Gesundheit heute
Schlafbedarf
Auf die Frage nach der persönlichen Schlafdauer (Schlafbedarf) erhält man von Mensch zu Mensch unterschiedliche Antworten. Der eine braucht angeblich mindestens zehn Stunden Schlaf, während der andere mit vier Stunden pro Nacht auszukommen scheint. Studien im Schlaflabor zeigen, dass besonders Menschen, die nach eigener Ansicht extrem wenig Schlaf brauchen, sich sehr oft täuschen.
Im Schnitt schlafen erwachsene Deutsche sieben Stunden und acht Minuten lang; dies entspricht der Schlafdauer in den Nachbarländern. Schlafforscher gehen davon aus, dass sich die Schlafdauer in den letzten Jahrhunderten kaum verändert hat.
Umfassende statistische Untersuchungen haben ergeben, dass auf Dauer sowohl sehr kurzer als auch sehr langer Schlaf mit gesundheitlichen Nachteilen verbunden ist. So ist die Sterblichkeit von Menschen, die regelmäßig über zehn Stunden schlafen, ebenso deutlich erhöht wie die von solchen, die weniger als vier Stunden schlafen. Auch hat sich gezeigt, dass Frauen, die viel schlafen, weniger zu Übergewicht neigen, als solche, die wenig und unruhig schlafen. Diese Untersuchungen sind aber nicht geeignet, um für den Einzelnen das gesundheitlich optimale Maß festzulegen. Denn wie viel Schlaf wir brauchen, hängt von der Schlafqualität und von genetischen Faktoren ab. Der Erholungswert des Schlafs ist auch stimmungsabhängig: Geht es uns psychisch gut, brauchen wir weniger Schlaf als in Phasen einer depressiven Verstimmung.
Das Schlafbedürfnis ist aber nicht nur individuell verschieden, sondern schwankt auch zwischen den Kulturen. So schlafen etwa Säuglinge bei den Kipsigis, einer ethnischen Gruppe in Afrika, im Schnitt zwei Stunden weniger pro Tag als US-amerikanische, und diese wiederum schlafen zwei Stunden weniger als holländische Babys.
Auch während der verschiedenen Lebensphasen unterscheidet sich das Schlafbedürfnis von Mensch zu Mensch erheblich, wobei innerhalb der verschiedenen Altersgruppen wiederum große Unterschiede bestehen können.
Der Schlafbedarf bei Kindern und Jugendlichen schwankt von Kind zu Kind stark. So schlafen manche Kinder im Alter von einem Monat über 13 Stunden, andere nur 6 Stunden. Kleinkinder schlafen durchnittlich etwa 10–12 Stunden, Schulkinder noch 9–11 Stunden.
Im Erwachsenenalter, zwischen 20 und 50 Jahren, liegt der Schlafbedarf bei 90 % der Menschen konstant bei etwa sechs bis neun Stunden pro Tag.
Aussagen über den Schlafbedarf im höheren Alter sind nicht einfach zu treffen. Zum einen ist bekannt, dass die Schlafdauer bei gesunden älteren Menschen durchaus auf fünf Stunden oder weniger absinken kann. Gleichzeitig ist aber bei der Mehrzahl der Älteren eine verlängerte Einschlafzeit zu beobachten, und auch die Phasen des nächtlichen Wachseins verlängern sich. Bekannt ist zudem, dass sich die Schlafdauer in den letzten Lebensjahren wieder erhöht, besonders wenn Krankheiten den Erholungswert des Schlafs schmälern.
Mit zunehmendem Alter verschieben sich auch die Schlafphasen. Die Leichtschlafphasen nehmen zu, während die Tiefschlafphasen stark abnehmen. Zudem sinkt die Aufwachschwelle gegenüber akustischen Reizen. Der ältere Mensch wacht z. B. bei Verkehrslärm oder vom Schnarchen des Partners wesentlich schneller auf. Hormonell zeigt sich eine erhöhte Kortisolkonzentration am Abend und eine verringerte Ausschüttung von Wachstumshormonen zu Beginn der Nacht. Auch der Melatoninspiegel sinkt im Alter
Atemtechniken und Achtsamkeit können helfen, besser mit chronischen Schmerzen umzugehen.
