Gesundheit heute
Wichtige Behandlungsverfahren in der Augenheilkunde
Augentropfen und Salben
Bei vielen Augenkrankheiten verordnet der Augenarzt Augentropfen oder Augensalben. Augentropfen werden schneller aus dem Auge ausgespült, sie haben daher eine kürzere Wirkzeit. Die Salben bilden einen Schutzfilm, der das Auge etwas länger abdeckt und benetzt, sie werden z. B. bei einer Verletzung angewandt.
Häufig muss der Patient lernen, die Tropfen bzw. die Salben selbst ins Auge einzubringen. Bevor Tropfen oder Salbe in die Augen gegeben werden, müssen Kontaktlinsen herausgenommen und die Hände gründlich gereinigt werden. Augentropfen werden stets vor einer Augensalbe angewandt. Weil der Patient nach der Applikation kurzfristig nur verschleiert oder gar nichts sieht, sollten Salben möglichst abends zum Einsatz kommen.
Therapeutische Kontaktlinsen
Bei kleineren Hornhautverletzungen oder chronischen Hornhauterkrankungen werden therapeutische Kontaktlinsen verwendet. Diese weichen Kontaktlinsen decken die defekten Hornhautstellen vorübergehend ab, die Wunde kann darunter – vom Lidschlag ungestört – verheilen. Therapeutische Kontaktlinsen werden auch als Träger für Medikamente verwendet.
Augenverbände
Der einfache Augenverband besteht aus einer ovalen mit Pflaster befestigten Augenkompresse. Die Pflasterstreifen werden entweder parallel zum Nasenflügel oder v-förmig geklebt. Die verbrauchsfertig hergestellten festen Siebklappen schützen das Auge z. B. nach einer OP des Grauen Stars. Ein Uhrglasverband aus Plexiglas wird nur dann angewandt, wenn der Lidschluss plötzlich ausfällt, z. B. durch eine Gesichtslähmung (idiopathische Fazialisparese), und die Augenoberfläche auszutrocknen droht. Ein Druckverband am Auge besteht aus mehreren übereinander gelegten Kompressen, die fest durch eine elastische Binde oder einen breiten Pflasterstreifen fixiert werden. Sie verhindern das Nachbluten bei einer Augenverletzung oder nach einer Operation.
Damit die Sehschärfe nicht verloren geht, muss Schielen frühzeitig behandelt werden.
Früher mit dem Zukleben starten
Sehschärfe beim Schielen retten
Erst vier bis sechs Monate Brille tragen und dann das gesunde Auge abkleben – das ist die Strategie für die meisten Schielkinder. Doch offenbar entwickelt sich die Sehschärfe besser, wenn man deutlich früher mit dem Zukleben beginnt.
Sehschärfe und räumliches Sehen in Gefahr
Schielen bei Kleinkindern muss frühzeitig behandelt werden. Unterlässt man es, drohen langfristig Folgen: So verringert sich nicht nur die Sehschärfe. Auch das räumliche Sehen wird beeinträchtigt. Unbehandelte Schielkinder entwickeln deshalb oft Schwierigkeiten beim Lesen und können sich in der Schule nicht gut konzentrieren.
Momentan bekommen Schielkinder meist einige Monate lang eine Brille, um die Sehschärfe zu verbessern. Danach wird mit dem Zukleben des gesunden Auges gestartet (Okklusionstherapie). Dadurch zwingt man das schielende Auge, sich mehr anzustrengen und aktiv zu sehen. Auf diese Weise wird seine Sehkraft trainiert und verbessert. Die Abklebedauer variiert, meist beträgt sie zwischen zwei und sechs Stunden täglich.
Drei Wochen Brille, dann kleben
Offenbar ist es für die Augen besser, wenn die Okklusionstherapie deutlich früher beginnt. Das haben britische Ärzt*innen in einer Studie mit 334 Kindern zwischen vier und sechs Jahren herausgefunden. 170 von erhielten die Standardtherapie – also 18 Woche Brille, danach 24 Wochen zusätzliches Zukleben. Bei 164 Kindern wurde dagegen mit dem Zukleben schon nach drei Wochen Brilletragen begonnen.
Beim Einstieg in die Studie und zwölf und 24 Wochen nach Beginn des Zuklebens wurde bei den Kindern die Sehschärfe gemessen. Die Kinder mit der frühen Okklusionstherapie schnitten dabei deutlich besser ab. Das war auch längerfristig so: Der Unterschied zwischen Frühklebern und den Kindern mit der langen Brillenphase war auch noch nach der 24. Woche nachweisbar.
Eltern zufrieden, Kinder weniger
Das frühe Abkleben nach nur drei Wochen Brilletragen bringt in puncto Sehschärfe also mehr als das Abkleben nach 18-wöchiger Brillenphase. Die Eltern der Kinder waren zu 83% zufrieden mit der Therapie. Die Kinder selbst fanden das Abkleben generell nicht so toll. Zufrieden laut Smiley-Skala waren damit nur 37%.
Auch wenn kleine Kinder das Zukleben ihres gesunden Auges nicht mögen: Die Forschungsgruppe rät aufgrund der Daten, vor allem bei Schielkindern mit schwerer Sehschwäche oder mit stark unterschiedlicher Brechkraft beider Augen frühzeitig mit dem Zukleben zu beginnen. Eine ausgedehnte Brillenphase sehen sie am ehesten bei den Kindern als angebracht, die unter 5 Jahre und 4 Monate alt sind und nur eine geringe Sehschwäche aufweisen.
Quelle: Ärztezeitung

