Gesundheit heute

Akutmanagement von Sportverletzungen

Die Behandlung einer Sportverletzung beginnt möglichst unmittelbar nach dem auslösenden Ereignis, also noch bevor ein Arzt die Therapie übernimmt. Sie folgt den Schritten des P.E.C.H.-Schemas.

Die Maßnahmen nach dem P.E.C.H.-Schema leiten die Akuttherapie ein. Die Diagnose durch den Arzt entscheidet dann über die weitere Behandlungsstrategie. Um Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, dass die ärztliche Versorgung möglichst zeitnah beginnt.

Konservative Therapie. Sofern keine operativen Maßnahmen erforderlich und größere Komplikationen unwahrscheinlich sind, stützt sie sich auf:

  • Sportpause so lange, bis die Beschwerden im Alltag verschwunden sind
  • (Teil)Ruhigstellung und Entlastung, z. B. mittels Bandage, Tapeverband oder Schiene
  • Medikamentöse Therapie
  • Physikalische Therapie, z. B. Elektrotherapie, Ultraschalltherapie, pulsierende Signaltherapie oder Lasertherapie, zur Beschleunigung der körpereigenen Regeneration durch Stoffwechselaktivierung; gegebenenfalls zusätzlich passive Bewegungsübungen im Rahmen der Physiotherapie
  • Ärztliche Kontrolle des Heilungsverlaufs.

Sondertext: Medikamente bei Sportverletzungen

Von: Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
Zurück
Gehen lindert Kniegelenksarthrose

Wer X-Beine und eine Kniegelenksarthrose hat, sollte vor dem Laufen seine Ärzt*in um Rat fragen.

Gehen lindert Kniegelenksarthrose

Nur mit geraden oder O-Beinen

Sportliches Gehen kann die Kniegelenksarthrose aufhalten. Das trifft allerdings nicht auf Menschen zu, die mit X-Beinen durch die Welt laufen.

Leichtes Walking oder Wandern

Zur konservativen Therapie der Kniegelenksarthrose gehört Bewegung. Vor allem leichtes Wandern und Walking wird den Betroffenen angeraten. Dass solch sportliches Gehen dem Arthroseknie langfristig tatsächlich nützt, hat jetzt eine aktuelle Studie unterstrichen.

Analysiert wurden dabei die Daten von mehr als 1000 Männern und Frauen über 50 Jahren. Alle hatten eine röntgenologisch nachgewiesene Kniegelenksarthrose. Ein Drittel von ihnen berichtete zu Studienbeginn über Knieschmerzen, bei zwei Dritteln war im Röntgenbild der Gelenkspalt verschmälert – ein typisches Anzeichen für die Kniegelenksarthrose. 73% der Teilnehmer*innen gaben an, zumindest gelegentlich sportlich zu gehen - entweder in der Natur oder auf dem Laufband.

Deutlich seltener neue Knieschmerzen

Nach vier Jahren berichteten in der Gruppe der Gehenden 40% weniger Patient*innen über neu aufgetretene Knieschmerzen als in der Gruppe der Nicht-Gehenden. Bei den Gehenden war die Kniegelenksarthrose auch laut Röntgenbild weniger stark vorangeschritten.

Die positiven Effekte auf die Arthrose hingen offenbar von der Beinstellung ab. Besonders großen Nutzen durch das Gehen hatten die Arthrosepatient*innen mit O-Beinen. Noch besser schnitten diejenigen ohne Beinfehlstellung ab. Sie entwickelten nicht nur selten neue Knieschmerzen, ihre schon bestehenden Beschwerden besserten sich durch das Gehen sogar häufig.

Vorsicht bei X-Beinen

Patient*innen mit X-Beinen profitierten dagegen nicht vom Wandern, Walken oder Laufbandtraining. Im Gegenteil, bei ihnen war das Gehen mit einer Verschlechterung der Kniegelenksarthrose verbunden.

Sportliches Gehen ist deshalb für viele Arthrosepatient*innen empfehlenswert, resümieren die Autor*innen der Studie. Es eignet sich vor allem dazu, die Entwicklung der Arthrose aufzuhalten. Bei ausgeprägten X-Beinen kann das Gehen jedoch schädlich sein. Im Zweifel sollten Patient*innen mit Kniegelenksarthrose vor der Aufnahme von sportlicher Betätigung Rücksprache mit der behandelnden Orthopäd*in halten.

Quelle: Springer Medizin

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Zuev Ali/shutterstock.com