Gesundheit heute
Untersuchung bei Lungenerkrankungen
Trotz aller modernen Medizintechnik – die Diagnose und Verlaufsbeobachtung von Lungenerkrankungen erfordert nach wie vor neben der Krankengeschichte (Anamnese) eine sorgfältige Lungenuntersuchung.
Körperliche Untersuchung
Abhören (Auskultation). Der Arzt hört mit einem Stethoskop die Bewegung des Lungengewebes ab, während der Patient mit geöffnetem Mund tief ein- und ausatmet. Die ein- und ausströmende Luft erzeugt im Bronchialraum unterschiedliche Laute. Ebenso hört der Arzt, ob beim Gegeneinanderreiben der Pleurablätter krankhafte Geräusche auftreten (z. B. bei einer Rippenfellentzündung). Krankheiten der Lunge und beider Pleurablätter verändern die Atemgeräusche. So verursacht Luft, die durch ein Lungenödem (Flüssigkeit im Lungengewebe) strömt, Rasselgeräusche – ähnlich dem Rasseln, das entsteht, wenn über ein Trinkröhrchen Luft in ein wassergefülltes Glas gepustet wird. Bei einem Pneumothorax fehlen die Atemgeräusche auf der betroffenen Seite. Asthma und schwere Bronchitis führen durch die Verengung der Bronchien zu einem pfeifenden Atemgeräusch, vom Arzt als Giemen („Pfeifen“) oder Brummen benannt.
Abklopfen (Perkussion). Der Arzt klopft mit den Fingerkuppen den Brustkorb ab und beurteilt den Klopfschall. Über der normal luftgefüllten Lunge klingt es wie beim Klopfen auf eine Trommel. Dies wird als sonor bezeichnet. Über dem Herzen und der Leber sowie bei einem großen Pleuraerguss oder ausgedehnten Entzündungsherden ist der Klopfschall gedämpft. Bei einer größeren Luftmenge im Brustkorb, so beim Pneumothorax oder Lungenemphysem, klingt es wie beim Klopfen auf eine leere Schachtel. Dies wird als hypersonor bezeichnet. Der Arzt kann durch das Abklopfen auch die Zwerchfellbeweglichkeit einschätzen, indem er den Patienten bittet, tief ein- bzw. auszuatmen und dabei die Luft anzuhalten. Auf diese Weise diagnostiziert er auch einen Erguss zwischen Lungen- und Rippenfell, z. B. bei einer feuchten Pleuritis.
Technische Untersuchungsmethoden
Bildgebende Verfahren
Röntgenthorax (Röntgenaufnahme des Brustkorbs). Hiermit ist es dem Arzt möglich, Lungenkrankheiten zu diagnostizieren, die durch Gewebevermehrung (z. B. Lungenkrebs) oder Flüssigkeitsansammlungen (Lungenödem, Pleuraerguss) entstanden sind. Entzündliche Veränderungen zeigen sich im Röntgenbild als verdichtetes Gewebe, das im Röntgenbild heller erscheint. Bei Lungenkrankheiten mit einer Lungenüberblähung, wie z. B. beim Lungenemphysem, sind die betroffenen Bereiche im Röntgenbild dunkler.
Computertomografie des Brustkorbs (zur Technik des CT) und Kernspin des Brustkorbs (zur Technik des Kernspins) sind unerlässlich für die Tumordiagnostik und für alle nicht eindeutig diagnostizierbaren Erkrankungen von Lunge und Brustraum.
Lungenszintigrafie. Bei der Ventilationsszintigrafie (Inhalationsszintigrafie) atmet der Patient radioaktiv markiertes Edelgas (z. B. 133Xenon) ein. Der Arzt prüft, welche Abschnitte der Atemwege und Lunge nicht oder unzureichend belüftet sind. Diese Untersuchung ist bei verengten Bronchien und bei Verdacht auf Lungenembolie wichtig.
Bei Lungenembolie kommt auch die Perfusionsszintigrafie zum Einsatz. Hier spritzt der Arzt eine radioaktiv markierte Substanz in die Vene, die bei bestehender Lungenembolie das embolisierte (verschlossene) Blutgefäß nicht durchwandern kann. So findet der Arzt exakt die Stelle, an der der Embolus im Blutgefäß sitzt.
Lungenfunktionsprüfung
Die Lungenfunktionsprüfungen bzw. -tests dienen der Bestimmung von Leistung und Leistungsreserven der Lunge sowie der Diagnose und Verlaufskontrolle von Lungenerkrankungen (z. B. bei Asthma oder COPD). Auch für die Einschätzung der Operationsfähigkeit werden sie eingesetzt.
Spirometrie. Bei dieser Untersuchung atmet der Patient in das Mundstück eines Geräts, das das Volumen der ein- und ausgeatmeten Luft misst. Die Nasenlöcher sind während der Untersuchung mit einer Nasenklemme verschlossen. Zunächst werden die Atemzüge unter Ruhebedingungen, dann die Leistungsreserven der Lunge beim tiefen Ein- und Ausatmen gemessen. Als Nächstes atmet der Patient ganz tief ein und dann so schnell und heftig wie möglich wieder aus. Die Luftmenge, die unter diesen Bedingungen in der ersten Sekunde ausgeatmet wird, heißt Einsekundenkapazität (FEV1, forciertes exspiratorisches Volumen, beschleunigtes Ausatemvolumen). Sie sollte mehr als 70 % der Vitalkapazität betragen, demjenigen Atemvolumen, das nach maximaler Einatmung maximal ausgeatmet werden kann.
Im Bronchospasmolysetest wird die Wirksamkeit eines Asthmamedikaments geprüft, indem die Einsekundenkapazität vor und nach Gabe der Substanz bestimmt wird.
