Gesundheit heute

Was kochen?

Wie eine vollwertige Ernährung aufgebaut ist, ist den meisten Menschen gut bekannt. Das tatsächliche Frage heißt aber: Was koche ich heute? Die wissenschaftlichen Empfehlungen krankten schon immer an ihrer Alltagsuntauglichkeit. Was heißt „zweieinhalb Portionen Gemüse aus allen Gemüsegruppen“ für den, der den Kochtopf bestückt oder in den Regalen des Supermarkts unterwegs ist? Was sollen Empfehlungen wie „Ab 20 g Butter lieber Öl verwenden, das ungesättigte Fettsäuren enthält“? Sollen wir mit Feinwaage und Taschenrechner kochen? Das schmeckt den meisten Menschen – zu Recht – nicht.

Anstatt an Ernährungsmathematik zu verzweifeln, hilft es, die vollwertige Ernährung als Weg zu sehen. Die wichtigsten Schritte auf diesem Weg sind, alte Gewohnheiten zu ändern:

  • Kontinentales Frühstück. Die morgendliche Semmel (oder Weißbrot) mit Aufstrich durch ein frisches Müsli aus Haferflocken oder Frischkorn mit Obst und Milch oder Joghurt zu ersetzen ist für die Gesundheit ein riesiger Gewinn.
  • Kalorienreiche Getränke. Ein zweiter großer Schritt besteht darin, die süßen Getränke (ob gesüßte Limonade, Fruchtnektar, Eistee oder die angeblich gesunden Fruchtsäfte) durch Wasser, Mineralwasser oder auch wenig gesüßten Tee zu ersetzen.
  • Fette und Öle. Anstatt auf Backfett, Majo, Fertigsaucen, Dressing und dergleichen zu setzen, gehört eine große Flasche Olivenöl in die Küche, die kann alles. Und wem dieses Öl nicht schmeckt oder zu eintönig ist, der kann auch Rapsöl verwenden. Es hat einen völlig anderen Geschmack und ist genauso gesund. Gehärtete Fette und Trans-Fette sollten möglichst ganz vermieden werden.
  • Snacks zwischendurch. Stellen Sie sich eine große Schale mit Obst genau dorthin, wo bisher die Snacktüten, Süßigkeiten und Kekse stehen, daneben ein Glas mit Nüssen. Auch Trockenfrüchte wie Datteln, Pflaumen oder Feigen sind gesund.

Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
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Lange Essenspausen bei Älteren

Für alte Menschen werden in der Regel über den Tag verteilt drei Hauptmahlzeiten mit kleinen Zwischenmahlzeiten empfohlen.

Lange Essenspausen bei Älteren

Gesund oder schädlich?

Intervallfasten gilt als gesund – doch für ältere Menschen könnte das anders aussehen. Eine schwedische Studie zeigt: Wer besonders lange Essenspausen machte, entwickelte über die Jahre schneller chronische Erkrankungen.

Fast 3000 Personen beobachtet

Intervallfasten soll nicht nur beim Abnehmen helfen. Längere Pausen zwischen den Mahlzeiten werden auch mit gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Ob dies auch für ältere Menschen gilt, untersuchten schwedische Forschende in einer Studie.

Dafür werteten sie die Daten von 2981 Menschen ab 60 Jahren aus. Die Teilnehmenden wurden über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren beobachtet. Entscheidend war dabei nicht, ob sie bewusst fasteten. Erfasst wurde vielmehr die längste Zeitspanne zwischen zwei Essensgelegenheiten innerhalb eines Tages. Die kürzeste Fastenpause dauerte 6 bis 11,5 Stunden, die längste 14 bis 24 Stunden.

Über 78-Jährige besonders betroffen

Das Ergebnis: Menschen mit den längsten Essenspausen entwickelten im Verlauf der Studie häufiger eine oder mehrere chronische Erkrankungen. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei den über 78-Jährigen. Bei ihnen nahm die Zahl der chronischen Erkrankungen mit längeren Fastenzeiten besonders schnell zu. Insbesondere kam es in der Gruppe mit 14 bis 24 Stunden Fasten vermehrt zu Herz-Kreislauf- sowie neuropsychiatrischen Erkrankungen. Für Erkrankungen des Bewegungsapparats zeigte sich dagegen kein klarer Zusammenhang.

Nährstoffe werden schlechter aufgenommen

Warum lange Essenspausen im höheren Alter ungünstig sein könnten, ist nicht geklärt. Die Autor*innen vermuten unter anderem, dass ältere Menschen Nährstoffe schlechter aufnehmen. Durch lange Essenspausen wird dann die ausreichende Versorgung mit Energie zusätzlich erschwert. Zudem könnten längere Pausen die regelmäßige Zufuhr von Protein und damit den Erhalt der Muskelmasse beeinträchtigen.

Die Studie zeigt einen Zusammenhang, aber keinen Beweis dafür, dass langes Fasten Krankheiten verursacht. Es bleibt möglich, dass bereits bestehende gesundheitliche Probleme das Essverhalten beeinflusst hatten. Die Ergebnisse sprechen den Forschenden zufolge dennoch dafür, lange Fastenzeiten bei älteren Menschen nicht automatisch als gesund anzusehen.

Expert*innen empfehlen für alte Menschen in der Regel über den Tag verteilt meist drei Hauptmahlzeiten mit kleinen Zwischenmahlzeiten.

Quellen: Springer Medizin, S3-Leitlinie Klinische Ernährung und Hydrierung im Alter

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Zelma Brezinska / Alamy / Alamy Stock Photos