Gesundheit heute

Schilddrüsendiagnostik

Schilddrüsenultraschall: Die Ultraschalluntersuchung ist aus der Schilddrüsendiagnostik nicht mehr wegzudenken und wird teilweise auch bereits in der Hausarztpraxis durchgeführt. Sie erlaubt eine präzise Größenschätzung der Schilddrüse, aber auch Knoten und Tumoren lassen sich gut erkennen.

Schilddrüsen-Feinnadelbiopsie: Diagnoseverfahren zur Klärung nicht eindeutiger Befunde. Unter Ultraschallkontrolle wird aus der verdächtigen Region mit einer dünnen Hohlnadel eine Probe entnommen und feingeweblich untersucht.

Schilddrüsenszintigrafie: In einer nuklearmedizinischen Abteilung erhält der Patient intravenös eine geringe Dosis einer radioaktiv markierten Substanz (Radionuklid, hier das Technetium), die von der Schilddrüse wie Jod in die Zellen aufgenommen wird. Aufnahmen der Schilddrüse mit einer speziellen Kamera (Scanner oder Gammakamera) zeigen Gebiete mit erhöhter Radionuklidspeicherung (warme bzw. heiße Knoten) oder fehlender Speicherung (kalte Knoten).

Heiße Knoten bilden deutlich mehr Schilddrüsenhormone als das restliche Gewebe und sind manchmal für eine Schilddrüsenüberfunktion verantwortlich. Jeder nicht speichernde, kalte Knoten ist krebsverdächtig und muss mit einer Gewebeentnahme (Feinnadelbiopsie) weiter abgeklärt werden, da er ein hohes Risiko birgt, bösartig zu sein.

Bei der Schilddrüsenszintigrafie werden nur geringe Mengen an radioaktiven Substanzen verwendet, so dass die Strahlenbelastung in der Regel sogar geringer ist als bei einer herkömmlichen Röntgenuntersuchung.

Suppressionsszintigrafie: Sie wird eingesetzt, um den hormonellen Regelkreis der Hypophyse zu prüfen, und schließt sich gegebenenfalls an eine Schilddrüsenszintigrafie an. Durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen über einige Tage wird eine kurzfristige künstliche Überfunktion erzeugt. Dies führt über eine verringerte Ausschüttung von TSH zu einer verminderten Radionuklidaufnahme des normalen Schilddrüsengewebes im Szintigramm. Dagegen speichern autonome Bezirke, die sich der Kontrolle durch das übergeordnete TSH entziehen (hormoneller Funktionstest), das Radionuklid ebenso stark wie im Ausgangszintigramm.

Von: Kristine Raether-Buscham, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
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Deutsche sind viel zu träge

Wer zur Arbeit radelt, fährt pro Woche eine Menge gesunde Bewegungsminuten ein.

Deutsche sind viel zu träge

Vor allem junge Leute

Bewegung hält gesund – und zwar physisch und psychisch. Doch gut ein Viertel der Weltbevölkerung bewegt sich viel zu wenig. Die Deutschen sind im Vergleich zu anderen reichen Ländern sogar besonders träge.

Gegen Demenz und Dickdarmkrebs

Ob Spazierengehen, Radfahren, Joggen oder Schwimmen: Wer sich regelmäßig bewegt, senkt nicht nur sein Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes und Dickdarmkrebs. Auch psychischen Erkrankungen wie der Depression und der Demenz kann man mit etwas Sport vorbeugen.

Die WHO empfiehlt Erwachsenen deshalb 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche. 27,5% der Weltbevölkerung schaffen das nicht. Besonders groß ist das Problem in Ländern mit einem hohen Einkommen, berichtet die WHO. Dort ist der Anteil der Bewegungsmuffel mit 36,8 % doppelt so hoch wie in den armen Ländern (16,2 %).

80 % der deutschen Teenager zu faul

Deutschland schneidet im Vergleich mit den anderen reichen Ländern zusätzlich schlecht ab. 44 % der Frauen und 40 % der Männer bewegen sich laut WHO zu wenig. Besonders träge sind junge Menschen zwischen 11 und 17 Jahren. Von den deutschen Jungs sind 80 %, bei den Mädchen sogar 88% Couchpotatoes. Sie sollten sich eine Scheibe bei den gleichaltrigen Finn*innen abschneiden: Dort bewegen sich nur 16% der weiblichen und 17% der männlichen Teenager weniger als die WHO empfiehlt.

Hausarbeit und Treppensteigen

Dabei ist körperliche Betätigung gar nicht so schwer. Keiner muss dafür bei Wind und Wetter auf der Aschenbahn seine Runden drehen oder stundenlang im Fitnessstudio schwitzen. Schon mit dem Rad zur Arbeit zu fahren bringt wertvolle Bewegungsminuten. Auch zügiges Gehen zählt, ebenso wie Treppensteigen statt Aufzugfahren, Spielen mit den Kindern und Hausarbeit. Zudem gibt es seit Corona immer mehr Fitness-Angebote, bei denen man von zuhause aus mitmachen kann, betonen Mitarbeiter*innen der WHO.

Sie rechnen vor, dass bis 2030 mangels Bewegung 500 Millionen Menschen erkranken. Sie alle zu behandeln koste die Welt 27 Milliarden Dollar. Dieses Geld könne man besser anlegen: Zum Beispiel, um 100 Millionen Ärztinnen und Ärzte auszubilden.

Quelle: Ärztezeitung 

Von: Dr. med Sonja Kempinski; Bild: NDAB Creativity/shutterstock.com