Beim inhalativen Provokationstest kann eine Überempfindlichkeit der Bronchien (wie z. B. beim Asthma) nachgewiesen werden, indem der Arzt die Einsekundenkapazität vor und nach Gabe von Acetylcholin oder Metacholin misst. Bei Patienten mit überempfindlichen Bronchien verengen sich die Bronchiolen bereits bei geringen Konzentrationen dieser Wirkstoffe.
Peakflow-Meter. Der Patient bläst schnell und kräftig in das Mundstück eines handlichen mechanischen Geräts, wodurch der Atemspitzenstoß (der Peakflow und damit annäherungsweise auch die Einsekundenkapazität) gemessen wird. Dieser ist bei Asthmakranken vermindert. Mit dem Peakflow-Meter wird überprüft, ob die derzeitige Asthmamedikation für den Patienten ausreicht, und er dient auch zur Verlaufskontrolle der Asthmaerkrankung.
Ganzkörperplethysmografie (Bodyplethysmografie). Mit diesem Verfahren werden der Atemwegswiderstand und das Luftvolumen gemessen, das nach maximaler Ausatmung in der Lunge zurückbleibt (Residualvolumen). Es erhöht sich z. B. dauerhaft durch ein Lungenemphysem und nur vorübergehend bei Asthma, solange die Bronchien verengt sind. Beide Erkrankungen erhöhen den Atemwegswiderstand (pulmonary resistance), d. h. den Widerstand, den der Luftstrom in den Bronchien bei der Atmung überwinden muss. Zur Messung sitzt der Patient in einer geschlossenen Kammer. Über ein Mundstück wird seine Atmung gemessen und auftretende Druck- und Volumenschwankungen werden aufgezeichnet.
Spiegelung und Blutuntersuchung
Bronchoskopie. Mit dem Bronchoskop, einem 8 mm dünnen flexiblen Endoskop, betrachtet der Arzt die Bronchien, entfernt gegebenenfalls mit einer kleinen Zange (die er durch das Bronchoskop einführt) Fremdkörper aus der Lunge und entnimmt Gewebeproben aus verdächtigen Schleimhautbezirken der Lunge. Zur bronchoalveolären Lavage (BAL) spritzt er dabei über einen Spülkatheter in mehreren Etappen Kochsalzlösung in ein Lungensegment und saugt das Spülwasser wieder ab. Diese Lavage wird diagnostisch genutzt, denn im Spülwasser können sich gegebenenfalls Krankheitserreger oder Krebszellen befinden.
Mit der Blutgasanalyse (BGA) werden der Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt des Bluts bestimmt. Sie lässt Rückschlüsse auf den Sättigungsgrad des Bluts mit diesen Gasen zu und gibt Auskunft über den Säure-Basen-Haushalt. Für diese Untersuchung wird arterielles Blut aus der Leiste oder dem Handgelenk genommen. Manchmal genügt auch Blut aus dem Ohrläppchen.
Nikotinhaltige E-Zigaretten können beim Rauchstopp etwas besser helfen als nikotinhaltige Kaugummis oder Pflaster.
Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?
Gegen die Sucht
E-Zigaretten mit Nikotin unterstützen einen Rauchstopp offenbar etwas besser als Nikotinpflaster oder -kaugummis. Doch die Mehrheit schafft den Ausstieg auch damit nicht. Und ob E-Zigaretten langfristig beim Aufhören helfen, ist noch offen.
10 von 100 werden rauchfrei
Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, kann offenbar von nikotinhaltigen E-Zigaretten profitieren. Eine aktuelle Übersichtsarbeit wertete 80 Studien mit insgesamt fast 30000 Erwachsenen aus. Das Ergebnis: Nach sechs bis zwölf Monaten waren etwa 10 von 100 Menschen, die nikotinhaltige E-Zigaretten nutzten, rauchfrei. Bei klassischen Nikotinersatzprodukten wie Pflastern oder Kaugummis waren es dagegen nur etwa 6 von 100.
Das bedeutet allerdings auch: Rund 90 von 100 Menschen schafften es auch mit nikotinhaltigen E-Zigaretten nicht, vom Rauchen loszukommen. Zudem gilt in der Untersuchung bereits als „rauchfrei“, wer keine herkömmlichen Tabakzigaretten mehr raucht – auch wenn weiterhin E-Zigaretten konsumiert werden.
Nikotin scheint einen Unterschied zu machen
Der Vergleich von E-Zigaretten mit und ohne Nikotin spricht für die Variante mit Nikotin. Nach sechs bis zwölf Monaten waren damit etwa 2 von 100 Menschen mehr rauchfrei als mit nikotinfreien E-Zigaretten. Die Verträglichkeit unterschied sich dagegen kaum. Beschwerden wie Husten, Herzklopfen oder Schwindel traten ähnlich häufig auf.
Im Vergleich zu einer alleinigen Verhaltenstherapie oder keiner Unterstützung waren E-Zigaretten ebenfalls erfolgreicher: Während mit E-Zigaretten jede Zehnte rauchfrei wurde, waren es in dieser Gruppe nur etwa 5 von 100.
Langzeitwirkung noch unklar
Die Übersichtsarbeit zeigt, dass nikotinhaltige E-Zigaretten manchen Menschen beim Rauchstopp helfen können. Zwei wichtige Frage bleiben jedoch unbeantwortet: So z. B., ob die Betroffenen später nicht doch wieder zu Tabakzigaretten wechseln. Das lässt sich anhand der bisherigen Daten nicht beurteilen.
Ebenso wenig weiß man, was mit denjenigen passiert, die dauerhaft E-Zigaretten nutzen. Denn über die gesundheitlichen Folgen des langfristigen Dampfens ist bisher auch nur wenig bekannt.
Quelle: Ärztezeitung

