Gesundheit heute
Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und Nahrungsmittel-Allergien
Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien (Lebensmittelallergien): Reaktionen wie Juckreiz, Ausschläge, Atemnot oder auch Bauchschmerzen und Durchfälle nach Verzehr bestimmter Nahrungsmittel. Die Ursachen sind entweder eine echte Allergie, eine pseudoallergische Reaktion oder Störungen im Verdauungsbereich wie der Mangel an bestimmten Verdauungsenzymen.
Nahrungsmittelallergien treten bei bis zu 5 % der Bevölkerung auf, am häufigsten im Kleinkindalter; Frauen und Mädchen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer und Jungen. Die Allergien lösen sowohl am Magen-Darm-Trakt Beschwerden aus, als auch an der Haut, den Atemwegen und dem Kreislaufsystem. Wenn es gelingt, das Allergen zu identifizieren und zu meiden, kann die Nahrungsmittelallergie bei Kindern in bis zu 50 % und bei Erwachsenen in bis zu 30 % der Fälle wieder völlig verschwinden.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten aufgrund von Enzymmangel werden auch Nahrungsmittelintoleranzen genannt. Ein Beispiel dafür ist die Laktoseintoleranz, bei der Betroffene keinen Milchzucker vertragen. Werden die jeweiligen Nahrungsmittel gemieden, treten keine Beschwerden auf.
Symptome und Leitbeschwerden
Allergien und Pseudoallergien:
- Hautausschlag, mit 50 % am häufigsten
- Juckreiz und pelziges Gefühl an Lippen und Gaumen, seltener Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall (20 %)
- Allergischer Schnupfen, Atemnot bei Schwellung des Rachens oder Verengung der Bronchien (20 %)
- Bei schweren akuten Reaktionen: Pulsanstieg und Blutdruckabfall mit Schwäche, Schwindel, kaltschweißiger Haut bis zum allergischen Kreislaufschock.
Enzymmangel:
- Durchfall
- Bauchkrämpfe
- Blähungen (besonders nach Milchgenuss).
Wann in die Arztpraxis
In den nächsten Wochen, wenn
- auf bestimmte Nahrungsmittel immer wieder mit einer oder mehreren der oben genannten Beschwerden reagiert wird, z. B. Ausschlag, Erbrechen oder Durchfall.
Sofort die (Not-)Ärzt*in rufen, wenn
- nach einem Essen Atemnot, Schweißausbruch, Schwäche, Schwindel und/oder Bewusstseinsstörungen auftreten!
Die Erkrankung
Es gibt viele verschiedene Ursachen, warum Betroffene ein Lebensmittel oder einen Bestandteil nicht vertragen. Darum werden beim Thema Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit die Bezeichnungen oft missverständlich angewendet und durcheinandergeworfen.
Nahrungsmittelallergien
Bei einer echten Nahrungsmittelallergie bildet der Organismus Antikörper gegen Bestandteile der Nahrung (= Antigen). Lagern sich Antigen und Antikörper zu einem Immunkomplex zusammen, wird Histamin freigesetzt. Histamin wiederum verursacht die typischen allergischen Symptome wie Schwellung, Rötung und Juckreiz. Gefährlich wird die Situation, wenn allergische Reaktionen so stark sind, dass es zu Atemnot und allergischem Kreislaufschock kommt.
Auslöser. Die häufigsten Allergene, also Nahrungsmittel oder -bestandteile, die eine echte Nahrungsmittelallergie verursachen, sind Milch, Eier, Fische und Schalentiere, aber auch Soja, Nüsse, verschiedene Obst- und Gemüsesorten und Mehle. Zu den Nahrungsmittelallergien gehört z. B. auch die Weizenallergie. Oft leiden die Betroffenen zusätzlich an Pollenallergien, die dann über Kreuzreaktionen Nahrungsmittelallergien auslösen.
Pseudoallergie
Bei Pseudoallergien verursachen unterschiedliche Substanzen eine direkte Histaminfreisetzung, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Die Symptome sind allerdings die gleichen.
Auslöser. Die wichtigsten Auslöser einer pseudoallergischen Reaktion sind in Nahrungsmitteln enthaltene Substanzen wie
- Histamin (Sauerkraut, Käse, Rotwein)
- Serotonin (Bananen, Walnüsse)
- Tyramin (Käse, Fisch, Tomaten, Avocados, Wein, Hefe, Bananen)
- Phenyläthylamin (Schokolade)
- Lebensmittelzusätze Tartrazin, Benzoesäure und Sulfit
- natürlich vorkommende Sulfite (Bier, Wein)
- Salycilate (Obst und Kartoffeln)
- Glutamat (Geschmacksverstärker, oft in der asiatischen Küche).
