Gesundheit heute

Antivertiginosa

Medikamente gegen Schwindel heißen Antivertiginosa. Sie lindern Schwindel und Übelkeit, beseitigen aber nicht deren Ursache. Wirkstoffe gegen Schwindel sind z. B.:

  • Betahistin
  • Dimenhydrinat
  • Flunarizin
  • Scopolamin
  • Sulpirid
  • Thiethylperazin.

Ein Präparat, das sich als Erstlinien-Therapie bei Schwindel bewährt hat, ist Arlevert®. Dieses Medikament enthält eine Kombination der Wirkstoffe Cinnarizin und Dimenhydrat. In Ver­gleichs­stu­dien zur Wirkung schnitt es deutlich besser ab als etwa Betahistin.

Alle Medikamente gegen Schwindel wirken im Gehirn. Hauptnebenwirkungen sind entsprechend Müdigkeit und Benommenheit – und damit möglicherweise wieder Schwindel. Viele Medikamente gegen Schwindel können außerdem zu Mundtrockenheit, Sehstörungen und Blutdruckveränderungen führen.

Antivertiginosa sollten nur bei heftigem Schwindel mit Übelkeit eingenommen werden, möglichst nur für wenige Tage. In der Langzeitbehandlung sollten sie – von Ausnahmen abgesehen – nicht verwendet werden, da sie die Anpassungsvorgänge im Gehirn verzögern, mit denen der Körper selbst den Schwindel bekämpft.

Von: Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
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Hitze bedroht Gehirn und Nerven

Hitze macht allen zu schaffen. Bei den Menschen müssen sich vor allem Ältere und Personen mit neurologischen Erkrankungen vor hohen Temperaturen schützen.

Hitze bedroht Gehirn und Nerven

Von Schlaganfall bis Delir

Sommerliche Wärme wird von vielen Menschen als angenehm empfunden. Doch anhaltende Hitze und tropische Nächte können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben – insbesondere für das Gehirn.

Schlaganfallrisiko nimmt zu

Besonders besorgniserregend ist der Zusammenhang zwischen Hitze und Schlaganfällen, warnt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Studien zeigen, dass hohe Temperaturen und vor allem sehr warme Nächte das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen. Während Hitzewellen steigt zudem die Sterblichkeit nach einem Schlaganfall. Fachleute vermuten, dass Flüssigkeitsmangel, Veränderungen der Blutgerinnung und eine stärkere Belastung des Herz-Kreislauf-Systems dabei eine wichtige Rolle spielen.

Neurologische Erkrankungen werden verstärkt

Doch nicht nur das Schlaganfallrisiko nimmt bei Hitze zu. Auch Menschen mit neurologischen Erkrankungen werden durch Hitze besonders gefährdet. Bei Multipler Sklerose können hohe Temperaturen bestehende Beschwerden wie Seh- oder Gefühlsstörungen verstärken. Auch ihre Probleme mit der Bewegung verschlimmern sich unter Hitze häufig. Letzteres gilt gleichermaßen für Menschen, die unter Parkinson leiden.

Für Menschen mit Demenz stellen Hitzewellen ebenfalls eine große Herausforderung dar. Sie verspüren Durst oft weniger deutlich, trinken zu wenig oder erkennen Warnzeichen einer Überhitzung nicht rechtzeitig. Dadurch steigt das Risiko für Verwirrtheitszustände bis hin zu einem Delir, einer akuten und potenziell lebensbedrohlichen Störung der Gehirnfunktion.

Digitale Warnsysteme und Selbsthilfe

Die DGN unterstützt deshalb die Forderung nach besseren Schutzmaßnahmen. Dazu gehören hitzeresiliente Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Rehabilitationszentren mit ausreichenden Kühlmöglichkeiten. Auch digitale Hilfen wie personalisierte Warnsysteme oder spezielle Schlaganfall-Warn-Apps könnten künftig dazu beitragen, gefährdete Menschen frühzeitig zu schützen.

Schon heute können Betroffene und ihre Angehörigen einiges selbst tun, um sich vor den Hitzefolgen zu schützen: 

  • An heißen Tagen sollte ausreichend getrunken werden, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen. 
  • Körperliche Anstrengungen gehören möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. 
  • Wohnräume sollten tagsüber abgedunkelt und nachts gelüftet werden. 
  • Besonders wichtig ist es, ältere Angehörige oder Menschen mit neurologischen Erkrankungen regelmäßig zu unterstützen und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Quelle: DGN

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Cavan Images / Stacey Ilyse Photography