Gesundheit heute

Gelbsucht beim Neugeborenen

Gelbsucht beim Neugeborenen (Neugeborenen-Ikterus): Gelbfärbung der Haut des Neugeborenen in den ersten Tagen nach der Geburt. Ausgelöst wird die Neugeborenengelbsucht durch eine Ansammlung des Blutabbauprodukts Bilirubin. Grund dafür ist, dass die kindliche Leber die Umstellung vom fetalen auf das "normale" Blut nicht so schnell verkraftet. Dies hat in der Regel keinen Krankheitswert und wird deshalb von den Ärzt*innen auch als physiologische Gelbsucht (d. h. zu den normalen Körperfunktionen gehörige Gelbsucht) bezeichnet. Die Gelbsucht kommt bei etwa 60 % aller gesunden Neugeborenen und rund 80 % aller Frühgeborenen vor. In den meisten Fällen bildet sie sich mit dem Ende der 1. Lebenswoche von selbst zurück.

Selten stecken hinter der Gelbfärbung auch Erkrankungen wie eine Blutvergiftung oder ein Leberschaden. In diesem Fall werden die Säuglinge mit blau erscheinendem UV-Licht behandelt, um den Abbau des Bilirubins zu beschleunigen.

Symptome und Leitbeschwerden

Physiologische Gelbsucht:

  • Beginn der Gelbfärbung um den 2. oder 3. Lebenstag
  • Gelbfärbung von Haut, Augapfel und Schleimhäuten, z. B. am Gaumen
  • Braunfärbung des Urins
  • Helle Stuhlfarbe
  • Evtl. Müdigkeit des Säuglings.

Anzeichen für sehr hohe Bilirubin-Werte:

  • Gelbfärbung bereits am 1. Lebenstag und länger als 2 Wochen
  • Schlechtes Allgemeinbefinden des Neugeborenen
  • Fieber und schrilles Schreien
  • Brauner Urin und weißlicher Stuhl weißlich
  • Krampfanfälle.

Hinweis: Die "Gelbverfärbung" nach Beginn der Beifütterung ist keine "Gelbsucht", sondern kommt von der Karottennahrung. Sie ist harmlos und wird durch Einlagerung des Karottenfarbstoffs Karotin hervorgerufen. Anders als bei der Gelbsucht ist das Augenweiß nicht verfärbt.

Wann in die Kinderarztpraxis

In den nächsten Tagen, wenn

  • die Gelbfärbung der Haut länger als bis zum 14. Lebenstag bestehen bleibt
  • die Gelbfärbung intensiver wird
  • gleichzeitig der Urin braun und der Stuhl sehr hell (fast weiß) sind.

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung

Über die Hälfte der Neugeborenen sind während der 1. Lebenswoche mehr oder weniger "gelb". Die Verfärbung wird vom Stoffwechselprodukt Bilirubin verursacht, das beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin anfällt. Während der Schwangerschaft wird das Bilirubin des Ungeborenen über den Mutterkuchen entsorgt. Nach der Geburt muss der Säugling dies selbst übernehmen. Das Bilirubin wird nun in der kindlichen Leber verstoffwechselt und anschließend über den Darm ausgeschieden. Diese Umstellung benötigt meist einige Tage: Denn die Leber des Neugeborenen ist noch unreif und kann die Entsorgung des Bilirubins noch nicht vollständig leisten. Bilirubin, das nicht abgebaut wird, lagert sich somit im Körper ab; es kommt zur Gelbfärbung. Eine Studie weist darauf hin, dass die zeitweilige "Verfärbung" der Neugeborenen sogar nützlich ist: Bilirubin hat für den Stoffwechsel schützende Eigenschaften.

Ursachen der pathologischen Gelbsucht

Die Ursachen für die Gelbsucht beim Neugeborenen sind vielfältig:

Zu geringe Trinkmenge. Eine häufige Ursache ist, dass das Kind in den ersten Lebenstagen wenig trinkt. Dadurch gibt das Neugeborene nur wenig Stuhl ab. Auch das Bilirubin wird deswegen nur in geringen Mengen ausgeschieden. Weil sich das Bilirubin im Darm ansammelt, wird es wieder in den Körperkreislauf rückresorbiert.

Muttermilch-Gelbsucht. Bei einem kleinen Teil der gestillten Kinder wird eine besonders langanhaltende Gelbsucht beobachtet. Sie wird als Muttermilch-Gelbsucht bezeichnet und gilt als harmlos. Wahrscheinlich enthält die Milch mancher Mütter einen bestimmten Stoff, der den Abbau des Bilirubins hemmt. Abstillen ist nicht erforderlich.