Nahrungsmittelunverträglichkeiten durch Enzymmangel
Neben Allergie und Pseudoallergie führt auch ein Mangel an bestimmten Verdauungsenzymen zur Nahrungsmittelunverträglichkeit (Nahrungsmittelintoleranz). Der Enzymmangel ist entweder angeboren oder entsteht durch Schädigung der Darmschleimhaut.
Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz). Die Milchzuckerunverträglichkeit ist ein weit verbreitetes Phänomen, das mit zunehmendem Alter häufiger auftritt. So leiden bis zu 15 % der Erwachsenen in Europa an einem angeborenen Mangel des Enzyms Laktase. Laktase spaltet im Darm Milchzucker (Laktose) in seine zwei Zuckerbestandteile Glukose und Galaktose. Diese werden dann von der Dünndarmschleimhaut aufgenommen und zur weiteren Verarbeitung vom Blut in die Leber transportiert. Fehlt die Laktase, gelangt der nicht aufgespaltene Milchzucker unverdaut in den Dickdarm. Dort wird er von den Darmbakterien in Milchsäure, Kohlendioxid und Wasserstoff abgebaut, was Durchfall, Blähungen und krampfartige Schmerzen verursacht.
Auch Erkrankungen des Dünndarms mit Schädigung der Schleimhaut (wie z. B. bei der Zöliakie) führen dazu, dass Laktose nicht richtig verdaut und aufgenommen wird und stattdessen im Dickdarm zu Blähungen und Durchfall führt.
Neben der häufigen Milchzuckerunverträglichkeit gibt es noch andere, seltenere Enzymmangelkrankheiten, bei denen die verminderte Verdauung von Galaktose, Fruktose, Sorbit u. a. zu ähnlichen Beschwerden führt.
Bei der angeborenen Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fruktoseintoleranz) ist die Leber durch einen Enzymmangel nicht in der Lage, den durch Früchte und Fruchtsäfte aufgenommenen Fruchtzucker (Fruktose) abzubauen. Es kommt schon im Säuglingsalter nach dem Abstillen und den ersten Mahlzeiten mit Früchten oder Fruchtsäften zu schweren Unterzuckerungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und zu schweren Nieren- und Leberschäden. Die Betroffenen meiden im Kleinkindalter instinktiv alle fruchtzuckerhaltigen Nahrungsmittel.
Zu Blähungen, Durchfällen und Bauchschmerzen nach dem Verzehr von Obstsäften und Früchten kommt es auch bei der Fruktosemalabsorption (d. h. der verminderten Aufnahme von Fruktose über die Darmschleimhaut). Hier ist der Transportmechanismus durch die Darmschleimhaut gestört.
Die Galaktoseunverträglichkeit (besser Galaktosämie) ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung, bei der gleich 3 verschiedene Enzyme für den Abbau der Galaktose fehlen können. Galaktose wird im Darm von Laktose abgespalten und kommt daher sowohl in Muttermilch als auch in Kuhmilch vor. Betroffene Säuglinge reagieren ab der ersten Fütterung mit Durchfällen, Erbrechen und Gewichtsabnahme. Durch Ansammlung der nicht abgebauten Galaktose können schon wenige Wochen nach der Geburt Leberschäden und Linsentrübung entstehen, langfristig droht eine Intelligenzminderung durch Ablagerung der nicht abbaubaren Galaktose im Gehirn. Deswegen werden Neugeborene direkt nach der Geburt auf eine Galaktosämie getestet (Neugeborenen-Screening). Ist der Test positiv hilft nur eine sofortige lebenslange galaktosefreie Diät, unter der sich die Kinder dann ganz normal entwickeln.
Neben dieser angeborenen Störung entstehen Galaktoseunverträglichkeiten auch dann, wenn die Darmschleimhaut durch eine Erkrankung geschädigt und die Aufnahme der Galaktose dadurch gestört ist. Diese Unverträglichkeit führt aber nur zu Darmsymptomen wie Blähungen und Durchfall.
Weizenallergie, Zöliakie und Weizensensitivität
Bei diesen drei Nahrungsmittelunverträglickeiten reagiert der Körper auf Weizenbestandteile.
- Bei der Weizenallergie sind die Eiweißbestandteile des Weizens wie Weizenalbumin, -globulin und das Klebereiweiß Gluten die auslösenden Allergene. Zusätzlich zu Verdauungsbeschwerden können Beschwerden außerhalb des Magen-Darm-Traktes auftreten, zum Beispiel Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen. Besonders schwer trifft die Weizenallergie Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose. Studien zufolge verstärken sich deren Symptome durch die Weizenproteine. Die Therapie besteht aus dem ein- bis zweijährigen Verzicht auf Weizen und verwandte Getreidesorten wie Dinkel und Grünkern. Tritt die allergische Reaktion danach erneut auf, muss die Patient*in evtl. lebenslang auf diese Nahrungsmittel verzichten. In akuten Fällen mildert Kortison die Symptome.
