Gesundheit heute
Bewegung in der Schwangerschaft
Manche Schwangere befürchten, Sport und Bewegung könnten dem Kind schaden. Das Gegenteil ist der Fall: Sport kann sich sogar positiv auf die Schwangerschaft auswirken. Auf ein paar Dinge sollte man aber achten.
Welche Sportarten sind für Schwangere geeignet?
Schwangere sollten sich wie alle anderen Erwachsenen mindestens 30 Minuten an 5 Tagen in der Woche bewegen.
Gut geeignet sind zum Beispiel Radfahren, Gymnastik, Yoga, Pilates, Aqua-Jogging und Wandern. Solange der Muttermund geschlossen ist, ist auch Schwimmen bis zur Geburt möglich.
Sportarten mit erhöhtem Unfallrisiko oder einem erhöhten Risiko für Stöße und Stürze sind für Schwangere ungünstig. Dazu zählen zum Beispiel Kontaktsportarten wie Boxen, Handball oder Fußball. Dasselbe gilt für Sportarten, die man nicht abbrechen kann, wenn es zu viel wird – z. B. lange Bergtouren. Wegen den Druck- und Sauerstoffverhältnissen sollten Schwangere auch nicht tiefseetauchen oder in Höhen über 2500 Metern unterwegs sein.
Schwangere dürfen auch ins Fitness-Studio gehen und dort sowohl Kraft- als auch Ausdauertraining machen. Beim Krafttraining sollten die Schwangeren aber besser leichte Gewichte mit vielen Wiederholungen wählen. Außerdem sollten die geraden Bauchmuskeln ab der 20. Woche nicht mehr gezielt und isoliert gestärkt werden. Beim Kardiotraining ist es wichtig, dass der Puls möglichst unter 140 Schlägen in der Minute bleibt.
Wann ist Sport in der Schwangerschaft ungünstig?
Prinzipiell gilt, dass Schwangere sich nicht zu sehr verausgaben sollten. Training ist gut, sollte aber im moderaten Bereich bleiben. Einen Marathon verschieben Schwangere also besser auf einen späteren Zeitpunkt.
Bei Risikoschwangerschaften ist es wichtig, vorab mit der Ärzt*in zu sprechen. Das gilt zum Beispiel, wenn das Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt erhöht ist oder bei Vorerkrankungen. Dann sollte man abklären: Ist Sport trotzdem möglich? Gibt es Sportarten, die nicht gehen?
Ansonsten gilt: Solange sich die Schwangere wohl und nicht überlastet fühlt, ist Bewegung gut.
Warum ist Sport in der Schwangerschaft gesund?
Sport und Bewegung haben viele positive Effekte. Speziell in der Schwangerschaft kann Sport das Risiko verringern, zu viel zuzunehmen. Das gilt vor allem dann, wenn eine Schwangere bereits Adipositas hat und die dadurch bestehenden Schwangerschaftsrisiken senken möchte. Auch gegen Schwangerschaftserkrankungen wie Schwangerschaftsdiabetes und Schwangerschaftsbluthochdruck lässt sich durch Sport vorbeugen.
Quellen:
- Artal, Raul (2025) Exercise during pregnancy and the postpartum period. Artikel im Onlineportal UpToDate, Abgerufen am 13.04.2026 unter https://www.uptodate.com/contents/exercise-during-pregnancy-and-the-postpartum
- AWMF (2019): Adipositas und Schwangerschaft, S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Reg. Nr. 015/081, Langfassung.
- Deutsche Sporthochschule Köln (2026): Sport und Schwangerschaft: Informations- und Serviceportalder Deutschen Sporthochschule Köln. Zugriff unter https://www.dshs-koeln.de/sport-und-schwangerschaft/
Die Strahlen bei CT-Untersuchungen können möglicherweise Fehlgeburten und Fehlbildungen auslösen.
CT-Scan als Gefahr fürs Baby?
Aufpassen bei gebärfähigen Frauen
CT-Untersuchungen sind in vielen Fällen unverzichtbar. Doch bei gebärfähigen Frauen sollte man damit zurückhaltend sein. Eine derartige Strahlenbelastung kurz vor der Befruchtung kann möglicherweise Fehlgeburten und Fehlbildungen auslösen.
Röntgenstrahlen mit Kehrseite
Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mit Hilfe von Röntgenstrahlen Schichtaufnahmen des Körpers erzeugt werden. Dadurch liefert die Untersuchung wertvolle diagnostische Bilder, mit denen man innere Verletzungen, Tumoren oder Blutungen gut erkennen kann. Die Kehrseite des Verfahrens ist die Strahlung: Ab einer gewissen Dosis können Röntgenstrahlen Gewebe zerstören. Vor allem Schäden der Keimzellen werden befürchtet, da sich diese auf die möglichen Nachkommen auswirken können.
Auch bei Schwangeren ist man mit CT-Untersuchungen zurückhaltend. Zu Recht, wie eine neue kanadische Studie unterstreicht. Darin waren die Daten von mehr als 5 Millionen Schwangerschaften ausgewertet worden. Knapp 700 000 der werdenden Mütter hatten in den vier Wochen vor der geschätzten Befruchtung eine CT-Untersuchung erhalten.
Je mehr Untersuchungen, desto höher das Risiko
10% aller ausgewerteten Schwangerschaften endeten mit einem spontanen Schwangerschaftsverlust durch eine Fehlgeburt, eine Eileiterschwangerschaft oder eine Totgeburt. Von 1000 Frauen ohne CT-Untersuchung waren 101 betroffen. Bei den werdenden Müttern mit CT lag die Rate höher: Bei einer CT-Untersuchung hatten 117 pro 1000 Frauen einen spontanen Schwangerschaftsverlust, bei zwei Untersuchungen waren es 130 und bei drei oder mehr CT-Untersuchungen waren es 142 pro 1000 Frauen.
Das Risiko für einen Schwangerschaftsverlust war größer, wenn Bauch, Becken oder untere Wirbelsäule bestrahlt worden waren. Außerdem war es umso höher, je näher die CT-Untersuchung am geschätzten Empfängnistag gelegen hatte.
Auch Fehlbildungsrate erhöht
Ähnliches wurde für Fehlbildungen errechnet. Pro 1000 Lebendgeburten kam es ohne vorheriges CT 62-mal zu Fehlbildungen, bei drei und mehr CT-Untersuchungen waren es 105 Fälle.
Tatsächlich kann die Strahlung Erbinformationen von Eizellen beeinflussen und das Risiko für Schwangerschaftsverluste erhöhen. Doch ob dies wirklich in allen Fällen ursächlich war, ist fraglich, sagen Expert*innen. So könnten auch die Erkrankungen der Mütter, die Grund für die CT-Untersuchung waren, eine Rolle bei Fehlgeburten und Fehlbildungen gespielt haben.
Möglichst auf strahlenfreie Methoden ausweichen
Nichtsdestotrotz müssen die Ergebnisse ernst genommen werden. Ärzt*innen sollten weiterhin strikt prüfen, ob eine CT-Untersuchung bei jungen Frauen wirklich erforderlich ist. Häufig lassen sich die gewünschten Informationen auch strahlenfrei erheben, beispielsweise mit einer Magnetresonanztomographie oder dem Ultraschall.
Aber selbst wenn die Untersuchung die Gefahr für spätere Fehlgeburten oder Fehlbildungen erhöht: Zu einer pauschalen Einschränkung medizinisch notwendiger CT-Untersuchungen bei gebärfähigen Frauen darf dieses Risiko nicht führen, warnen Expert*innen.
Quelle: Medscape

