Gesundheit heute
Tauchen
Bunte Korallenriffe, riesige Fischschwärme oder sogar ein altes Schiffswrack: Unter der Wasseroberfläche gibt es jede Menge zu entdecken. Allerdings birgt das Tauchen auch einige gesundheitliche Gefahren, über die Tauchwillige Bescheid wissen müssen.
Vor dem Tauchausflug
Das schwerelose Gleiten unter Wasser fühlt sich für viele Taucher*innen mühelos an. Doch Tauchen ist eine große Belastung für den Körper, denn in der Tiefe üben die Wassermassen einen großen Druck auf den Körper aus. Um Unfälle und Folgeschäden durch das Tauchen zu vermeiden, ist bei vielen Tauchbasen im In- und Ausland der Nachweis einer ärztlichen Tauchtauglichkeitsuntersuchung Pflicht.
Die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) führt eine Liste mit speziell ausgebildeten Tauchmediziner*innen, die die Untersuchung durchführen. Besonders Menschen mit Vorerkrankungen sollten darauf achten, dass die Ärzt*in tauchmedizinisch weitergebildet ist.
So läuft die Tauchtauglichkeitsuntersuchung ab:
- Zunächst erhebt die Ärzt*in Vorerkrankungen und den Tauchausbildungsstand. Es gibt nämlich Erkrankungen, bei denen Betroffene besser auf das Tauchen verzichten sollten. Dazu gehören vor allem Erkrankungen an Lunge, Herz-Kreislauf-System, Ohren und Nasennebenhöhlen. Aber auch Augenerkrankungen können ein Ausschlussgrund sein.
- Dann prüft die Ärzt*in den aktuellen Medikamentenplan. Medikamente, die müde machen und die Aufmerksamkeit einschränken, sind beim Tauchen gefährlich. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Antidepressiva, Antipsychotika oder Antiepileptika. Aber auch „Allergietabletten“ – die Antihistaminika – oder Nasensprays sind tabu.
- In einer ausführlichen körperlichen Untersuchung werden schließlich Herz, Lunge, Ohren, Haut, Augen, Bauch und Nervensystem unter die Lupe genommen.
Personen zwischen 18 und 39 Jahren empfiehlt die GTÜM, die Untersuchung alle 3 Jahre zu wiederholen. Wer jünger oder älter ist oder an schweren Vorerkrankungen leidet, sollte sich jährlich vorstellen. Doch Vorsicht: Eine unauffällige Tauchtauglichkeitsuntersuchung ist kein Freifahrtschein. Die Taucher*in muss ihre Tauglichkeit vor jedem Tauchgang selbst einschätzen. Auf keinen Fall Tauchen sollte man zum Beispiel bei Erkältungen oder Mittelohrentzündung. Im schlimmsten Fall reißt durch die Druckänderung unter Wasser das Trommelfell, was zur Erbrechen und einem Verlust der Orientierung führen kann.
Unter Wasser
Taucher*innen können entweder ganz ohne Atemgerät („Apnoetauchen“) oder mit Drucklufttauchgerät tauchen. Beide Techniken haben ihre Tücken. Besonders ungeübte Taucher*innen sollten sich gründlich vorbereiten und einen Tauchkurs besuchen. In jeder größeren deutschen Stadt und an vielen Seen gibt es Tauchbasen, die umfangreiche Schulungen anbieten. Der Tauchschein ist in Deutschland zwar keine Pflicht, viele Tauchbasen verlangen ihn jedoch vor den Tauchgängen.
Tauchmedizinische Notfälle
Gefahren beim Tauchen lauern nicht nur unter Wasser, sondern auch lange nach dem Auftauchen:
Dekompressionskrankheit:
Hier bilden sich durch falsches Auftauchen Gasblasen im Körper. Wann die Symptome auftreten, ist individuell verschieden. Manchmal macht sich die Erkrankung schon 15 Minuten nach dem Auftauchen bemerkbar, manchmal auch erst 2 Tage danach. Betroffene klagen dann über Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Gelenkschmerzen, Muskelschwäche und Hautjucken. In schweren Fällen kommt es sogar zu Gefühlsstörungen an der Haut, Lähmungen, Seh- und Sprachstörungen und Bewusstlosigkeit. Die schwere Form der Dekompressionskrankheit ist ein absoluter Notfall und die Betroffene muss schnellstmöglich in einer Überdruckkammer versorgt werden. Um der Dekompressionskrankheit vorzubeugen, ist ein kontrolliertes, langsames Auftauchen nötig. Das lernen die Taucher*innen im Tauchkurs. Unter Wasser können auch moderne Tauchcomputer unterstützen, die einen individuellen Auftauchplan berechnen.
