Gesundheit heute
Sexualität in der Schwangerschaft
Grundsätzlich können Schwangere bis zur Geburt Geschlechtsverkehr haben. Die sexuellen Bedürfnisse in der Schwangerschaft erleben viele Frauen als unterschiedlich gegenüber „normalen“ Zeiten. Dabei kommen sowohl Phasen abgeschwächter als auch Phasen stärkerer Lust vor. Treten jedoch Komplikationen wie Blutungen aus der Scheide (drohende Fehlgeburt) oder eine vorzeitige Öffnung des Muttermunds auf (Zervix-Insuffizienz), oder hatte die Schwangere bereits mehrere Fehlgeburten, sollte auf vaginalen Sex konsequent verzichtet werden. Dies gilt auch dann, wenn sich der Mutterkuchen vor dem Muttermund befindet (Plazenta praevia). Bei Infektionen sollte ebenfalls auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.
Gegen Ende der Schwangerschaft kann das Zusammenziehen der Gebärmutter beim Orgasmus Wehen auslösen. Hinzu kommt, dass Sperma das Gewebehormon Prostaglandin enthält, das den festen Muttermund weich macht und damit die Geburt einleiten könnte. Deshalb sollten Schwangere bei vorzeitigen Wehen auf Sex verzichten.
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Alkohol in der Schwangerschaft
Trinken ohne Risiko ist unmöglich
Gelegentliches Trinken während der Schwangerschaft wird noch immer häufig verharmlost. Dabei können die Schäden für das Ungeborene enorm sein. Experten warnen.
Für Alkohol gibt es in der Schwangerschaft keinen risikolosen Grenzwert. Die Schädigung hängt nämlich nicht nur von der konsumierten Menge ab, sondern auch von der individuellen Alkoholtoleranz von Mutter und Kind. Trotz dieser Gefahren kommen pro Jahr in Deutschland 3000 bis 4000 Kinder mit einem Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) zur Welt. Dabei handelt es sich um das Vollbild der Fetalen Alkohol-Spektrum-Störung (FASD), bei dem folgende Kriterien erfüllt sind:
- eine Veränderung der Gesichtsform
- Wachstumsstörungen
- Schädigungen des zentralen Nervensystems und dadurch geistige Einbußen und Verhaltensauffälligkeiten.
Beeinträchtigungen sind oft erst nach Jahren zu erkennen
„FASD ist dreifach tragisch für die betroffenen Kinder“, bedauert Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Berlin. „Ihre Mütter hätten die Behinderung vollständig vermeiden können durch Verzicht auf Alkohol. Weil die Behinderung nicht immer auf den ersten Blick einzuordnen ist, dauert es oft jahrelang, bis die Betroffenen kompetente Hilfe finden. Weil die Behinderungen so schwer sind, gelingt den meisten FASD-Opfern nur selten ein erfülltes und selbständiges Leben“.
Kinderärzte und Frauenärzte sollen Präventionsarbeit leisten
Bei der Aufklärung der Mütter will die Drogenbeauftragte Marlene Mortler neben Kinderärzten auch die Frauenärzte stärker in die Pflicht nehmen: „Sie sind es, die die Frauen vor und nach der Geburt betreuen und mit Rat und Tat zur Seite stehen, auch rund ums Thema Alkohol.“
Broschüre informiert zum Thema
Als Präventionsmaßnahme gibt der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ eine Broschüre heraus, die werdende Mütter zum Thema informiert und beim Verzicht unterstützen will. Sie kann hier heruntergeladen werden. Eine weitere Broschüre, die sich speziell an Mädchen und junge Frauen richtet, kann hier heruntergeladen werden.
Quelle: Frauenärzte im Netz

