Gesundheit heute
Quervain-Thyreoiditis
Quervain-Thyreoiditis (Thyreoiditis de Quervain, subakute granulomatöse Thyreoiditis de Quervain): Schmerzhafte, aber gutartige Entzündung der Schilddrüse. Die Quervain-Thyreoiditis tritt meist nach einer Virusinfektion auf und betrifft v. a. Frauen zwischen 30 und 50 Jahren. Betroffene fühlen sich abgeschlagen, z. T. auch fiebrig und klagen über Schmerzen im Halsbereich, die oft bis zum Ohr oder Kiefer ausstrahlen. Behandelt wird mit entzündungshemmenden Medikamenten und manchmal auch mit Schilddrüsenhormonen. In den meisten Fällen heilt die Entzündung nach einigen Monaten vollständig aus.
Symptome und Leitbeschwerden
- Abgeschlagenheit und Krankheitsgefühl
- Oft druckschmerzhafte, z. T. auch geschwollene Schilddrüse mit Schmerzausstrahlung bis zum Ohr oder Kiefer
- Evtl. leichtes Fieber
- Evtl. Schilddrüsenüberfunktion mit Herzrasen, Unruhe, Schlafstörungen und starkem Schwitzen.
Wann in die Arztpraxis
In den nächsten Tagen, wenn zusätzlich zu grippeartigen Symptomen die oben beschriebenen Beschwerden auftreten.
Die Erkrankung
Krankheitsentstehung
Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ in der unteren Halsregion. Sie bildet Hormone, die den Stoffwechsel, die Körpertemperatur, den Herzschlag und die Verdauung regulieren.
Eine Quervain-Thyreoiditis bricht typischerweise wenige Wochen nach einem Virusinfekt der oberen Atemwege aus, z. B. nach einer Erkältung oder Grippe.
Ursachen und Risikofaktoren
Vermutet wird, dass es sich bei der Erkrankung um einen Autoimmunprozess handelt, der durch eine Virusinfektion ausgelöst wird. Das Immunsystem kämpft dann weiter, obwohl das Virus bereits abgetötet ist. Die von den Immunzellen gebildeten Abwehrstoffe richten sich dann gegen die Schilddrüse.
Außerdem scheinen auch genetische Faktoren eine Rolle zu spielen. Es wurde festgestellt, dass der größte Teil der Betroffenen ein gemeinsames Gewebemerkmal auf der Oberfläche der Körperzellen trägt: das HLA-B35. Dieses HLA-B35-Molekül zeigt dem Immunsystem normalerweise an, ob eine Körperzelle gesund oder von Viren befallen ist. Welche Rolle es genau bei der Entstehung der Quervain-Thyreoiditis übernimmt, ist aber noch unklar.
Klinik, Verlauf und Komplikationen
Die Quervain-Thyreoiditis beginnt wie ein Infekt mit Abgeschlagenheit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Manchmal haben die Betroffenen leichtes Fieber, selten auch Muskel- und Gelenkschmerzen.
Typisch ist ein starker Druckschmerz, teilweise auch eine Schwellung in der unteren Halsregion. Der Schmerz kann einseitig oder beidseitig auftreten und bis in die Ohren, den Kiefer und die Zähne ausstrahlen. Oft wird der Schmerz schon durch leichte Berührungen oder beim Schlucken ausgelöst. Bei einigen Betroffenen fehlt der Druckschmerz aber auch gänzlich.
In den ersten Wochen der Erkrankung können sich zusätzlich Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion zeigen. Hierzu gehören z. B. Herzrasen, Unruhe, Schlafstörungen und starkes Schwitzen. Auch ein Gewichtsverlust ist möglich, obwohl sich die Betroffenen wie gewohnt ernähren.
Im weiteren Erkrankungsverlauf geht die Schilddrüsenüberfunktion manchmal in eine Unterfunktion über. Dann stehen Müdigkeit, Antriebslosigkeit und depressive Verstimmung im Vordergrund. Die Patient*innen nehmen zu, leiden unter Verstopfung, Haarausfall und frieren häufig. Oft kommt es zu Haut- und Gesichtsschwellungen (Myxödem).
