Gesundheit heute

Die medizinischen Fachgebiete Orthopädie und Traumatologie

Die Orthopädie ist das medizinische Gebiet, das die Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats behandelt, also die Krankheiten der Knochen, Gelenke, Bänder, Muskeln und Sehnen. Die Traumatologie oder Unfallchirurgie beschäftigt sich dagegen ganz allgemein mit Verletzungen und deren Folgen. Da diese sehr oft ebenfalls den Bewegungsapparat betreffen, gibt es viele Überschneidungen zwischen beiden Fachgebieten. Deswegen werden sie auf den folgenden Seiten auch gemeinsam behandelt.

Die Fachgebiete Orthopädie und Unfallchirurgie werden aber nicht nur im Rahmen dieses Buchs zusammengefasst. Auch künftige Fachärzte werden in Deutschland nicht mehr Orthopäde oder Unfallchirurg, sondern Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie genannt.

Von: Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
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Karpaltunnelsyndrom lindern

Auch bei der Arbeit am PC kann ein Karpaltunnelsyndrom sehr stören.

Karpaltunnelsyndrom lindern

Was bringt die Kortisonspritze?

Kortisonspritze oder Operation? Das ist beim Karpaltunnelsyndrom häufig die Frage. Eine Entscheidungshilfe könnten die Daten einer aktuellen schwedischen Studie sein.

Nächtliche Schmerzen und Missempfindungen

Das Karpaltunnelsyndrom ist weit verbreitet: Bis zu 10% der Bevölkerung sind betroffen, Frauen leiden häufiger darunter als Männer. Bei der Erkrankung ist ein Sehnenfach am Handgelenk verengt. Wird dadurch der darin verlaufende Medianusnerv eingeschnürt, kommt es zu nächtlichen Schmerzen, Gefühlsstörungen und Kraftminderung der Hand.

Eine Behandlungsoption ist die chirurgische Erweiterung des Sehnenfachs. Vorher werden jedoch meist konservative Maßnahmen empfohlen. Vor allem beim idiopathischen Karpaltunnelsyndrom (hier ist keine Ursache bekannt) soll das Einspritzen von Kortison den gereizten Nerv beruhigen. Wie gut das funktioniert, hat nun eine schwedische Studie untersucht. Dabei bekamen 111 betroffene Patienten entweder Kortison oder wirkungsloses Kochsalz (als Placebo) in den Karpaltunnel injiziert. Danach wurden die Patient*innen fünf Jahre lang nachbeobachtet.

Kein Einfluss auf die Beschwerden

Dabei kam heraus, dass sich Schmerzen und Missempfindungen im Verlauf der Zeit in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar verbessert hatten. Bezüglich der Beschwerden war es also egal, ob die Teilnehmer*innen Kortison oder ein Placebo erhalten hatten.

Seltener OP erforderlich

Einen Unterschied zwischen der Kortisontherapie und der Placebobehandlung gab es allerdings doch. Innerhalb der fünf Jahre ließen etliche der Patient*innen ihr Karpaltunnelsyndrom chirurgisch behandeln. Bei denjenigen, die Kortison erhalten hatten, war das nicht nur seltener erforderlich. Ihre Operation konnte auch länger aufgeschoben werden als nach der Placebospritze.

Quelle: JAMA

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: 220 Selfmade studio/shutterstock.com