Gesundheit heute

Klinische Untersuchungen der Durchblutung

Lagerungsversuch nach Ratschow. Beim Lagerungsversuch nach Ratschow hebt der Patient die Beine um etwa 45°-90° an und führt mit den Füßen zusätzlich kreisende Bewegungen aus, bis sie blass werden und die Waden zu schmerzen beginnen. Bei Gefäßgesunden tritt dies nach etwa 2 Minuten ein. Werden die Beschwerden schon deutlich früher bemerkt oder fällt eine Seitendifferenz auf, so weist dies auf eine Durchblutungsstörung hin.

Wenn die Waden schmerzen, setzt sich der Patient auf und stellt seine Füße auf den Boden. Die Zeit bis zum Einschießen des Bluts (in der Regel nur wenige Sekunden) gibt insbesondere bei einer Seitendifferenz Hinweise auf Durchblutungsstörungen des Beins.

Allen-Test. Beim Allen-Test wird die Durchblutung der Hand getestet, für die zwei Arterien verantwortlich sind, die an der Innen- und Außenseite des Unterarms durch das Handgelenk in die Hand eintreten. Sie werden beide gleichzeitig am Handgelenk abgedrückt, während der Patient die Faust heftig öffnet und schließt. Damit ist die Blutzufuhr zur Hand unterbrochen, sie wird blass. Nach Freigabe jeweils einer Arterie sollte die Hand nach etwa 5 Sekunden wieder normal durchblutet sein, sonst ist ein Verschluss oder eine Engstelle (Stenose) der Arterie naheliegend.

1904_GTV_Allen_Test.png| Allen-Test: Zuerst werden beide Arterien, die für die Versorgung der Hand zuständig sind (Speichen- und Ellenarterie), abgedrückt bis die Hand weiß wird. Anschließend gibt der Arzt sie nacheinander wieder frei. Nach spätestens 5 Sekunden färbt sich beim Gefäßgesunden die wieder durchblutete Handpartie rosig. Das bleibt hier aus (rechtes Bild), was auf einen Verschluss der Ellenarterie hinweist. |[GTV 1904]|Verlaufsbilder eines Allen-Tests bei krankhaft veränderter Durchblutung

Gehtest. Beim Gehtest bewegt sich der Patient bei 12 % Steigung und einer Geschwindigkeit von 3 km/h auf einem Laufband. Die entstehenden Beinschmerzen und die Länge der erreichten Strecke erlauben Rückschlüsse auf Durchblutungsstörungen der Beine. Als Alternative zum Laufband ist auch ein schnelles Gehen in der Ebene mit zwei Schritten pro Sekunde möglich.

Von: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Dieter Simon in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
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Mikronährstoffe fürs Herz

Auch Nahrungsergänzungsmittel helfen dabei, Herz und Gefäße gesund zu halten.

Mikronährstoffe fürs Herz

Nützlich oder schädlich?

Ob Nahrungsergänzungsmittel dabei helfen, Herz und Gefäße gesund zu halten, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Jetzt gibt es Hinweise, dass zumindest einige von ihnen doch vor Schlaganfall und Herzinfarkt schützen können.

Herzgesundheit fördern

Das Beste für die Herzgesundheit ist, sich viel zu bewegen, sich gesund zu ernähren, nicht zu rauchen und Übergewicht zu vermeiden. Zusätzlich werden seit Jahren regelmäßig neue Nahrungsergänzungsmittel fürs Herz angepriesen. Die Palette reicht von Vitaminen über Aminosäuren und Mineralstoffe bis zu Bestandteilen exotischer Gewürze. Meist folgt die Ernüchterung auf dem Fuß, d. h. die erwünschten Wirkungen lassen sich in klinischen Studien nicht nachweisen oder der Effekt bleibt unklar.

Folsäure, Coenzym Q10 und Omega-3-Fettsäuren schützen

Jetzt hat sich ein chinesisches Team der Sache noch einmal angenommen und die Daten von 884 qualitativ hochwertigen Studien genauestens analysiert. Fast 900.000 Teilnehmer*innen hatten darin 27 Mikronährstoffe eingenommen. Der Einnahme wurden die Daten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kardiovaskulär bedingtem Tod gegenübergestellt.

Und siehe da: Einige der Nahrungsergänzungsmittel hatten offenbar doch einen Einfluss auf Herz und Gefäße. Omega-3-Fettsäuren senkten das Risiko, an einer Herz- oder Gefäßerkrankung zu versterben, um 7%. Außerdem reduzierten sie das Herzinfarktrisiko um 15% und die Wahrscheinlichkeit, eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln, um 14%. Folsäure reduzierte um 16% das Risiko für Schlaganfälle, Coenzym Q10 senkte die Gesamtsterblichkeit um 32%.

Beta-Carotin gefährlich?

Auch einige andere Mikronährstoffe wie Magnesium, Zink, Flavonole und Quercetin könnten dieser Untersuchung zufolge einen positiven Effekt auf Herz und Gefäße haben. Keinen Effekt zeigten dagegen die Vitamine C und E sowie Beta-Carotin. Letzteres erhöhte sogar die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden.

Offenbar können einige Mikronährstoffe das Herz schützen. Jetzt gilt es, diese Ergebnisse durch weitere Untersuchungen zu unterstreichen. Und vor allem herauszufinden, welche Dosierungen erforderlich und ob bestimmte Kombinationen vorteilhaft sind.

Weiterführende Informationen zur herzegsunden Ernährung finden Sie auf www.kardiologie.org

Quelle: www.kardiologie.org (2022), SpringerMedizin

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Robert Kneschke/shutterstock.com