Gesundheit heute
Professionelle Zahnreinigung und Versiegelung
„Nach dem Naschen, nach dem Essen, Zähneputzen nicht vergessen“ - Schon als Kind lernen die meisten, dass regelmäßiges Zähneputzen Zähne und Zahnfleisch schützt. Die Zahnbürste entfernt nämlich Zahnbelag, der aus Bakterien und ihren Stoffwechselprodukten besteht. Dieser Belag greift Zähne und Zahnfleisch an. Die Folge sind Karies und Entzündungen des Zahnfleischs (Gingivitis), die sich im Extremfall bis zum Knochen ausbreiten können (Parodontitis).
Das Problem: Trotz gründlicher Mundpflege bleibt der Zahnbelag an den schwer zugänglichen Stellen haften. Nach einiger Zeit entwickelt er sich zu Zahnstein, der nur in der Zahnarztpraxis wieder entfernt werden kann. Deshalb bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten einmal pro Jahr die Entfernung von Zahnstein.
Eine professionelle Zahnreinigung verspricht eine umfänglichere Reinigung als die durch die Krankenkassen bezahlte Zahnsteinentfernung. Allerdings müssen Patient*innen die Kosten von circa 80 – 120 Euro meist selbst tragen. Damit zählt die professionelle Zahnreinigung zu den individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL).
Bei der professionellen Zahnreinigung werden alle Zahnoberflächen in mehreren Schritten erst gereinigt, dann poliert und meist noch fluoridiert.
- Reinigung: Spezialinstrumente wie Schall- oder Pulverstrahlreiniger entfernen Zahnbelag und Zahnstein. Der Pulverstrahlreiniger sprüht ein Gemisch aus Salz und Wasser auf die Zahnoberflächen und reinigt sie so auch in den Vertiefungen gründlich. Für die Zahnzwischenräume kommen Interdentalbürsten und Zahnseide zum Einsatz. Mit speziellen Handinstrumenten aus Metall erreicht die Fachkraft selbst schwer zugängliche Stellen.
- Polieren: Die Politur entfernt verbliebende raue Stellen und glättet die Zahnoberfläche. Die glatte Zahnoberfläche hat den Vorteil, dass sich neue Beläge nur schwer bilden.
- Fluoridieren: Das Auftragen von fluoridhaltiger Paste stärkt den Zahn und schützt ihn vor Karies.
Wichtiger Bestandteil der professionellen Zahnreinigung ist auch die Beratung über Mundhygiene durch die Fachkraft. Hier hat die Patient*in die Möglichkeit, Fragen über Mundspülung, Zahnseide und Co. zu stellen.
Ziel der professionellen Zahnreinigung ist die Vorbeugung von Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Angenehmer Nebeneffekt: Die Reinigung entfernt Verfärbungen durch Kaffee, Tee oder Rotwein. Viele Zahnärzt*innen empfehlen, die Zahnreinigung alle 3-6 Monate vorzunehmen. Bei einem individuell hohen Risiko für Zahn- und Zahnfleischerkrankungen auch häufiger.
Ob die professionelle Zahnreinigung notwendig ist, ist unter Expert*innen umstritten. Der IGeL-Monitor, der vom Medizinische Dienst der gesetzlichen Krankenkassen veröffentlicht wird, nahm 2012 eine umfängliche Auswertung der aktuellen wissenschaftliche Datenlage vor. Das Ergebnis: Der Nutzen der professionellen Zahnreinigung ist unklar, denn die Studien wiesen erhebliche Mängel in der Durchführung auf. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung ist von dem Verfahren jedoch überzeugt und empfiehlt den Gang zur professionellen Reinigung ihren Patient*innen dringend. Bis der Nutzen der professionellen Zahnreinigung abschließend bewertet werden kann, werden jedoch noch weitere Studien benötigt.
Eine Versiegelung (Fissurenversiegelung) schützt die Kauflächen der Zähne vor Karies. Gerade die Backenzähne und Mahlzähne haben auf ihrer Oberseite mehrere Höcker und viele kleine, zerklüftete Furchen – sie heißen fachsprachlich Fissuren –, die mit der Zahnbürste kaum zu erreichen sind.
