Gesundheit heute
VEXAS-Syndrom
VEXAS-Syndrom: Seltene, autoinflammatorische Erkrankung mit Entzündungen in verschiedenen Organen und Geweben und sehr variablem Krankheitsbild. Ursache ist eine Mutation auf dem X-Chromosom, weshalb fast nur Männer erkranken. Häufigste Beschwerden sind Fieber, Knorpelentzündungen an Ohr und Nase, Atemnot und Gelenkschmerzen. Oft liegen auch schwere Blutbildveränderungen vor. Behandelt wird mit hochdosiertem Kortison. Die Prognose ist schlecht, 50 % der Betroffenen versterben innerhalb von fünf Jahren nach Diagnose.
Symptome und Leitbeschwerden
- Fieber, Nachtschweiß, Schwäche, starkes Krankheitsgefühl
- Schmerzen und Rötung an den knorpeligen Anteilen von Ohr und/oder Nase
- Atemnot, die sich bei Belastung verstärkt
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Gerötete Augen, Lichtempfindlichkeit, Tränenträufeln.
Wann in die Arztpraxis
In den nächsten Tagen, bei
- sich verstärkender Atemnot ohne erkennbare Ursache
- schmerzhaften Veränderungen an Nasen- oder Ohrknorpel.
Die Erkrankung
Das VEXAS-Syndrom ist eine im Jahr 2020 erstmals beschriebene autoinflammatorische Erkrankung. Autoinflammatorisch heißt, dass es durch eine fehlerhafte Aktivierung des angeborenen Immunsystems zu Entzündungsschüben im gesamten Körper kommt.
Der Name VEXAS ist ein Akronym und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der für die Krankheit charakteristischen Merkmale zusammen:
- V = Vakuolen (kleine Hohlräume in den blutbildenden Zellen des Knochenmarks)
- E = E1-Enzym (das von der Störung betroffene Enzym)
- X = X-chromosomal (Ort der genetischen Mutation)
- A = autoinflammatorisch (ohne Anlass ausgelöste Entzündung)
- S = somatisch (Genmutation in Körperzellen).
Hinweis: Im Gegensatz zu einer Autoinflammation entwickeln sich die Entzündungsreaktionen bei der Autoimmunreaktion, weil spezielle Immunzellen körpereigene Zellen oder Gewebe fälschlicherweise für fremd halten.
Vorkommen und Häufigkeit
Das VEXAS-Syndrom kommt fast nur bei Männern vor. Das liegt daran, dass die Erkrankung auf einer Mutation im X-Chromosom beruht und Frauen in der Regel ein zweites X-Chromosom mit gesundem Gen besitzen.
Über die Häufigkeit der Erkrankung gibt es noch keine konkreten Angaben. Bisher wurden erst wenige Fälle beschrieben. Expert*innen gehen aber davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt. Geschätzt wird, dass etwa eine von 13.600 Personen eine entsprechende Variante im X-Chromosom aufweist.
Ursachen
Ursache des VEXAS-Syndroms ist eine somatische Mutation auf dem X-Chromosom. Somatische Mutationen entstehen in Körperzellen, aber nicht in Keimzellen. Das bedeutet, dass Betroffene die Krankheit nicht an ihre Nachkommen vererben.
Die Mutation betrifft beim VEXAS-Syndrom das UBA1-Gen. Dieses Gen kodiert ein Enzym, das die Ubiquitinierung in der Zelle anstößt (Ubiquitin-aktivierendes Enzym E1). Die Ubiquitinierung dient verschiedenen wichtigen Funktionen, z. B. dem Abbau von Proteinen oder der Reparatur von defekter DNA. Eine Mutation im verantwortlichen Gen führt dazu, dass diese Prozesse gestört werden. In der Folge kommt es zu Fieber und überschießenden Entzündungen.
