Gesundheit heute

Nasenbeinbruch

Nasenbeinbruch (Nasenbeinfraktur): Bruchverletzung des Nasenbeins.

Beim Sport, bei Unfällen sowie bei tätlichen Auseinandersetzungen wird die ungeschützt aus dem Gesicht hervorstehende Nase leicht getroffen, ein starker Schlag kann dabei zu einem Nasenbeinbruch führen.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Schiefstand des Nasenbeins, bei Schwellungen durch Blutergüsse nicht immer sichtbar
  • Starke Schmerzen
  • Häufig Nasenbluten
  • Behinderte Nasenatmung und eventuell Einschränkung des Riechvermögens.

Wann zum Arzt

1628_GRE_Nasenbeinbruch_Schiefstand_Nase.jpg|Bei einem Autounfall hat sich dieser nicht angeschnallte Beifahrer schwere Prellungen im Gesicht sowie einen Nasenbeinbruch zugezogen. Der Schiefstand der Nase ist deutlich erkennbar.|[GRE 1628]|Verbogene Nase in einem Gesicht mit Prellungen bei einem unfallbedingten Nasenbeinbruch

Am selben Tag

  • bei Verdacht auf Nasenbeinbruch.

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung

Der Nasenbeinbruch gehört zu den häufigsten Bruchverletzungen im Gesichtsbereich nach Schlägereien, Kampf- und Mannschaftssportarten wie Boxen oder Handball sowie Stürzen und Autounfällen.

Bei offenen Brüchen bestehen gleichzeitig Verletzungen nahe gelegener Hautbereiche, Weichteile und Blutgefäße, wodurch die gebrochenen Knochen- und Knorpelteile sichtbar offen liegen. Fast immer kommt es bei einem Nasenbeinbruch zu Nasenbluten. Zusätzlich kann die Nasenschleimhaut anschwellen und die Nasenatmung behindern sowie den Geruchssinn einschränken.

Ein Nasenbeinbruch geht häufig mit einer Nasenscheidewandverbiegung einher, zum Nasenscheidewandbruch (Verbindungen der Nasenscheidewand zerreißen) kommt es allerdings nur selten.

Komplikationen

1631_GRE_Septumhaematom_Septumperforation.png|Mitte: Bluterguss an der Nasenscheidewand (Septumhämatom) Rechts: Loch in der Nasenscheidewand (Septumperforation)|[GRE 1631]|Septumhämatom, das als rote Schwellung durch die Nasenlöcher sichtbar ist, und Endoskopbild einer Septumperforation

Bei einem Bluterguss an der Nasenscheidewand (Septumhämatom) können sich dort Bakterien ansiedeln und zu einem Septumabszess führen.

Diagnosesicherung

Bei deutlichem Schiefstand der Nase oder eingedrücktem Nasenrücken stellt die Ärzt*in die Diagnose schon mit dem Auge. Das vorsichtige Abtasten der Nase zeigt, dass das Nasengerüst überdurchschnittlich beweglich ist und/oder verschobene Knochenteile tastbar sind. Oft fordert die Ärzt*in ein Röntgenbild oder ein CT von Nase und Schädel an, um weitere Brüche oder Begleitverletzungen im Schädelinneren auszuschließen. Eine Nasenspiegelung verrät, ob gleichzeitig eine Nasenscheidewandverbiegung oder andere Verletzungen der Nasenhöhle vorliegen.

Behandlung

Operative Behandlung

Bei verschobenen Knochenteilen oder einer Deformierung muss die Nase binnen einer Woche in ihre ursprüngliche Position gebracht werden. Je nach Schweregrad kann dieser Eingriff mit oder ohne Vollnarkose erfolgen.

Eine anschließende Nasentamponade stillt mögliche Blutungen und stabilisiert die wiederhergestellte Nasenform. Zusätzlich legt die Ärzt*in auf der äußeren Nase für etwa eine Woche einen Nasengips an.

Konservative Behandlung

Bei einem Bruch ohne verschobene Bruchstücke und ohne Veränderung der Nasenform kann unter Umständen auf eine Operation verzichtet werden.

Stattdessen reinigt und näht die Ärzt*in eventuelle Haut-, Schleimhaut- und Weichteilverletzungen. Des Weiteren erhält die Patient*in vorbeugend eine Tetanusschutzimpfung und ein Antibiotikum zum Schutz vor anderen bakteriellen Wundinfektionen.

Behandlungskomplikationen

Eine mögliche Folge von Operationen an der Nasenscheidewand ist eine Septumperforation, also ein Loch in der Nasenscheidewand, das die beiden sonst getrennten Nasenhaupthöhlen miteinander verbindet.