Blutgruppenunverträglichkeit. Unterscheiden sich die Blutgruppen von Säugling und Mutter, kann es zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen. Bei der schwersten Form, der Rhesusunverträglichkeit, kommt es zur Zerstörung der roten Blutkörperchen des Säuglings. Da die Verträglichkeit der Blutgruppen heutzutage getestet wird und vorbeugend Medikamente gespritzt werden, tritt diese Form der Gelbsucht seltener auf.

Weitere Ursachen. Seltene Ursachen für Gelbsucht bei Neugeborenen sind eine Frühgeburt, bestimmte Medikamente (z. B. Paracetamol), erbliche Blutkrankheiten, Blutvergiftung (Sepsis), Hautblutungen und Stoffwechselstörungen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion).

Risikofaktoren

Frühgeborene. Besonders gefährdet für hohe Bilirubin-Konzentrationen sind Frühgeborene – sowohl bei einer späten Frühgeburt (Schwangerschaftsdauer: < 37. Schwangerschaftswoche) als auch bei einer fast abgeschlossenen Schwangerschaft (Schwangerschaftsdauer: 37.–38. Schwangerschaftswoche). Die Leber von Frühgeborenen ist meistens noch nicht voll ausgereift und kann somit das Bilirubin nur langsam abbauen. Neben der Leber ist zudem auch die so genannte Blut-Hirn-Schranke unreif, sodass das Bilirubin leichter in das Hirngewebe eindringen und dies entzünden kann.

Betroffene Geschwister. Hatten andere Kinder in der Familie die Gelbsucht, besteht das Risiko, dass auch das nächste Neugeborene erkrankt. In diesem Fall müssen besonders auch Erbkrankheiten in Betracht gezogen werden.

Diabetes der Mutter. Leidet die Mutter an Diabetes mellitus, kommt es eher zu einer Neugeborenengelbsucht. Durch die Erkrankung wird das Kind nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, sodass die Organe nicht richtig reifen können. Außerdem bildet das betroffene Kind kompensatorisch mehr rote Blutkörperchen. Somit fällt mehr Bilirubin an, was aber nur schwerer abgebaut werden kann.

Verlauf

Die physiologische Gelbsucht zeigt sich meist am 2. oder 3. Tag nach der Geburt. Zunächst verfärbt sich das Gesicht, auch Augenweiß und Schleimhäute sind betroffen. Schließlich dehnt sie sich den Körper entlang weiter nach unten aus. Unterhalb vom Bauchnabel ist sie meist kaum mehr zu erkennen. Die Gelbfärbung verschwindet in umgekehrter Reihenfolge wieder, sodass zuletzt das Gesicht wieder die normale Hautfarbe annimmt.

Tritt die Gelbfärbung innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt auf, bedarf dies immer einer genaueren Untersuchung. Ebenso sollten Neugeborene, bei denen erst nach dem 3. Tag die Gelbfärbung zu sehen ist, beobachtet werden. Besteht die Gelbsucht über die ersten Lebenswochen hinaus oder ist der Verlauf besonders schwer, so besteht die Möglichkeit, dass das Neugeborene beispielsweise an einer Erbkrankheit, einer Infektion oder einer Stoffwechselerkrankung leidet.

Komplikation

Bilirubin-Enzephalopathie. Gesundheitsgefahr besteht nur dann, wenn das Bilirubin sehr hohe Werte erreicht. In diesen Fällen liegen meist krankhafte Ursachen zugrunde, zum Beispiel eine Blutgruppenunverträglichkeit oder eine Unterfunktion der Schilddrüse. Denn dann lagert sich das Bilirubin auch im Gehirn ab und schädigt so bestimmte Gehirnbereiche. Mediziner*innen bezeichnen dies als Kernikterus oder Bilirubin-Enzephalopathie. Wird die Bilirubin-Enzephalopathie nicht behandelt, drohen schwere Hirnschäden bis hin zum Tod. Da heute alle Neugeborenen routinemäßig untersucht werden, sind diese Formen sehr selten geworden.

Diagnosesicherung

Bei Verdacht auf eine krankhafte Form der Gelbsucht führt die Ärzt*in einen Bluttest durch. Ergibt die Messung einen sehr hohen Bilirubinwert, folgen weitere Untersuchungen, um die genaue Ursache nachzuweisen. Zunächst werden weitere Blutwerte analysiert, wie beispielsweise Entzündungswerte, Leberwerte oder Schilddrüsenparameter. Um eine Blutgruppenunverträglichkeit zu erkennen, werden zusätzlich die Blutgruppen von Mutter und Kind bestimmt.