Klinik und Verlauf
Das klinische Erscheinungsbild des VEXAS-Syndroms ist äußerst variabel. Typischerweise entwickeln sich die Beschwerden erst im späteren Erwachsenenalter. Oft beginnt die Erkrankung mit Fieberepisoden, deren Ursache unklar bleibt. Zwei Drittel der Betroffenen leiden im Verlauf unter schmerzhaften Knorpelentzündungen, die sich vor allem am Ohr und an der Nase bemerkbar machen. Jeder zweite Patient hat aufgrund von Entzündungen in den Lungenbläschen (Alveolitis) Luftnot oder andere Atembeschwerden. Weitere Symptome sind:
- Gelenkentzündungen mit Schmerzen und Schwellungen an verschiedenen Gelenken (Polyarthralgie)
- Muskelschmerzen
- Augenbeteiligung mit Entzündung der Gefäßhaut (Uveitis) und der Sklera (Episkleritis)
- Thrombosen, vor allem in den Beinvenen
- Hautentzündungen mit schmerzhaften Papeln und Knötchen.
In vielen Fällen ist beim VEXAS-Syndrom das Blutsystem beteiligt. Sowohl die roten Blutkörperchen als auch die Blutplättchen sinken, es drohen eine schwere Anämie und Thrombozytopenie. Es gibt allerdings auch Fälle ohne Beteiligung des Knochenmarks. Diese werden häufig lange als rheumatologische Erkrankungen fehldiagnostiziert.
Komplikationen
Die entzündlichen Prozesse im gesamten Körper können zu schweren Folgeproblemen führen. Dazu gehören Gerinnungsstörungen, die sowohl Thrombosen als auch Blutungen auslösen. In einzelnen Fällen kam es auch zu einem gefährlichen Makrophagenaktivierungssyndrom (MAS).
Diagnosesicherung
Fieberschübe und Knorpelentzündungen bei älteren Männern lenken den Verdacht auf ein VEXAS-Syndrom. Meist veranlasst die Ärzt*in dann Blutuntersuchungen und eine Knochenmarkbiopsie. Folgende Ergebnisse weisen auf die Erkrankung hin:
- Blutuntersuchung: Anämie, Thrombozytopenie, erhöhte Entzündungsmarker (CRP, BSG)
- Knochenmarkbiopsie: Knochenmark mit vermehrten Zellen, wobei in den Vorläuferzellen typische Vakuolen nachweisbar sind.
Gesichert wird die Diagnose allerdings nur durch den Nachweis einer Mutation im UBA1-Gen. Für die dafür erforderliche DNA-Sequenzierung verwendet man meist weiße Blutkörperchen aus dem Blut oder dem Knochenmark.
Differenzialdiagnosen. Eine ganze Reihe rheumatischer Erkrankungen lösen ähnliche Beschwerden aus. Dazu gehören der Morbus Still, der systemische Lupus erythematodes und Vaskulitiden. Stehen die Blutbildveränderungen im Vordergrund, müssen hämatologische Erkrankungen wie ein myelodysplastisches Syndrom oder eine akute bzw. chronische myeloische Leukämie ausgeschlossen werden.
Behandlung
Eine spezifische Therapie gibt es bisher nicht. Die besten Behandlungserfolge erzielt man bisher mit hochdosiertem Kortison. Oft werden auch andere immununterdrückende Medikamente eingesetzt, z. B. Methotrexat oder Azathioprin. Große Hoffnungen setzte man auf die autologe Stammzelltherapie. Sie konnte die Erkrankung bisher jedoch nur wenige Monate lang unterdrücken.
Zusätzlich benötigen die Patient*innen eine schmerzlindernde Therapie. Komplikationen wie Ateminsuffizienz, schwere Anämie und Gerinnungsstörungen erfordern häufig eine intensivmedizinische Behandlung.
Prognose
Die Prognose ist schlecht, jede*r zweite Patient*in stirbt innerhalb von fünf Jahren an der Erkrankung.
Ihre Apotheke empfiehlt
Was Sie selbst tun können
Pünktliche Tabletteneinnahme. Kortisontabletten sollten morgens eingenommen werden, das passt am besten zum körpereigenen zirkadianen Kortisonrhythmus. Denn die innere Kortisonausschüttung beginnt nachts gegen zwei oder drei Uhr und steigt bis zu ihrem Gipfel um ca. 8:30 Uhr morgens an. Danach fallen die Kortisonwerte im Blut wieder kontinuierlich ab und erreichen gegen Mitternacht ihren tiefsten Punkt.
