Gesundheit heute

Vogelgrippe

Vogelgrippe (aviäre Influenza): Infektion durch die für Geflügel tödlichen Influenza-A-Viren vom Subtyp H5. Weltweit wurden bislang 100 Millionen Vögel und etwa 300 Menschen infiziert. Insbesondere Mitarbeiter von Geflügelbetrieben sind gefährdet. Für alle anderen Menschen ist die Gefahr einer Erkrankung bisher sehr gering. Ein direkter Kontakt zu allen verendeten Vögeln und Wildtieren sollte dennoch vermieden werden.

Die Erkrankung

Nach Kontakt mit den Erregern tritt im Erkrankungsfall nach 4 Tagen Fieber begleitet von Husten und Atemnot auf. Häufig folgen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Die sich im weiteren Verlauf entwickelnde Lungenentzündung ist oft schwer und kann zum Tod führen.

Das macht der Arzt

Neben der symptomatischen Behandlung der Grippebeschwerden werden Neuraminidasehemmer (Oseltamivir und Zanamivir) eingesetzt, um den Krankheitsverlauf abzukürzen und die Schwere der Erkrankung zu reduzieren.

Vorsorge

Gegen Ansteckung helfen einfache Hygienemaßnahmen wie häufiges und gründliches Händewachen. Hautkontakt zu Erkrankten gilt es zu vermeiden. Bei Grippebeschwerden muss ein Arzt aufgesucht werden.

Zur Vermeidung der Vogelgrippe ist Verzicht auf Geflügelfleisch nicht erforderlich, da das Virus sehr hitzeempfindlich ist und beim Erhitzen des Fleisches rasch abgetötet wird.

Von: Kristine Raether-Buscham, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
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Lungenkrebsscreening für Rauchende

Mit der Computertomographie lassen sich frühe Formen von Lungenkrebs am besten finden.

Lungenkrebsscreening für Rauchende

Soll im April losgehen

Je eher man eine Krebserkrankung erkennt, desto besser kann man sie behandeln. Das gilt auch für den Lungenkrebs. Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebs-Screening auf Kassenleistung. Das wird ab April 2026 endlich anders – zumindest für bestimmte Risikogruppen.

Frühdiagnose schenkt Lebensjahre

Jährlich erkranken etwa 57 000 Menschen an Lungenkrebs. Auch ein Lungenkrebs lässt sich in den frühen Stadien eher heilen als in fortgeschrittenen: Findet man ihn im Stadium I, überleben bis zu zwei Drittel der Betroffenen die ersten fünf Jahre nach Diagnose. Im fortgeschrittenen Stadium sind dies weniger als 10%.

Umso wichtiger ist ein Lungenkrebs-Screening. Screening bedeutet, bei Personen mit hohem Krebsrisiko, aber ohne Beschwerden nach einer Tumorerkrankung zu suchen. Beim Lungenkrebs ist dafür die Computertomographie besonders gut geeignet. Mit ihr lassen sich schon sehr kleine Tumoren erkennen, die häufig noch operabel sind.

Vorerst nur für Menschen, die rauchen oder geraucht haben

Weil die wichtigste Ursache für Lungenkrebs das Rauchen ist, soll für aktive und ehemalige starke Rauchende zwischen 50 und 75 Jahren das Screening Kassenleistung werden. Starkes Rauchen bedeutet, dass die Person mindestens 25 Jahre ohne größere Unterbrechung geraucht hat und der gesamte Konsum bei mindestens 15 Packyears liegt (ein Packyear bedeutet ein Jahr lang ein Päckchen Zigaretten/Tag).

Einmal jährlich zur CT

Das Screeningprogramm soll im April 2026 starten. Die Hausärzt*in prüft die Eignung mithilfe eines Fragebogens und stellt eine Überweisung aus. Dann wird voraussichtlich einmal jährlich eine Niedrigdosis-Computertomographie der Lunge gemacht. Sie hat nur wenig Strahlung und dauert wenige Minuten. Nach etwa zwei Wochen erhält die Patient*in den Befund. Ist das Ergebnis auffällig, folgen eine Zweitbewertung und gegebenenfalls weitere Untersuchungen.

Quellen: Medscape, Gemeinsamer Bundesausschuss GBA

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Science Photo Library / Peakstock