Behandlung

Handelt es sich um eine normale Neugeborenengelbsucht, so ist meist keine Therapie notwendig.

Fototherapie. Ab einem bestimmten Grenzwert leitet die Ärzt*in eine Fototherapie ein: Dazu wird das Neugeborene nackt in eine Art UV-Solarium gelegt. Dort wird es – ausgestattet mit einer lichtundurchlässigen Brille – mit blau erscheinendem UV-Licht behandelt. Dieses beschleunigt den Abbau von Bilirubin, indem es das Bilirubin in der Haut des Babys so verändert, dass es mit dem Urin ausgeschieden wird. Das Bilirubin muss also nicht mehr über die Leber abgebaut werden.

Inzwischen gibt es spezielle Decken mit eingewobenen lichtleitenden Fasern, in die das Baby wie in einen Strampler eingepackt wird. Der Vorteil: Das Baby wird zu Hause behandelt und muss nicht ins Krankenhaus, wo es meist in einem Brutkasten liegt.

Nebenwirkungen der Fototherapie sind selten, es tritt dennoch vereinzelt ein harmloser, nicht juckender Hautausschlag auf (Exanthem). Da das Neugeborene unter der Lampe leicht schwitzt, sollte es ausreichend zu trinken bekommen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Blutaustauschtransfusionen. Hat die Fototherapie nicht angeschlagen oder liegt der Gelbsucht eine seltene Blutgruppenunverträglichkeit zugrunde, veranlasst die Ärzt*in im Krankenhaus Blutaustauschtransfusionen.

Ernährung. Wird das Neugeborene unzureichend ernährt, besteht die Gefahr, dass sich der Bilirubinspiegel im Blut erhöht. Zum einen liegt das daran, dass sich die Verdauung verlangsamt und deshalb weniger Bilirubin ausgeschieden wird. Zum anderen fehlen Eiweiße, die das Bilirubin binden. Zirkuliert Bilirubin ungebunden im Körper, so gelangt es leichter in das Gehirn. Aus diesem Grund muss das Baby ausreichend gefüttert, am besten gestillt, werden.

Medikamentöse Behandlung. Um einer Austauschtransfusion vorzubeugen, werden in seltenen Fällen intravenöse Immunglobuline in den ersten 4 Lebenstagen eingesetzt. Diese Behandlung wird mit einer intensiven Fototherapie kombiniert.

Prognose

Die Prognose ist bei richtiger Behandlung gut. Auch aufgrund der genauen Richtlinien, die mittlerweile von allen Entbindungsstationen angewendet werden, erzielt die Therapie gute Erfolge. Wird das Neugeborene jedoch nicht adäquat behandelt, besteht die Gefahr einer dauerhaften Hirnschädigung. Dies passiert heutzutage glücklicherweise sehr selten.

Ihre Apotheke empfiehlt

Was Sie als Eltern tun können

Schwere Formen der Gelbsucht werden in der Entbindungsklinik behandelt. Diagnostiziert die Ärzt*in bei Ihrem Baby jedoch nur eine leichte, kontrollbedürftige Gelbsucht, so können Sie das Abklingen der Gelbsucht unterstützen:

  • Natürliche Fototherapie. Setzen Sie Ihr Baby – am besten nackt – in einer warmen Umgebung vor das geschlossene Fenster, sodass es dem durchfallenden Sonnenlicht ausgesetzt ist. Das Glas lässt einen großen Teil des "blauen" Lichtanteils durch. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Ihr Baby keinen Sonnenbrand bekommt.
  • Ausscheidung unterstützen. Bringen Sie die Ausscheidung Ihres Babys in Schwung, indem Sie es möglichst oft an die Brust nehmen. Das häufige Stillen fördert beim Baby die Darmbewegungen, weil auch die Stuhlmengen zunehmen. Durch die erhöhte Stuhlfrequenz wird auch mehr Bilirubin ausgeschieden.
  • Eiweißreich füttern. Ernähren Sie Ihr Baby eiweißreich, indem Sie stillen. Gut geeignet ist Muttermilch, die von Natur aus viel Eiweiß enthält. Das Eiweiß bindet das freie Bilirubin und verhindert, dass es in das Gehirn gelangt. Bei Flaschenkindern kann zusätzlich sogenannte Formula-Nahrung gegeben werden. Tee und Wasser haben hingegen keinen positiven Effekt, auch wenn manche Mütter glauben, das Bilirubin damit zu verdünnen.

Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit für Kinder, Kösel, München, 8. Auflage (2015). Überarbeitung: Dagmar Fernholz, Bettina Bobinger
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Diese Impfungen müssen sein

Eine der für Säuglinge empfohlenen Impfungen ist die gegen Rotaviren. Sie wird als Schluckimpfung verabreicht.

Diese Impfungen müssen sein

Kindergesundheit im Blick

Impfen ist wichtig: Es schützt Säuglinge und Kleinkinder vor schweren Erkrankungen und deren lebenslangen Folgen. Inzwischen werden für Kinder und Jugendliche 13 Impfungen empfohlen. Nicht alle erhalten sie – denn manche Eltern lassen sich durch falsche Behauptungen von Impfgegner*innen verunsichern. Doch die Impfungen sind nachgewiesen sicher und höchst effektiv – sowohl für das geimpfte Kind als auch für die Allgemeinheit. Eltern sollten deshalb diese Chance nutzen.

Schon über 150 Millionen Leben gerettet

Impfungen und Impfstoffe gehören zu den wichtigsten Errungenschaften der Medizin. Durch sie wurden allein in den letzten 50 Jahren 154 Millionen Leben gerettet und die globale Lebenserwartung deutlich gesteigert. Die erste Impfung war die Ende des 18. Jahrhunderts eingeführte Pockenimpfung. Im 19. Jahrhundert kamen Impfstoffe gegen Tetanus und Milzbrand dazu, und inzwischen schützen Impfstoffe gegen mehr als 30 schwere oder folgenreiche Infektionen.

Die Ergebnisse der Impfmedizin können sich sehen lassen. So gelten die Pocken inzwischen als ausgerottet, und die Kinderlähmung steht mit jährlich etwa 100 Fällen weltweit kurz davor. Diphtherie und Keuchhusten sind in industrialisierten Ländern fast verschwunden, und neueste Impfungen wie gegen HPV können sogar die Entwicklung von Krebs verhindern.

Impfungen dienen vor allem dem Schutz von Kindern. Ihr Immunsystem ist noch unreif, was sie anfälliger für ansteckende Krankheiten macht. Das bedeutet aber nicht nur, dass sie leichter infiziert werden. Kommt es zu einer Infektion, verläuft die Erkrankung bei ihnen oft besonders schwer. So können Masern, Keuchhusten und Rotavirus-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern bleibende Schäden zurücklassen oder sogar tödlich sein. Diese Kinderkrankheiten sind also keinesfalls harmlos – auch wenn ihr Name das vielleicht nahelegt.

Mit rechtzeitigen Impfungen lassen sich viele gefährlichen Erkrankungen ganz verhindern oder zumindest schwere Verläufe abmildern. Denn Impfungen trainieren das Immunsystem, ohne die Krankheit auszulösen: Indem man harmlose Anteile eines Erregers verabreicht, lernen die Immunzellen, mit der Infektion umzugehen. Es werden dann nicht nur spezifische Antikörper zur Abwehr gegen den Erreger entwickelt. Das Immunsystem bildet auch sogenannte Gedächtniszellen, die sich die Abwehr merken. Kommt es nach der Impfung zum Kontakt mit dem echten Erreger, erkennen sie diesen schneller und können innerhalb kürzester Zeit die passenden Antikörper produzieren.

Impfungen nützen nicht nur dem geimpften Kind. Sie wirken auch indirekt schützend auf die gesamte Gemeinschaft – das nennt man Herdenschutz. Das liegt daran, dass geimpfte Kinder die Weitergabe von kursierenden Erregern vermindern. Sind über 95% gegen eine Erkrankung geimpft, bricht die Übertragungskette ab. Dadurch werden Ausbrüche eingedämmt und die Krankheitslast in Kitas und Schulen deutlich verringert.

Doch nicht nur andere Kinder profitieren von der Impfung. Durch die verringerte Weitergabe von Erregern schützt man auch Erwachsene vor einer Infektion. Besonders wichtig ist dies für diejenigen, die ein geschwächtes Immunsystem haben. So z. B. alte Menschen, chronisch Kranke oder solche, die immununterdrückende Medikamente einnehmen.

Hinweis: Allein die Masernimpfung ist hocheffektiv, wie die WHO berechnet hat. Bis 2024 hat sie rund 58 Millionen Leben gerettet – und zwar vor allem das von Kindern.

