Gesundheit heute

Reisen in die Kälte

Erfrierungen drohen außer beim Bergsteigen auch beim Ski- und Wassersport und sogar beim Bergtrekking in tropischen und subtropischen Ländern. In jedem Fall kommt der richtigen Kleidung eine entscheidende Rolle beim Vermeiden von Kälteschäden zu: mehrere, ausreichend Bewegungsfreiheit gebende Kleiderschichten, eine ausreichende Kopfbedeckung (bis zu 50% der Körperwärme wird über die Kopfregion abgegeben), Fäustlinge für die Finger sowie Schuhe, in denen man die Zehen noch bewegen kann. Zusätzlich sollte das Gesicht mit einer fetthaltigen Creme geschützt werden.

Insbesondere bei Erschöpfung, Alkoholkonsum, Wind, Feuchtigkeit und Nässe kommt es in Abhängigkeit von der Temperatur und der Dauer der Einwirkung zu Erfrierungen. Zunächst tritt eine Gefühllosigkeit auf (bei Wiedererwärmung Hautrötung und Juckreiz), dann kommt es zu Gewebeschäden (bei Wiedererwärmung Blasen und Gewebeblutungen), die schließlich irreparabel sein können. Durch plötzliche Kälteeinwirkung auf den Körper kann es außerdem zur Unterkühlung kommen.

Häufiges Frieren verdirbt vor allem Kindern den Spaß am Urlaub. Mehr noch, es ist ein echtes Krankheitsrisiko. Sind kühle Tage nicht zu vermeiden, sollten die Erwachsenen darauf achten, dass Kinder in Bewegung bleiben, nicht völlig durchschwitzen und immer wieder warme Getränke und Speisen bekommen, um sich von innen aufzuwärmen. So lassen sich fiebrige Erkältungen vermeiden.

Weiterlesen: besondere Reisearten und -ziele

Von: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
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Erhöhte Malariagefahr in Namibia

Das Schlafen unter Moskitonetzen gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Mückenstiche.

Erhöhte Malariagefahr in Namibia

Deutlich mehr Fälle

Wer in der nächsten Zeit nach Namibia reisen möchte, sollte Mückenschutz und Malariaprophylaxe besonders ernst nehmen. Denn Namibia erlebt derzeit einen ausgeprägten Anstieg von Malaria-Infektionen.

Vor allem in Norden Namibias

In Namibia breitet sich Malaria derzeit deutlich stärker aus als in den vergangenen Jahren. Bereits in den ersten zehn Wochen des Jahres wurden landesweit rund 28.000 Fälle gemeldet – mehr als im gesamten Jahr 2024. Besonders betroffen ist die Sambesi-Region im Nordosten des Landes. Sie gehört zum grenzüberschreitenden Kavango-Sambesi-Naturschutzgebiet, das viele Urlauber auf Safari- oder Rundreisen besuchen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden haben inzwischen 21 Gesundheitsdistrikte kritische Schwellenwerte überschritten. Auch die Zahl schwerer Krankheitsverläufe steigt, mehrere Menschen sind bereits an den Folgen der Infektion gestorben.

Regenzeit und Resistenzen

Expert*innen führen die Entwicklung unter anderem auf die Regenzeit zurück, die ideale Bedingungen für die Vermehrung der übertragenden Anopheles-Mücken geschaffen hat. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass Maßnahmen zur Mückenbekämpfung nicht überall ausreichend greifen. Zudem wird untersucht, ob einzelne Malaria-Erreger teilweise unempfindlich gegen bestimmte Medikamente geworden sind. Das könnte die Behandlung erschweren.

Reisemediziner*innen raten deshalb dazu, die Situation ernst zu nehmen und sich vor einer Reise nach Namibia individuell medizinisch beraten zu lassen. Der wichtigste Schutz bleibt nach wie vor, Mückenstiche konsequent zu vermeiden. Dabei hilft: 

  • helle und möglichst dichte Kleidung tragen (lange Ärmel, lange Hosen) 
  • Haut mit Insektenschutzmitteln (Repellents) einreiben und Insektenschutz regelmäßig erneuern,
  • sich in den Abend- und Nachtstunden besonders konsequent schützen (Hauptstichzeit der Malaria-Mücken), 
  • unter einem Moskitonetz schlafen, idealerweise imprägniert, 
  • klimatisierte oder gut geschlossene Unterkünfte bevorzugen, wenn verfügbar, Insektenschutzsprays für Kleidung oder Raum verwenden 
  • stehende Gewässer und stark bewachsene, feuchte Bereiche am Abend möglichst meiden.

Je nach Route auch medikamentöse Prophylaxe nötig

Ob zusätzlich Medikamente zur Vorbeugung sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Reiseroute und der Aufenthaltsdauer ab. Im Norden des Landes (Caprivistreifen, Sambesi) wird das ganze Jahr über zur Chemoprophylaxe mit Tabletten geraten, im Nordosten vor allem in der Regenzeit. Dabei ist zu bedenken, dass manche Präparate bereits vor Reisebeginn eingenommen werden müssen.

Wer keine Prophylaxe einnimmt und abgelegene Regionen besucht, sollte sich zur Notfallmedikation beraten lassen. Diese Stand-by-Therapie wird z. B. bei Verdacht auf eine Malarianfektion eingenommen, wenn eine Arztpraxis innerhalb eines Tages nicht zu erreichen ist.

Quelle: Centrum für Reisemedizin

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Frederic Cirou, PhotoAlto / Alamy / Alamy Stock Photos