Nicht abrupt absetzen. Unter einer Therapie mit Kortison schränkt der Körper seine eigene Kortisonproduktion stark ein. Wer von heute auf morgen seine Kortisontabletten absetzt, riskiert Entzugserscheinungen. Diese reichen von Übelkeit, Gelenkschmerzen, Schwäche und Müdigkeit bis zu Blutdruckabfall und Verwirrung. Um dies zu vermeiden, darf das Kortison nur vorsichtig und unter ärztlicher Aufsicht ausgeschlichen werden.
Nicht abwarten bei Beschwerden. Erneute Beschwerden dürfen nicht ausgesessen werden. Um die anti-entzündliche Therapie wieder anzupassen, ist möglichst rasch die behandelnde Ärzt*in aufzusuchen.
Auch Tofu und Brokkoli gehören zu den Lebensmitteln, die wichtige Nährstoffen für den Knochen bereithalten.
So hält man Osteoporose fern
Knochenfreundlich ernähren
Osteoporose gehört zu den Volkskrankheiten. Doch wer sich gesund ernährt und eventuelle Mängel ausgleicht, kann die Knochen schützen. Dabei müssen nicht nur die nötigen Nährstoffe und Mineralien zugeführt werden. Vor allem in puncto Kalzium gilt es, auch die in vielen Produkten enthaltenen Kalziumräuber zu beachten.
Knochen lebenslang im Umbau
Knochen ist kein totes Gewebe: Im Gegenteil, er wird das ganze Leben lang umgebaut. Dieser Prozess dient dazu, kleine Schäden im Knochen zu reparieren oder den Knochen auf verstärkte Belastungen anzupassen. Insgesamt überwiegt bis zum 30. Lebensjahr der Aufbau. Danach befindet sich der Knochen etwa zehn Jahre lang im Gleichgewicht, und ab Mitte 40 nimmt der Knochenabbau allmählich zu. Für seine Stoffwechsel benötigt der Knochen einiges an Mineralien, Vitaminen und Nährstoffen. Werden diese nicht ausreichend zugeführt, leidet die Knochenqualität und es droht Knochenschwund (Osteoporose). Eine knochenfreundliche Ernährung kann vor dieser folgenschweren Erkrankung schützen. Und wer gleichzeitig etwas für seinen Knorpel und gegen Entzündungen tut, beugt auch gegen Arthrose vor.
Hinweis: Knochengewebe ist sehr fleißig: Innerhalb von etwa 8–10 Jahren hat sich das gesamte Skelett einmal „komplett“ ausgetauscht, weil alter Knochen abgebaut und durch neuen ersetzt wird.
Kalziumhaushalt bildet die Basis
Der wichtigste Grundstoff für den Knochen ist Kalzium. Es wirkt wie Zement im Mauerwerk und sorgt dadurch dafür, dass der Knochen fest, stabil und belastbar ist. 99% des Kalziums stecken in den Knochen und den Zähnen, wobei der Knochen auch als Kalziumvorrat dient. Denn das wertvolle Mineral wird auch außerhalb des Knochens gebraucht, z. B. bei der Muskelkontraktion, bei der Weiterleitung von Nervenreizen und bei der Blutgerinnung. Ist der Kalziumgehalt im Blut zu niedrig, kann es der Körper aus dem Knochen freisetzen – wobei die Kalziumvorräte aber unverzüglich wieder aufgefüllt werden müssen, damit der Knochen nicht leidet.
Kalzium wird im Darm aus der Nahrung aufgenommen, Allerdings schwankt die Aufnahme mit 20 bis 60% der zugeführten Kalziummenge stark. Um ausreichend viel Kalzium aufzunehmen, empfehlen Expert*innen die tägliche Zufuhr von mindestens 1000 mg. Damit sieht es allerdings mau aus in Deutschland: nur etwa die Hälfte der Erwachsenen erreicht diese Menge. Gedeckt wird der Bedarf von 1000 mg zum Beispiel durch
- 125 mg Edamer
- 2,9 l Gerolsteiner Mineralwasser,
- 0,8 l Milch,
- 830 g Joghurt oder
- 540 g Tofu.
Obst und Gemüse enthalten ebenfalls Kalzium. Um auf 1000 mg täglich zu kommen, müssen allerdings auch hier sehr große Mengen von 470 g Grünkohl, 2,6 kg Kiwi oder 15 kg Bananen verzehrt werden. Auch Haferdrinks als Milchersatz sind oft mit Calcium angereichert und enthalten dann so viel Calcium wie Kuhmilch.