Nur Impfen schützt

Damit Impfungen schützen können, gibt es nur eins: Impfen. Denn die Erreger sind (bis auf die Pocken) nicht verschwunden. Überall dort, wo sich Menschen aufhalten, sind auch Viren und Bakterien zu finden. Darunter tummeln sich nicht nur harmlose Erkältungsviren, sondern potenziell auch all die Erreger, die Kindern gefährlich werden können.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) ist ein unabhängiges Expert*innenteam, das die Wirkung und die Sicherheit von Impfungen wissenschaftlich prüft und Empfehlungen dazu herausgibt. Jedes Jahr wird ein Impfkalender veröffentlicht, indem diese Empfehlungen aktualisiert werden. Darin finden sich die Zeitpläne, wann Kinder, Jugendliche und Erwachsene gegen welche Erkrankung geimpft werden sollten.

Die meisten Eltern lassen ihre Kinder gemäß der STIKO-Empfehlungen impfen. Noch liegen die Impfquoten auf recht hohem Niveau. So sind über 90% der Säuglinge und Kleinkinder gegen Diphtherie, Polio und Tetanus geimpft. Allerdings werden inzwischen immer häufiger die nötigen Auffrischimpfungen unterlassen. Auch bei Impfungen, die erst für Jugendliche empfohlen werden, ist noch viel Luft nach oben. Die gegen Krebs schützende HPV-Impfung haben bei den 15-Jährigen 55% der Mädchen und 36% der Jungen erhalten.

Hinweis: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in Deutschland alle von der STIKO empfohlenen Impfungen für Kinder und Jugendliche als Kassenleistung. Voraussetzung ist, dass diese in die Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aufgenommen wurden.

Warum Eltern sich sorgen

Manche Eltern sorgen sich jedoch, dass eine Impfung ihrem Kind schaden könnte. Sie fürchten schwere Nebenwirkungen wie z. B. akute Herzmuskelentzündungen oder Langzeitfolgen. Solche Ängste werden von einigen Randgruppen geschürt, vor allem geschieht dies in sozialen Medien. So wurde die Masernimpfung angeschuldigt, Autismus auszulösen, der HPV-Impfung sagten Impfgegner*innen nach, sie führe zur Unfruchtbarkeit. Beides ist wissenschaftlich widerlegt und wird trotzdem immer wieder verbreitet. Auch die Impfdebatte um Corona hat die Skepsis bei einigen Menschen verstärkt. Deshalb ist es wichtig, sich unabhängige, neutrale Informationen zu besorgen. Gute Adressen dafür sind die STIKO und natürlich die Haus- oder Kinderärzt*in.

Ein häufig gehörtes Argument gegen Impfungen ist, dass Impfungen das Immunsystem der Kinder überlasten. Doch das kindliche Immunsystem ist unglaublich leistungsstark, es verarbeitet täglich tausende Antigene aus der Umwelt und der Nahrung. Die Standard-Sechsfachimpfung für Säuglinge nutzt nur etwa 0,1% dieser Immunkapazität. Impfungen stören auch die sonstige Abwehr nicht: Dass frisch geimpfte Kinder gleichzeitig nicht mehr Infektionen bekommen, haben zahlreiche Studien nachgewiesen.

Auch die Nebenwirkungen werden von Impfgegner*innen ins Feld geführt. Leichte Impfreaktionen wie Rötungen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder leichtes Fieber zeigen, dass der Körper auf die Impfung reagiert. Sie können bei allen von der STIKO empfohlenen Impfungen auftreten und sind in der Regel unbedenklich und nur von kurzer Dauer. Schwere Nebenwirkungen sind dagegen überaus selten. Forschende haben berechnet, dass es bei einer von 1 Million verabreichten Impfdosen zu einer Anaphylaxie (einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion) kommt. Viel gefährlicher als Impfungen sind die entsprechenden Krankheiten: Masern führen in 30% der Fälle zu schweren Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündung. Und von 100-200 Polio-Infizierten behalten etwa ein bis zwei eine Lähmung der Beine zurück.

Hinweis: Impfstoffe werden nicht nur vor ihrer Zulassung umfassend hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und ihrer Sicherheit von den entsprechenden Behörden geprüft. Auch nach Einführung der Impfung werden sie weiter kontrolliert und jahrzehntelang Daten gesammelt und analysiert, um etwaige Langzeitprobleme zu erkennen.