- Die [einheimische] Sprue oder Zöliakie, auch glutensensitive Enteropathie genannt, beruht auf einer autoimmunen Reaktion auf das in vielen Getreidesorten vorkommende Gluten (Klebereiweiß). Bei den Betroffenen kommt es zu einer schweren Darmentzündung, sodass der Darm schließlich keine Nährstoffe mehr aufnehmen kann. Die Folge sind Malabsorptionszeichen (mangelhafte Versorgung mit Nährstoffen) wie Durchfall und Gewichtsabnahme. Ältere Säuglinge leiden manchmal kurz nach dem Abstillen an schweren Gedeihstörungen. Auch Hauterkrankungen kommen bei einer Zöliakie häufig vor. In vielen Fällen tritt die Zöliakie gemeinsam mit einer Milchzuckerunverträglichkeit auf und erhöht die Gefahr, dass sich Lymphdrüsenkrebs entwickelt. Eine lebenslange glutenfreie Kost lässt die Beschwerden meist völlig verschwinden; auch das Krebsrisiko nimmt ab.
- Die Symptome der Weizensensitivität ähneln oft denen der Zöliakie. Die Betroffenen reagieren mit Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen auf den Verzehr von Weizenprodukten. Es handelt sich um eine Unverträglichkeitsreaktion, deren genaue Ursache noch nicht geklärt ist. Die Diagnose erfolgt, indem eine Weizenallergie, eine Zöliakie und andere Lebensmittelunverträglichkeiten ausgeschlossen werden. Die Therapie besteht wie bei der Zöliakie aus dem Verzicht auf Gluten. Nach 2 Jahren glutenfreier Ernährung können Betroffene erneut testen, ob sie weizenhaltige Lebensmittel vertragen.
Diagnosesicherung
Um herauszufinden, welche Nahrungsmittel die Beschwerden auslösen, wird etwa 3 Wochen lang ein Ernährungstagebuch geführt. Genügt dies nicht, um das verdächtige Lebensmittel zu identifizieren, versucht man, dieses durch eine Eliminationsdiät zu finden. Der Betroffene nimmt 7 Tage lang eine allergenarme Kost auf der Basis von Reis und Kartoffeln zu sich. Lassen dabei die Beschwerden nach, ist eine Nahrungsmittelallergie bzw. -unverträglichkeit wahrscheinlich. Danach werden schrittweise weitere Nahrungsmittel auf den Speiseplan gesetzt (Suchdiät), bis wieder Beschwerden auftreten. Verringern sich diese nach Weglassen des verdächtigen Lebensmittels und treten nach erneutem Verzehr wiederum auf, ist der Auslöser erkannt.
Hauttestungen auf verschiedene Allergene und Blutuntersuchungen vervollständigen die Diagnose; allerdings fallen sie häufig falsch aus. Deshalb ist das Auslösen der Beschwerden durch das identifizierte Nahrungsmittel die wichtigste diagnostische Methode.
Diagnose bei Laktoseintoleranz
Laktose-Toleranztest. Die Diagnose liegt nahe, wenn nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten immer wieder Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfälle auftreten, und diese Beschwerden ausbleiben, sobald Betroffene auf diese Nahrungsmittel verzichten. Mit dem Laktose-Toleranztest (Milchzucker-Toleranztest) weist die Ärzt*in den Mangel des für die Milchverdauung notwenigen Enzyms Laktase (Milchzuckerunverträglichkeit) nach. Der Test ist billig und einfach durchzuführen: Für die Untersuchung trinkt die Patient*in morgens 50 g in Wasser gelösten Milchzucker. Nach 30, 60, 90 und 120 Minuten wird Blut entnommen und der Blutzuckerspiegel wird bestimmt. Wenn ausreichend viel Laktase in der Dünndarmschleimhaut vorhanden ist, nimmt der Körper die aus dem Milchzucker gespaltene Glukose ins Blut auf und die Ärzt*in kann eine Erhöhung des Blutzuckerwertes feststellen. Heute wird jedoch zunehmend der direkte Enzymnachweis im Rahmen feingeweblicher Untersuchungen von Dünndarm-Gewebeproben bevorzugt, die durch eine Darmspiegelung gewonnen werden.