Hinweis: Die Aufnahme des Kalziums hängt nicht nur von der angebotenen Menge ab, sondern auch von Vitamin D. Bei starkem Vitamin-D-Mangel sinkt die Kalziumaufnahme im Darm unter 10%.
Kalziumräuber am Werk!
Eine knochenfreundliche Ernährung benötigt allerdings nicht nur ausreichend Kalzium. Es muss auch auf die Kalziumräuber in der Nahrung geachtet werden. Dies sind Lebensmittel, die bei übermäßigem Verzehr dazu führen können, dass dem Körper das angebotene Kalzium nicht ausreichend zur Verfügung steht.
- Phosphat. Die wichtigste Rolle spielt dabei Phosphat. Zwar fördert Phosphat gemeinsam mit Kalzium die Knochenstabilität. Wird es allerdings im Übermaß aufgenommen, behindert es die Kalziumresorption im Darm und fördert somit den Knochenabbau. Phosphat muss also keinesfalls gemieden, sondern nur ein Überschuss verhindert werden. Das gelingt, in dem man besonders phosphathaltige Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Cola sowie stark verarbeitete Produkte nur in Maßen konsumiert.
- Oxalsäure und Phytinsäure. Auch Oxalsäure kann Kalzium im Darm abfangen und auf diese Weise die Aufnahme ins Blut verhindern. Empfohlen wird deshalb, oxalreiche Nahrungsmittel wie Spinat, Rhabarber, Kakao, Schokolade und Mangold nicht in übergroßen Mengen zu verzehren. Gleiches gilt für die Phytinsäure, die ebenfalls das Kalzium im Darm bindet. Besonders reich an Phytin sind Sojabohnen, Erdnüsse sowie Müsli aus frischem Getreide sowie Vollkornbreie.
- Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee. Koffein im Übermaß kann dem Knochen auf zwei Arten schaden: Es hemmt die Kalziumaufnahme aus dem Darm und fördert die Kalziumausscheidung über die Niere. Alkohol hemmt die Kalziumaufnahme und schadet der Leber, wodurch der dort stattfindende Vitamin-Stoffwechsel gestört wird.
Hinweis: Kochsalz fördert die Osteoporose, indem es die Kalziumausscheidung über die Niere ankurbelt. Es ist ratsam, sparsam zu salzen und statt auf Kochsalz auf Gewürze zu setzen. Das tut nicht nur dem Knochen gut, sondern auch dem Blutdruck.
Unabdingbar: Vitamin D
Ohne die ausreichende Zufuhr von Vitamin D kann der Knochen das mit der Nahrung aufgenommene Kalzium nicht richtig nutzen. Denn Vitamin D verbessert nicht nur die Aufnahme des Mineralstoffs über die Darmschleimhaut. Es fördert auch seinen Einbau in den Knochen und hemmt den Knochenabbau. 10 bis 20% des Vitamins wird über die Nahrung aufgenommen, 80 bis 90% unter Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Von April bis September reicht für die Vitamin-D-Versorgung ein täglicher Aufenthalt von 30 Minuten im Freien, wobei Arme und Gesicht unbedeckt sein müssen.
Der Tagesbedarf an Vitamin D beträgt etwa 800 Internationale Einheiten (IE). Etwa 80% der Männer und 91% der Frauen erreichen diese Werte nicht. Auf einen Mangel weisen diffuse Knochen- und Muskelschmerzen hin. Bei Verdacht sollte die Ärzt*in die Blutspiegel messen und der Mangel ausgeglichen werden. Dafür sind häufig Vitamin-D-Tabletten nötig. Denn die Auswahl an Vitamin-D-reichen Lebensmitteln ist gering und nicht nach jedermanns Geschmack. Dazu zählen Lebertran, Seefisch (Hering, Makrele,Lachs), Leber und Eigelb. Bei Vitamin-D-Mangel werden zum Ausgleich meist Tagesdosen von 1000 IE Vitamin D empfohlen. Diese Menge steckt z. B. in
- 80 g Hering, 160 g Lachs oder 190 g Aal sowie in
- 670 g Kalbfleisch oder
- 830 g Steinpilzen.