Die einzelnen Impfungen im Kindesalter – das sollte man wissen

Welche Impfungen die STIKO im Einzelnen empfiehlt, richtet sich nach dem Lebensalter. Zur von der STIKO empfohlenen Grundimmunisierung gehören Impfungen gegen folgende Infektionen: 

  • Rotavirus-Infektion 
  • Tetanus 
  • Diphtherie
  • Poliomyelitis
  • Keuchhusten (Pertussis) 
  • Hämophilus-influenza-Infektion (Hib)
  • Hepatitis B 
  • Pneumokokkeninfektion 
  • Meningokokkeninfektion

Im Alter von sechs Wochen geht es mit der Impfung gegen Rotaviren los, ab Woche acht kommen bis zu acht weitere Impfungen hinzu. In den meisten Fällen handelt es sich um Impfungen, die in drei Dosen verabreicht werden, z. B. im zweiten, im vierten und im elften (bis zwölften) Lebensmonat. Sie alle können an einem Tag gegeben werden. Als Sechsfach-Impfung in einer Spritze gibt es z. B. Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio (Kinderlähmung), Hib und Hepatitis B. Die Impfstoffe gegen Meningokokken B und Pneumokokken werden einzeln geimpft. Je nach Impfstoff sind weitere Auffrischimpfungen im sechsten Lebensjahr und im Alter von 9 bis 16 Jahren nötig.

  • Rotaviren-Infektion. Rotaviren treten gehäuft zwischen Februar und April auf. Fast alle Säuglinge und Kleinkinder stecken sich damit an, insbesondere in den ersten zwei Lebensjahren. Pro Jahr erkranken etwa 40-60 000 Kinder daran. Die Erkrankung löst wässrigen Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen aus. Vor allem Säuglinge können viel Flüssigkeit und Mineralien verlieren und austrocknen, es kann sogar zu Todesfällen kommen. Bei der Impfung handelt es sich um eine Schluckimpfung, die je nach Präparat aus 2 bis 3 Dosen besteht. Die erste Dosis soll mit sechs Wochen verabreicht werden. Als Nebenwirkung ist die Darminvagination bekannt, bei der sich ein Teil des Darms in einen anderen hineinschiebt. Das natürliche Invaginationsrisiko bei Säuglingen beträgt 60 bis 100 auf 100 000 Kinder pro Jahr. Nach der ersten Dosis der Rotaviren-Impfung steigt das Risiko minimal an, und zwar auf 1 bis 5 zusätzliche Fälle pro 100 000 geimpften Säuglingen. Der Nutzen der Impfung überwiegt damit das Risiko erheblich, weshalb die Impfung auch von der STIKO empfohlen wird.
  • Diphtherie wird durch Bakterien übertragen und führt zu Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber und Heiserkeit. Früher sind viele Kinder an der Diphtherie erstickt, weltweit sterben heute etwa 5 bis 10% der Erkrankten an Herz- und Nierenschäden. In Deutschland kommt die Diphtherie kaum noch vor. In anderen Ländern ist die Erkrankung noch verbreitet, bei unvollständigem Impfschutz kann sie deshalb auch in Deutschland wieder Fuß fassen. Geimpft wird im Rahmen der Grundimmunisierung, meist mit dem sogenannten Sechsfachimpfstoff.
  • Tetanus. Tetanusbakterien finden sich in Gartenerde, Straßenstaub oder im Sandkasten, Kinder sind damit also ständig konfrontiert. Über kleinste Verletzungen können sie in den Körper eindringen und Wundstarrkrampf hervorrufen. Selbst wenn die Erkrankung behandelt wird, sterben etwa 10 bis 20 % der betroffenen an Atemnot oder Herzversagen. Aufgrund der Impfung (in der Regel im Sechsfachimpfstoff) ist Wundstarrkrampf in Deutschland sehr selten. 
  • Keuchhusten (Pertussis). Die Keuchhustenerkrankung wird durch Bakterien übertragen und kann vor allem bei Säuglingen gefährlich Atemstillstände auslösen. In seltenen Fällen schädigen Sauerstoffmangel und Krampfanfälle das Gehirn, es drohen u. a. Lähmungen, Seh- und Hörstörungen. Geimpft wird im Rahmen der Sechsfach-Impfung.
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis). Polioviren sind überaus ansteckend, sie verbreiten sich über Husten und Niesen und über den Stuhl (Schmierinfektion). Bei den allermeisten Infizierten verläuft die Erkrankung unbemerkt. 4 bis 8% entwickeln jedoch grippeähnliche Symptome, bei bis zu 1 % von ihnen kommt es zu Lähmungen, die lebenslang anhalten können. Polio ist in Deutschland selten, kann aber durch Reisende ins Land gebracht werden. Umso wichtiger ist ein guter Impfschutz. Geimpft wird im Rahmen der Grundimmunisierung, bei Säuglingen meist mit der Sechsfach-Impfung.
  • Hämophilus influenzae Typ B (Hib). Hib-Bakterien werden durch Husten und Niesen übertragen und infizieren vor allem den Nasenrachenraum inklusive Mittelohr und Nebenhöhlen. Bei schweren Verläufen kann der Kehldeckel anschwellen und zu Atemnot führen, auch Hirnhautentzündungen sind möglich. Säuglinge und Kleinkinder können innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich erkranken. Die STIKO empfiehlt die Hib-Impfung ab einem Alter von 2 Monaten, sie ist in entsprechenden Sechsfach-Impfstoffen enthalten. 
  • Hepatitis B. Infektionen mit dem Hepatitis-B-Virus gefährden die Leber. Die Viren werden über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen, insbesondere beim Geschlechtsverkehr. Die STIKO rät zu einer frühen Impfung im Rahmen der Grundimmunisierung. Dadurch werden Jugendliche rechtzeitig vor Beginn ihrer sexuellen Aktivität vor der Erkrankung geschützt. Die Hepatitis-B-Impfung kann gemeinsam im Sechsfach-Impfstoff verabreicht werden.