Wasserstoff-Atemtest. Auch der Wasserstoff-Atemtest (H2-Atemtest) zeigt, wie gut Milchzucker im Dünndarm durch das Enzym Laktase gespalten wird. Diesen Test kombiniert die Ärzt*in in der Regel mit dem Laktose-Toleranztest. Nachdem die Patient*in eine Milchzuckerlösung getrunken hat, pustet sie in ein Gerät. Bei einem Mangel an Laktase wird der aufgenommene Milchzucker im Darm nicht ausreichend in Glukose und Galaktose gespalten, sondern gelangt in den Dickdarm. Dort wird der Milchzucker abgebaut, wobei Wasserstoff (H2) entsteht, der dann beim Ausatmen in der Atemluft nachgewiesen werden kann.
Diagnose bei Fruchtzuckerunverträglichkeit
Bei Verdacht auf eine angeborene Fruchtzuckerunverträglichkeit erfolgt die Diagnose durch eine Leberbiopsie. Die Erkrankung ist nicht heilbar; meiden Betroffene größere Mengen von Fruchtzucker, besteht aber eine normale Lebenserwartung. Die Fruktosemalabsorption (also die Störung in der Aufnahme der Fruktose durch die Darmschleimhaut) lässt sich wie die Laktoseintoleranz durch einen Wasserstoff-Atemtest nachweisen.
Differenzialdiagnosen: Bei Blähungen, Durchfällen und Bauchkrämpfen im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme muss die Ärzt*in weitere Erkrankungen des Verdauungstrakts ausschließen, wie z. B. Zöliakie, chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung und Morbus Crohn.
Behandlung
Die Behandlung besteht darin, das oder die auslösende(n) Nahrungsmittel zu meiden. Vielfach müssen die Betroffenen sich auch gegen verschiedene Pollen schützen, gegen die oft eine Kreuzallergie besteht. So sind Birkenpollenallergiker oft auch gegen Äpfel, Steinobst und Haselnüsse allergisch; während Latexallergiker auch allergisch auf Avocados, Bananen, Feigen und Pfirsiche reagieren.
Bei Milchzuckerunverträglichkeit ist es ebenfalls wichtig, auf Milch und Milchprodukte zu verzichten oder – in leichteren Fällen – diese nur in reduzierter Menge zu sich zu nehmen. Außerdem können Betroffene auf laktosefreie Milch und Milchprodukte zurückgreifen.
Im Alltag ist es jedoch nicht immer möglich, Nahrungsmittel vollständig zu meiden, in denen z. B. Milch und Eier verarbeitet sind. Dann können Medikamente, die die Mastzellen vor einer Histaminausschüttung bewahren (z. B. Colimune®) oder auch Antihistaminika eingesetzt werden. Sofern nicht mehr als drei Allergien gleichzeitig bestehen, hilft eine Hyposensibilisierung.
Notfalltherapie
Allergiker*innen, die schon einmal einen allergischen Schock erlitten haben oder unter schwerem Asthma leiden, sollten immer ein Notfallset mit sich führen. Mit den darin befindlichen Medikamenten kann sich die Patient*in bei einer schweren allergischen Reaktion selbst behelfen, bis eine Ärzt*in vor Ort ist. In der Regel befinden sich in einem solchen Notfallset
- Adrenalin in einem Auto-Injektor, mit dem der Wirkstoff von der Patient*in selbst oder einer Helfer*in direkt in die Oberschenkelmuskulatur gespritzt wird. Adrenalin wirkt innerhalb von 5–10 Minuten, bessert die Atemnot und stabilisiert den Kreislauf.
- Antihistaminikum, am besten als Tropfen. Es lindert den Juckreiz und wirkt krampflösend.
- Kortison als Spray oder Tabletten. Die Wirkung tritt erst nach ca. 1 Stunde ein, hält dafür aber länger an als bei Adrenalin oder einem Antihistaminikum.
Prognose
Wird die auslösende Substanz jahrelang gemieden, verschwindet eine echte Nahrungsmittelallergie manchmal wieder von selbst. Betroffene Kinder entwickeln häufig mit zunehmendem Alter eine Toleranz auf das ursprüngliche Allergen. Deshalb empfehlen Expert*innen, bei Kindern jährlich zu überprüfen, ob die Diät noch notwendig ist.
Bei angeborenem Enzymmangel (Fruktoseintoleranz, Galaktosämie, Laktoseintelorenz) ist eine lebenslange Diät nötig. Vor allem bei der Galaktosämie – wird hier die Diät nicht eingehalten, drohen schwere Schäden wie Leberzirrhose, motorische und geistige Störungen sowie die Erblindung.
Ihre Apotheke empfiehlt
Was Sie selbst tun können
Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben viele Gesichter: ihr Schweregrad reicht von im Alltag vernachlässigbaren bis hin zu schwersten Beeinträchtigungen. Entsprechend können die folgenden Tipps nur einige allgemeine Maßnahmen beschreiben:
- Meiden Sie Fertigprodukte, deren Verträglichkeit Sie nicht kennen bzw. deren Inhaltsstoffe Sie nicht eindeutig ermitteln können.
