Gesundheit heute

Portiokappe und Lea Contraceptivum

Die Portiokappe ist eine Kunststoffkappe, die direkt über den Muttermund (Portio) gestülpt wird, sich dort festsaugt und so das Eindringen von Spermien verhindert. Zusätzlich wird das Innere der Kappe mit Spermizid bestrichen. Der Hauptunterschied zum Diaphragma ist, dass die Portiokappe bis zur nächsten Monatsblutung auf dem Muttermund belassen werden kann. Da so aber Sekrete aus der Gebärmutter nicht abfließen können, erhöht sich das Risiko einer Scheideninfektion. Nachteil der Portiokappe ist die schwierige Anwendung, die viel Übung verlangt. Die wenigsten Frauen sind in der Lage, ihren Muttermund so zu ertasten, dass das Überstülpen und Festsaugen der Portiokappe problemlos möglich ist.

Ähnlich funktioniert das Lea Contraceptivum, eine Weiterentwicklung der Portiokappe. Es ist aus Silikon und hat als Neuerung ein Abflussventil, durch das Gebärmutterflüssigkeit und Menstruationsblut abfließen können. Wegen des Abflussventils kann es bis zu 48 Stunden in der Scheide gelassen werden und ermöglicht somit etwas mehr sexuelle Spontaneität als das Diaphragma. Es ist auch etwas leichter einzuführen, vor allem aber viel leichter wieder aus der Scheide zu entfernen, weil es eine Kontrollschleife hat. Der Pearl-Index beträgt ~ 2,5, die in Kombination mit einem Spermizid noch erhöht werden kann.

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Von: Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler

Verhütung bald nicht mehr nur Frauensache?

Verhütungspille für den Mann

Hormonfrei und ohne Nebenwirkungen

Innerhalb der nächsten zehn Jahre sehen australische Forscher eine hormonfreie Pille für den Mann auf dem Markt, die weder Fruchtbarkeit noch sexuelle Aktivität negativ beeinflusst.

Neuer Ansatz bei der Verhütung

Forscher vom Monash Institut für pharmazeutische Wissenschaften in Melbourne (MIPS) arbeiten an einem Medikament, dass die Spermienbewegung während der Ejakulation verhindert, ohne deren Funktion einzuschränken. Grundlage hierfür sind zwei Eiweiße, die den Spermientransport auslösen. Werden sie blockiert, sind Spermien weiterhin vorhanden aber unbeweglich. Dr. Sab Ventura, der führende Wissenschaftler des Projekts, erklärt: „Unser Ziel ist nicht, die Spermienproduktion zu hemmen, sondern den Transport zu unterbinden.“ Genetische Studien hätten ergeben, dass die Spermien auch unter Medikamenteneinnahme langfristig gesund und funktionsfähig bleiben. Auch Libido und sexuelle Aktivität seinen laut Ventura unbeeinflusst.

Ohne die bekannten Nebenwirkungen

Ein hormonfreies Präparat umgeht die üblichen Nebenwirkungen, die ihre Ursache im Eingriff in den männlichen Hormonhaushalt haben: Libidostörungen, langfristige Unfruchtbarkeit und Geburtsfehler bei zukünftigen Kindern. „Durch unseren hormonfreien Ansatz werden die Spermien nicht geschädigt und die Fruchtbarkeit ist nach Absetzen der Medikamente wiederhergestellt“, resümiert Ventura.

Quelle: Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund

11.04.2018 | Von: Simone Lang; Bild: wavebreak/Shutterstock.com