Gesundheit heute

Atemtherapie

Die Beeinflussung der Atmung ist Teil vieler Entspannungsverfahren (etwa Qigong, Yoga oder Eutonie). Zudem gibt es eine Vielzahl von Verfahren, die harmonisierende, ausgleichende oder auch bewusstseinsfördernde Wirkungen speziell über die Atmung erzielen wollen, etwa die Atem- und Leibtherapie nach Graf Dürckheim, das Intuitive Atmen nach Karl Scheerer oder das integrative Atmen. Wo die einzelnen Formen ihre Vorteile und Einsatzgebiete haben, ist wegen der unterschiedlichen Ansätze schwer auszumachen.

Die Atemtherapie ist zudem Teil der modernen Physiotherapie, sie wird auf ärztliche Anordnung bei bettlägerigen Patienten zur Vorbeugung von Lungenentzündungen oder zur Schleimlösung eingesetzt.

Weiterlesen:

  • Welches Entspannungsverfahren ist das richtige?
  • Die verschiedenen Heilverfahren in Listenform

Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).

Beim Autofahren wird schon ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit zur Gefahr.

Nebenwirkung Fahruntüchtigkeit

Auch „harmlose“ Arzneien betroffen

Viele Arzneimittel beeinträchtigen die Verkehrstüchtigkeit, selbst vermeintlich harmlose Augentropfen oder Hustensäfte. Wie Arzneimittel-Anwender sicher ans Ziel kommen.

Unerwünschte Nebenwirkungen als Unfallgefahr

Etwa jedes fünfte Medikament kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Einige führen zum Beispiel zu Unaufmerksamkeit und einem verzögerten Reaktionsvermögen. Andere Arzneimittel binden im Gehirn dieselben Rezeptoren wie Alkohol oder stören das Urteilsvermögen. Zwar ist das Fahren unter Einfluss von Medikamenten nicht grundsätzlich verboten, im Falle eines Unfalls muss ein Fahrer jedoch mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Nicht nur Schlafmittel machen fahruntauglich

Die Liste der kritischen Arzneien ist lang. Nadja Dörr, Apothekerin bei der Barmer GEK, empfiehlt Patienten sich bei der Einnahme folgender Medikamente grundsätzlich über mögliche Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit zu informieren: 

  • Schmerz- und Erkältungsmittel
  • Medikamente gegen Fieber und Entzündungen
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel
  • Allergiemittel
  • Pupillenerweiternde Augentropfen
  • Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen, Epilepsie und Bluthochdruck


Die Apothekerin ergänzt: „Manche Schlafmittel haben eine sehr lange Wirkdauer, so dass trotz frühzeitiger abendlicher Einnahme die Fahrtüchtigkeit am darauf folgenden Tag beeinträchtigt sein kann.“

Hinweise ernst nehmen

Wer sich über die Nebenwirkungen eines Medikaments informieren möchte, wirft am besten einen Blick auf den Beipackzettel. Oft weist auch die behandelnde Ärzt*in bereits bei der Verschreibung des Medikaments auf die Nebenwirkungen hin. Wer sich dennoch unsicher ist, fragt in der Apotheke nach. „Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, ob er sich fit genug fühlt, um Auto oder Motorrad zu fahren. Denn auch ohne einen speziellen Warnhinweis können Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit oder allergische Reaktionen die Verkehrstüchtigkeit stark einschränken“, rät Dörr.

Mögliche Wechselwirkungen beachten

Vorsicht ist geboten, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen werden. Dann verstärkt sich nämlich oft die Wirkung auf die Verkehrstüchtigkeit. Was viele nicht wissen: Das gilt auch für rezeptfreie Präparate, pflanzliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel. „Tabu sollte grundsätzlich der Genuss von Alkohol und die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten sein“, warnt die Apothekerin. Ein Beratungsgespräch in der Apotheke hilft, Wechselwirkungen zu vermeiden.

Quelle: Barmer

18.10.2021 | Von: Sandra Göbel; Bild: Andresr/Shutterstock