- Machen Sie sich mit den verschiedenen Bezeichnungen vertraut, mit denen die Allergie auslösende bzw. unverträgliche Substanz auf den Lebensmitteln gekennzeichnet ist, z. B. die E-Nummer bei unverträglichen Konservierungsmitteln.
- Hilfreich sind Apps für das Handy, die Informationen über Lebensmittelzusätze bieten. Ein Beispiel dafür ist die App "E Nummern Lebensmittelzusätze" für Android oder iOS (kostenpflichtig).
- Manche Nahrungsmittel verursachen nur im rohen Zustand eine allergische Reaktion. Geben Sie deshalb, wann immer möglich, erhitzten Speisen den Vorzug.
- Viele Betroffene profitieren davon, dass sie grundsätzlich Gewürzmischungen, histaminreiche Lebensmittel sowie Alkohol und Fruchtsäfte meiden.
- Wenn Sie auf Grundnahrungsmittel oder eine Vielzahl von Nahrungsmitteln allergisch reagieren, empfiehlt sich eine Ernährungsberatung. Hier erhalten Sie Auskunft darüber, welche Alternativnahrungsmittel Sie verwenden können, um Ihren täglichen Nährstoffbedarf zu decken.
Besprechen Sie mit Ihrer Hausärzt*in oder Internist*in, ob sie Ihnen ein Rezept für Kortison (z. B. zwei Tabletten Dexamethason mit je 8 mg) zur Selbstbehandlung im Notfall ausstellen. Diese Medikamente sollten Sie immer mit sich führen und bei akuten Unverträglichkeitsreaktionen vorsorglich einnehmen, um einen allergischen Schock zu verhindern. Eventuell gehören Sie auch zu den Patient*innenen, die vorsorglich ein Notfallset mit einem Adrenalin-Autoinjektor bei sich führen sollten. Auch dafür stellen Ihnen Ihre behandelnden Ärzt*innen ein Rezept aus.
Weiterführende Informationen
- www.DZG-online.de – Website der Deutschen Zöliakie Gesellschaft, Stuttgart: Mit Informationen zur Diät und zu glutenfreien Lebensmitteln.
- www.mein-allergie-portal.com - Website für Betroffene, auf der man Informationen für eine Vielzahl von Allergien findet.
Hämorrhoiden sind weit verbreitet – fast jeder Erwachsene macht mit ihnen Bekanntschaft.
Was tun bei Hämorrhoiden?
Probleme mit der Kehrseite
Hämorrhoiden sind weit verbreitet – und trotzdem spricht kaum jemand darüber. Dabei hat fast jeder Erwachsene im Laufe des Lebens Beschwerden im Analbereich. Die gute Nachricht: In vielen Fällen lassen sich die Symptome mit einfachen Maßnahmen lindern. Und falls das nicht ausreicht, gibt es wirksame Behandlungen bis hin zu schonenden Eingriffen.
Hämorrhoiden – was ist das eigentlich?
Der Begriff „Hämorrhoiden“ wird oft verwendet, als wären sie eine Krankheit. Tatsächlich hat jeder Mensch Hämorrhoiden. Denn dabei handelt es sich um gut durchblutete Gefäßpolster im Enddarm, die gemeinsam mit dem Schließmuskel dafür sorgen, dass der Darm zuverlässig dicht bleibt.
Problematisch werden Hämorrhoiden erst, wenn sie sich vergrößern oder nach außen vorwölben. Fachleute sprechen dann von einem Hämorrhoidalleiden – kurz „Hämorrhoiden“. Die Beschwerden können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, sind aber in den meisten Fällen gut behandelbar.
Hinweis: Männer und Frauen sind etwa gleich häufig von Hämorrhoiden betroffen. Das Risiko steigt jedoch mit zunehmendem Alter deutlich an.
Wie machen sich Hämorrhoiden bemerkbar?
Die Symptome hängen davon ab, wie stark die Hämorrhoiden vergrößert sind. Typische Beschwerden sind:
- Juckreiz, Brennen oder Nässen am After
- Druck- oder Fremdkörpergefühl
- Schmerzen, insbesondere bei gereizten oder entzündeten Hämorrhoiden
- hellrote Blutspuren auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl
- Schwierigkeiten beim Abwischen
- ein Vorwölben oder Heraustreten von Gewebe beim Stuhlgang
Hellrote Blutungen sind zwar ein häufiges Zeichen für Hämorrhoiden, sollten aber immer ärztlich abgeklärt werden. Denn auch andere Erkrankungen des Enddarms oder Darms können Blutungen verursachen.
Hinweis: Kinder entwickeln nur sehr selten Hämorrhoiden. Treten bei ihnen Blutungen oder Knoten am After auf, steckt meist eine andere Ursache dahinter. In diesen Fällen ist ein Besuch bei der Kinderärzt*in ratsam.