Übungen gegen chronische Schmerzen
Achtsamkeit und Atmen
Viele Betroffene wissen: Chronische Schmerzen lassen sich selbst mit Medikamenten nicht immer vollständig kontrollieren. In solchen Situationen können Atemtechniken, Entspannungsverfahren und Achtsamkeitsübungen helfen, besser mit den Beschwerden umzugehen.
Das Nervensystem beruhigen
Dass psychologische Verfahren die Schmerztherapie sinnvoll ergänzen können, ist seit Langem bekannt. Ihr Ziel ist es, das Nervensystem zu beruhigen und die Schmerzwahrnehmung positiv zu beeinflussen, sagt der Münchner Psychotherapeut Markus Schwabbaur. Es lohnt sich, einige dieser Methoden zu erlernen und regelmäßig anzuwenden.
- Ruhiges Atmen. Die Atmung beeinflusst unser Nervensystem unmittelbar. Langsames, bewusstes Atmen aktiviert den Parasympathikus und kann Muskelanspannung sowie Stressreaktionen reduzieren. Besonders wirksam ist es, wenn die Ausatmung etwa doppelt so lange dauert wie die Einatmung – beispielsweise vier Sekunden einatmen und acht Sekunden ausatmen. Schwabbaur empfiehlt die sogenannte Wuu-Atmung: Dabei wird beim Ausatmen ein lang gezogenes „Wuuu“ erzeugt. Manche Schmerzpatient*innen profitieren zudem davon, ihre Aufmerksamkeit zunächst auf die schmerzfreie Körperseite zu richten und gedanklich dorthin zu atmen.
- Entspannung. Menschen mit chronischen Schmerzen stehen häufig unter dauerhafter Anspannung. Bewusste Entspannung kann jedoch sowohl Ängste als auch Schmerzen lindern. Geeignet sind körperliche Aktivitäten wie Gehen oder Radfahren ebenso wie die Progressive Muskelrelaxation. Auch Musikhören oder Meditation können hilfreich sein. Entscheidend ist, regelmäßig zu üben und Entspannungsphasen fest in den Alltag zu integrieren.
- Achtsamkeit. Achtsamkeitsübungen lenken die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment. Das kann besonders hilfreich sein, da chronische Schmerzen oft mit Sorgen und Zukunftsängsten verbunden sind – etwa der Frage, ob die Beschwerden jemals nachlassen werden. Beim sogenannten Body-Scan richten Betroffene ihre Aufmerksamkeit nacheinander auf verschiedene Körperbereiche und nehmen Empfindungen bewusst wahr.
Selbstumarmung und Bewegung
Darüber hinaus empfiehlt der Psychotherapeut weitere leicht umsetzbare Übungen. Dazu gehört der Butterfly Hug, bei dem man sich selbst umarmt, sowie Tapping-Techniken, bei denen bestimmte Körperbereiche – etwa unter dem Schlüsselbein oder auf der Brust – sanft abgeklopft werden. Unterstützend können auch positive Selbstbekräftigungen wirken, zum Beispiel: „Ich glaube, dass ich es verdient habe, mich besser zu fühlen.“
Ein weiterer wichtiger Baustein ist Bewegung. Viele Menschen mit chronischen Schmerzen vermeiden körperliche Aktivität aus Angst vor einer Verschlimmerung der Beschwerden. Dabei kann jede Bewegung, die die Schmerzen nicht verstärkt, dazu beitragen, Verspannungen zu lösen, die Beweglichkeit zu fördern und Schmerzen langfristig zu lindern.
Quelle: Ärztezeitung