Hinweis: Vitamin D darf nicht überdosiert werden. Wer mehr als 4000 IE pro Tag aufnimmt, drohen Nierensteine und Herzrhythmusstörungen. Im Zweifel sollte man seine Ärzt*in dazu befragen und evtl. die Blutspiegel des Vitamins messen lassen.
Ohne Eiweiß geht es nicht
Ein weiterer wichtiger Baustein in der knochenfreundlichen Ernährung ist Eiweiß. Eiweiß bildet das Kollagengerüst im Knochen, in das Kalzium und die anderen Mineralien eingelagert werden. Mangelt es an Eiweiß, wird der Knochenaufbau behindert und das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche steigt.
Pflanzliches Eiweiß scheint dabei etwas vorteilhafter zu sein als tierisches Eiweiß. Expert*innen empfehlen eine Kombination pflanzlicher und tierischer Eiweiße, bei Letzteren sind Milch, Eier und mageres Fleisch zu bevorzugen. Der Tagesbedarf für Männer und Frauen bis 65 Jahre beträgt 0,8g/kg Körpergewicht, der für Menschen über 65 Jahre 1,0 g/kgKG. Ein 70-jährigr Mensch mit einem Gewicht von 70 kg braucht also 70 g Eiweiß/Tag. Diese stecken zum Beispiel in
- 240 g Emmentaler oder 270 g Gouda,
- 270 g Erdnüssen
- 310 g Rindfleisch, 310 g Huhn oder 310 g Schweinefleisch
- 390 g Fisch
- 540 g Tofu oder
- 580 g Linsen.
Um den Eiweißbedarf von 70 g mit Getreide oder Kartoffeln zu decken, müsste man täglich 900 g Weizenbrot oder 3,5 kg Kartoffeln verzehren.
Hinweis: Wer eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, muss etwas vorsichtig mit Eiweiß sein. Eine überhöhte Zufuhr belastet die Nieren, weil dadurch mehr Harnstoff und Säure entsteht. Menschen mit Nierenproblemen sollten bezüglich der Eiweißzufuhr immer Rücksprache mit ihrer Ärzt*in halten.
Vitamine, Magnesium und Spurenelemente
Für den gesunden Knochen sind viele weitere Nährstoffe erforderlich.
- Magnesium. Davon sollen etwa 300 bis 350 mg aufgenommen werden. Es steckt insbesondere in Mineralwässern, aber auch in Vollkornprodukten und Naturreis. Etwa ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland erreicht die empfohlene tägliche Zufuhr nicht. Reicht eine Nahrungsumstellung nicht aus, können Supplemente zugeführt werden. 250 mg Magnesium stecken z. B. in 3,2 l Gerolsteiner Mineralwasser, 220 g Erdnüssen, 270 g Haferflocken und 320 g Naturreis.
- Vitamin K. Vitamin K fördert den Einbau von Kalzium in den Knochen, es gibt auch Hinweise, dass es die Kalziumausscheidung über die Niere hemmt. In Deutschland wird für Männer und Frauen über 51 Jahren eine tägliche Zufuhr von 65 Mikrogramm bzw. 80 Mikrogramm empfohlen. Vitamin K ist hitzestabil, wodurch beim Kochen kaum Verluste auftreten. 80 Mikrogramm Vitamin K sind enthalten in 12 g Grünkohl, 25 g Spinat, 200 g Spargel oder 320 g Rotkraut.
- Vitamin C. Vitamin C stimuliert die knochenbildenden Zellen, das für das Knochengerüst nötige Kollagen zu bilden. Etwa ein Drittel der Erwachsenen unterschreitet die erforderliche tägliche Zufuhr (95 mg für Frauen, 110 mg für Männer). Rauchen gilt als Vitamin-C-Killer, weshalb Rauchende einen höheren Bedarf haben (135 bzw. 155 mg). 110 mg Vitamin C finden sich in 70 g Petersilie, 100 g Paprika, 220 g Spinat, 250 g Kiwi oder 9 g Hagebutte. Wer den Bedarf mit Äpfeln oder Birnen decken möchte, muss davon täglich 920 g bzw. 2,4 kg zu sich nehmen.