Alter und Druck begünstigen Hämorrhoiden
Warum sich die Gefäßpolster im Enddarm vergrößern, ist nicht immer eindeutig zu klären. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehört zunächst einmal das Alter. Mit zunehmendem Alter verliert das Bindegewebe an Elastizität, wodurch die Hämorrhoidalpolster leichter nach unten rutschen oder sich vorwölben. Deshalb treten Hämorrhoiden besonders häufig ab dem mittleren Lebensalter auf.
Als wichtigster Risikofaktor gilt allerdings die chronische Verstopfung. Ist der Stuhlgang nur unter starkem Pressen erfolgreich, steigt der Druck im Enddarm deutlich an. Dadurch werden die Hämorrhoidalpolster immer wieder belastet und können sich mit der Zeit vergrößern. Langes Sitzen auf der Toilette – etwa beim Lesen oder Scrollen auf dem Smartphone – gilt ebenfalls als ungünstig. Eine aktuelle Studie fand einen Zusammenhang zwischen häufiger Smartphone-Nutzung auf der Toilette und einem erhöhten Risiko für Hämorrhoiden.
Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Wer wenig Ballaststoffe aufnimmt und zu wenig trinkt, hat häufig harten Stuhl. Dadurch wird nicht nur der Stuhlgang erschwert. Der harte Stuhl kann beim Pressen die empfindliche Schleimhaut verletzen.
Übergewicht begünstigt das Hämorrhoidalleiden dadurch, dass der Druck im Bauchraum höher wird. Dadurch wird der venöse Abfluss aus den Gefäßpolstern erschwert, das Blut staut sich und die Hämorrhoiden schwellen an und vergrößern sich. Erhöhter Druck im Bauchraum ist auch einer der Gründe, warum Schwangere oft Hämorrhoiden entwickeln. Ein weiterer sind die Schwangerschaftshormone, die das Bindegewebe zusätzlich lockern.
Hinweis: Hämorrhoiden entstehen nicht durch mangelnde Hygiene. Auch scharfes Essen verursacht sie nicht, kann bereits bestehende Beschwerden jedoch gelegentlich verstärken.
Beschwerden abklären und Ursachen finden
Probleme im Analbereich sind immer noch mit Scham verbunden. Deshalb schieben viele Menschen den Besuch bei einer Ärzt*in lange hinaus. Dabei ist die Untersuchung bei Verdacht auf Hämorrhoiden Routine und dauert meist nur wenige Minuten. Wichtig ist die Abklärung aber auch deshalb, weil Beschwerden wie Blutungen, Schmerzen oder ein Fremdkörpergefühl nicht immer durch Hämorrhoiden verursacht werden – manchmal kann z. B. auch ein Darmkrebs dahinterstecken.
Unbedingt in die ärztliche Praxis sollte man, wenn
- Blutungen auftreten,
- starke Schmerzen bestehen,
- sich die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht bessern,
- Hämorrhoiden immer wiederkehren,
- ein Knoten plötzlich stark schmerzt oder anschwillt,
- ungewollter Gewichtsverlust oder Veränderungen der Stuhlgewohnheiten hinzukommen.
Die Diagnose stellt die Ärzt*in in der Regel anhand der Beschwerden und einer Untersuchung des Analbereichs. Schon sicht- und tastbare Veränderungen können auf vergrößerte Hämorrhoiden hinweisen. Zur endgültigen Diagnose ist häufig eine Spiegelung des Enddarms erforderlich.
Dabei führt die Ärzt*in vorsichtig ein 8 bis 15 cm langes Endoskop in den Enddarm ein. So können die Hämorrhoidalpolster direkt betrachtet und Größe sowie Ausmaß der Veränderungen beurteilt werden. Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten und ist in der Regel nicht schmerzhaft. Ein spezielles Abführen wie bei der Darmspiegelung ist normalerweise nicht erforderlich. Anhand der Ergebnisse werden Hämorrhoiden in vier Schweregrade eingeteilt. Das hilft, die jeweils passende Behandlung auszuwählen.
Was kann ich selbst gegen Hämorrhoiden tun?
Bei leichten Beschwerden helfen oft schon Änderungen der Lebensgewohnheiten. Ziel ist es, den Stuhl weich zu halten und starkes Pressen zu vermeiden.
- Ballaststoffe erhöhen. Empfohlen werden täglich etwa 20 bis 30 Gramm Ballaststoffe. Sie binden Wasser, vergrößern das Stuhlvolumen und erleichtern die Darmentleerung. Geeignete ballaststoffreiche Lebensmittel sind Obst und Gemüse, Vollkornbrot und Haferflocken, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Wer bisher wenig Ballaststoffe gegessen hat, sollte die Menge langsam steigern, damit es nicht zu Blähungen kommt.
