Gesundheit heute
Liquoruntersuchung und Lumbalpunktion
Durch den engen Kontakt zu Hirnhäuten und Gehirn kann sich die Zusammensetzung des Liquors insbesondere bei Entzündungen, Blutungen und Tumorbefall ändern; eine Liquoruntersuchung kann deshalb aufschlussreich sein. Entnommen wird der Liquor durch eine Lumbalpunktion. Diese wird überwiegend im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts durchgeführt, sie ist prinzipiell aber auch ambulant möglich.
Meist sitzt der Patient bei der Lumbalpunktion auf der Bettkante und beugt sich weit nach vorne, damit die tastbaren Knochenfortsätze hinten an der Wirbelsäule auseinanderweichen. Seltener wird die Lumbalpunktion im Liegen durchgeführt. Nach mehrfacher Hautdesinfektion durchsticht der Arzt die Haut im unteren Lendenwirbelsäulenbereich mit einer speziellen Hohlnadel und schiebt die Nadel zwischen zwei Knochenfortsätzen bis zum Wirbelkanal vor. Die harte Rückenmarkshaut bildet hier einen liquorgefüllten Sack, in dem nur die Anfangsabschnitte der Nerven, die Nervenwurzeln, schwimmen. Der Einstich ist vergleichbar dem einer Blutabnahme. Berührt die Nadel eine Nervenwurzel, kann es zu einem kurzen „elektrisierenden“ Schmerz im Bein kommen. Dieser Schmerz ist auch durch eine lokale Betäubung nicht zu verhindern und harmlos. Die Nervenwurzel weicht der Nadel aus und nimmt keinen Schaden. Auch das Rückenmark ist nicht gefährdet, da es ein Stück weiter oben aufhört. Es dauert dann ein paar Minuten, bis die Probenröhrchen gefüllt sind, da der Liquor nur langsam aus der Nadel tropft. Nach Entfernen der Nadel legt der Arzt einen kleinen Verband an und der Liquor wird zur weiteren Untersuchung ins Labor gegeben.
Die häufigste Nebenwirkung der Lumbalpunktion ist der so genannte postpunktionelle Kopfschmerz, auch wenn er durch Verwendung spezieller atraumatischer Nadeln heute seltener auftritt. Er beginnt oft erst einen Tag nach der Punktion und kann mehrere Tage dauern. An seiner Entstehung soll ein winziges Leck in der harten Hirnhaut beteiligt sein. Der Nutzen der oft empfohlenen 2- bis 24-stündigen Bettruhe zur Vorbeugung ist nach wie vor nicht belegt. Durch Hinlegen (der Schmerz verstärkt sich beim Stehen), reichliches Trinken und ggf. Schmerzmittel wie etwa Paracetamol (z. B. ben-u-ron®) ist der Kopfschmerz in aller Regel gut zu lindern.
Tanzen fördert Beweglichkeit und Koordination und ist deshalb für Menschen mit Morbus Parkinson besonders gesund.
Mit Bewegung gegen Parkinson
Gehen, Tanzen, Gewichte stemmen
Ohne Medikamente geht es nicht beim Morbus Parkinson. Die Erkrankten profitieren aber auch von nicht-medikamentösen Maßnahmen. So können sportliche Aktivitäten, aber auch Verfahren zum Stressabbau die Beschwerden häufig lindern.
Dopaminmangel muss ausgeglichen werden
Beim Morbus Parkinson sterben im Gehirn die Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin bilden. Durch den Dopaminmangel kommt es zu Bewegungsstörungen, die im Verlauf der Krankheit schubweise zunehmen. Typisch sind das Zittern (Tremor), Gehstörungen und die Muskelsteife, das sogenannte Einfrieren. Basis der Therapie ist die Einnahme von Medikamenten, um den Dopaminhaushalt zu stabilisieren. Daneben gibt es aber noch einige Maßnahmen, die zusätzlich helfen.
Tanzen besonders effektiv
Körperliche Aktivität verbessert bei Menschen mit Parkinson nachgewiesenermaßen die Motorik. Einer aktuellen Analyse zufolge soll Tanzen besonders effektiv sein. Zwei- bis dreimal die Woche eineinhalb Stunden das Tanzbein zu schwingen bringt Koordination und Bewegung auf Vordermann. Auch flottes Gehen ist hilfreich, hierbei werden ebenfalls drei Einheiten pro Woche empfohlen.
Gut für die Muskeln ist Krafttraining. Studien zufolge reduziert es die Muskelsteife und hilft so gegen das Einfrieren. Tai-Chi und QiGong wiederum sind effektiv, wenn die Betroffenen unter Müdigkeit, Erschöpfung oder Stimmungstiefs leiden.
In der Gruppe oder zu Hause trainieren
Besonders von Vorteil ist es, wenn in Gruppen trainiert wird. Denn mit anderen zusammen ist man motivierter und schafft es eher, den inneren Schweinehund zu überwinden. Wer dazu keine Gelegenheit hat, kann aber auch zu Hause aktiv werden. Motivierend wirken dabei Telesport, Gaming, virtuelle Realität oder Bewegungsapps.
Eine besonders beliebte Variante des Gleichgewichtstrainings ist das Exergaming. Dabei handelt es sich um Spiele, die den Spieler aktiv dazu bringen, sich zu bewegen (z.B. tanzen, springen, boxen, laufen), um im Spiel weiterzukommen. Genutzt werden dabei Bewegungssensoren, Gamepads, VR Brillen oder andere spezielle Geräte wie Spinning Bikes oder Balance Boards.
Stressabbau nicht vergessen
Neben aktivierenden Maßnahmen ist aber auch Entspannung hilfreich. Denn Stress ist Gift für Parkinsonkranke: Er verstärkt vor allem die motorischen Beschwerden. Umgekehrt kann Stressabbau den bei der Erkrankung typischen Tremor bessern. Und nicht zuletzt mindern achtsamkeitsbasierte Übungen, Yoga und Meditation bei vielen Betroffenen die häufig vorhandenen Ängste und Depressionen.
Quelle: Ärztezeitung