- Zink. Zink fördert die Bildung des Knochengerüsts und trägt damit zum Knochenaufbau bei. Bei Mangelernährung und veganer Ernährung kann es zu Zinkmangel kommen. Etwa 30% der Männer und 20% der Frauen erreichen die erforderliche Tageszufuhr von 11-16 mg (Männer) und 7-10 mg (Frauen) nicht. Ein hoher Konsum von Vollkornprodukten oder unfermentierten Hülsenfrüchten kann zudem die Zinkaufnahme stören. 10 mg Zink sind enthalten in 45 g Austern, 200 g Rinderleber, 200 g Edamer, 280 g Rindfleisch und 300 g Erdnüssen.
Hinweis: Vitamin K hebt die gerinnungshemmende Wirkung von Marcumar auf. Bei Einnahme dieses Blutverdünners sollte man mit Vitamin-K-reichen Produkten vorsichtig sein und im Zweifel die Ärzt*in dazu befragen.
Was gibt es gegen Arthrose?
Mit einer guten Ernährung lässt sich einiges für den Knochen tun. Davon profitieren auch die Gelenke. Speziell für die Gesundheit der Gelenke gibt es weniger Möglichkeiten. Die meisten Empfehlungen sind nicht ausreichend durch Studien belegt oder haben nur einen geringen Effekt.
- Omega-3-Fettsäuren. Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) wirken entzündungshemmend. Besonders reichlich sind sie in Lachs und Hering enthalten. Als wichtigste pflanzliche Quellen gelten Raps-, Walnuss- und Leinöl. Distel- und Sonnenblumenöl sind ungünstig, weil sie mehr entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren enthalten.
- Selen. Ein zu niedriger Selen-Spiegel kann möglicherweise eine Arthrose begünstigen. Die Ergebnisse aus Studien sind hier aber teils sehr widersprüchlich. Deutsche Böden sind eher selenarm, weshalb die empfohlenen Tagesdosen häufig nicht erreicht werden. Diese beträgt für Männer 70 Mikrogramm/Tag, für Frauen 60 Mikrogramm.
- Chondroitin und Glukosamin. Diese Knorpelbaustoffe sollen den Knorpelstoffwechsel fördern und den Bedarf für Schmerzmittel bei Arthrose reduzieren. Die Datenlage dazu ist allerdings nicht klar und mögliche Effekte auf Schmerzen und Funktionalität sehr gering. Chondroitin wird aus Knorpelgewebe von Schweinen, Rindern, Walen und Haifischen gewonnen, die empfohlene Tagesdosis sind 800 bis 1200 mg. Glukosamin stammt aus Krabben und Garnelen, die übliche tägliche Dosierung beträgt 800 bis 1500 mg pro Tag.
Antientzündlich hilft rheumatischen Gelenken
Für Menschen mit rheumatischen Gelenkbeschwerden ist eine antientzündliche Kost günstig. Dabei ist vor allem die Zufuhr von Arachidonsäure einzuschränken. Sie wird im Körper zu entzündungsfördernden Eicosanoiden umgewandelt, die Schübe auslösen können. Arachidonsäure ist vor allem in tierischen Produkten wie rotem Fleisch, Wurst und fettreichen Milchprodukten vorhanden, diese sollten deshalb in Maßen verzehrt werden. Günstig sind dagegen Lebensmittel mit reichlich Omega-3-Fettsäuren, denn die Fettsäuren vermindern den Abbau der Arachidonsäure zu den entzündungsfördernden Eicosanoiden.
Auch Antioxidanzien wie Vitamin C und E sowie Polyphenole und Carotinoide helfen gegen Entzündungen. Sie fangen freie Radikale ab und reduzieren damit den entzündlichen Kreislauf. Gute Quellen für Antioxidanzien sind Paprika, Johannisbeeren, Brokkoli, Nüsse, Oliven- und Rapsöl, Grünkohl, Knoblauch und Karotten. Die DGE empfiehlt eine Aufnahme von 95 bis 110 mg Vitamin C und 12 bis 15 mg Vitamin E. 3 bis 4 Esslöffel Beeren und eine Handvoll Nüsse decken diesen Bedarf in etwa ab.
Hinweis: Häufig wird eine Übersäuerung des Körpers als schädigend für Knochen und Gelenke genannt. Für diese Theorie gibt es allerdings keinen wissenschaftlichen Nachweis, entsprechende basische Produkte oder Diäten werden deshalb nicht empfohlen.