  • Pneumokokken. Pneumokokken sind Bakterien, die durch Husten und Niesen übertragen werden und schwere Infektionen in Mittelohr, Lunge, und Nasennebenhöhlen verursachen. Auch Blutvergiftung (Sepsis) und Hirnhautentzündungen gehen auf ihr Konto. Die Infektion variiert stark. Es gibt Keimträger*innen, die völlig krankheitsfrei sind, bei anderen kommt es zu schweren Verläufen, von denen jede zehnte tödlich endet. Die Pneumokokkenimpfung wird zu den gleichen Zeitpunkten verabreicht wie die anderen Grundimmunisierungen, allerdings in einer separaten Spritze.

  • Meningokokken B. Von diesen Bakterien, die zu Hirnhautentzündung und Blutvergiftung führen können, gibt es verschiedene Typen. Sie alle werden durch Tröpfchen übertragen. Eine von zwölf Erkrankungen mit Meningokokken Typ B verläuft tödlich. Bei den Überlebenden sind Langzeitfolgen wie Hörverlust oder Nierenschäden möglich. Die STIKO empfiehlt die Meningokokken-B-Impfung im Rahmen der Grundimmunisierung. Ebenso wie die Pneumokokkenimpfung erfolgt sie in einer separaten Spritze.

Masern, Mumps, Röteln und Windpocken

Auch Masern, Mumps und Röteln sind alles andere als harmlos, weshalb Kinder dagegen geimpft werden sollten. Im Gegensatz zu Impfstoffen der Grundimmunisierung handelt es sich um Lebendimpfstoffe. Sie enthalten abgeschwächte Erreger, die sich nur leicht vermehren und keine volle Krankheit auslösen. Milde Beschwerden wie leichter Ausschlag, erhöhte Temperatur, Gelenkbeschwerden oder leichte Durchfälle treten bei 2 bis 10 % der Geimpften auf und klingen nach wenigen Tagen wieder ab. Lebendimpfstoffe sollen erst ab dem 11. Monat geimpft werden, da das kindliche Immunsystem erst ab diesem Zeitpunkt reif dafür ist. Meist werden Masern, Mumps und Röteln zusammen in einem Kombiimpfstoff (MMR-Impfung) geimpft. Die richtigen Zeitpunkte dafür sind das Alter von 11 sowie von 15 Monaten.

  • Masern. Masernviren sind extrem ansteckend, sie rufen grippeähnliche Symptome und Hautausschlag hervor. Eine von 1000 Erkrankten entwickelt eine Gehirnentzündung, die in bis zu 20% tödlich verläuft. Bei einem Drittel der Betroffenen mit Gehirnentzündung bleiben Schäden zurück. Bei 30 bis 60 von 100 000 erkrankten Kindern unter 5 Jahren kommt es zu einer schwerwiegenden Spätfolge, der subakuten sklerosierenden Panenzephalitis. Dabei handelt es sich um einen schleichenden Zerfall des Gehirns bis zum Tod. Um diese schweren Folgen zu verhindern, wird gegen Masern geimpft. Gemäß Masernschutzgesetz müssen alle Kinder beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten eine Impfung oder eine Masernimmunität nachweisen. Da ein Lebendimpfstoff verwendet wird, kann es zu milden Symptomen kommen (siehe oben). Die Wahrscheinlichkeit für eine Gehirnentzündung ist entgegen der Propaganda von Impfgegner*innen verschwindend gering, sie beträgt weniger als 1 Fall pro 1 Million Geimpften (im Vergleich 1:1000 bei Masernerkrankung).
  • Mumps. Mumpsviren werden durch Tröpfchen oder Speichel übertragen und lösen bei zwei Drittel der Infizierten Fieber, Kopf- und Ohrenschmerzen aus. Oft schwellen beide Ohrspeicheldrüsen an. In einem von 100 Erkrankungsfällen kann es zu einer Gehirnentzündung kommen, ältere an Mumps erkrankte Jungen entwickeln öfter eine Hoden- oder Nebenhodenentzündung. Auch Entzündungen der Hörnerven können auftreten und zu bleibenden Hörschäden führen. Gegen Mumps wird wie gegen Masern zweimal geimpft, meist mit dem MMR-Kombiimpfstoff.
  • Röteln. Rötelnviren werden ebenfalls durch Tröpfchen übertragen und lösen eine erkältungsähnliche Erkrankung mit Hautausschlag und Fieber aus. Komplikationen sind selten, sie treffen die Atemwege, das Mittelohr, die Hirnhäute und das Herz. Besonders gefährlich sind Röteln, wenn sich eine ungeschützte Schwangere ansteckt. Dann droht dem Kind die Röteln-Embryopathie mit schweren Fehlbildungen an Ohr, Auge, Herz und Gehirn. Zum eigenen Schutz, aber auch um die Verbreitung zu verringern, sollten Kinder im Alter von 11 und 15 Monaten gegen Röteln geimpft werden.