- Ausreichend trinken. Ballaststoffe können ihre Wirkung nur entfalten, wenn genügend Flüssigkeit aufgenommen wird. Empfehlenswert sind etwa fünf bis sechs Gläser Wasser pro Tag, bei Hitze oder körperlicher Aktivität entsprechend mehr.
- Nicht pressen. Starkes Pressen erhöht den Druck auf die Gefäßpolster. Deshalb sollte man sich ausreichend Zeit für den Toilettengang nehmen, ohne zu drücken. Wichtig ist auch, die Toilette beim Verspüren des Stuhldrangs aufzusuchen und den Toilettengang nicht unnötig hinauszuschieben.
- Nicht zu lange auf der Toilette sitzen. Langes Sitzen – z. B. mit dem Smartphone oder einer Zeitung – kann den Druck auf die Hämorrhoiden und damit die Beschwerden verstärken. Der Toilettengang sollte deshalb möglichst kurz und ohne langes Verweilen erfolgen.
- Mehr bewegen. Regelmäßige körperliche Aktivität regt die Darmtätigkeit an und kann Verstopfung vorbeugen. Bereits tägliche Spaziergänge sind dabei hilfreich.
Tipp: Häufiges Heben oder Tragen schwerer Lasten erhöht den Druck im Bauchraum und belastet bestehende Hämorrhoiden zusätzlich. Achten Sie beim Heben auf eine rückenschonende Technik und vermeiden Sie unnötig schwere Lasten.
Den Analbereich sanft behandeln
Bei Hämorrhoiden ist eine sanfte Pflege besonders wichtig. Zu kräftiges Reiben, häufiges Waschen oder aggressive Reinigungsmittel können die empfindliche Haut und Schleimhaut zusätzlich reizen und Juckreiz oder Brennen verstärken.
Am besten reinigen Sie den Analbereich nach dem Stuhlgang möglichst schonend:
- Verwenden Sie lauwarmes Wasser zur Reinigung. Ein weicher Waschlappen oder die Dusche eignen sich besser als starkes Reiben mit Toilettenpapier.
- Tupfen Sie die Haut anschließend vorsichtig trocken, statt zu rubbeln. Feuchtigkeit im Analbereich kann Hautreizungen begünstigen.
- Verzichten Sie auf parfümierte Feuchttücher, Duftseifen oder aggressive Intimwaschlotionen. Sie können die natürliche Schutzbarriere der Haut stören und Reizungen auslösen.
- Vermeiden Sie häufiges Nachreinigen, wenn kein Stuhl mehr vorhanden ist. Zu viel Reibung belastet die Haut.
Hinweis: Eine gute Analhygiene bedeutet nicht, den Bereich „steril“ zu reinigen. Die Haut rund um den After besitzt eine natürliche Schutzfunktion, die durch zu intensive Pflege eher geschwächt werden kann.
Wie Medikamente helfen können
Medikamente können die Beschwerden eines Hämorrhoidalleidens lindern, die vergrößerten Hämorrhoiden selbst jedoch nicht dauerhaft beseitigen. Sie werden vor allem eingesetzt, um unangenehme Symptome wie Juckreiz, Brennen, Nässen oder Reizungen im Analbereich zu reduzieren.
Welche Behandlung geeignet ist, hängt von den Beschwerden und dem Stadium der Hämorrhoiden ab. Bei akuten, leichten Beschwerden können frei verkäufliche Präparate aus der Apotheke häufig eine zeitweise Erleichterung bringen. Zur lokalen Behandlung stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Sie werden direkt im Analbereich angewendet und können die gereizte Haut beruhigen:
- Salben und Cremes werden vor allem bei Beschwerden im äußeren Analbereich eingesetzt und können Juckreiz, Brennen und Hautreizungen lindern.
- Zäpfchen eignen sich besonders bei Beschwerden durch innere Hämorrhoiden, da der Wirkstoff direkt im Enddarm freigesetzt wird.
- Analtampons sind spezielle Zäpfchen. Durch einen kleinen Mullanteil bleiben sie bei inneren Hämorrhoiden länger im Bereich der Schleimhaut und können dort länger wirken.
Viele rezeptfreie Präparate enthalten pflanzliche Wirkstoffe, Gerbstoffe oder lokal beruhigende Substanzen. Sie können vor allem bei leichten bis mäßigen Beschwerden hilfreich sein.
Einige Wirkstoffe, zum Beispiel Hydrokortison-haltige Präparate, sind verschreibungspflichtig und sollten nur nach ärztlicher Empfehlung angewendet werden. Sie kommen bei ausgeprägtem Juckreiz oder entzündlichen Beschwerden zum Einsatz.
