Gesundheit heute
Bindehautabstrich
Bei einem Bindehautabstrich wird Sekret aus dem Bindehautsack entnommen. Dies dient dem Erregernachweis, um z. B. bei einer Bindehautentzündung gezielt mit einem Antibiotikum behandeln zu können. Der Bindehautabstrich muss auf jeden Fall vor der antibiotischen Erstbehandlung durchgeführt werden oder vor einer Operation, um eine Infektion auszuschließen.
Für den Bindehautabstrich zieht der Augenarzt das Unterlid leicht nach unten. Anschließend streicht er mit einem sterilen Watteträger und ohne die Lidränder zu berühren etwas Bindehautsekret ab. Der Watteträger wird in das dazugehörige Transportröhrchen gesteckt und zur Kultur (Anzüchtung der vorhandenen Keime) und Auswertung an das Labor geschickt.
Messung des Augeninnendrucks mit einem Goldmann-Ophthalmotonometer.
Zuckermedikament schützt Auge
Nützlicher Nebeneffekt
GLP-1-Rezeptoragonisten senken bei Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht nur den Blutzucker. Sie schützen offenbar auch vor einem Glaukom.
Blutzuckersenkung auf vielen Wegen
Zur Behandlung der Zuckerkrankheit gibt es viele Medikamente. Eine neue Wirkstoffklasse sind GLP-1-Rezeptoragonisten. Sie werden unter die Haut gespritzt und senken den Blutzucker, indem sie
- die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse fördern und die Freisetzung eines Hormons hemmen, das den Blutzucker erhöht,
- die Magenentleerung verlangsamen und
- das Sättigungsgefühl verstärken und dadurch zu einer geringeren Nahrungsaufnahme führen.
Doch offenbar können GLP-1-Rezeptoragonisten noch mehr: Einer dänischen Studie zufolge schützen sie auch vor einem Glaukom. Bei dieser auch Grüner Star genannten Erkrankung kommt es zu einem erhöhten Augeninnendruck und Durchblutungsstörungen, die den Sehnerven bis zur Erblindung schädigen können.
In der dänischen Studie hatte eine Arbeitsgruppe die Daten von über 250.000 Männern und Frauen analysiert. 1737 davon litten an einem Typ-2-Diabetes und entwickelten im Studienzeitraum ein Glaukom. Sie wurden mit über 8000 Typ-2-Diabeteskranken verglichen, deren Augen gesund blieben. Alle erhielten Metformin und ein weiteres Medikament zur Blutzuckersenkung.
30 Prozent geringeres Risiko
Diejenigen Typ-2-Diabetiker*innen, die als Zweitmedikament einen GLP-1-Rezeptoragonisten gespritzt hatten, entwickelten seltener einen Grünen Star. Insgesamt war ihr Glaukomrisiko drei Jahre nach Studienbeginn um 30 Prozent niedriger als bei den Patient*innen, die ein anderes Medikament bekommen hatten.
Wahrscheinlich schützen GLP-1-Rezeptoragonisten die Nervenzellen der Netzhaut, vermuten die Autor*innen. Wie das geschieht, ist allerdings noch unklar. Denkbar wäre, dass sie die Menge entzündlicher Botenstoffe in der Netzhaut verringern und die Funktion der dortigen Immunzellen verbessern.
Quelle: Ärztezeitung

