Gesundheit heute

Aronia

Die Aronia-Beere ist eine erbsengroße, schwarz-violette Beere, welche ursprünglich aus Nordamerika stammt. Inzwischen wird sie auch in Deutschland angebaut und als heimische „Superbeere“ für Schönheit und ein starkes Immunsystem beworben.

Inhaltsstoffe von Aronia-Beeren

Im Vergleich zu anderen Früchten enthalten Aronia-Beeren besonders hohe Mengen einer bestimmten Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, den Anthocyanen. Diese verleihen den Beeren die typische dunkelblaue Färbung. Daneben sind die Beeren reich an Vitamin C und Kalium. So deckt zum Beispiel ein Glas Aronia-Saft fast die Hälfte des täglichen Vitamin-C-Bedarfs und ein Drittel des täglichen Kalium-Bedarfs.

Gut für die Umwelt: Aronia-Beeren werden inzwischen auch in Deutschland angebaut und müssen nicht über weite Strecken eingeflogen werden.
Copyright: www.shutterstock.com, Shutterstock Inc., New York, USA

Aronia-Beeren als Nahrungsergänzungsmittel

Aronia-Beeren sind als Saft, Marmelade oder als Trockenfrüchte erhältlich. Aronia-Extrakte gibt es als Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel.

Beliebt sind die Produkte vor allem wegen ihres hohen Anthocyan-Gehaltes. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben in Studien gesundheitsfördernde Wirkungen gezeigt:

  • niedrigerer Blutzucker: Diabetiker*innen senkten in einer Studie ihren Blutzuckerspiegel durch Aronia-Saft.
  • Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Aronia-Beeren sollen Herz und Gefäße schützen, indem sie den Blutdruck und die Blutfette senken.
  • Schutz vor Krebs: In der Zellkultur hemmen Anthocyan-reiche Extrakte aus Aronia das Wachstum von Krebszellen.

Das Problem: Die Effekte wurden bisher nur im Reagenzglas oder an wenigen Proband*innen überprüft. Es fehlen also noch weitere Studien, um die Wirkung der Beeren zu beweisen und eine sinnvolle Dosierung festzulegen. Auch ist bisher nicht geklärt, in welcher Form die Beeren am besten verwertbar sind. In vielen Studien tranken die Proband*innen Saft. Doch auch Nahrungsergänzungsmittel mit Aronia sind beliebt. Die Zusammensetzung der Nahrungsergänzungsmittel ist aber nicht gesetzlich geregelt. Wie viele Anthocyane im fertigen Produkt enthalten sind, ist daher für Verbraucher*innen nicht zu erkennen. Bis diese Fragen geklärt sind, gilt: Gesundheitsversprechen wie der Schutz vor Krebs oder Herzkrankheiten, sind nicht erlaubt.

Oft sind auf den Verpackungen trotzdem Gesundheitsversprechen angegeben. Doch Vorsicht: Die Aussagen beziehen sich meistens auf künstlich zugesetzte Vitamine oder Mineralstoffe in dem Produkt. Ein Zusatz von Omega-3-Fettsäuren erlaubt zum Beispiel die Aussage, dass das Produkt bei der „Aufrechterhaltung einer normalen Herzfunktion“ hilft. Wer künstliche Zusätze vermeiden möchte, sollte lieber zu den frischen Früchten oder Saft greifen. Bei Trockenfrüchten gilt es jedoch, den hohen Zuckergehalt zu bedenken: 100 Gramm enthalten rund 22 Gramm Zucker.

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane sind auch in anderen Obst- und Gemüsesorten enthalten – wenn auch oft in geringerer Menge. Eine Ausnahme sind Holunderbeeren, sie übertreffen den Anthocyan-Behalt der Aronia-Beeren noch.


Nebenwirkungen von Aronia-Beeren

Nicht alle Inhaltsstoffe der Aronia-Beere sind gesund. Die Kerne der Aronia-Beere enthalten geringe Mengen an Amygdalin, welches im Körper giftige Blausäure freisetzt. Das Max-Rubner-Institut gibt jedoch Entwarnung: Der Verzehr kleiner Mengen frischer, getrockneter oder verarbeiteter Aronia-Beeren ist laut den Expert*innen gesundheitlich unbedenklich.

