine Übersäuerung des Körpers als schädigend für Knochen und Gelenke genannt. Für diese Theorie gibt es allerdings keinen wissenschaftlichen Nachweis, entsprechende basische Produkte oder Diäten werden deshalb nicht empfohlen.