Die Septumperforation äußert sich durch eine Austrocknung der Nasenschleimhaut mit verstärkter Borkenbildung und wiederholtem Nasenbluten, seltener auch durch Pfeifgeräusche bei der Atmung. Kleinere bis mittlere Löcher in der Nasenscheidewand verschließt die Ärzt*in durch einen kleinen Eingriff.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Kühlen. Kühlen Sie nach Verletzungen oder einem Schlag auf die Nase diese sofort und suchen Sie beim geringsten Verdacht auf einen Nasenbeinbruch eine Ärzt*in auf. Sollte die Nase stark bluten, neigen Sie auf dem Weg zur Ärzt*in Ihren Kopf nach vorne, damit das Blut nicht in den Rachen fließt.

Geeignete Medikamente

Schmerzmittel. Im Zusammenhang mit dem Nasenbeinbruch auftretende Schmerzen können Sie nach Rücksprache mit Ihrer behandelnden Ärzt*in mit schmerzstillenden und gleichzeitig anti-entzündlich wirksamen Medikamenten (z. B. mit dem Wirkstoff Ibuprofen) lindern. Mittel mit Acetylsalicylsäure eignen sich nicht, da sie die Blutungsgefahr steigern. Bei behinderter Nasenatmung helfen schleimhautabschwellende Nasentropfen oder -sprays.

Von: Prof. Dr. med. Gerhard Grevers; Dr. Ute Koch; Thilo Machotta; Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung der Sektion "Ihre Apotheke empfiehlt": Dr. med. Sonja Kempinski
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Eisbad, Sauna, Schneetreten

Eisbaden darf man nur, wenn man den Körper vorsichtig daran gewöhnt hat.

Eisbad, Sauna, Schneetreten

Anreiz fürs Immunsystem?

Es gibt viele Möglichkeiten, das Immunsystem zu stärken. Manche schwören dabei auf extreme Hitze oder Kälte. Doch können regelmäßiges Saunieren, Wassertreten oder Eisbaden tatsächlich vor Infekten schützen?

Immunsystem braucht Unterstützung

Ohne das Immunsystem wäre der Mensch Krankheitserregern hilflos ausgeliefert. Doch unsere Abwehr braucht Unterstützung, um intakt zu bleiben. Maßgeblich dafür sind eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung und die Vermeidung von negativem Stress.

Doch auch Reize bringen das Immunsystem auf Trab. Kurze Kälteanwendungen veranlassen es z.B. dazu, verstärkt Botenstoffe und Immunzellen zu bilden. Außerdem fördert ein kurzer, wenige Minuten dauernder Kältereiz die Durchblutung. Dadurch zirkulieren die Abwehrzellen besser im Körper. Folgende Kälteanwendungen sind gebräuchlich:

  • Wasser-, Tau- oder Schneetreten mit nackten Füßen. Tautreten darf man einige Minuten, Schneetreten nicht länger als 30 Sekunden (um Erfrierungen zu vermeiden). Wichtig: Danach die Füße gut abtrocknen und aufwärmen.
  • Wechselduschen oder kalte Güsse, mit oder ohne starken Wasserdruck.
  • Eisbaden in nur wenig Grad kaltem Wasser. Am besten gewöhnt man sich im Herbst daran, wenn das See- oder Flusswasser noch nicht zu kalt ist. Vor dem Kalt- oder Eisbaden sollte man aber Rücksprache mit der Hausärzt*in halten, vor allem, wenn eine chronische Erkrankung vorliegt.

Auch Hitze macht Immunzellen Dampf

Hohe Saunatemperaturen von 80 bis 105 °C lassen die Körpertemperatur kurzzeitig auf 39 °C ansteigen. Das entspricht Fieber, und hat die gleichen Auswirkungen: Der Körper bildet bestimmte Hitzeschockproteine, die die Aktivität von Immunzellen ankurbeln.

Kälte und Hitze haben also durchaus Effekte auf das Immunsystem. Ob regelmäßiges Saunieren, Wechselduschen oder Eisbäder den Körper tatsächlich vor Erkältungen und anderen Infektionen schützt, ist noch unklar. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass dadurch das Erkrankungsrisiko verringert und Krankheitsverläufe gemildert werden.

Kreislauf und Psyche profitieren

Zwei weitere Effekte von Wassertreten und Sauna kann man sich zu Nutze machen Zum einen regen sie Herz und Kreislauf an und wirken allein schon dadurch gesundheitsfördernd. Zum anderen sorgen sie für einen Wohlfühleffekt und eine ausgeglichene Psyche – auch davon profitiert das Immunsystem.

Quelle: ptaheute

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Dudarev Mikhail/shutterstock.com