Gesundheit heute
Herztransplantation
Eine Herztransplantation wird bei schwerster Herzinsuffizienz empfohlen, wenn alle anderen Therapiemaßnahmen erschöpft sind und keine sonstigen schweren Begleiterkrankungen wie Tumoren, chronische Infekte, Leber- und Nierenfunktionsstörungen, psychische Störungen oder ausgeprägte Verkalkungen wichtiger Gefäße bestehen.
In Deutschland werden derzeit jährlich etwa 400 Herzen verpflanzt. Etwa 5 % der Herztransplantierten sterben wegen akuter Komplikationen im Zusammenhang mit der Operation. Die Überlebensrate nach 1 Jahr liegt bei etwa 80 %, nach 5 Jahren bei 70 % und nach 10 Jahren bei 50 %. Die Herztransplantation ist damit allen anderen Therapieverfahren bei schwerster Herzinsuffizienz (NYHA IV) überlegen. Die meisten Patienten bewerten die Lebensqualität nach einer Herztransplantation positiv.
Längerfristig ist der Erfolg der Herztransplantation durch die Folgen der künstlichen Unterdrückung der Abwehr des Körpers Immunsuppression gefährdet. Trotzdem lassen sich Abstoßungsreaktionen des Transplantats nicht vollständig unterdrücken. Durch die chronische Abstoßungsreaktion (Transplantat-Vaskulopathie) verändern sich z. B. mit der Zeit die Herzkranzgefäße, deshalb wird neben zwei bis vier ambulanten Kontrolluntersuchungen jährlich eine Herzkatheteruntersuchung in dem betreuenden Herztransplantationszentrum durchgeführt.
Eine Immunsuppression ist lebenslang notwendig. Die richtige Dosierung der Medikamente wird durch regelmäßige Messung der Blutspiegel überwacht. Wahrscheinlich wegen der permanenten Immunsuppression erkranken langfristig etwa 5–10 % der Herztransplantierten an einem Tumor (insbesondere Hauttumoren und Lymphome).
Der gefährlichste Streckenabschnitt beim Marathon ist der Kilometer vor dem Ziel.
Kurz vorm Ziel am gefährlichsten
Herzgefahr beim Marathon
Langstreckenläufe muten dem Herz-Kreislauf-System einiges zu. In seltenen Fällen kann es sogar zu einem Herzstillstand kommen. Männer trifft es dabei bevorzugt – womöglich aufgrund typisch männlicher Persönlichkeitsmerkmale.
17 Fälle von Herzstillstand
Ein Marathon kann für das Herz gefährlich werden. Wie gefährlich, haben französische Forschende anhand von Daten des Paris-Marathons der letzten Jahre untersucht. Zwischen 2011 und 2024 waren auf den verschiedenen Strecken etwa 1,2 Millionen Menschen mitgelaufen. 17 von ihnen hatten dabei einen plötzlichen Herzstillstand erlitten. Sieben Fälle ereigneten sich während des 20-km-Laufs, beim Halb- bzw. Vollmarathon war es jeweils zu fünf Herzstillständen gekommen.
Von den 17 Betroffenen waren 15 männlich und 2 weiblich. Das Durchschnittsalter betrug 42 Jahre. Zwei der Männer sind trotz Reanimationsmaßnahmen verstorben, 15 haben den Herzstillstand überlebt – genauso, wie die beiden betroffenen Frauen.
Höchste Gefahr kurz vorm Ziel
Bei der Analyse der Fälle stellte sich heraus, dass es beim Kurzmarathon und beim 20-Kilometer-Lauf am häufigsten auf dem letzten Kilometer zum Herzstillstand gekommen war. Berechnungen zufolge ist die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis kurz vor dem Ziel gut 15 Mal höher als an irgendeinem anderen Punkt der Strecke.
Nach den Tempodaten hatten vor allem die Männer am Ende des Laufs noch einmal kräftig zugelegt. Das könnte bei einigen Betroffenen dazu geführt haben, dass ihr Herz-Kreislauf-System überfordert war.
Eigene Fähigkeiten überschätzt?
Eine erhöhte Risikobereitschaft und das Überschätzen der eigenen körperlichen Fähigkeiten sind Persönlichkeitsmerkmale, die sich bei Männern häufiger finden als bei Frauen. Womöglich ist dies eine der Ursachen, warum Männer bei Langstreckenlauf so viel gefährdeter sind für einen Herzstillstand als Frauen, meinen die Forscher*innen. In jedem Fall plädieren sie dafür, dass sich medizinische Teams bei einem Marathonlauf vor allem strategisch in der kritischen Zielzone positionieren.
Quelle: Springer Medizin

