Gesundheit heute

Kieferzysten

Kieferzyste: flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Kieferknochen, mit einer Membran ausgekleidet.

Wenn eine Zyste im Kiefer wächst, verdrängt sie ihre Umgebung, dadurch können sich benachbarte Zähne verschieben oder verdrehen. Kieferzysten entstehen als Überbleibsel einer früheren Entzündung oder sind angeboren. Soweit keine akuten Beschwerden wie sichtbare Veränderungen am Kiefer vorliegen, werden Zysten oft nur zufällig auf einem Röntgenbild festgestellt. Dort sind sie an ihrem scharfen hellen Rand deutlich zu erkennen.

Zysten werden – wenn möglich – komplett entfernt. Dazu öffnet der Kieferchirurg oder Zahnarzt das Zahnfleisch oberhalb der Zyste unter örtlicher Betäubung, entfernt die Zyste mitsamt Membran, füllt den Hohlraum mit knochenaufbauendem Material (ein synthetisch hergestelltes Granulat, das sich im Körper in Knochen umwandelt, z. B. PerioGlas®) und näht den Schnitt im Zahnfleisch anschließend zu. Innerhalb weniger Wochen verheilt die Wunde. Zur Sicherheit wird das entnommene Gewebe feingeweblich untersucht.

1556_GTV_Zyste_Oberkiefer.jpg|Das Röntgenbild zeigt eine große Zyste im Oberkiefer. Da sie die Wurzeln der oberen Schneidezähne nicht verdrängt und somit auch keine Probleme gemacht hat, wurde sie nur zufällig beim Röntgen entdeckt. |[GTV 1556]|Oberkieferzyste im Röntgenbild

Von: Dr. med. dent. Gisbert Hennessen; Thilo Machotta, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
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Zähneknirschen bei Kindern

Spuren von Zähneknirschen an den Milchzähnen können ein normaler Anpassungsprozess sein.

Zähneknirschen bei Kindern

Meist harmlos, manchmal ein Warnsignal

Viele Eltern erschrecken, wenn ihr Kind nachts mit den Zähnen knirscht. Die gute Nachricht: Häufig ist Bruxismus im Kindesalter vorübergehend und muss nicht behandelt werden. Wichtig ist, mögliche Auslöser zu erkennen. Und die haben meist nichts mit den Zähnen zu tun.

Kinder knirschen oft mit den Zähnen

Knirscht ein Kind nachts mit den Zähnen oder presst den Kiefer zusammen, machen sich viele Eltern Sorgen um die Zahngesundheit. Doch Zähneknirschen – medizinisch Bruxismus genannt – ist bei Kindern sehr häufig und nicht automatisch krankhaft. Die entsprechende Leitlinie betont: Gerade bei Kindern mit Milchzähnen und in der Phase des Zahnwechsels kann das Knirschen ein normaler Anpassungsprozess sein. Es hilft unter anderem dabei, den Biss einzustellen.

Bruxismus kann bereits mit dem Durchbruch der ersten Zähne auftreten. Bei Kindern wird die Häufigkeit auf bis zu 55 Prozent geschätzt. Oft bemerken Eltern das Knirschen nur nachts durch Geräusche – das Kind selbst bekommt davon meist nichts mit.

Wann sollte man genauer hinschauen?

Wichtig: Allein die Beobachtung von Knirschgeräuschen reicht nicht aus, um sicher eine Erkrankung festzustellen. Auch abgeschliffene Zähne allein beweisen keinen behandlungsbedürftigen Bruxismus. Ein Besuch bei der Kinderärzt*in ist allerdings sinnvoll, wenn zusätzlich Beschwerden auftreten oder Risikofaktoren bestehen. Hinweise können sein:

  • Schmerzen im Kieferbereich oder häufige Kopfschmerzen,
  • auffällige Schlafprobleme,
  • erschwerte Nasenatmung oder häufiges Atmen durch den Mund, 
  • Verhaltensauffälligkeiten oder starke psychische Belastungen.

Auch Stress und ein hoher Medienkonsum können mit Bruxismus in Zusammenhang stehen. In diesen Fällen gilt es, die Ursache anzugehen. Manchmal begünstigen zudem Medikamente das Zähneknirschen, z. B. Antihistaminika oder Medikamente zur Behandlung von ADHS. In diesen Fällen ist ärztlicher Rat einzuholen. Zudem sollten Eltern mit ihrem Kind die Zahnärzt*in oder die Kinderärzt*in aufsuchen, wenn sie wegen des Zähneknirschens unsicher sind.

Meist keine Behandlung notwendig

Eine Therapie ist meist nicht erforderlich. Der Bruxismus verschwindet oft wieder von selbst. Medikamente wie man sie bei Erwachsenen einsetzt (z. B. Botox-Injektionen) – werden zur Behandlung von kindlichem Zähneknirschen nicht empfohlen.

Bei Kindern und Jugendlichen mit bleibendem Gebiss kann in bestimmten Fällen eine Zahnschiene sinnvoll sein – vor allem, wenn die Zähne durch starkes Knirschen geschädigt werden. Die Leitlinie empfiehlt Schienen jedoch nur zurückhaltend und in der Regel zeitlich begrenzt. Während des Zahnwechsels sollten sie nicht eingesetzt werden, da sie das Wachstum und die Anpassung des Gebisses beeinträchtigen könnten.

Quelle: Ärztezeitung

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Science Photo Library / Peakstock