Diagnosesicherung
In der Regel entsteht der Verdacht auf eine Schilddrüsenentzündung durch die Beschwerden und durch Abtasten der Schilddrüsenregion. Dan nimmt die Ärzt*in zunächst Blut ab. Im Labor zeigen sich erhöhte Entzündungswerte wie eine stark gesteigerte Blutsenkungsgeschwindigkeit und ein erhöhtes C-reaktives Protein. Die Schilddrüsenhormone sind am Beginn der Entzündung oft erhöht und sinken im weiteren Erkrankungsverlauf wieder auf Normalwerte. Manchmal gehen sie auch in erniedrigte Werte über. Der Schilddrüsenultraschall zeigt unregelmäßige, landkartenähnliche Flecken.
Sind die Befunde nicht ganz eindeutig, sind zusätzlich eine Schilddrüsenszintigrafie und eine Gewebeprobenentnahme (Biopsie) aus der Schilddrüse notwendig.
Differenzialdiagnosen. Auch die chronische autoimmune Schilddrüsenentzündung (Hashimoto-Thyreoiditis) kann die beschriebenen Beschwerden auslösen. Dann lassen sich aber bestimmte Antikörper im Blut nachweisen. Sehr selten kann eine Schilddrüsenentzündung auch durch Bakterien ausgelöst werden. Dann fallen Eiterherde im Ultraschall und in der Biopsie auf.
Behandlung
Die Quervain-Thyreoiditis wird mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Ibuprofen behandelt. In schweren Fällen wird Kortison gegeben, um die Entzündung rasch zu stoppen.
Die Schilddrüsenüberfunktion wird in der Regel nicht behandelt, weil sie sich von selbst schnell wieder zurückbildet. Nur in schweren Fällen wird ein Medikament (Propranolol) gegeben.
Tritt im Erkrankungsverlauf eine Schilddrüsenunterfunktion auf, müssen Schilddrüsenhormone eingenommen werden.
Prognose
Bei ca. 80 % der Erkrankten kommt es zu einer Spontanheilung. Die Entzündung heilt dann folgenlos aus. Sie kann aber nach einiger Zeit erneut auftreten.
Etwa 20 % der Patient*innen müssen lebenslang Schilddrüsenhormone einnehmen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen.
Ihre Apotheke empfiehlt
Was Sie selbst tun können
Schonung. Solange die Entzündung nicht abgeklungen ist, braucht der Körper Ruhe, um zu heilen. Auch wenn Sie sich mit den Medikamenten schnell besser fühlen, verzichten Sie besser auf Sport und starke körperliche Anstrengung bei der Haus- und Gartenarbeit.
Kühlung. Viele Betroffene empfinden kühle Halswickel als wohltuend gegen den Schmerz und das Druckgefühl. Legen Sie mit kaltem Wasser angefeuchtete Tücher oder dünn mit Magerquark bestrichene Baumwollauflagen sanft auf die Halsregion auf. Lassen Sie sie einwirken, solange es Ihnen angenehm ist.
Medikamente. Schon 24 Stunden nach der ersten Einnahme von Kortison fühlen sich die meisten Betroffenen wieder beschwerdefrei. Setzen Sie dann auf keinen Fall das Medikament wieder ab. Kortison muss sehr langsam über längere Zeit ausgeschlichen werden, da es sonst häufig zu einem Rückfall kommt.
Quellen:
- Pschyrembel (2026) Thyreoiditis de Quervain. Webartikel zur Klinischen Praxis. Abgerufen am 22.07.2026 unter https://www.pschyrembel.de/Thyreoiditis%20de%20Quervain/K0RR4
- Amboss (2026) Thyreoiditis de Quervain. Webartikel zur Klinischen Praxis. Abgerufen am 22.07.2026 unter https://next.amboss.com/de/article/dg0o82?q=quervain-thyreoiditis
- Herold - Innere Medizin (2026) Subakute granulomatöse Thyreoiditis de Quervain. Webartikel zur Klinischen Praxis. Abgerufen am 22.07.2026 unter https://www.pschyrembel.de/Subakute%20granulomat%C3%B6se%20Thyreoiditis%20de%20Quervain/L0LB2
Die Haut von Diabetiker*innen braucht eine besondere Feuchtigkeitspflege.
