Gesundheit heute

Das Salz in der Suppe

Das heute unbegrenzt und billig zur Verfügung stehende Kochsalz hat unser Geschmacksempfinden verändert und den täglichen Salzkonsum von früher 3 g auf heute 10–12 g pro Tag ansteigen lassen.

Die vermehrte Zufuhr von Salz erhöht das Risiko für Bluthochdruck – weniger Kochsalz senkt dagegen den Blutdruck und beugt der Entwicklung eines Bluthochdrucks vor. Nicht alle Menschen reagieren jedoch auf eine Änderung der Kochsalzzufuhr. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Blutdruck bei Kochsalzvermeidung sinkt, ist jedoch gerade bei Personen mit Bluthochdruck und Übergewicht sowie bei Personen über 65 Jahren hoch. Es gilt daher für Hypertoniker die allgemeine Empfehlung, sparsam mit Kochsalz umzugehen. Empfohlen wird, die Salzzufuhr auf 5–6 g täglich zu beschränken.

80 % des täglich aufgenommenen Kochsalzes sind in vorgefertigten Lebensmitteln wie Brot und Backwaren, Fleisch und Wurstwaren, Käse, Suppen, Fertiggerichten und Konserven versteckt. Nur etwa 20 % kommen beim Zusalzen während des Kochens oder bei Tisch hinzu. Kochsalz lässt sich daher vor allem durch einen Verzicht auf stark gesalzene vorgefertigte Nahrungsmittel wie Fertiggerichte und Salzgebäck einsparen. Greifen Sie stattdessen beim Kochen vermehrt auf unverarbeitete Lebensmittel zurück. Zusätzlich können Sie Gewürzkräuter statt Kochsalz verwenden, beim Essen auf das Nachsalzen verzichten und natriumarmes Wasser trinken.

Kochsalz besteht aus Natrium und Chlor, wobei das Natrium für die blutdrucksteigernde Wirkung verantwortlich ist. Kochsalzersatzstoffe enthalten Kaliumchlorid, das Natrium wurde hier gegen Kalium ausgetauscht. Kaliumchlorid hat den Nachteil eines bitteren Nachgeschmacks. Ungeeignet ist es für Personen mit fortgeschrittener Nierenfunktionsstörung, weil hier die gestörte Kaliumausscheidung die Gefahr einer Kaliumüberlastung erhöht.

Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).

Aktuelle Beiträge zum Thema

  • Online-Tool berechnet Zuckerlimit
    Kalorienbomben für Kinder erkennen

    Mit Schoko-Zerealien, Zwischendurch-Snack, Fertigpizza und Fruchtsäften kommt über den Tag so einiges an Nährstoffen zusammen. Vor allem bei Kindern ist das ... mehr

  • Ungesunder Lebensstil bedroht Gehirn
    Vor allem bei Diabetiker*innen

    Menschen mit einem Diabetes haben prinzipiell ein höheres Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Pflegen sie einen ungesunden Lebensstil, steigt die Gefahr für... mehr

  • 7 Trinktipps für Senior*innen
    Gefährlicher Wassermangel

    Ausreichend zu trinken, fällt älteren Menschen oft schwer. Doch mit ein paar einfachen Tipps schaffen es auch Senior*innen, genügend Flüssigkeit zu sich zu ... mehr

  • Salzersatz senkt Infarktrisiko
    Kalium statt Natrium

    Kochsalz kann den Blutdruck in die Höhe treiben. Doch zum Schutz von Herz und Gefäßen muss man nicht auf das Salzen verzichten. Es reicht schon, dafür einen... mehr

  • Mit Probiotika gegen Depressionen
    Nützliche Darmflora

    Probiotika sollen nicht nur bei Darmbeschwerden helfen. Offenbar lindern sie auch Depressionen, wie eine Schweizer Arbeitsgruppe herausfand.

    mehr

  • Vitamin-A-Mangel vorbeugen
    Für Schwangere und Veganer*innen

    Wer regelmäßig Milchprodukte, Eier und Fleisch isst, braucht sich um seinen Vitamin-A-Haushalt keine Gedanken zu machen. Doch wie sieht das bei veganer Ernäh... mehr