Gesundheit heute
Milchüberschuss
Nicht wenige Frauen leiden unter einem Überangebot an Milch. Relativ normal ist dies in den Tagen des Milcheinschusses, während sich mütterliches Angebot und kindliche Nachfrage erst einpendeln müssen. Besteht Milchüberschuss auch noch nach der 2. oder 3. Lebenswoche des Säuglings, sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:
- Die Stillzeiten reduzieren. Das heißt vor allem, das Nuckeln an der Brust abzustellen – denn auch so wird Oxytozin ausgeschüttet, was die Milchbildung ankurbelt.
- Nur eine Brustseite pro Mahlzeit anlegen
- Auf keinen Fall Milch zusätzlich abpumpen. Milchpumpen sind ein starker Reiz für die Milchbildung. Läuft die Milch außerhalb des Stillens aus, sind Milchauffangschalen die Alternative. So kann man verhindern, dass die Kleidung durchnässt.
- Nach dem Stillen die Brust kühlen, z. B. mit Quarkwickeln.
- Die Brust straff im BH hochbinden.
In Deutschland bekommen Neugeborene in den ersten Lebenswochen drei Mal Vitamin K in den Mund verabreicht.
Vitamin-K-Prophylaxe für Babys
Verzicht bedeutet Gefahr
Die Vitamin-K-Gabe nach der Geburt schützt Babys vor Gehirnblutungen. Wie wichtig diese Prophylaxe ist, unterstreicht eine schwedische Untersuchung.
Babys haben zu wenig Vitamin K
Vitamin K ist nötig für die Blutgerinnung. Ein Mangel kann Blutungen begünstigen, darunter auch schwere Blutungen im Gehirn. Aufgenommen wird das Vitamin vor allem durch grünes Gemüse, Eigelb, Käse oder Leber. Bei normaler Mischkost kommt es selten zu einem Vitaminmangel.
Bei Neugeborenen sieht das anders aus. Das Vitamin geht in der Schwangerschaft begrenzt vom mütterlichen Blut ins Blut des Kindes über. Deshalb haben Babys bei der Geburt nur wenig Reserven. Zudem enthält auch die Muttermilch nur geringe Mengen an Vitamin K. Deshalb gibt es seit Jahrzehnten die Vitamin-K-Prophylaxe: In Deutschland bekommen Neugeborene drei Mal im Verlauf der ersten Lebenswochen das Vitamin als Tropfen verabreicht, in anderen Ländern wird es intramuskulär gespritzt.
Gefahr für Hirnblutungen drei Mal höher
Welche Auswirkungen eine nicht durchgeführte Prophylaxe hat, wurde in Schweden untersucht. Darin analysierten Forschende die Daten von mehr als zwei Millionen Kindern. Der Anteil der Babys, die keine Vitamin-K-Prophylaxe erhalten hatten, stieg von 1,32 Prozent im Jahr 2003 auf 1,5 Prozent im Jahr 2021 an.
Das spiegelte sich in der Zahl der Blutungen in den ersten sechs Lebensmonaten: 2003 waren 0,22 Prozent der Kinder davon betroffen, 2021 0,53 Prozent. Die Forschenden errechneten: Ohne die Vitamin-K-Gabe steigerte sich das generelle Risiko für Blutungen um 50%, die Gefahr für Gehirnblutungen verdreifachte sich sogar.
Eltern besser aufklären
Warum die Kinder keine Vitamin-K-Prophylaxe erhalten hatten, war aus den Daten nicht zu erkennen. Da es dafür kaum medizinische Gründe gibt, liegt die wahrscheinlichste Ursache in der Weigerung der Eltern, schreiben die Forschenden. Deshalb sei Aufklärung wichtig. Eltern, die die Vitamin-K-Prophylaxe ablehnen, sollten die gefährlichen Folgen kennen.