Hinweis: Präparate mit Hydrokortison dürfen nicht langfristig angewendet werden, da sie die empfindliche Haut und Schleimhaut im Analbereich schädigen können.
Wenn Hausmittel und Medikamente nicht mehr ausreichen
Bleiben die Beschwerden trotz der genannten Maßnahmen bestehen oder treten Hämorrhoiden immer wieder auf, können ambulante Eingriffe sinnvoll sein. Ihr Ziel ist, die vergrößerten Hämorrhoiden zu entfernen.
- Gummibandligatur: Die Gummibandligatur ist eines der häufigsten Verfahren zur Behandlung von inneren Hämorrhoiden. Sie erfolgt im Rahmen einer Enddarmspiegelung (Proktoskopie). Dabei legt die Ärzt*in mit einem speziellen Instrument ein kleines Gummiband um die Basis der Hämorrhoide. Die Blutzufuhr wird unterbrochen und das Gewebe stirbt innerhalb von sieben bis vierzehn Tagen ab. Oft sind mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen nötig. Bei vielen Betroffenen lassen sich die Beschwerden deutlich bessern. Allerdings können Hämorrhoiden später erneut auftreten. Man schätzt, dass dies nach etwa jeder zehnten Gummibandligatur passiert.
- Sklerotherapie: Bei der Sklerotherapie wird eine spezielle Substanz (z. B. Phenol) in die Hämorrhoide eingespritzt. Dadurch schrumpft das Gewebe. Im Vergleich zur Gummibandligatur ist die Methode meist etwas angenehmer und verursacht weniger Schmerzen nach dem Eingriff. Allerdings ist sie bei Blutungen und vorfallenden Hämorrhoiden häufig weniger wirksam.
- Infrarotkoagulation: Auch die Infrarotkoagulation gehört zu den ambulanten Verfahren. Sie kommt am ehesten bei kleinen inneren Hämorrhoiden zum Einsatz. Dabei wird das Gewebe mithilfe von Wärme behandelt, oft sind mehrere Behandlungen nötig. Die Methode gilt ebenfalls als nicht so effektiv wie die Gummibandligatur.
Wann ist eine Operation notwendig?
Größere Hämorrhoiden, insbesondere fortgeschrittene Befunde, gemischte Hämorrhoiden oder Beschwerden, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen, können eine Operation erforderlich machen. Es gibt verschiedene Verfahren, die je nach Lage und Ausmaß der Hämorrhoiden und dem Wunsch der Patient*in gewählt werden.
Bei der klassischen Hämorrhoidektomie entfernt die Ärzt*in die vergrößerten Hämorrhoiden operativ. Der Vorteil: Eine vollständige und dauerhafte Beschwerdefreiheit wird häufiger erreicht als nach einer Gummibandligatur.
Bei der Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo wird das Hämorrhoidalgewebe nicht herausgeschnitten, sondern das vorgefallene Gewebe mit einem Klammergerät angehoben und weiter oben im Darm befestigt. Dieses Verfahren gilt als weniger schmerzhaft als die Hämorrhoidenentfernung und eignet sich insbesondere für vorgefallene Hämorrhoiden.
Im Rahmen der HAL-RAR-Methode unterbindet die Ärzt*in zuerst die zuführenden Blutgefäße der Hämorrhoiden. Anschließend wird das vorgefallene Gewebe mit Nähten gestrafft.
Eine weitere Möglichkeit sind Laserverfahren. Dabei wird das vergrößerte Gewebe mit Laserenergie verkleinert. Diese Methode ist ebenfalls eher schonend, wird aber nicht überall angeboten.
Wie bei jeder Operation können auch bei der Hämorrhoiden-Entfernung Komplikationen auftreten. Dazu gehören unter anderem:
- Schmerzen
- Nachblutungen
- vorübergehender Harnverhalt
- in seltenen Fällen Probleme mit der Stuhlkontinenz
Nach einer Hämorrhoiden-Operation braucht der Analbereich Zeit, um zu heilen. Da die Wunde beim Stuhlgang immer wieder belastet wird, sind in den ersten Tagen und Wochen eine gute Pflege und vor allem ein weicher Stuhl besonders wichtig. Dabei gelten die gleichen Regeln und Maßnahmen wie bei der konservativen Behandlung des Hämorrhoidalleidens.
Hinweis: Nach der Operation treten meist Schmerzen im Analbereich auf. Damit diese nicht dazu führen, dass der Stuhlgang vermieden wird und es zu Verstopfung kommt, verschreibt die Ärzt*in meist ein geeignetes Schmerzmittel.
Quelle: Leitlinie Hämorrhoidalleiden (in Überarbeitung), Medical Tribune