Wie allen Beeren können auch Aronia-Beeren je nach Herkunftsort mit Pestizidrückständen und Schwermetallen belastet sein. Verbraucher*innen setzen deshalb besser auf Bio-Produkte. Auch im eigenen Garten lassen sich Aronia-Beeren gut anbauen – so sind Pestizidrückstände ausgeschlossen.

Wer Medikamente einnimmt, sollte vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln lieber die Ärzt*in um Rat fragen. Denn theoretisch besteht die Gefahr, dass die Wirkung des Medikaments durch Inhaltsstoffe der Nahrungsergänzungsmittel verändert wird.

Quellen: Verbraucherzentrale; Rahmani et al. 2019; Bundeszentrum für Ernährung; EFSA

Von: Sandra Göbel

Wertvolles Harz: Ein Bienenvolk stellt jährlich nur etwa 100 Gramm Propolis her.

Nahrungsergänzung im Blick: Propolis

Sinn oder Unsinn?

Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis sind beliebt. Dem Bienenharz wird nämlich nachgesagt, vor oxidativem Stress, Krankheitserregern und sogar Krebs zu schützen. Doch ist das auch in wissenschaftlichen Studien bewiesen?

Naturprodukt aus dem Bienenstock

Propolis wird – genau wie Honig und Gelee royal – aus Bienenstöcken gewonnen. Den Bienen dient das Harz als Baumaterial und Konservierungsmittel. Als Nahrungsergänzungsmittel soll Propolis aber eine Reihe gesundheitsfördernder Effekte haben. Für die Wirkung sind angeblich die enthaltenen Flavonoide und Hydroxyzimtsäuren verantwortlich.

Nur wenige wissenschaftliche Studien

Das Problem: Je nach Herkunft, Jahreszeit und Futter der Bienen ist das Harz ganz unterschiedlich zusammengesetzt und hat deshalb auch immer leicht unterschiedliche Wirkungen. Dadurch ist eine Untersuchung in wissenschaftlichen Studien nur schwer möglich. Außerdem stützen sich die meisten Erkenntnisse über Propolis bisher auf Laborexperimente, Tierversuche oder Studien mit sehr wenigen Teilnehmern. Ob Propolis gegen bestimmte Krankheiten hilft und welche Dosis für die versprochenen Effekte notwendig ist, ist deshalb noch nicht eindeutig geklärt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit lässt deshalb keine Werbung mit Gesundheitsversprechen über Propolis zu.

Achtung Gesundheitsgefahr!

Doch nur weil aussagekräftige Studien fehlen, bedeutet das nicht, dass Propolis wirkungslos ist. Im Gegenteil: Viele Wissenschaftler*innen sehen in dem Harz ein potenzielles Naturheilmittel bei Hautkrankheiten, Herzkrankheiten oder auch Diabetes. Verbraucher*innen sollten aber folgende Tipps beherzigen, um der Gesundheit nicht schaden:

  • Auf den Pyrrolizidinalkaloid-Gehalt achten. Der Pflanzeninhaltsstoff ist in vielen Bienenprodukte enthalten und verursacht in hohen Mengen Schäden an Leber und Lungen und sogar Krebs. Ein Blick auf die Verpackung oder eine Anfrage beim Hersteller gibt Auskunft über den Alkaloid-Gehalt – er sollte weniger als 500 Mikrogramm pro Kilogramm betragen.
  • Vorsicht bei Allergien. Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis lösen in seltenen Fällen gefährliche allergische Reaktionen aus. Besonders gefährdet sind Patient*innen, die an Asthma oder atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis leiden oder eine Allergie gegen Wespen- oder Bienengift haben. Sie verzichten besser auf die Nahrungsergänzungsmittel.  

Quellen: Braakhuis 2019; Klartext Nahrungsergänzung; BFR; EU-Verordnung 2020/2040; EFSA

03.06.2022 | Von: Marie Schläfer; Bild: kosolovskyy/Shutterstock.com