Hinweis. Eine weitere Impfung ab 11 bis 12 Monate ist die gegen Windpocken (zwei Impfungen). Die bisher empfohlene Impfung gegen Meningokokken C entfällt, stattdessen soll im Jugendalter ein zweites Mal gegen Meningokokken geimpft werden.

Impfungen für Kinder ab 9 Jahren

Seit 2007 empfiehlt die STIKO die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) für Mädchen, seit 2018 auch für Jungen. HPV werden beim Geschlechtsverkehr übertragen und können Krebs verursachen, vor allem am Gebärmutterhals, aber auch am After, am Penis und im Rachen. Besonders gefährlich sind HPV 16 und 18. Gegen eine Ansteckung mit diesen beiden (je nach Präparat auch weiteren) Typen schützt die HPV-Impfung. Geimpft wird im Zeitraum zwischen 9 und 14 Jahren. Für den besten Schutz ist es wichtig, dass die Impfung vor dem ersten Sexualkontakt erfolgt. Seit ihrer Einführung hat sich gezeigt, dass die Impfung sicher und effektiv ist. In Schweden ist das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs bei geimpften Frauen um 90% gesunken.

Seit 2025 sollen laut STIKO 12- bis 14-Jährige eine weitere Impfung erhalten: die Meningokokkenimpfung gegen die Typen A, C, W und Y, die sogenannte MenACWY-Impfung. Die STIKO verfolgt dadurch zwei Strategien. Jugendliche sind die Altersgruppe, deren Rachenbereich am stärksten mit Meningokokken besiedelt ist (wobei die meisten Träger keine Symptome zeigen). Durch Partys, Schule und Gruppenaktivitäten werden die Bakterien leicht verbreitet. Die Impfung schützt nicht nur die Jugendlichen selbst vor einer schweren Erkrankung. Sie reduziert auch die Anzahl an Übertragenden und senkt dadurch die Infektionsrate insgesamt.

Hinweis: Im Jugendalter ist es wichtig, auch an die Auffrischimpfung der Grundimmunisierung zu denken. Dazu gehören die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Poliomyelitis (DTP-M-Impfung). Ein guter Termin dafür ist die U11 oder die J1. Die DTP-M-Auffrischung kann beim gleichen Termin wie die MMR-Impfung verabreicht werden, sie stören sich gegenseitig nicht.

Wie sieht es mit Grippe und Corona aus?

Eine Impfung gegen Corona oder die Influenza (Grippe) wird von der STIKO für Kinder derzeit (2025) nicht standardmäßig empfohlen. Möglich sind beide Impfungen ab dem Alter von sechs Monaten. Ratsam ist die Grippeimpfung bei chronisch kranken Kindern, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Das sind z. B. Kinder mit 

  • chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma
  • Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Diabetes 
  • neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder 
  • angeborenen bzw. erworbenen Immuninfekten oder einer HIV-Infektion.

Kinder mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und Abwehrschwäche sollten zudem gegen Coronaviren geimpft werden. Gleiches gilt für Kinder und Jugendliche, die in Pflegeeinrichtungen betreut werden – denn dort haben sie ein erhöhtes Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren. Die Basisimmunität gegen Coronaviren ist bei drei Kontakten mit dem Virus oder seinen Bestandteilen (Impfung) erreicht.

Quellen: STIKO, DKFZ, Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Westend61 / Mareen Fischinger