Gesundheit heute
Fettreduzierte Diäten
Die Theorie hinter fettreduzierten Diäten (Low-fat-Diäten) ist ganz einfach: Fett enthält mit 9 kcal pro Gramm doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate oder Eiweiße. Wer am Fett spart, senkt den Kaloriengehalt seiner Nahrung am deutlichsten. Das Problem ist allerdings, dass die einfache Formel nicht so ohne Weiteres funktioniert: Zwar bringt Fettreduktion im Rahmen der klassischen kalorienreduzierten Diäten einen bescheidenen Nutzen (etwa 3 kg Gewichtsabnahme nach 12–18 Monaten) – allerdings ist er nicht größer als bei den anderen Diäten
Typische fettreduzierte Diäten sind z. B. die Kartoffel- oder Reis-Diät, bei denen jeden Tag Kartoffeln bzw. Reis auf den Tisch kommen, zusammen mit Obst, Gemüse, magerem Fisch oder Fleisch.
Was bringt es, „low fat“ zu essen? In der Regel gar nichts: In den USA wurde der Fettanteil der Nahrung auf 34 % der Kalorien reduziert. Gleichzeitig verdoppelte sich aber die Zahl der Übergewichtigen und Herzinfarkte wurden keineswegs seltener. Dieses als Amerikanisches Paradox bezeichnete Phänomen begründet sich darin, dass Fett eben durch umso mehr leicht verdauliche Kohlenhydrate (Stärke oder Zucker) ersetzt wird. Denn Fett sättigt nun einmal besser – wer fettarm isst, wird schneller wieder hungrig.
Auch für die Gesundheit brachte die Low-fat-Welle keine Vorteile. So zeigte sich in einer großen Vergleichsstudie an 49 000 Frauen, dass die Low-fat-Gruppe nach 8 Jahren kein geringeres Risiko hatte, an Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebs zu erkranken, als die normal ernährte Vergleichsgruppe
Bewertung. Medizinische Bedenken gibt es keine. Es kommt aber bei Fetten nicht auf die Menge an, sondern auf deren Qualität und darauf, was sonst noch verspeist wird.
Sondertext: Das Einmaleins der Fette
Nicht ohne Grund gilt die Mittelmeerkost heute als gesundheitlich ideal, obwohl sie einen Fettanteil von über 40 % hat.
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Statt Diäten: Umstellen der Lebensgewohnheiten
Bei einem Tumorleiden ist es vor allem wichtig, sich gesund und nicht einseitig zu ernähren.
Faktencheck Krebsdiäten
Nützlich oder schädlich?
Viele Menschen mit Krebs hoffen, den Tumor durch eine spezielle Ernährung beeinflussen zu können. Doch eine neue Leitlinie macht deutlich: Für Krebsdiäten gibt es keinen belegten Nutzen. Und wenn sie zu einer Mangelernährung führen, können sie sogar gefährlich werden.
Mythos: Den Tumor „aushungern“
Nach einer Krebsdiagnose suchen viele Menschen nach Möglichkeiten, selbst aktiv gegen ihre Erkrankung anzugehen. Häufig rückt dabei die Ernährung in den Fokus. Im Internet werden z. B. etliche Ernährungsformen angepriesen, die das Tumorwachstum bremsen oder Krebszellen „aushungern“ sollen. Um hier Klarheit zu schaffen, haben Fachleute die Daten zu verschiedenen Konzepten geprüft und in einer Leitlinie zur Ernährung bei Tumorerkrankung zusammengefasst.
Diese Diäten werden nicht empfohlen
Analysiert wurden dabei insbesondere Studien zu Fastenkonzepten, zur ketogener Ernährung sowie zu den beiden Krebsdiäten nach Budwig und Breuß. Letztere sollen Krebs heilen und Metastasen reduzieren.
Das Ergebnis: Für keine dieser Ernährungsformen konnte ein gesicherter Nutzen bei Krebserkrankungen nachgewiesen werden. Daher werden sie nicht als Bestandteil der Krebstherapie empfohlen.
Für die vegetarische und die vegane Ernährung während einer Tumortherapie können die Fachleute weder eine Empfehlung noch eine Ablehnung aussprechen, da es dazu bisher zu wenig Daten gibt. Sie betonen allerdings: Wenn Krebserkrankte sich vegetarisch oder vegan ernähren möchten, sollten sie auf genug Energie, Eiweiß, Vitamine und Nährstoffe achten.
Warum Krebsdiäten problematisch sein können
Sogenannte Krebsdiäten sind aber offenbar nicht nur nutzlos – sie können auch schaden. Denn viele Krebspatient*innen verlieren im Verlauf der Erkrankung oder durch die Behandlung an Gewicht und Muskelmasse. Strenge Diäten oder längere Fastenphasen erhöhen dieses Risiko zusätzlich. Ein Mangel an Eiweißen oder Nährstoffen begünstigt zudem, dass die Krebsbehandlung weniger verträglich wird und vermehrt Behandlungskomplikationen auftreten.
Was stattdessen empfohlen wird
Wichtig ist deshalb, ausreichend Energie und vor allem Eiweiß zuzuführen. Im Zweifel sollte der Ernährungszustand regelmäßig überprüft werden. Zeigen sich Hinweise auf eine Mangelernährung, hilft eine qualifizierte Ernährungsberatung. Reicht die normale Ernährung nicht aus, können – je nach Situation – angereicherte Speisen, Trinknahrung oder weitere ernährungstherapeutische Maßnahmen sinnvoll sein.
Insgesamt raten Fachleute Betroffenen zur besonderen Vorsicht bei Diäten oder Ernährungsversprechen, die eine Wirkung gegen Krebs in Aussicht stellen. Vor einer Ernährungsumstellung sollte man immer mit dem Behandlungsteam oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft sprechen. So lässt sich vermeiden, dass der Körper während der Krebstherapie wichtige Energie und Nährstoffe verliert.
Quelle: Springer Medizin

