Gesundheit heute

Aufbau und Funktion der Lymphgefäße

1953_GTV_Lymphatisches_System.png|Das Lymphatische System leitet die Lymphe von der Körperperipherie zum Zentrum hin. In den Lymphwegen sind immer wieder Lymphknoten als wesentliche Filterstation dazwischengeschaltet. Dort identifizieren weiße Blutkörperchen Bakterien und andere Krankheitserreger und produzieren genau passende Antikörper, die dann mit dem Lymphabfluss ins Blut abgegeben werden und den Kranheitserreger rasch ausschalten. |[GTV 1953]|Schematischer Überblick über die Organe des Lymphsystems

Als Lymphe (wörtlich „klares Wasser“) wird die in den Lymphgefäßen fließende wässrige hellgelbe Flüssigkeit bezeichnet. Sie transportiert Eiweiße, Fette, Wasser und Immunzellen. Sie passiert dabei die Lymphknoten und fließt über einen zentralen Sammelleiter, den Ductus thoracicus in der Nähe des Herzens in das Venensystem. Das Lymphgefäßsystem ähnelt dem venösen System und ergänzt dieses. Es hat zwar nur eine geringere Transportkapazität, übernimmt dafür aber in seinen Schaltstellen, den Lymphknoten, eine zentrale Rolle in der Abwehr und bei der Beseitigung von Krankheitserregern, lokalen Entzündungsprozessen und entarteten Krebszellen.

Die Lymphknoten haben deshalb eine Schlüsselrolle in der Diagnostik chronischer Entzündungsprozesse, v. a. aber von gut- und bösartigen Tumorerkrankungen.

Von: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Dieter Simon in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
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Morgens oder abends schlucken?

Blutdrucksenker darf man morgend oder abends nehmen – Hauptsache, immer zur gleichen Zeit.

Morgens oder abends schlucken?

Mittel gegen hohen Blutdruck

Lange hieß es, Blutdrucksenker sollten morgens eingenommen werden. Dann wurde wieder zur abendlichen Einnahme geraten. Was stimmt denn nun?

Weniger Schlaganfälle durch abendliche Blutdrucksenkung

2019 machte eine spanische Studie zur Blutdrucksenkung Furore. 19.000 Hochdruckpatient*innen hatten daran teilgenommen. Die eine Hälfte nahm ihren Blutdrucksenker abends, die anderen morgens ein. In den sechs Jahren der Studie hatten diejenigen, die ihre blutdrucksenkende Medikation vor dem Zu-Bett-Gehen schluckten, ein deutlich verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herztod. Grund genug, Hypertoniker*innen die abendliche Tabletteneinnahme zu empfehlen.

Zweifel am Studienaufbau

Doch schon damals gab es Zweifel an der gefeierten Studie. Expert*innen kritisierten beispielsweise den Studienaufbau. Außerdem waren die Blutdruckunterschiede in den beiden Einnahmegruppen eigentlich zu gering, um die deutlichen Unterschiede bei der Anzahl der Herzerkrankungen zu erklären. Britische Forscher*innen starteten deshalb eine Untersuchung mit rund 21.000 Hochdruckkranken, von denen ebenfalls die eine Hälfte ihre Blutdrucksenker morgens, die andere abends einnahm.

In beiden Gruppen erwies sich die Anzahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinfarkt oder Schlaganfall als gleich. Auch die Zahl der gefäßbedingten Todesfälle unterschied sich nicht. Ob morgendliche oder abendliche Einnahme der Blutdrucktabletten, in puncto Herzgesundheit war keine Einnahmezeit besser als die andere, betonen die Autor*innen.

Tageszeit egal – Hauptsache einnehmen

Die eigentliche Botschaft dieser Studie ist einfach: Patient*innen sollen ihre Blutdrucksenker zwar immer zum selben Zeitpunkt nehmen – ob aber nun morgens oder abends, spielt keine Rolle. Das wichtigste ist, dass die Tabletten überhaupt eingenommen werden.

Denn weil ein hoher Blutdruck nicht schmerzt, lässt jede zweite Blutdruckpatient*in nach zwei Jahren die Blutdrucksenker wieder weg. Und bringt damit unwissentlich Herz, Niere und Gehirn in Gefahr.

Quelle: Ärztezeitung, The Lancet

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Photoroyalty/shutterstock.com