Gesundheit heute
Spiegelung des Augenhintergrunds
Mit der Spiegelung des Augenhintergrunds (Funduskopie, Ophthalmoskopie), auch kurz Augenspiegelung genannt, beurteilt der Augenarzt oder der Optometrist die innere Oberfläche des Augapfels und stellt so Veränderungen an Netzhaut, Aderhaut, Papille und den versorgenden Blutgefäßen des Auges fest. Bei der Untersuchung blickt der Arzt mit einem elektrischen Augenspiegel (Ophthalmoskop) durch die Pupille hindurch in das Innere des Auges. Trübungen der Hornhaut oder der Linse sowie Blutungen im Auge erschweren den Einblick oder machen ihn unmöglich. Man kann sich die Spiegelung des Augenhintergrunds vorstellen, als ob man durch ein kleines Loch in einen Fußball blickt. Wenn das Loch sehr klein ist, sieht man nur einen kleinen Ausschnitt der Innenwand. Will man einen größeren Bereich oder auch den Teil der Innenwand beurteilen, der nahe des Lochs liegt, muss man das Loch vergrößern und einen Spiegel benutzen. Deshalb weitet der Augenarzt zur Beurteilung von Veränderungen am äußeren Rand der Netzhaut die Pupille mit speziellen Augentropfen.
Bei der indirekten Opththalmoskopie hält der Augenarzt eine Lupe in etwa 13 cm Entfernung bei ausgestrecktem Arm vor das Auge des Patienten. In der anderen Hand hält er die Lichtquelle oder er benutzt einen Untersuchungshelm. Der Arzt kann die Lupe auch in den Strahlengang einer Spaltlampe halten. Das Bild des Augenhintergrunds steht bei der indirekten Opththalmoskopie auf dem Kopf und ist spiegelverkehrt. Der Vorteil gegenüber der direkten Untersuchung ist die größere Übersicht bei allerdings nur 1,5- bis 6-facher Vergrößerung.
Bei der direkten Opththalmoskopie geht der Augenarzt mit dem Augenspiegel möglichst nah an das Patientenauge heran. Das starke Licht des Geräts wird durch einen Spiegel in das Auge gelenkt. Der Arzt sieht ein aufrechtes Bild in etwa 16-facher Vergrößerung, allerdings aufgrund der starken Vergrößerung nur einen kleinen Ausschnitt.
Wer unter Migräne leidet sollte wegen des erhöhten Glaukomrisikos regelmäßig seinen Augeninnendruck messen lassen.
Migräne erhöht Glaukomrisiko
Augen kontrollieren lassen!
Menschen mit Migräne sollten regelmäßig ihre Augen kontrollieren lassen. Denn die Erkrankung macht nicht nur Kopfschmerzen, sie erhöht auch das Risiko für ein Glaukom, d.h. einen grünen Star.
Migräne betrifft vor allem Frauen
Die Migräne ist eine schwere neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende Kopfschmerzattacken auszeichnet. Oft kommt es zusätzlich zu Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Schwäche, in 15% der Fälle macht sich die Migräne vorher durch eine Aura mit Sehstörungen oder Kribbelgefühlen bemerkbar. Betroffen sind vor allem Frauen zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr.
Sehnerv in Gefahr
Doch Menschen mit Migräne müssen nicht nur unter ihren Kopfschmerzattacken leiden. Sie haben offenbar auch ein erhöhtes Risiko, ein primäres Offenwinkelglaukom zu entwickeln. Bei dieser Augenerkrankung steigt der Augeninnendruck. Das ist gefährlich, denn wenn der Augendruck nicht durch Augentropfen gemindert wird, kann auf Dauer der Sehnerv geschädigt werden und das Augenlicht verloren gehen.
Häufiger bei jungen Patient*innen
Das erhöhte Glaukomrisiko haben die Forschenden berechnet, indem sie die Daten von gut 41000 Migränekranken mit denjenigen von 205000 gesunden Kontrollen verglichen. Bei ihrer Analyse stellte sich zudem heraus, dass es für das erhöhte Glaukomrisiko bei Migräne keinen Unterschied machte, ob diese mit oder ohne Aura auftrat. Allerding war das Alter von Bedeutung: Unter 40 Jahren war für die Migränepatient*innen das Risiko, ein Glaukom zu entwickeln, höher als im Alter über 40 Jahren.
Augeninnendruck messen lassen
Einen Mechanismus für diesen Zusammenhang haben die Forschenden nicht gefunden. Vermutet wird eine Störung der Gefäßregulation, die ja auch bei der Migräne selbst ursächlich ist.
Auf jeden Fall ist es sinnvoll, wenn sich Personen mit Migräne regelmäßig bei der Augenärzt*in vorstellen und ihren Augeninnendruck messen lassen. Denn je früher ein Glaukom erkannt wird, desto besser kann man es behandeln und den Sehnerven vor Schäden bewahren.
Quelle: Ärzteblatt