Waschen, cremen, inspizieren
Hautpflege bei Diabetes
Eine Diabeteserkrankung wirkt sich auch negativ auf die Haut aus. Mögliche Folgen sind Pilzerkrankungen und unangenehmer Juckreiz. Mit einer guten Blutzuckereinstellung und der richtigen Pflege lässt sich jedoch gut vorbeugen.
Hautbarriere, Nerven und Gefäße in Gefahr
Bei bis zu 80% aller Diabetiker*innen treten Hautveränderungen auf. Dafür gibt es viele verschiedene Gründe. Durch die erhöhten Blutzuckerspiegel scheidet die Niere vermehrt Flüssigkeit aus und der Körper verliert Wasser. Auch die verringerte Schweiß- und Talgproduktion führt dazu, dass diabetische Haut austrocknet, rissig wird und ihre Schutzfunktion verliert. Weil dann auch die Hautbarriere leidet, werden Infektionen begünstigt. Außerdem schädigt der Diabetes Nerven und Gefäße, es kommt zu Durchblutungsstörungen, Wundheilungsstörungen, Taubheitsgefühlen und Missempfindungen.
Juckreiz und trockene Haut
Besonders häufig und unangenehm für Diabetiker*innen ist die trockene Haut und der daraus resultierende Juckreiz. Hier helfen oft schon konsequente Pflegeroutinen:
- Um die Haut nicht zusätzlich auszutrocknen, sollte nicht zu heiß und zu lange geduscht und gebadet werden (maximal 35°C und zehn Minuten).
- Zur Reinigung empfehlen sich rückfettende Ölduschen oder Ölbäder, individuelle Beratung dazu gibt es in der Apotheke.
- Nach dem Waschen sollte Diabetiker*innen die Haut vorsichtig, aber gründlich trockentupfen. Vor allem in den Achselhöhlen und zwischen den Zehen muss die Haut trocken sein, da sich in feuchten „Höhlen“ gerne Pilze ansiedeln. Trockenföhnen ist tabu: Durch die Nervenschädigung wird eine Überhitzung der Haut oft nicht bemerkt und es kann zu Hautschäden kommen.
- Feuchtigkeitsspendende Lotionen oder Cremes runden die Pflege ab. Besonders günstig für Diabetiker*innen sind harnstoffhaltige Präparate, weil Harnstoff nicht nur Wasser bindet und damit den Juckreiz lindert, sondern auch antibakteriell wirkt. Empfehlenswert sind auch Präparate mit der juckreizlindernden Gammalinolensäure (z. B. aus Nachtkerzenöl). In der Apotheke gibt es zudem spezielle, auf Diabetikerhaut zugeschnittene Pflegeserien.
Bei besonders starkem Juckreiz können kortisonhaltige Salben kurzfristig für Linderung sorgen. Eine Dauertherapie ist tabu, denn Kortison kann selbst die Hautschichten schädigen. Eine weitere Option bei starkem Juckreiz ist auch die Lichttherapie in der Hautarztpraxis.
Infektionen nie selbst behandeln!
Durch die geschwächte Hautbarriere, die bei Diabetes verminderte Immunabwehr und die gestörte Hautdurchblutung kommt es bei Diabetiker*innen besonders leicht zu Infektionen. Hefepilze befallen gerne Hautfalten oder den Intimbereich, aber auch „normale“ Fuß- und Nagelpilze haben ein leichtes Spiel. Auch bakterielle Infektionen wie Abszesse oder Furunkel sind häufig. In jedem Fall gilt, dass beim geringsten Verdacht auf eine Hautinfektion (z. B. durch Rötung, Juckreiz, Schmerzen) die Hausärzt*in aufgesucht werden muss.Eine Selbstbehandlung ist für Diabetiker*innen gefährlich, da sich bei ihnen aufgrund ihrer verminderten Immunabwehr Infektionen schnell ausbreiten können.
Allerdings können Diabetiker*innen Infekten durchaus vorbeugen. Dazu ist eine penible Hautpflege zum Schutz der Hautbarriere unerlässlich. Am allerwichtigsten ist jedoch die gute Blutzuckereinstellung. Bleibt der Blutzucker dauerhaft unter 200 mg/dl, sind Hautinfektionen bei Diabetiker*innen nicht häufiger als bei gesunden Menschen.
Quelle: Deutsche Diabetes Hilfe und Expertenchat