Arterielle Gasembolie:
Im Gegensatz zur Dekompressionskrankheit treten die Beschwerden bei der arteriellen Gasembolie direkt nach dem Auftauchen auf. Die Symptome sind schwer: Taucher*innen sind bewusstlos oder haben sogar einen Herzstillstand. Dann muss eine Notärzt*in der Betroffenen sofort Sauerstoff verabreichen und sie in eine Druckkammer bringen. Um die schwere Erkrankung zu verhindern, ist auch hier das strenge Einhalten der Auftauchgeschwindigkeiten wichtig.
Tiefenrausch:
Durch die Druckverhältnisse unter Wasser lösen sich vermehrt Atemgase im Blut. Das ist besonders bei Stickstoff ein Problem, denn er entfaltet eine berauschende oder betäubende Wirkung.
Nach dem Tauchgang
Auch nach dem Auftauchen haben Taucher*innen einiges zu beachten:
- Zwischen dem letzten Tauchgang und einem Flug (im Flugzeug herrscht reduzierter Kabinendruck!) muss ein Zeitraum von 24 Stunden liegen. Das gilt auch für Reisen oder Wanderungen über hohe Pässe.
- Auch wenn es schwer ist: Ärzt*innen empfehlen, sich pro Tag auf 2 Tauchgänge zu beschränken und dazwischen mindestens 4 Stunden Pause zu machen.
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Bunt gemischt und ohne Umverpackung: Von diesen Medikamenten sollte man besser die Finger lassen.
Nicht jedes Medikament ist sicher
Arzneimittelkauf im Urlaub
Medikamente im Urlaub spontan vor Ort kaufen? Das kann in manchen Ländern riskant sein. Gesundheitsexpert*innen warnen vor gefälschten oder minderwertigen Arzneimitteln und geben Tipps, wie sich Reisende vor gesundheitlichen Folgen schützen können.
Oft ist gar kein Wirkstoff enthalten
Ob vergessene Tabletten, eine verlängerte Reise oder eine unerwartete Erkrankung – manchmal müssen Medikamente erst am Urlaubsort besorgt werden. Doch nicht überall entsprechen Arzneimittel den gewohnten Qualitätsstandards. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen etwa jedes zehnte Medikament minderwertig oder gefälscht. Besonders aufmerksam sollten Reisende in Teilen Südostasiens sowie Zentral- und Westafrikas sein.
Das größte Problem gefälschter Arzneimittel sind nicht unbedingt schädliche Inhaltsstoffe. Häufig enthalten sie zu wenig oder gar keinen Wirkstoff oder geben ihn nicht ausreichend frei. Die Folge: Die Behandlung bleibt wirkungslos oder verzögert sich. Bei Antibiotika kann eine zu geringe Wirkstoffmenge außerdem die Entstehung resistenter Bakterien fördern.
Nur in offiziellen Apotheken kaufen
Wer im Ausland Medikamente kaufen muss, sollte dies ausschließlich in offiziell betriebenen Apotheken oder anerkannten Gesundheitseinrichtungen tun. Vom Kauf bei Straßenhändlern, auf Märkten oder anderen informellen Verkaufsstellen raten Fachleute ausdrücklich ab, da dort das Risiko für gefälschte oder qualitativ mangelhafte Produkte deutlich höher ist.
Verräterische Verpackungen
Auch die Verpackung kann Hinweise auf die Qualität geben. Empfehlenswert sind original verschlossene Blisterpackungen. Lose Tabletten aus Sammelbehältern sollten möglichst gemieden werden. Beschädigte Verpackungen, fehlende Packungsbeilagen, Rechtschreibfehler oder unklare Herstellerangaben können Warnzeichen sein. Da Fälschungen für Laien oft kaum zu erkennen sind, gilt: Bestehen Zweifel an Herkunft oder Qualität, sollte das Medikament nicht eingenommen und ärztlicher oder pharmazeutischer Rat eingeholt werden.
Besonders bei Sirup aufpassen
Besondere Vorsicht ist bei Arzneimitteln für Kinder geboten. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder verunreinigte Sirupe bekannt, die schwere Vergiftungen verursachten. Sirupe unbekannter Herkunft sollten deshalb nicht verwendet werden.
Vorbeugen statt Schaden nehmen
Am besten lässt sich das Risiko bereits vor der Reise verringern. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte ausreichend Vorrat aus Deutschland mitnehmen. Eine gut ausgestattete Reiseapotheke kann außerdem helfen, kleinere Beschwerden selbst zu behandeln und unnötige Medikamentenkäufe im Ausland zu vermeiden. Muss dennoch ein Arzneimittel vor Ort gekauft werden, sind seriöse Bezugsquellen und ein kritischer Blick auf Verpackung und Herkunft die wichtigste Sicherheitsmaßnahme.
Quelle: Centrum für Reisemedizin