Bei der Versiegelung wird zunächst die Zahnoberfläche gereinigt und anschließend getrocknet. Dann trägt der Zahnarzt einen sehr dünnflüssigen Kunststoff auf, der die kleinen Gräben und Furchen auffüllt. Der Kunststoff wird mit einem Haftvermittler am Zahn befestigt und mit Blaulichtlampen gehärtet (Komposit). Die Haltbarkeit einer Versiegelung beträgt 2–5 Jahre, in dieser Zeit sind die Zähne deutlich unempfindlicher gegen Karies. Versiegeln kann die Zahnärzt*in grundsätzlich jeden gesunden Backenzahn, auch wenn die Patient*in schon älter ist. Allerdings übernimmt die Krankenkasse die Kosten nur für Patient*innen im Alter zwischen 6 und 17 Jahren und nur für die Backenzähne.
Die Hormonumstellung in den Wechseljahren macht sich auch an Zähnen und Zahnfleisch bemerkbar.
Mundgesundheit in der Menopause
Zum Schutz der Zähne
Die Hormonumstellung in den Wechseljahren schlägt nicht nur auf Eierstöcke, Gefäße und die Knochensubstanz. Auch Mund und Zähne leiden und müssen deshalb besonders geschützt werden.
Weniger Speichel, trockenere Schleimhaut
Der Eintritt in die Wechseljahre bedeutet für Frauen weit mehr als das Ende ihrer Fruchtbarkeit. Das liegt daran, dass die weiblichen Sexualhormone vom Eierstock bis zum Gehirn die unterschiedlichsten Prozesse im Körper beeinflussen. Kein Wunder, dass das Absinken der Östrogenspiegel zahlreiche Auswirkungen nach sich zieht. So kann es z. B. vorübergehend zu Hitzewallungen, Schlafstörungen und Gewichtsanstieg kommen.
Auch im Mund macht sich die Hormonumstellung bemerkbar. Durch den sinkenden Östrogenspiegel wird die Durchblutung der Schleimhäute und damit ihre Feuchtigkeit verringert. Zusätzlich produzieren die Speicheldrüsen weniger Speichel. Außerdem verschlechtert sich mit voranschreitendem Alter die Immunabwehr und es kommt leichter zu Entzündungen.
Mögliche Folgen dieser Veränderungen sind:
- Mundtrockenheit und trockene, aufgerissene Lippen
- Schleimhautreizungen, Entzündungen, Aphthen
- Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischrückgang, Lockerung der Zähne
- klebrige und trockene Zunge, die das Kauen und Sprechen erschwert
- Mundgeruch
- vermehrte Zahnbeläge und vermehrte Karies.
Zahnbürste wechseln und ausreichend trinken
Damit Mund und Zähne gesund bleiben, sollten Frauen in den Wechseljahren ihrer Mundpflege besonders große Aufmerksamkeit widmen. Am wichtigsten ist die regelmäßige Kontrolle bei der Zahnärzt*in, damit eventuelle Probleme frühzeitig erkannt werden. Besonders empfehlenswert ist auch die jährliche professionelle Zahnreinigung.
Für die tägliche Mund- und Zahnhygiene gibt es ebenfalls gute Tipps:
- Bei häufigeren Zahnfleischentzündungen sollte man z. B. eine weichere Zahnbürste verwenden.
- Mit Interdentalbürstchen lassen sich Zahnzwischenräume gut reinigen. Meist sind verschiedene Größen notwendig, um alle Bereiche gut zu säubern. Wer viel unterwegs ist, kann Zahnpflegekaugummis zur Zahnhygiene nutzen.
- Gegen Mundtrockenheit helfen neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr spezielle Feuchtigkeits-Mundsprays und Mundgele aus der Apotheke. Manchmal wird auch ein Wechsel auf eine befeuchtende Zahnpasta empfohlen.
Zum Schutz der Zähne sollte man außerhalb der Mahlzeiten auf süße und säurehaltige Speisen und Getränke verzichten. Denn Süßes und Saures greift den Zahnschmelz an und fördert die Bildung von Karies. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die Mundtrockenheit. Denn dadurch haften nicht nur Zuckerreste besser an den Zähnen an, es fehlt auch an schützendem Speichel.
Quelle: pta heute

