Gesundheit heute
Antivertiginosa
Medikamente gegen Schwindel heißen Antivertiginosa. Sie lindern Schwindel und Übelkeit, beseitigen aber nicht deren Ursache. Wirkstoffe gegen Schwindel sind z. B.:
- Betahistin
- Dimenhydrinat
- Flunarizin
- Scopolamin
- Sulpirid
- Thiethylperazin.
Ein Präparat, das sich als Erstlinien-Therapie bei Schwindel bewährt hat, ist Arlevert®. Dieses Medikament enthält eine Kombination der Wirkstoffe Cinnarizin und Dimenhydrat. In Vergleichsstudien zur Wirkung schnitt es deutlich besser ab als etwa Betahistin.
Alle Medikamente gegen Schwindel wirken im Gehirn. Hauptnebenwirkungen sind entsprechend Müdigkeit und Benommenheit – und damit möglicherweise wieder Schwindel. Viele Medikamente gegen Schwindel können außerdem zu Mundtrockenheit, Sehstörungen und Blutdruckveränderungen führen.
Antivertiginosa sollten nur bei heftigem Schwindel mit Übelkeit eingenommen werden, möglichst nur für wenige Tage. In der Langzeitbehandlung sollten sie – von Ausnahmen abgesehen – nicht verwendet werden, da sie die Anpassungsvorgänge im Gehirn verzögern, mit denen der Körper selbst den Schwindel bekämpft.
Frauen sind von nächtlichen Wadenkrämpfen häufiger betroffen als Männer.
K2 gegen Wadenkrämpfe
Anzahl und Intensität reduziert
Nächtliche Wadenkrämpfe sind schmerzhaft und können die Nachtruhe erheblich stören. Womöglich lassen sich die Beschwerden mit Vitamin K2 lindern.
Täglich 180 Mikrogramm Vitamin K2
Gegen nächtliche Wadenkrämpfe gibt es bisher noch keine Therapie, die sowohl effektiv als auch verträglich ist. So konnte für die gern empfohlenen Magnesiumpräparate in Studien noch keine Wirksamkeit belegt werden. Chinin dämmt Wadenkrämpfe zwar ein, kann dabei allerdings Nebenwirkungen wie Tinnitus, Schwindel oder sogar Blutbildveränderungen auslösen. Doch jetzt gibt es Hoffnung für Betroffene: Einer chinesischen Studie zufolge soll Vitamin K2 nächtliche Wadenkrämpfe lindern.
Knapp 200 Menschen in einem Alter von über 65 Jahren hatten an der Untersuchung teilgenommen. Die Hälfte nahm gegen ihre nächtlichen Wadenkrämpfe über acht Wochen hinweg täglich eine Kapsel mit 180 Mikrogramm Vitamin K2. Die übrigen bekamen gleich aussehende Kapseln mit Placebo.
Deutlich seltener Krämpfe
Im Durchschnitt hatten die Teilnehmenden 2,6 (Vitamin-K-Gruppe) bzw. 2,7 nächtliche Wadenkrämpfe pro Woche. Unter der Einnahme von Vitamin K2 reduzierte sich die Anzahl der Krämpfe auf 0,96 pro Woche. In der Placebogruppe stieg die durchschnittliche Zahl der wöchentlichen Krampfanfälle sogar auf 3,6/Woche leicht an.
Doch nicht nur die Häufigkeit der Wadenkrämpfe wurde durch Vitamin K2 verringert. Auch ihre Intensität und ihre jeweilige Dauer gingen unter Vitamin K2 stärker zurück als unter Placebo. Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen nicht aufgetreten.
Vor Einnahme Rücksprache halten
Vitamin K2 ist eine Form von Vitamin K und unterstützt den Knochenaufbau und die Blutgerinnung. Natürlich kommt es vor allem in tierischen Produkten wie Eiern und Fleisch vor. Es gibt Vitamin K2 aber auch als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tropfen, Tabletten oder Kapseln.
Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten jedoch vor der Einnahme mit ihrer Ärzt*in Rücksprache halten. Das gilt insbesondere für Patient*innen, die blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen – denn Vitamin K2 kann deren Wirkung hemmen.
Quelle: Ärzteblatt

