Gesundheit heute

Beurteilung der Tränenflüssigkeit

Der Schirmer-Test ist ein wichtiges Mittel, um z. B. die Verträglichkeit von Kontaktlinsen zu überprüfen, indem die Tränenmenge bestimmt wird. Dazu hängt der Arzt (oder auch der Augenoptiker) je einen umgeknickten Fließpapierstreifen für eine bestimmte Zeit in die Unterlider ein. Die Tränenflüssigkeit färbt das Papier blau. Die Länge des befeuchteten Streifens gibt Auskunft über die Tränenmenge: Nach 5 Minuten sollten mindestens 15 mm (ohne den geknickten Anteil) blau gefärbt sein. Ein Tränenmangel liegt vor, wenn weniger als 5 mm befeuchtet sind oder eine Seitendifferenz von 30 % besteht.

1408_GTV_Schirmer_Test.jpg|Zur Messung der Tränenmenge werden beim Schirmer-Test Filterpapierstreifen am Ende umgeknickt und über die Unterlidkante gehängt. Normalerweise befeuchten die Tränen in 5 Minuten 15 mm des Teststreifens. |[GTV 1408]|Foto während eines Schirmer-Tests: am rechten Auge färbt sich der Teststreifen schenller als links

Tränenfilmaufrisszeit(Break UP Time, BUT): Ein wichtiger Test bei der Anpassung z. B. von Kontaktlinsen. Um eine Aussage über die Stabilität in der Tränenflüssigkeit zu bekommen, färbt der Augenarzt die Tränenflüssigkeit mit Fluoreszein an und misst anschließend an der Spaltlampe unter Vorschalten eines blauen Kobaltfilters, nach welcher Zeit bei normal offen gehaltenem Auge und ohne Lidschluss der Film aufreißt (normal nach 10 Sekunden, beim trockenen Auge schon nach 5 Sekunden).

Von: Dr. rer. nat. Katharina Munk, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
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Zuckermedikament schützt Auge

Messung des Augeninnendrucks mit einem Goldmann-Ophthalmotonometer.

Zuckermedikament schützt Auge

Nützlicher Nebeneffekt

GLP-1-Rezeptoragonisten senken bei Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht nur den Blutzucker. Sie schützen offenbar auch vor einem Glaukom.

Blutzuckersenkung auf vielen Wegen

Zur Behandlung der Zuckerkrankheit gibt es viele Medikamente. Eine neue Wirkstoffklasse sind GLP-1-Rezeptoragonisten. Sie werden unter die Haut gespritzt und senken den Blutzucker, indem sie

  • die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse fördern und die Freisetzung eines Hormons hemmen, das den Blutzucker erhöht,
  • die Magenentleerung verlangsamen und
  • das Sättigungsgefühl verstärken und dadurch zu einer geringeren Nahrungsaufnahme führen.

Doch offenbar können GLP-1-Rezeptoragonisten noch mehr: Einer dänischen Studie zufolge schützen sie auch vor einem Glaukom. Bei dieser auch Grüner Star genannten Erkrankung kommt es zu einem erhöhten Augeninnendruck und Durchblutungsstörungen, die den Sehnerven bis zur Erblindung schädigen können.

In der dänischen Studie hatte eine Arbeitsgruppe die Daten von über 250.000 Männern und Frauen analysiert. 1737 davon litten an einem Typ-2-Diabetes und entwickelten im Studienzeitraum ein Glaukom. Sie wurden mit über 8000 Typ-2-Diabeteskranken verglichen, deren Augen gesund blieben. Alle erhielten Metformin und ein weiteres Medikament zur Blutzuckersenkung.

30 Prozent geringeres Risiko

Diejenigen Typ-2-Diabetiker*innen, die als Zweitmedikament einen GLP-1-Rezeptoragonisten gespritzt hatten, entwickelten seltener einen Grünen Star. Insgesamt war ihr Glaukomrisiko drei Jahre nach Studienbeginn um 30 Prozent niedriger als bei den Patient*innen, die ein anderes Medikament bekommen hatten.

Wahrscheinlich schützen GLP-1-Rezeptoragonisten die Nervenzellen der Netzhaut, vermuten die Autor*innen. Wie das geschieht, ist allerdings noch unklar. Denkbar wäre, dass sie die Menge entzündlicher Botenstoffe in der Netzhaut verringern und die Funktion der dortigen Immunzellen verbessern.

Quelle: Ärztezeitung

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Science Source / Ralph C. Eagle Jr.